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Streitschlichtung in der Grundschule. Typische Konflikte und praktische Umsetzung

Title: Streitschlichtung in der Grundschule. Typische Konflikte und praktische Umsetzung

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Petra Thiele (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Unsere pluralistische Gesellschaft besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Interessen, Erwartungen und Wertvorstellungen. Durch die alltägliche Konfrontation dieser verschiedenen Standpunkte sind Konfliktsituationen vorprogrammiert und gehören zum Alltag, auch zum Schulalltag. Häufig eskalieren diese Konflikte aber, besonders unter Kindern und Jugendlichen, zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. In den Medien wird immer häufiger über eine zunehmende Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen berichtet und die schrecklichen Ereignisse in Erfurt und in mehreren amerikanischen Schulen sind uns noch in grausamer Erinnerung.

Schüler lernen in der Familie oft nicht mehr, mit Problemen und Konflikten konstruktiv umzugehen und äußern sie demnach in gewalttätigen Handlungen. Gespräche mit Pädagogen und eigene Erfahrungen bestätigen diese Entwicklung. Gerade in der heutigen pluralistischen Gesellschaft, in der Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Wertvorstellungen aufeinander treffen, ist es dringend notwendig, dass Schüler Toleranz und die Fähigkeit zur Empathie und Kommunikation entwickeln und lernen ihr eigenes Verhalten und Denken kritisch zu reflektieren. Diese Fähigkeiten bilden die Basis für eine produktive Konfliktbewältigung. Weil vielen Kindern dieses im Elternhaus nicht vermittelt wird, stellt die Schule hier eine wichtige Sozialisationsinstanz dar.

Eine mögliche Maßnahme zur einvernehmlichen Konfliktbewältigung und somit zur Gewaltprävention ist die Mediation. Sie wurde bereits vor mehreren hundert Jahren in China als Mittel zur Streitschlichtung angewendet. Heute hat sich dieses Verfahren als außergerichtliche Vermittlungsform besonders in den USA etabliert. Auch Schulen können von der Mediation als Verfahren zur konstruktiven Konfliktdeeskalation profitieren, welches in dieser Arbeit genauer erläutert werden soll. Nach einem einführenden Kapitel über die Definition von Konflikten und typischen Konfliktsituationen im Schul-, speziell im Grundschulalltag, werden Grundsätze, Methode, sowie der Ablauf der Mediation beschrieben. Anschließend werde ich auf die praktische Umsetzung von Mediation in der Grundschule eingehen und die Ausbildung zum Streitschlichter vorstellen. Obwohl in der zugrunde liegenden Literatur kein Konsens darüber besteht, werde ich die Begriffe „Mediation“ und „Streitschlichtung“ synonym benutzen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konflikte in der Grundschule

2.1 Versuch einer Begriffsdefinition

2.2 Die Schule als Kooperations- und Konfliktbereich

3. Mediation als konstruktive Vermittlungstechnik bei Konflikten

3.1 Begriffsdefinition nach Dulabaum

3.2 Aufgaben und notwendige Fähigkeiten des Mediators

3.3 Phasen der Mediation

4. Mediation in der Grundschule- Darstellung eines Streitschlichterprogramms

4.1 Schüler als Streitschlichter

4.2 Mediatorenausbildung für Grundschüler

5. kritische Reflexion und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Mediation als konstruktive Methode zur Konfliktbewältigung und Gewaltprävention im Grundschulalltag, um die soziale Kompetenz und Mündigkeit der Schüler zu fördern.

  • Theoretische Grundlagen von Konflikten im schulischen Umfeld
  • Funktionsweise und Phasen des Mediationsprozesses nach Nina Dulabaum
  • Implementierung von Streitschlichterprogrammen in der Grundschule
  • Rolle und notwendige Fähigkeiten von Schülern als Mediatoren
  • Pädagogische Anforderungen an die Ausbildung und Begleitung von Streitschlichtern

Auszug aus dem Buch

3.2 Aufgaben und notwendige Fähigkeiten des Mediators

Die Aufgabe des Mediators als neutrale dritte Person ist es, den Streitenden zu helfen, ihren Konflikt selbst zu lösen. Hierzu benötigt er soziales Geschick, sowie zwischenmenschliche und emotionale Intelligenz. In keinem Fall darf der Mediator bewerten, beurteilen oder als Kontrollinstanz fungieren. Um einen Konflikt mit den Parteien konstruktiv bearbeiten zu können, muss der Mediator nach Dulabaum über folgende Fähigkeiten verfügen (die vier A´s):

- Allparteilichkeit: Er muss beide Konfliktparteien unterstützen und neutral bleiben. Er darf nicht moralisieren oder die Position eines Schiedsrichters einnehmen. Beide Parteien müssen während der Mediation gleichermaßen ermutigt werden, ihre Meinungen und Empfindungen zu äußern.

- Akzeptanz: Der Mediator muss alle Konfliktparteien mit ihren Stärken und Schwächen annehmen. Auch wenn er nicht mit der Meinung einer Person konform geht, muss er sie akzeptieren. Konkret ausgedrückt wird diese Akzeptanz durch Blickkontakt, Kopfnicken, Körpersprache und eine positive und verständnisvolle Wortwahl. Schuldzuweisungen, Vorwürfe, sowie persönliche Degradierungen sind in jedem Fall zu vermeiden.

- Anerkennung: Der Mediator zeigt den beteiligten Personen, dass er sie würdigt, respektiert und achtet. Er drückt dies durch Äußerungen wie: „mmm“ und „ahha“ aus. Beiden Parteien wird die Möglichkeit geboten, ihre Sichtweise abwechselnd zu schildern.

- Affirmation: Affirmation bedeutet positive Bestätigung. Der Mediator muss in der Lage sein, die anderen Personen zu bestätigen, sie zur Meinungsäußerung zu animieren und die Botschaft zu übermitteln: „Ich bin OK- Du bist OK!“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Mediation zur Gewaltprävention in der heutigen pluralistischen Gesellschaft ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.

2. Konflikte in der Grundschule: Es werden Merkmale interpersonaler Konflikte dargelegt und die Schule als ein Ort beschrieben, an dem Konflikte zwar unvermeidbar sind, aber auch als Lernfeld dienen können.

3. Mediation als konstruktive Vermittlungstechnik bei Konflikten: Das Kapitel definiert Mediation als strukturierte Methode, erläutert die Rolle des neutralen Vermittlers und beschreibt die fünf grundlegenden Phasen des Prozesses.

4. Mediation in der Grundschule- Darstellung eines Streitschlichterprogramms: Hier wird die praktische Umsetzung der Peer-Mediation in Grundschulen sowie der Aufbau einer sechsstufigen Mediatorenausbildung anhand des Modells von Karin Jefferys-Duden vorgestellt.

5. kritische Reflexion und Diskussion: Dieser Abschnitt erörtert die organisatorischen Bedingungen für den Erfolg von Streitschlichterprogrammen und hebt hervor, wie diese Projekte die persönliche und soziale Entwicklung von Kindern fördern.

Schlüsselwörter

Mediation, Streitschlichtung, Grundschule, Konfliktbewältigung, Gewaltprävention, Peer-Mediation, Streitschlichter, Konfliktlösung, Allparteilichkeit, Aktives Zuhören, soziale Kompetenz, Erziehung, Schulentwicklung, Kommunikationsfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration von Mediation als Methode zur gewaltfreien Konfliktlösung im Grundschulalltag.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Konflikten, den theoretischen Grundlagen der Mediation sowie der praktischen Implementierung eines Streitschlichterprogramms an Grundschulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch Mediation lernen können, Konflikte konstruktiv zu deeskalieren und dadurch ihre soziale und moralische Kompetenz zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der theoretischen Aufarbeitung bekannter Mediationsmodelle, insbesondere nach Nina Dulabaum und Karin Jefferys-Duden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Konfliktbegriffs und der Mediation sowie eine detaillierte Darstellung, wie Grundschüler zu Mediatoren ausgebildet werden können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Mediation, Streitschlichtung, Grundschule, Konfliktbewältigung und Peer-Mediation.

Welche Rolle spielt die „Allparteilichkeit“ bei der Streitschlichtung?

Die Allparteilichkeit ist essenziell, da sie sicherstellt, dass der Mediator neutral bleibt, beide Parteien gleichermaßen unterstützt und keine schiedsrichterliche Bewertung vornimmt.

Warum ist die Unterstützung durch Beratungslehrer so wichtig?

Eine dauerhafte Begleitung ist notwendig, um die Schüler bei schweren Konflikten zu entlasten und sicherzustellen, dass die pädagogische Qualität und psychische Stabilität der Streitschlichter gewahrt bleibt.

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Details

Title
Streitschlichtung in der Grundschule. Typische Konflikte und praktische Umsetzung
College
University of Paderborn
Grade
1,0
Author
Petra Thiele (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V48319
ISBN (eBook)
9783638450607
ISBN (Book)
9783638771658
Language
German
Tags
Streitschlichtung Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Thiele (Author), 2005, Streitschlichtung in der Grundschule. Typische Konflikte und praktische Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48319
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