Beruf: Orchestermusiker


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

34 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Beruf Musiker

2. Musikerpersönlichkeit und Ausbildung
Ausbildung der Orchestermusiker

3. Beruflicher Alltag und Tätigkeitsbereiche

4. Formen sozialer Absicherung

5. Zusammenfassung und Zukunftsperspektiven

Literatur

Einleitung

Im Themenkomplex „Entwicklungsperspektiven von Arbeit“ wird diese Hausarbeit den schon etwas enger gefassten Bereich der Musikberufe behandeln. Doch auch das Thema `Berufe im Bereich der Musik´ ist zu weitläufig um ihn auf 15 Seiten einigermaßen erschöpfend zu erfassen. Bereits 1988 sind laut Rohlfs „nahezu ein Viertel Million Menschen [...] im Berufsfeld Musik tätig.“[1] Systemtheoretisch ist die Musik ein Teilsystem des Systems Kultur, das sich selbst wiederum in viele untergeordnete (Teil-)Systeme gliedert.[2] Allgemein lassen sich zwei übergeordnete Bereiche beschreiben. Zum einen der Komplex aus Dienstleistungen und Industrie um die Musik herum (die sogenannte Musikindustrie). Zu diesem, dem ökonomischen System zuzuordnendem, Teil der Musikbereiche gehören die drei Bereiche Distribution und Dienstleistungen, Musikmedien und die Tonträgerindustrie. Während es diesem Bereich vornehmlich um die „Maximierung des ökonomischen Outputs“ geht, stehen auf der anderen Seite, dem sozio-kulturellen System, alle die, die unmittelbar mit Schöpfung und instrumentaler Interpretation von Musik zu tun haben (z.B. die Musiker) und dabei zuforderst die „optimale Entfaltung kreativen Potentials“[3] im Sinn haben. Die eingangs erwähnten 250.000 Beschäftigten teilen sich auf diese beiden Teilsysteme ungefähr hälftig auf. Etwa Einhunderttausend komponieren, interpretieren oder lehren Musik, genauso viele gehören der Musikindustrie an. Hinzu kommen etwa 50.000 Musikstudierende und sich in beruflicher Ausbildung Befindende.[4]

Diese Seminararbeit wird nur den Bereich der ausübenden Musiker, und dabei auch nur „Den Orchestermusiker“ behandeln. Die Wahl des Instruments wird dabei nur insofern von Interesse sein, als dass dadurch bestimmte Spezifika exemplarisch beschrieben werden können. Wie sich zeigen wird, unterliegen nicht nur Musiker im allgemeinen bestimmten berufsbedingten Beanspruchungen und daraus folgenden Belastungen, sondern diese Belastungen korrelieren auch mit dem Status im Orchester und dem gespielten Instrument.

Bevor ich zur eigentlichen Beschreibung des Berufes Orchestermusiker komme, werde ich jedoch einige einführende Bemerkungen zur Genealogie und zum Wesen der Musikerberufe voranstellen. Das führt nach meinem Dafürhalten zu einer besseren Einordnung dieses speziellen Musikertyps in das breite Feld dieser Berufsgruppe. Dabei folge ich weitestgehend den sozial-historischen Ausführungen von Walter Salmen[5] zur differenzierten Professionalisierung in der Musik.

Carl Seemann[6] ziehe ich bei der Erläuterung der geforderten Wesenzüge von Musikern in den verschiedenen Musikerberufen heran, bevor ich über die Ausbildung an den Musikhochschulen schreiben werde. Dabei gerät das gespannte Verhältnis zwischen der vorwiegenden Ausbildung an Hand solistischer Musikerkarrieren und der häufigen Musikpraxis im Orchester in das Blickfeld. In diesem Kapitel werde ich der Frage nachgehen, inwiefern Musikhochschulen adäquat auf den späteren Beruf vorbereiten und welchen verschiedenen Argumentationen man folgen könnte, wenn der Streit zwischen Solisten- oder Orchesterausbildung geklärt werden soll.

Das Kapitel über den Berufsalltag der Orchestermusiker wird sich nicht nur mit den zeitlichen und mechanischen Abläufen dieser Tätigkeit auseinandersetzen. Den Schwerpunkt werden vielmehr die berufspezifischen Belastungen bilden, denen gerade Orchestermusiker unterliegen. Hierzu zählen neben den zeitlichen Belastungen insbesondere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die sich aus Art und Umfang der beruflichen Tätigkeit ergeben. Dazu zählen sowohl physische wie auch psychische Erkrankungen.

Das letzte Kapitel berücksichtigt die sich ändernde Berufswelt in besonderem Maße. Die im 20. Jh. übliche Festanstellung in den großen Kulturorchestern wird dabei als Vergangenheit beschrieben. In den Fokus der Betrachtung rückt die soziale Absicherung der Musiker, die zunehmend unter Zeitverträgen arbeiten und so mit weiteren Unsicherheiten leben müssen, die die im vorherigen Kapitel beschriebenen Beeinträchtigungen durch Belastungen um einen weiteren Aspekt ergänzen.

In der Zusammenfassung werde ich die verschiedenen Gesichtspunkte des Berufes Orchestermusiker wieder zusammenführen und abschließenden perspektivischen Betrachtungen unterziehen.

1. Beruf Musiker

Woher stammen eigentlich die Begriffe „Musik“ und „Musiker“? Bereits ca. 700 v.Chr. zieht Hesiod die Verbindung zu den Musen, die den Musiker und somit die Musik inspirieren. Aus den von den Musen Inspirierten wird der musící, der heutige Musiker. Bis zum späten Mittelalter hält sich das Bild des Künstlers, der „Zögling der Musen“, „von der Muse geküsst“ ist. Sogar in Wagners „Meistersingern“ taucht der Musiker als „mit den Musen leben[d]“ auf. In der Literatur ist diese Herkunft des Wortes nach wie vor präsent. Somit findet sich im Wort Musik bis heute die Verkörperung des göttlichen Ursprungs der musicé bzw. musica wieder. Aus der Muse wird der Musiker, der Mensch der mit Musik umgehen kann, der sie spielt, komponiert und notiert. In der Neuzeit geht der Musiker im Kulturberuf „des in der Kunst der Musik erfahrenen Menschen“ auf. Darüber hinaus diente und dient der Begriff Musiker bis heute zur Abgrenzung des Laien vom fachkundig Musizierenden, im Laufe der Zeit erfolgte durch diese Begrifflichkeit eine „Autonomisierung der Tonkünstler“.[7]

Die Erscheinungsformen der Berufsmusiker waren und sind vielfältig und lassen sich dabei nur im jeweiligen sozialen Kontext verstehen und erläutern. Die Sozialgeschichte des Musikers liest sich dabei als eine Vielfalt von Ausgrenzung und Einbeziehung in die ihn umgebende Gesellschaft. Bei den folgenden Ausführungen gilt zu bedenken, dass sich die Beschreibung der Entwicklung der Musiker nur auf Europa bezieht. Zum einen aus dokumentarischen Gründen, zum anderen wegen der spezifisch okzidentalen Entstehung des Berufsbegriffes – der abhängig beschäftigte Lohnarbeiter mit Haupteinkommen aus seiner musikalischen Tätigkeit. So gut sich dabei das Haupteinkommen erkennen lässt, so schwierig wird die Differenzierung zwischen Haupt- und Nebentätigkeit. Musiker sind und waren schon immer „vielfältig multipel tätig“[8]. Anstellungen als Orchestermusiker, Lehrer, Komponist und Solist gehen gemeinhin einher. Salmen weist darauf hin, dass diese vielfältige Betätigung besonders bei den heute verehrten Klassikern besonders ins Auge fällt: „Was jeweils als Haupt- oder Nebentätigkeit zu bestimmen ist, dürfte biographisch nicht eindeutig auszumachen sein.“[9]

Erste Instrumente gab es, wie uns heutige Funde berichten, bereits in der Jungsteinzeit. Für die Herausbildung des Musikers waren jedoch einige gesellschaftliche Errungenschaften notwendig. Besonders hervorzuheben ist hier die Bedingung der Sesshaftwerdung und eine beginnende Arbeitsteilung und soziale Differenzierung. Erst die nicht unmittelbar zur physischen Reproduktion benötigte ´Freizeit` ermöglichte es, Instrumente die über einfache Knochenflöten und Rhythmusinstrumente zu entwickeln und vor allem virtuos zu beherrschen. Gerade der letzte Punkt - das Beherrschen - machte es notwendig, dass Gemeinschaften bereit und in der Lage waren Musiker (mit-) zu ernähren, die dadurch genügend Zeit für Probe und ´Komposition` fanden. Sesshaftwerdung alleine genügte dazu nicht. Für diese Entwicklung musste sich erst gesellschaftlicher Wohlstand in Form einer „begüterten Oberschicht“ herausbilden, die durch ihre Zuwendungen dem Musiker die Voraussetzungen für seine spezialisierte Tätigkeit und damit verbundener „Berufsausbildung“ schaffen konnten.[10] Der so entstandene „entlohnte Musiker“[11] war in den verschiedenen Weltregionen zu verschieden Zeiten erstmals zu beobachten. Die frühesten Erwähnungen finden sich im vorderen Orient bereits im 3. vorchristlichen Jahrtausend. Musik und Musiker dieser Frühzeit lassen sich nur in „urreligiösen Zusammenhängen“ verstehen: Schamanen und Weissager betrieben „verkleidetes Tanzen und Heilbringen mittels Klängen“.[12] Musik hatte hier noch nicht den heutigen Charakter eines Berufes, einer Profession. Der Missionscharakter stand deutlich im Vordergrund.

Regelrechte Professionalisierung setzte erst mit der Entwicklung höfisch organisierter Hochkulturen in der Antike ein – im Orient wie erwähnt schon im 3. Jahrtausend v.Chr., in Europa deutlich später. Sich ständig wiederholende Festivitäten (Opferriten, Siegesfeiern, Prozessionen) und Freizeitmusikkonsum der Regierenden verlangten nach Fachkräften, die dann auch gegen feste Gehälter (in welcher Form auch immer) an den Höfen angestellt wurden. Das Leben an den Höfen verlangte von den Musikern die Einordnung in Standesstrukturen aus Über- und Untergeordneten. Musiker war nun nicht mehr gleich Musiker: Es wurde in geschulte Eliten, ungelernte Professionelle und Semiprofessionelle unterschieden.[13] Die Differenzierung erfolgte nicht nur entlang des höfischen Standes, sondern auch nach weltlichem und religiösem Musiker. Allerdings waren auch die sog. Tempelmusiker hierarchisch nach Professionellen und Nonprofessionellen unterschieden. Festhalten lässt sich für diese Zeit die gedankliche Schaffung des Berufssystems Musiker, bestehend aus Ausbildung, Entlohnung und Berufstätigkeit. Überdauert hat ebenso die Trennung von weltlicher und religiös motivierter Musik. Erst etwas später, im ersten vorchristlichen Jahrtausend erfolgte auch die Spezialisierung nach Instrumentengruppen (Trommler, Bläser, Saitenspieler, Sänger und Tänzer). Die heutige Unterscheidung zwischen Ensemblemusikern und Solisten mit all ihren Folgen für den individuellen, sozialen und ökonomischen Status ist ebenfalls in dieser Zeit begründet.[14]

In die Gesellschaft des Mittelalters, einem „differenzierten Gewebe sozialer Gruppen und Stände“[15] waren die Musiker sehr unterschiedlich integriert. Musik war fortan nicht nur in verschiedenen Sphären der Gesellschaft verortet, Musiker fanden sich je nach Ort ihrer Darbietungen auch in unterschiedlichen Ständen wieder und waren, mal mehr meistens weniger, in der Lage ihr Leben ausschließlich durch Musik zu finanzieren. Neben die absolutistische Oberschicht trat das vermögende Bürgertum, das ebenso Interesse an musikalischen Darbietungen fand und dafür zahlen konnte. Es gab nun vier Gruppen von Musikern, die sich wiederum nach Status differenzieren ließen: Höfische Musiker, Angestellte des Bürgertums, Klostermusiker und `Musiker für das Volk` die sog. Marktspektakel betrieben. In der Regel spiegelte sich die soziale Hierarchie sowohl in der Wahl des Instruments, wie in der Form und dem Ort der Anstellung wieder. Der „im Auftreten und Können gehobene[...] Teil unter den Musikern“ fand Anstellung und sehr gutes Gehalt bei der privilegierten Oberschicht. Die Entlohnung der Hofmusiker war nach jeweiligem Können abgestuft und reichte von festem Sold über Honorar und Ehrenlohn bis zum Almosen. Eine Anstellung allein sicherte die materielle Existenz also noch nicht. Marktmusikanten - gar noch fahrend, ohne festes Einkommen, oft kriminalisiert und im Kampf mit der Kirche - bildeten das untere Ende der Hierarchie. Der Klostermusiker stand einerseits in der ständischen Ordnung weit oben, er besang das Leben Heiliger. Im Gegensatz zu anderen, die sich, in den Augen der weltlichen und geistlichen Herrscher, als Spottsänger verdingten oder Laszivitäten darboten. Andererseits waren Klostermusiker kein Teil des Systems Musik, der sich um seine bloße Existenz sorgen brauchte. Er lebte im Kloster und wurde für seinen Dienst an Gott von der Klostergemeinschaft versorgt.

Zusammenfassend lässt sich über Musiker im Mittelalter festhalten, dass sie „doch [...] weder eine eigene Klasse noch einen Stand oder eine Kaste [bildeten], sondern lediglich eine (Berufs)Gruppe, deren Teilnehmer untereinander durch gleiche oder ähnliche Tätigkeiten locker verbunden waren.“[16] Allen gemein war die Abhängigkeit von zufällig sich findenden Gönnern, vom zahlenden Publikum. Wie zuvor in der Antike und in der Gegenwart blickten Virtuosen ihres Faches verachtend auf die „unbehauste Bettelmusikschar“[17] herab. Eine Errungenschaft des Mittelalters ist die theoretische Trennung des praktizierenden Musikers vom „musicus theoretikus“ dem wissenden Musiker. Dieser setzt sich (auch) theoretisch mit Musik auseinander, er komponiert und ist somit im Gegensatz zu den (ja nur) Praktizierenden schöpferisch tätig. Diese Trennung ermöglichte es Musik als eine der „septem artes liberales“ ins Bildungssystem zu integrieren. Zuvor war Musik in der kirchlichen Wahrnehmung wenn nicht gar des Teufels, so doch Gotteslästerung. Schöpferische Tätigkeit wurde immer als geäußerte Kritik an Gottes Werk aufgefasst, was mitunter zu verwegenen Argumentationen und Verteidigungen der musikalisch schöpferisch Tätigen führte: Sie würden schöpferisch nicht mit Gott in Konkurrenz treten, sondern lediglich das schon vorhandene Werk Gottes zu Tage fördern. „Nicht die (Er-)findung des Neuen sondern die Integration des bereits Vorhandenen [war] das Bestreben des Musikschaffenden.“[18]

Die mannigfaltigen Tätigkeiten der Musiker, die sich in den vier Jahrtausenden bis zum Mittelalter herausbildeten, fanden sich in strengen Hierarchien und sozialen Abstufungen wieder. Differenziert wurde nach vielfältigen Kriterien: Zuallererst nach dem Bereich der Tätigkeit - weltlich oder kirchlich. Fahrend oder sesshaft, Art und Umfang des materiellen Besitzes, Form der Anstellung, Fähigkeiten, Instrumentenwahl und aufgeführtes Repertoire vervollständigen die ständisch organisierte Gesellschaft, die sich auch auf die Welt der Musik erstreckte.[19] Bis hierhin hatte Musik immer den Charakter des „sich in Dienst stellen“. Ungeregelte Beschäftigung in Privaträumen bestimmte das Anstellungsverhältnis der Musiker. Öffentlich betriebene Wirkungsstätten wie Opernhäuser oder Musiktheater gehörten nicht in die mittelalterliche Welt - wer Musik konsumieren wollte musste sich die Interpreten selbst engagieren.

Erst in der Neuzeit sollte sich daran etwas ändern. Jetzt erst, eingeleitet durch Revolutionen und dem damit einsetzenden Bürgerbewusstsein breiterer Bevölkerungsschichten, veränderten sich die Lebensverhältnisse der Musiker total. Republiken mit gleichberechtigten Bürgern betrieben Kulturpolitik und nahmen sich vor allem finanziell der Kultureinrichtungen an. Das Rezipieren von Musik war nicht mehr einer Oberschicht vorbehalten, das aufkommende Bürgertum bildete auf Grund eigener finanzieller Ressourcen das erweiterte Publikum sogenannter E-Musik. Verstaatlichungen vormals privater Bereiche, machten den Staat zu einem Akteur im Bereich Kultur bzw. Musik. Die ´Erfindung` der Bürokratie und damit einhergehende Prozesse des aufkommenden Vertragswesens und Rechtsverhältnisse schufen neue - wiederum vielfältige - Anstellungsverhältnisse. Beschäftigungen im privaten Bereich wurden selbstverständlich nicht abgeschafft. Nur: Vormalige Anstellungen am Hofe wurden zu Anstellungen durch ´die öffentliche Hand`. Ihre Bandbreite reichte nun von Saison-Engagements über Beamte und Angestellte bis zu Zeitverträgen. Genauso wie die umgebende Welt zunehmend rationalisiert und verwaltet wurde, gestalteten sich die Verträge und Rechtsbeziehungen zwischen den Instanzen des Staates und den musiktreibenden Individuen.[20] Differenzierungen nach Status oder Sozialprestige wichen den nun neuen Spezialisierungen der Musiker. So manifestierte sich zum Beispiel die im Mittelalter schon erkennbare Unterscheidung zwischen ausführendem Musiker, dem reproduzierenden Interpreten und dem schöpferisch Tätigen, dem produzierenden Komponisten. Sicher auch durch die Zunahme bekannter zu spielender Werke und vor allem steigender Komplexität in der Instrumentenbeherrschung erfolgte nicht nur eine Spezialisierung im Instrumentalspiel, sondern auch eine regelrechte funktionale Differenzierung entlang der verschiedenen Bereiche musikalischen Lebens. Fortan gab es viele verschiedene Berufe wie Musiklehrer, Musiktherapeuten, professionell Aufführende, Komponisten usw. Das Aufbrechen der Ständegesellschaft griff so also auch auf die Musiker über, die sich fortan nicht mehr in hierarchisch aufeinander aufbauende soziale Lagen gliederten. Dies bedeutete aber nicht, dass sie nun alle einheitliches Sozialprestige genossen hätten. Die nun entlang von Klassen gegliederte Gesellschaft entließ die Musiker nicht in eine parallele Welt. Im Zuge der Bürokratisierung war die Gesellschaft (erfolgreich) bestrebt, die sozio-ökonomische Situation der Musiker zu erfassen und sie so mittels Besteuerung in die Klassenstrukturen zu integrieren. Alte ständische Ungleichheit fand damit ihre Fortsetzung in neuer klassenförmiger Ungleich behandlung.[21]

In der Gegenwart finden sich alle eben angesprochenen Phänomene wieder. Die genaue Ausgestaltung gerade der immer weiter verfeinerten und ausgeweiteten rechtlichen Strukturen der Vertragsgestaltung werde ich allerdings nicht an dieser Stelle behandeln, sondern in den folgenden Kapiteln. Die komplexe Struktur der verschiedenen Möglichkeiten existenzsichernder Erwerbsarbeit im Bereich Musik zwingen jedoch zur Schwerpunktsetzung. Die weitere Arbeit blendet alle Arten der lediglich `von-Musik-Lebenden´ und schöpferisch Tätigen aus, ohne dabei aber eine Wertung bezüglich ihrer Relevanz für den Musikbetrieb zu implizieren. Wie eingangs erwähnt werden ich mich im Folgenden auf Orchestermusiker beschränken.

[...]


[1] Rohlfs 1988. S. 9

[2] Vgl.: Niketta / Volke 1994. S. 14

[3] Vgl. dazu die Graphik bei Niketta/ Volke 1994. S. 15, sowie: Ebd. S. 17

[4] Rohlfs 1988. S. 9

[5] Salmen 1997.

[6] Seemann 1988.

[7] Vgl. alle bisherigen Zitate: Salmen 1997. S. 9-10

[8] Ebd.: S. 11

[9] Ebda.

[10] Salmen 1997. S. 15

[11] Ebda.

[12] Ebda.

[13] Ebd. S. 18

[14] Vgl. diesen Absatz: Ebda.

[15] Salmen 1997. S. 27

[16] Ebd. S. 28

[17] Ebd. S. 29

[18] Stocks 2000. S. 41f

[19] Salmen 1997. S. 28f

[20] Salmen 1997. S. 44

[21] Vgl. diesen Absatz: Salmen 1997. S. 43-45

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Beruf: Orchestermusiker
Hochschule
Universität Augsburg  (Extraordinariat für Arbeits- und Industriesoziologie)
Veranstaltung
Entwicklungsperspektiven von Arbeit
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V48342
ISBN (eBook)
9783638450829
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beruf, Orchestermusiker, Entwicklungsperspektiven, Arbeit
Arbeit zitieren
David Runschke (Autor:in), 2004, Beruf: Orchestermusiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48342

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Beruf: Orchestermusiker



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden