Gewalt an Schulen


Zwischenprüfungsarbeit, 2004

27 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

Gewalt an Schulen

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Autorenverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Aggression und Gewalt

3. Gewalt in der Schule
3.1 Charakteristika eines Gewaltopfers
3.2 Charakteristika eines Gewalttäters

4. Erscheinungsformen der Gewalt

5. Risikofaktoren für Gewalthandlungen
5.1 Erziehungsumfeld
5.2 Freizeitgestaltung
5.3 Freundesgruppe

6. Erklärungsansätze
6.1 Trieb- und Instinkttheorie
6.1.1 Psychoanalytische Triebtheorie
6.1.2 Ethnologische Triebtheorien
6.2 Frustrations- und Aggressionstheorie
6.3 Lernpsychologische Theorien
6.4 Anomietheorie
6.5 Etikettierungstheorie
6.6 Theorie der sozialen Kontrolle

7. Handlungsmöglichkeiten
7.1 Gesellschaftliche Lösungswege

8. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Autorenverzeichnis

Klaus Hurrelmann ist in der Arbeit oft zitiert worden, aus diesem Grund erfolgt exemplarisch eine Kurzbiographie.

Kurzbiographie

Hurrelmann, Klaus:

Klaus Hurrelmann wurde 1944 geboren. Er studierte Soziologie, Psychologie und Pädagogik an den Universitäten Freiburg, Berkeley und Münster. Im Jahr 1975 habilitierte er sich und übernahm eine Professur für Sozialforschung an der Universität Essen. Seit 1980 war er als Professor für Sozialisation an der Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld tätig. 1990 erhielt er eine Gastprofessur für Soziologie an der New York University. Vier Jahre später wechselte er in die neu gegründete Fakultät für Gesundheitswissenschaften und fungierte fünf Jahre lang als erster Dekan. Von 1986 bis 1998 war er Leiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereiches „Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter“, 1999 erhielt er eine Gastprofessur an der School of Public Health der UCLA.

1. Einleitung

Jugendliche neigen heutzutage immer mehr dazu ihre Ängste durch Aggression und Gewalt zu äußern. Die polizeilichen Studien von 1963 bis 1993 bestätigen das ein hoher Anteil von Jugendlichen und Heranwachsenden an der Gesamtkriminalität beteiligt sind. Die Kriminalitätsrate ist in diesem Zeitraum um das Zweieinhalbfache gestiegen. Besonders Jugendliche zwischen dem vierzehnten und dem zwanzigsten Lebensjahr zeigen eine hohe Beteiligung an Gewalthandlungen. Die Gewalt ist eine Reaktion der Jugendlichen auf ihre Lebensverhältnisse, vor allem für die weniger privilegierten Jugendlichen, also die keinen Schulabschluss oder einen Ausbildungsplatz haben.

Focus dieser Arbeit ist es, die möglichen Ursachen für Gewalthandlungen von Jugendlichen herauszuarbeiten. Es wird verdeutlicht, dass Gewalt und Gewalttaten immer im Kontext einer Situation oder eines Prozesses stehen. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Schule gesetzt, wobei auch die außerschulischen Einflussfaktoren behandelt werden.

Um ein besseres Verständnis der gesamten Arbeit zu verschaffen, werden am Anfang die Begriffe Aggression und Gewalt genauer definiert. Allerdings kann keine eindeutige Definition der Begriffe Aggression und Gewalt gegeben werden, da es sich nicht nur um physische, sondern auch um psychische Formen in allen Varianten handeln kann, also einer drohenden, diskriminierenden oder abgewendeten Gewalt in verbaler, körperlicher oder symbolischer Form. Zum Schluss folgen mögliche Erklärungsansätze für die Gewalthandlungen Jugendlicher. Sie sollen zeigen welche möglichen Ursachen es gibt die Jugendliche dazu veranlassen ihre Aggressionen in Handlungen umzusetzen.

2. Definition der Begriffe Aggression und Gewalt

In der psychologischen Forschung spricht man nicht von einem definitiven Aggressionsbegriff sondern unterscheidet eher zwischen einem weiten und einem engen Begriff. Der umfassendere Begriff, welcher in der Psychoanalyse und in der Verhaltensforschung gängig ist, meint „[…] jede gerichtete offensive Aktivität und schließt z.B. auch Selbstbehauptung und tatkräftiges Handeln ein“.[1] Der enge Aggressionsbegriff bedeutet „ein zielgerichtetes Schädigen, z.B. andere Menschen bedrohen, verletzen, töten.“[2] Man geht meistens von dem engeren Aggressionsbegriff aus, der die zielgerichtete Schädigung meint. Dieser umfasst noch einige verschiedene Verhaltensweisen: „Die Aggression kann aus körperlichen Attacken, Verletzungen und Beschädigungen (körperliche Aggression), aus Geringschätzung, Ignoranz und Ausgrenzung (psychische Aggression) bestehen.“[3] Diese Aggression kann sich gegen die eigene Person richten, also nach innen, genauso aber gegen andere. Objekte aggressiven Verhaltens können Menschen und Sachgegenstände sein.

Kommen Menschen mit den sozialen Lebensbedingungen, die ihnen durch die Umwelt aufgezwungen werden nicht klar, entstehen Aggressionen. Gewalt und Aggressionen waren schon immer Ausdruck von Unzufriedenheit, mangelnder Anerkennung, Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst.

In der Vergangenheit etwa im Altertum und in der Antike wurde der Gewaltbegriff mit physischen Handlungen gleichgesetzt, dies hat sich mit der Zeit geändert. Der Gewaltbegriff heute hat eine große Bandbreite, er erstreckt sich von der Staatsgewalt bis hin zu Gewalttaten wie Vergewaltigungen. Heutzutage existiert nicht nur die physische sondern auch die psychische Gewalt und die verbale Gewalt. Diese werden im Folgenden näher erläutert. Der Begriff der Gewalt ist etwas komplex und kann nicht eindeutig festgelegt werden. Was Gewalt tatsächlich ist wird meistens durch Opfer, Täter und eventuell Zeugen während bzw. nach der Handlung aus dem gesellschaftlichen Kontext bestimmt.[4] Allgemein kann man jedoch sagen das Gewalt u.a. schwere, körperliche Aggressionen bezeichnet, die sich gegen Menschen oder Sachgegenstände richten, wobei man Gewaltanwendung gegen Sachgegenstände Vandalismus nennt. Da die Begriffe Gewalt und Aggression in der Literatur häufig synonym verwendet werden verlieren die Begriffe für sich an „Prägnanz und Schärfe“.[5] Die beiden Begriffe können dann nicht eindeutig voneinander abgegrenzt werden.

3. Gewalt in der Schule

Wie Gewalt in der Schule zu definieren ist wird von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann folgendermaßen beschrieben:

Gewalt in der Schule umfasst das [gesamte Spektrum] von vorsätzlichen [und spontanen] Angriffen auf die körperliche, psychische und soziale Unversehrtheit, also Tätigkeiten und Handlungen, die psychische und physische Schmerzen oder Schülern und Lehrern innerhalb und außerhalb des Unterrichtsbetriebes zur Folge haben können. Gewalt in der Schule umfasst auch Aktivitäten, die auf die Beschädigung von Gegenständen im schulischen Raum gerichtet sind.[6]

Neben dieser Definition von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann sind die Begriffe „Mobbing“ und „Bullying“ von Bedeutung. „Mobbing“ kommt ursprünglich aus dem Skandinavischen und wird als Gewalttätigkeit verstanden oder im Bezug auf Probleme mit Gewalttätern und -opfern eingesetzt. In England sowie in Skandinavien wird der Begriff als Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz verstanden. Für die Gewalthandlung von größeren Gruppen wird im Englischen der Begriff „Mobbing“ verwendet. Diese Gewalt wird von großen und anonymen Gruppen ausgeführt, d.h. einzelne können aus der Gruppe nicht separiert werden. Der Skandinavier Dan Olweus bemerkte, dass bei Schülergewalt häufig einzelne Schüler, Täter sind und der Begriff „Mobbing“ deshalb nicht unbedingt zutrifft. Er hat den Begriff „Bullying“ wie folgt definiert:

Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist.[7]

Aggressive und gewaltvolle Umgangsformen in der Schule sind nicht alle identisch. Je nach Erziehungsstil und Erlerntem sowie Schicht und Umgang zeigen sich Unterschiede im Verhalten bei Lehrern und Schülern. Haben Jugendliche und Kinder nie gelernt Probleme bzw. Konflikte zu lösen oder Maßnahmen dagegen zu finden neigen sie dazu diese gewaltsam zu lösen.[8] Diese Kinder sind meist unsicher, ängstlich und fühlen sich oft verletzt; sie besitzen ein geschwächtes Selbstwertgefühl.[9] Um von ihren Gefühlen abzulenken wenden die Kinder Gewalt an. Der Lehrer wird aus verschiedenen Gründen Ziel von Aggressionen: Da die Schüler sich in einer Identitätsphase befinden lehnen sie Werte und Normen ab die von den Erwachsenen und der Gesellschaft gesetzt werden. Der Lehrer ist Repräsentant der Schulordnung und Wissensvermittler; damit wird er zum Angriffspunkt, auch wenn er den Schülern gegenüber sympathisch erscheint. Der Lehrer vertritt nicht nur die Schulordnung sondern u.a. auch Autorität und Staat, „deshalb ist er Zielscheibe von allem, was sich dagegen richtet.“[10] Die Clique oder Peer- Group bietet den Jugendlichen Rückhalt ja sogar Familienersatz. Sie gibt ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Sicherheit. Diese Faktoren können Familie, Arbeit oder Schule nicht bieten. Die Lehrer nicht zu akzeptieren, ist daher Abwenden von der Autorität und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl. Welche Charakteristika ein Gewaltopfer oder ein Gewalttäter aufweisen können wird im Folgenden beschrieben.

[...]


[1] Susanne Lin: Aggression, Begriffe 2000, S.407

[2] Ebd., S.408

[3] Ebd., S.408

[4] Vgl. Gerald Kuschke 2000, S.18f.

[5] Susanne Lin: Aggression, Begriffe 2000, S.407 f.

[6] Gabriele Rüttiger 1994, S. 69

[7] Reiner Hanewinkel/ Reimer Knaack 1997, S.300

[8] Vgl. Gerald Kuschke 2000, S.61

[9]. Vgl Gisela Preuschoff / Axel Preuschoff 2000, S.25

[10] Vgl. Gerald Kuschke 2000, S.62

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Gewalt an Schulen
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
27
Katalognummer
V48314
ISBN (eBook)
9783638450577
Dateigröße
536 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt, Schulen
Arbeit zitieren
Feride Bayram (Autor), 2004, Gewalt an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48314

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