Ron Mueck wird 1958 als Sohn zweier Spielzeugmacher in Melbourne, Australien geboren. Nachdem er an der Kunsthochschule abgelehnt worden war, schlug er den Weg ein, der durch seine Eltern vorgezeichnet war und wurde Puppenmacher. In der Werbung und beim Film - u.a. bei Jim Henson - feierte er Erfolge und machte Karriere nicht als Künstler, aber als ein sehr begabter Handwerker. Trotzdem störte Ron Mueck, dass er immer nur die Geschichten anderer mit seinen Figuren erzählen durfte. 1996 wurde Mueck von seiner Schwiegermutter, der britischen Künstlerin Paula Rego gebeten, ihr für das Bild „Gepetto“ Modell zu sitzen. Also fertigte der Puppenmacher Mueck einen kleinen Jungen nicht aus Holz sondern aus Silikon und Fiberglas, um der Künstlerin mit dieser Skulptur Modell zu sitzen. Und was sich wie ein absurdes Märchen anhört, geht genauso weiter: Paula Rego beschloss, dass diese Skulptur es wert war, ausgestellt zu werden und stellte kurzerhand den kleinen Jungen aus Fiberglas mit in den Ausstellungsraum, als sie 1996 ihre Schau „Spellbound“ zeigte. Dort entdeckte Charles Saatchi die nur 84 x 20 x 18 cm kleine Skulptur, kaufte sie und vier weitere Werke von Ron Mueck, die bis dahin entstanden waren. Unter diesen Werken war auch die Skulptur „Dead Dad“, die von September 1997 bis Januar 1998 in der Ausstellung „Sensation - Young British Artists from the Saatchi Collection“ in der Royal Academy in London gezeigt wurde. Soviel zum Märchen vom Puppenmacher zum gefeierten Bildhauer.
Ron Mueck durfte nun seine Geschichten erzählen. Das sind bis jetzt nur eine Handvoll, was nicht zuletzt an dem großen Arbeitsaufwand und hohen Grad an Perfektionismus liegt, mit dem der Künstler seine Skulpturen fertigt. Zwischen 2000 und 2002 war Ron Mueck als Associate Artist an die Royal Academy in London berufen worden. Neben einigen Gruppenausstellungen, zeigte unter anderem das Museum of Contemporary Art in Sydney von Dezember 2002 bis März 2003 eine Einzelausstellung. Auf internationalem Parkett bewegte sich Ron Mueck erstmals mit seiner Figur „Boy“ die 2000 im Millenium Dome in London und 2001 auf der 49. Biennale in Venedig auf dem Plateau der Menschheit gezeigt wurde.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Ron Mueck
- 1.1. Biografie
- 1.2. Werkbeschreibung „Boy“
- 1.3. Werbeschreibung: „Dead Dad“
- 1.4. Eigene These
- 1.5. Reaktionen der Fachwelt
- 1.6. Selbsteinschätzung des Künstlers
- 2. Maurizio Cattelan
- 2.1. Kurzbiografie
- 2.2. Werkbeschreibung „La Nona Ora“
- 2.3. Reaktionen
- 3. Jake und Dinos Chapman
- 3.1. Kurzbiografie
- 3.2. Werkbeschreibung „Zygotic Acceleration, Biogenic, De-Sublimated, Libidina Model (Enlarged x 1000)
- 3.3. Reaktionen
- 4. Patricia Piccinini
- 4.1. Kurzbiografie
- 4.2. Werkbeschreibung “Still Life with Stem Cells”
- 4.3. Reaktionen
- 4.4. Wie erklärt die Künstlerin selbst ihr Werk?
- 5. Charles Ray
- 5.1. Kurzbiografie
- 5.2. Werbeschreibung „No“
- 6. Duane Hanson
- 6.1. Kurzbiografie
- 6.2. Werkbeschreibung „Bowery Derelicts“
- 6.3. Reaktionen
- 7. John de Andrea
- 7.1. Kurzbiografie
- 7.2. Werkbeschreibung „Paar“
- 7.3. Reaktionen
- 8. Zum globalen Anspruch der hyperrealistischen Skulptur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der hyperrealistischen Skulptur des 21. Jahrhunderts und untersucht deren globalen Anspruch. Anhand von ausgewählten Künstlern wie Ron Mueck, Maurizio Cattelan, Jake und Dinos Chapman, Patricia Piccinini, Charles Ray, Duane Hanson und John de Andrea wird die ästhetische und gesellschaftliche Relevanz dieser Kunstform analysiert.
- Analyse der hyperrealistischen Darstellungstechnik
- Die Rolle der Skulptur als Medium für die Erforschung von Mensch und Gesellschaft
- Die Frage nach der emotionalen Wirkung und dem Rezeptionsprozess
- Der Stellenwert der hyperrealistischen Skulptur im Kontext zeitgenössischer Kunst
- Die Bedeutung des globalen Kontextes für die Rezeption und Interpretation der Werke
Zusammenfassung der Kapitel
Die Hausarbeit beginnt mit einer umfassenden Analyse des Werks von Ron Mueck, insbesondere seiner Skulpturen „Boy“ und „Dead Dad“. Die Analyse beleuchtet die beeindruckende Darstellungstechnik, die emotionale Wirkung und den Stellenwert im Kontext zeitgenössischer Kunst. Im Anschluss wird die Skulptur „La Nona Ora“ von Maurizio Cattelan beleuchtet, die ebenfalls mit ihrer hyperrealistischen Gestaltung und ihrer provokativen Thematik für Aufsehen sorgt. Die Arbeit widmet sich außerdem den Werken von Jake und Dinos Chapman, die mit ihren Skulpturen und Installationen die Grenzen von Kunst und Provokation ausloten. Das Kapitel über Patricia Piccinini befasst sich mit der Skulptur "Still Life with Stem Cells" und untersucht die künstlerische Auseinandersetzung mit bioethischen Themen. Weitere Kapitel behandeln die Skulptur „No“ von Charles Ray, sowie die Werke von Duane Hanson und John de Andrea. Die Arbeit analysiert die verschiedenen künstlerischen Ansätze und die Rolle der Skulptur im Kontext ihrer Zeit.
Schlüsselwörter
Hyperrealismus, Skulptur, zeitgenössische Kunst, globale Rezeption, Körperdarstellung, emotionale Wirkung, Provokation, bioethische Themen, Kunst und Gesellschaft, künstlerische Ansätze.
- Quote paper
- Tanja Ludwig (Author), 2004, Skulptur als hyperrealistische Variante, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48330