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Die deutschen Gewerkschaften und Europa - Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik

Titre: Die deutschen Gewerkschaften und Europa - Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2005 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dirk Marquardt (Auteur)

Sociologie - Travail, Education, Organisation
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die deutschen Gewerkschaften stehen unter Druck. Schlagworte wie Erosion des Flächentarifvertrags, Mitgliederschwund und Globalisierung stehen für Problemlagen, welche die Legitimationsgrundlage und die Existenz der Gewerkschaften in Deutschland in Frage stellen. Keiner dieser Bereiche ist jedoch vollkommen losgelöst von den anderen Problemlagen, so dass es auf Grund der vielfältigen Verflechtungen und der unklaren Kausalitätslage schwierig ist, geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ein Feld, welches Ansatz und Lösung des gewerkschaftlichen Dilemmas verspricht, ist die viel zitierte und geforderte Europäisierung der Tarifpolitik und damit verbunden eine gewerkschaftliche Neuorientierung, die mit bildhaften Phrasen wie „Aufbruch in eine neue Ära“ oder „Vorwärts zu den Wurzeln“ umschrieben werden kann. Es ist jedoch fraglich, ob es gelingt, ein System, das seit über einem Jahrhundert gewachsen ist und sich auch in dieser Zeit sämtliche Spielräume hart erkämpfen musste, durch Neuorientierung auf die Ebene der Europäischen Union zu transformieren, um die Menschen der verschiedenen Länder unter einem gemeinsamen Verbund im Namen europäischer Solidarität zu vereinen. Die vorliegende Arbeit möchte sich daher den Möglichkeiten und den Barrieren europäischer Tarifpolitik annehmen, welche sich den deutschen Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit bieten. Die Problemstellung globalisierter Wirtschaftsbeziehungen erstreckt sich zwar nicht nur auf Europa. Dennoch sollen die Ausführungen auf den Kontext der Europäischen Union beschränkt bleiben, da dies der gegenwärtig fortgeschrittenste transnationale Wirtschaftsraum ist und sich eine umfassende Internationalisierung der Tarifverhandlungen wenn überhaupt zunächst auf diesen Raum erstrecken wird. Zudem unterliegt Globalisierung immer der regionalen Wahrnehmung, so dass für Europäer Globalisierung in erster Linie Europäisierung bedeutet (Zimmer 2002: 155). Zunächst sollen in diesem Rahmen die Problemlage und die Situation umschrieben werden, welche die deutschen Gewerkschaften zu einer Auseinandersetzung mit der Integration einer europäischen Gewerkschaftspolitik drängt. Im Anschluss daran folgt eine Darstellung und Bewertung der verschiedenen tarifpolitischen Ansätze auf europäischer Ebene, um auf dieser Grundlage in einem Fazit und kurzem Ausblick, eine Einschätzung möglicher Entwicklungstendenzen und damit verbunden zukünftiger Erfolgaussichten einer kollektiven europäischen Tarifpolitik geben zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 WOZU EUROPA? GRÜNDE FÜR EINE EUROPÄISIERUNG DER GEWERKSCHAFTEN

2.1 INTERNATIONALISIERUNG DER AKTEURE INDUSTRIELLER BEZIEHUNGEN

2.2 DIE EUROPÄISCHE UNION UND DER EURO

2.3 NATIONALE TARIFPOLITIK IN EINEM UNGLEICHEN EUROPA

3 ANSÄTZE ZUR EUROPÄISIERUNG DER TARIFPOLITIK

3.1 INTERSEKTORALE ANSÄTZE AUF DER MAKROEBENE

3.1.1 Akteure der Makroebene : EGB und UNICE

3.1.2 Sozialer Dialog

3.2 SEKTORALE ANSÄTZE AUF DER MESOEBENE

3.2.1 Der Koordinierungsansatz des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes

3.2.2 Die Initiative für eine grenzüberschreitende Tarifpartnerschaft der IG-Metall

3.3 UNTERNEHMENS- UND KONZERNBEZOGENE ANSÄTZE AUF DER MIKROEBENE –

DER EUROPÄISCHE BETRIEBSRAT

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik für deutsche Gewerkschaften vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung und europäischen Integration. Es wird analysiert, inwieweit gewerkschaftliche Akteure auf verschiedenen Ebenen in der Lage sind, dem zunehmenden Druck durch multinationale Unternehmen und den Wegfall nationaler Regulierungsmechanismen durch eine europäische Koordinierung entgegenzutreten.

  • Gründe für die Notwendigkeit einer Europäisierung der gewerkschaftlichen Arbeit.
  • Analyse der Akteure und Ansätze auf der Makro-, Meso- und Mikroebene.
  • Bedeutung des Sozialen Dialogs und des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes.
  • Rolle und Potenziale von Europäischen Betriebsräten.
  • Grenzen gewerkschaftlicher Kooperation und zukünftige Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Akteure der Makroebene : EGB und UNICE

Um die Ansätze auf der intersektoralen Makroebene zu erläutern ist es notwendig, die beiden wichtigsten Akteure kurz vorzustellen, um anschließend die Möglichkeiten der Verhandlungen zwischen diesen Parteien auf dieser Ebene bewerten zu können.

Die gewerkschaftliche Seite wird auf der europäischen Makroebene primär durch den europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) repräsentiert. Dieser wurde 1973 als ein Verbund von freien unabhängigen und demokratischen Gewerkschaftsbünden und Gewerkschaftsverbänden der EU aber auch anderer Länder wie der Schweiz oder der Türkei gegründet und vereint unter seinem Dach derzeit 76 Gewerkschaftsbünde und 11 sektorale Industrieverbände mit über 60 Millionen organisierten Arbeitnehmern (http://www.etuc.org). Das Spektrum reicht dabei von sozialistischen, christlichen bis zu kommunistischen Gewerkschaften (Müller-Jentsch 1997: 325) der verschiedenen Staaten mit unterschiedlichen Traditionen, Kulturen und rechtlich verankerten Möglichkeiten.

Der wichtigsten Verband der Arbeitgeberseite auf europäischer Ebene ist die Union of Industrial and Employers’ Confederations of Europe (UNICE), welche Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände aller europäischen Staaten in einem gemeinsamen Dachverband organisiert. Dazu kommt die deutlich kleinere Arbeitgeberorganisation, Centre Européen des Entreprise Publiques (CEEP), welche mit 260 öffentliche Unternehmen deutlich weniger Mitglieder hat als die UNICE, welche mehr als 10 Millionen Unternehmen repräsentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den unter Druck stehenden Status der deutschen Gewerkschaften und definiert die Fragestellung nach den Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik.

2 WOZU EUROPA? GRÜNDE FÜR EINE EUROPÄISIERUNG DER GEWERKSCHAFTEN: Dieses Kapitel erörtert die Zwänge wie Globalisierung und Kapitalmobilität, die Gewerkschaften dazu veranlassen, ihre Aktivitäten auf die europäische Ebene zu erweitern.

3 ANSÄTZE ZUR EUROPÄISIERUNG DER TARIFPOLITIK: Der Hauptteil analysiert verschiedene Konzepte auf Makro-, Meso- und Mikroebene, insbesondere den Sozialen Dialog, den EMB-Koordinierungsansatz und die Rolle der Europäischen Betriebsräte.

4 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz des Bedarfs an kollektiver europäischer Tarifpolitik die praktischen Möglichkeiten aufgrund struktureller Barrieren derzeit begrenzt sind.

Schlüsselwörter

Europäisierung, Gewerkschaften, Tarifpolitik, Europäische Union, Globalisierung, Industrielle Beziehungen, Europäischer Gewerkschaftsbund, UNICE, Sozialer Dialog, Europäischer Metallgewerkschaftsbund, Europäischer Betriebsrat, Flächentarifvertrag, Standortkonkurrenz, Arbeitsstandards, Mitbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für deutsche Gewerkschaften durch die Globalisierung und die europäische Integration sowie die Möglichkeiten, diesen durch eine europäische Tarifpolitik zu begegnen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Erosion nationaler Tarifsysteme, die Internationalisierung des Kapitals, die Rolle europäischer Dachverbände und die Bedeutung betrieblicher Interessenvertretungen auf EU-Ebene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Bewertung der Möglichkeiten und Barrieren einer kollektiven europäischen Tarifpolitik als Gegenmodell zur neoliberalen Standortkonkurrenz.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische und empirische Analyse bestehender gewerkschaftlicher Kooperationsansätze und Strategien in den verschiedenen Ebenen der industriellen Beziehungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in intersektorale Ansätze (Makroebene), sektorale Ansätze (Mesoebene wie beim EMB) und unternehmensbezogene Ansätze (Mikroebene wie der Europäische Betriebsrat).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Europäisierung, gewerkschaftliche Solidarität, Tarifkoordination, Standortkonkurrenz und europäische Mitbestimmung sind die zentralen Begriffe.

Warum wird der "Soziale Dialog" auf europäischer Ebene kritisch gesehen?

Er wird kritisch betrachtet, da er bislang kaum verbindliche Ergebnisse zu Kernthemen wie Lohnpolitik liefert und es an einer sanktionskräftigen Basis fehlt.

Welche Rolle spielen Europäische Betriebsräte bei der Tarifpolitik?

Sie dienen primär als Informations- und Konsultationsorgane, können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Impulse für eine stärkere transnationale Kooperation geben, ersetzen aber keine kollektiven Tarifverhandlungen.

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Résumé des informations

Titre
Die deutschen Gewerkschaften und Europa - Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik
Université
University of Göttingen  (Institut für Soziologie)
Cours
Industrielle Beziehungen in Deutschland unter den Bedingungen von Finanzialisierung und Globalisierung
Note
1,0
Auteur
Dirk Marquardt (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
25
N° de catalogue
V48418
ISBN (ebook)
9783638451369
Langue
allemand
mots-clé
Gewerkschaften Europa Möglichkeiten Barrieren Tarifpolitik Industrielle Beziehungen Deutschland Bedingungen Finanzialisierung Globalisierung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dirk Marquardt (Auteur), 2005, Die deutschen Gewerkschaften und Europa - Möglichkeiten und Barrieren einer europäischen Tarifpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48418
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Extrait de  25  pages
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