Unterrichtsstunde zum Thema Alfred Wegner und seine Kontinentaldrifttheorie (11. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 1998
13 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhalt

1. Didaktische Analyse
1.1. Stellung im Lehrplan
1.2. Klassensituation

2. Sachanalyse

3. Methodische Analyse – Stundenverlauf Die Argumente und Beweise Alfred Wegeners für seine Kontinentaldrifttheorie

Tafelbild

4. Literatur

1. Didaktische Analyse

1.1. Stellung im Lehrplan

Die Unterrichtsstunde „Alfred Wegener und seine Kontinentaldrifttheorie“ wird im Lehrplan der 11. Klasse am Gymnasium in der Stundensequenz „Exkurs: Geowissenschaftliche Theoriebildung“ abgehalten, wobei hier dann auf den Vorschlag "von der Kontinentaldrift zur Plattentektonik“ eingegangen wird.

Durch Darstellung von Wegeners Theorie, ihrer Entstehung, ihrer Wirkung und Wegeners Arbeitsweisen, sollen die Schüler einerseits die Theorie Wegeners selbst kennenlernen, andererseits auch die Problematik erkennen, die allgemein durch Aufstellen von Hypothesen entsteht. Dies gilt insbesondere für die Schwierigkeit der Beweisführung für eine neue, außergewöhnliche Theorie und den Kampf Wegeners mit allen anderen Wissenschaftlern seiner Zeit.

Darüber hinaus sollen die Schüler auch angeregt werden, sich selbständig mit „aktuellen geowissenschaftlichen Fragestellungen“ (Amtsblatt... S.1350) zu befassen.

In der folgenden Unterrichtsstunde wird die Plattentektonik behandelt, wobei hier im Rahmen des fächerübergreifenden Unterrichts auf Fragestellungen des Fachs Physik eingegangen werden kann.

1.2. Klassensituation

Die Klasse 11c des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen besteht insgesamt aus 7 Schülerinnen und 12 Schülern, die alle etwas lethargisch wirken. Die Mitarbeit läßt stark zu wünschen übrig, aber auch Störungen des Unterrichts sind selten. Hier fällt nur ein Schüler auf, der versucht, durch seine Zwischenrufe den Lehrer aus der Fassung zu bringen bzw. vor der Klasse „cool“ zu wirken. Meist aber verpuffen seine Versuche, da seine Klassenkameraden selbst die Bemerkungen als störend empfinden.

Werden die SchülerInnen aufgerufen, antworten sie meist richtig, was sicherlich auf ein Interesse am Fach Erdkunde hinweist, nur melden sich die Schüler fast nie selbständig.

Das Klassenzimmer, bzw. der Erdkunderaum ist mit zwei Tafelflächen ausgerüstet, die sich hintereinander befinden und in der Höhe verschieben lassen. Außerdem sind ein Overheadprojektor, ein Diaprojektor und ein Filmapparat vorhanden, die an die Wand, vor der sich die Tafeln befinden, strahlen.

Es befinden sich Atlanten und Karten im Zimmer und können bei Bedarf genutzt werden. Ständig ausgebreitet aufgehängt sind eine physische Welt- und eine physische Deutschlandkarte.

Als Besonderheit des eigens für das Fach Erdkunde ausgestatteten Raumes ist der Kartengalgen zu nennen, der es ermöglicht, die benötigten Karten mittels einer Kette auf die gewünschte Höhe zu bringen.

2. Sachanalyse

Alfred Wegener wurde am 1. November 1880 in Berlin geboren. Er war Sohn einer Pastorfamilie. Nach seiner Schulzeit studierte er Naturwissenschaften in Heidelberg und Innsbruck, vor allem Astronomie, Physik und Meteorologie. Im ersteren Fach promovierte er 1905 in Berlin. Wegener war anschließend vorwiegend auf meteorologischem Gebiet tätig, indem er Meßreihen mit Hilfe von Freiballonen und Drachen an der Universität Lindenberg durchführte.

Nach seiner Grönland-Expedition von 1906-1908 habilitierte er in Marburg für Astronomie und Meteorologie.

Bereits 1903 erkannte Wegener, übrigens nicht als erster Wissenschaftler, das Zusammenpassen der Küsten Westafrikas und Ost-Südamerikas. Die Idee eines zusammenhängenden Urkontinents kam ihm jedoch erst 1910, ließ ihn aber von diesem Augenblick an nicht mehr los. Wegener driftete trotz Warnungen seines Schwiegervaters Wladimir Köppen immer weiter von seinem eigentlichen Fach, der Meteorologie, ab zur Geologie mit ihren Nachbarwissenschaften. Seine Suche nach Beweisen für seine Theorie, die von anderen Geologen bis in die 60er Jahre abgelehnt wurde, war kurz durch den 1. Weltkrieg unterbrochen. Wegener wurde zweimal verwundet, was ihn schnell wieder nach Hause brachte, um seine Arbeit wieder aufzunehmen. 1915 erschien bereits sein Buch „Die Entstehung der Kontinente und Ozeane“, das ihm die härtesten Kritiken und Ablehnungen in wissenschaftlichen Kreisen einbrachte. 1919 wurde Wegener Nachfolger seines Schwiegervaters Köppen als Leiter der meteorologischen Abteilung der Deutschen Sternwarte in Hamburg. Weiterhin trug er aus vielen Wissenschaften, wie der Geologie, Paläontologie, Biologie, Geophysik und der Paläoklimatologie Fakten für den Beweis seiner Theorie zusammen. 1924 wurde er nach Graz als ordentlicher Professor berufen und baute seine Kontinentaldrifttheorie weiter aus. Bei seiner letzten großen Grönland-Expedition starb Alfred Wegener an seinem 50. Geburtstag durch Erfrieren (nach Günzel, S.8ff. und Vogel, S.1ff.).

Die Theorie Wegeners soll grob umrissen werden. Dazu zunächst die Kontinentaldrift-Definition aus dem Diercke-Wörterbuch der allgemeinen Geographie: „seit A. Wegener [ist die Kontinentaldrift die] Auffassung von der Verdriftung der Kontinente, verständlich durch den Schalenbau der Erde, nach dem die aus dem spezifisch leichten Sial [Silizium-Aluminium] aufgebauten Kontinente auf dem dichteren Sima [Silizium-Magnesium] schwimmen, so daß horizontale Lageveränderungen möglich sind.“ (Diercke, S. 321).

Wegener dachte sich einen Urkontinent, Pangäa, der seit dem Ende der Trias auseinanderdrifte. Die Beweise für die Theorie waren vielfältig. Wegener führte Spuren einer Eiszeit an der Grenze des Karbon zum Perm an, die in Südamerika, Südafrika, Indien, Australien und am Rande der Antarktis gefunden wurden. Ebenso divergieren die Lebewesen der neuen und der alten Welt erst wesentlich seit der Zeit der Oberkreide und terrestrische Sedimente ähneln sich weltweit auf den Südkontinenten. Gebirgszüge und Hochebenen Südafrikas und Südamerikas paßte Wegener zu einem einheitlichen Bild zusammen. Die Kohlenlager der Antarktis stellten für ihn den Beweis einstigen tropischen Klimas dar, auch in Spitzbergen fand er Spuren früherer tropischer Vegetation des Jurazeitalters (nach Dongus, S.62ff, Wegener, S.353ff., Brinkmann, Frisch 1986, S.1ff., Anderson, S.28ff).

[...]

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Details

Titel
Unterrichtsstunde zum Thema Alfred Wegner und seine Kontinentaldrifttheorie (11. Klasse)
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Didaktik für Geographie)
Veranstaltung
Studienbegleitendes Praktikum
Note
2
Autor
Jahr
1998
Seiten
13
Katalognummer
V4838
ISBN (eBook)
9783638129565
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Thema, Alfred, Wegner, Kontinentaldrifttheorie, Klasse), Studienbegleitendes, Praktikum
Arbeit zitieren
Jörn Meiners (Autor), 1998, Unterrichtsstunde zum Thema Alfred Wegner und seine Kontinentaldrifttheorie (11. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4838

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