In der Literatur finden sich widersprüchliche Befunde zum Rückschaufehler für negative, selbstrelevante Ereignisausgänge: Teilweise wird von einer Erhöhung, teilweise von einer Verringerung des Rückschaufehlers berichtet. Es soll versucht werden, diese Widersprüche aufzulösen, indem zwischen (a) unterschiedlich stark kontrollierbaren Ereignisausgängen und (b) verschiedenen Komponenten des Rückschaufehlers unterschieden wird. Es wird die Annahme überprüft, dass es bei kontrollierbaren Ereignisausgängen selbstwertschützend ist, den Vorhersehbarkeitseindruck für den Ausgang zu reduzieren, um sich von Schuldgefühlen zu entlasten (selbstwertschützender Mechanismus; Mark et al., 2003), während es bei unkontrollierbaren Ereignisausgängen die Enttäuschung lindert, den Zwangsläufigkeitseindruck zu erhöhen (retroaktiver Pessimismus; Tykocinski & Steinberg, 2005). Diese selbstdienlichen Prozesse sollten ausschließlich in selbstrelevanten Situationen auftreten. Daher versetzten sich die Vpn der Experimentalgruppe (n = 90) als Akteure in drei vorgegebene Szenarien hinein und gaben retrospektiv Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitsurteile für deren negative Ausgänge an. Diese Urteile wurden mit zwei Kontrollgruppen (jeweils n = 60) verglichen, für die (a) die Ausgänge keine Selbstrelevanz besaßen bzw. (b) die keine Ausgangsinformationen erhalten hatten. Als weiterer Faktor wurde innerhalb jeder Gruppe die Kontrollierbarkeit (hoch vs. niedrig) des Ausgangs variiert. Trotz recht uneinheitlicher Befunde zu den drei Szenarien konnte gezeigt werden, dass in der Experimentalgruppe bei kontrollierbaren Ausgängen primär die wahrgenommene Vorhersehbarkeit verringert wird. Es wird gefolgert, dass der selbstwertschützende Mechanismus ausschließlich für kontrollierbare Ereignisausgänge sowie spezifisch auf den Vorhersehbarkeitseindruck wirkt. Der retroaktive Pessimismus ließ sich in der erwarteten Form nicht nachweisen.
Inhaltsverzeichnis
ZUSAMMENFASSUNG
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER UND EMPIRISCHER HINTERGRUND
2.1 Der Rückschaufehler: Konzept, Untersuchungsparadigmen und Operationalisierung
2.2 Der Rückschaufehler: Einheitliches Phänomen oder separate Komponenten?
2.2.1 Traditionelle Sichtweise
2.2.2 Primärer, sekundärer und tertiärer Rückschaufehler
2.2.3 Drei-Komponenten-Ansatz nach Blank
2.2.3.1 Entwicklung und Konzeption des Drei-Komponenten-Ansatzes
2.2.3.2 Empirische Befunde aus der Literatur
2.2.3.3 Empirische Studien der Blank-Gruppe
2.3 Erklärungsansätze des Rückschaufehlers
2.4 Empirische Befunde und theoretische Überlegungen: Der Einfluss negativer, selbstrelevanter Ausgänge
2.4.1 Selbstwertschutz durch Verringerung des Vorhersehbarkeitseindrucks
2.4.1.1 Hypothese und Befunde von Mark und Mellor
2.4.1.2 Ein früher widersprüchlicher Befund: Die Studie von Walster (1967)
2.4.1.3 Alternativerklärung der Befunde von Mark und Mellor: Die Rolle der Involviertheit
2.4.1.4 Vermeintliche Bestätigung der Hypothese von Mark und Mellor
2.4.1.5 Bestätigung der Hypothese von Mark und Mellor: Orthogonale Manipulation der Valenz und Selbstrelevanz bei Mark et al. (2003)
2.4.1.6 Zusammenfassung und Diskussion
2.4.2 Retroaktiver Pessimismus: Enttäuschungslinderung durch Erhöhung des Zwangsläufigkeitseindrucks
2.4.2.1 Hypothese und Befunde von Tykocinski und Mitarbeiter/innen
2.4.2.2 Weitere Befunde und Gegenbefunde zum retroaktiven Pessimismus: Vergewaltigungs-Szenarien
2.4.2.3 Zusammenfassung und Diskussion
2.4.3 Die Mediatorfunktion der wahrgenommenen Kontrollierbarkeit
2.4.3.1 Einschränkung des selbstwertschützenden Mechanismus auf kontrollierbare Ausgänge? Die Diskussion bei Mark et al. (2003)
2.4.3.2 Sind Schuldgefühle eine notwendige Voraussetzung für den selbstwertschützenden Mechanismus? Eine Studie von Pezzo (2003)
2.4.3.3 Die Rolle der Kontrollierbarkeit beim retroaktiven Pessimismus: Die Studie von Tykocinski und Steinberg (2005)
2.4.3.4 Zusammenfassung und Diskussion
2.4.4 Explizite Erfassung von Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindruck in einer Studie: Ergebnisse der Blank-Gruppe
2.4.5 Zusammenfassung und Diskussion
2.5 Fragestellung und Hypothesen
2.5.1 Einfluss der Selbstrelevanz und Kontrollierbarkeit
2.5.2 Einfluss der Ausgangsinformation und Kontrollierbarkeit
2.5.3 Dissoziation des Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindrucks
2.5.4 Weitere Untersuchungszwecke
3. METHODE
3.1 Überblick
3.2 Voruntersuchungen
3.2.1 Voruntersuchung 1: Auswahl der Szenarien
3.2.2 Voruntersuchung 2: Überprüfung des Einzelitem-Ansatzes
3.3 Versuchsplanung
3.4 Untersuchungsmaterial
3.5 Versuchspersonen
3.6 Durchführung
4. VORBEREITENDE DATENANALYSE UND AUSWERTUNG
4.1 Vorbereitende Datenanalyse
4.1.1 Ausreißer-Analyse
4.1.2 Skalen-Konstruktion
4.1.2.1 Vorüberlegungen
4.1.2.2 Gesamt-Skalen-Ansatz
4.1.2.3 Ansatz-der-unspezifischen-Items
4.1.2.4 Fazit zur Skalenkonstruktion
4.1.3 Prüfung auf Normalverteilung
4.1.3.1 Gesamt-Skalen-Ansatz
4.1.3.2 Ansatz-der-unspezifischen-Items
4.1.4 Manipulations-Kontrolle
4.2 Auswertung
5. ERGEBNISSE
5.1 Einfluss der Selbstrelevanz und Kontrollierbarkeit
5.1.1 Gesamt-Skalen-Ansatz
5.1.1.1 Gesamt-Ergebnisse über alle Szenarien
5.1.1.2 Ergebnisse für das eBay-Szenario
5.1.1.3 Ergebnisse für das Notebook-Szenario
5.1.1.4 Ergebnisse für das Prüfungs-Szenario
5.1.2 Ansatz-der-unspezifischen-Items
5.1.2.1 Gesamt-Ergebnisse über alle Szenarien
5.1.2.2 Ergebnisse für das eBay-Szenario
5.1.2.3 Ergebnisse für das Notebook-Szenario
5.1.2.4 Ergebnisse für das Prüfungs-Szenario
5.1.3 Gegenüberstellung und Zusammenfassung
5.2 Einfluss der Ausgangsinformation und der Kontrollierbarkeit
5.3 Dissoziation des Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindrucks
5.3.1 Interaktion der Art der abhängigen Variable mit der Selbstrelevanz
5.3.2 Interaktion der Art der abhängigen Variable mit der Ausgangsinformation
5.4 Post-hoc-Analysen
6. DISKUSSION
6.1 Einfluss der Selbstrelevanz und Kontrollierbarkeit
6.2 Einfluss der Ausgangsinformation und der Kontrollierbarkeit
6.3 Dissoziation des Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindrucks
6.4 Fazit und Ausblick
7. LITERATUR
ANHANG
A1. Exkurs: Sprachlich-logische Beziehung von „Vorhersehbarkeit“ und „Zwangsläufigkeit“
A2. Voruntersuchung 1: Auswahl der Szenarien
A2.1 Versuchsplanung
A2.2 Untersuchungsmaterial
A2.3 Versuchspersonen
A2.4 Durchführung
A2.5 Auswertung
A2.6 Ergebnisse und Diskussion
A2.6.1 Skalenbildung
A2.6.2 Szenarienauswahl
A2.6.3 Unterschiede der ausgewählten Szenarien
A3. Voruntersuchung 2: Überprüfung des Einzelitem-Ansatzes
A3.1 Versuchsplanung
A3.2 Untersuchungsmaterial
A3.3 Versuchspersonen
A3.4 Durchführung
A3.5 Auswertung
A3.6 Ergebnisse und Diskussion
A3.6.1 Autounfall-Szenario
A3.6.2 Münzwurf-Szenario
A3.7 Implikationen für die Hauptuntersuchung
A4. Szenarien der Hauptuntersuchung
A4.1 Szenario 3: eBay
A4.1.1 Akteur-Perspektive, hohe Kontrollierbarkeit
A4.1.2 Akteur-Perspektive, niedrige Kontrollierbarkeit
A4.1.3 Beobachter-Perspektive, hohe Kontrollierbarkeit
A4.2 Szenario 8: Notebook
A4.2.1 Akteur-Perspektive, hohe Kontrollierbarkeit
A4.2.2 Akteur-Perspektive, niedrige Kontrollierbarkeit
A4.3 Szenario 11: Prüfung
A4.3.1 Akteur-Perspektive, hohe Kontrollierbarkeit
A4.3.2 Akteur-Perspektive, niedrige Kontrollierbarkeit
A5. Ergebnis-Tabellen zum Einfluss der Ausgangsinformation und der Kontrollierbarkeit
A5.1 Gesamt-Skalen-Ansatz
A5.1.1 Gesamt-Ergebnisse über alle Szenarien
A5.1.2 Ergebnisse für das eBay-Szenario
A5.1.3 Ergebnisse für das Notebook-Szenario
A5.1.4 Ergebnisse für das Prüfungs-Szenario
A5.2 Ansatz-der-unspezifischen-Items
A5.2.1 Gesamt-Ergebnisse über alle Szenarien
A5.2.2 Ergebnisse für das eBay-Szenario
A5.2.3 Ergebnisse für das Notebook-Szenario
A5.2.4 Ergebnisse für das Prüfungs-Szenario
A6. Diagramme zur Dissoziation des Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindrucks
A6.1 Interaktion der Art der abhängigen Variable mit der Selbstrelevanz
A6.1.1 Gesamt-Skalen-Ansatz: Interaktionsdiagramme
A6.1.2 Ansatz-der-unspezifischen-Items: Interaktionsdiagramme
A6.2 Interaktion der Art der abhängigen Variable mit der Ausgangsinformation
A6.2.1 Gesamt-Skalen-Ansatz: Interaktionsdiagramme
A6.2.2 Ansatz-der-unspezifischen-Items: Interaktionsdiagramme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Mechanismen hinter dem sogenannten Rückschaufehler (hindsight bias) im Kontext negativer, selbstrelevanter Ereignisse. Ziel ist es, die in der bisherigen Forschung widersprüchlichen Befunde aufzuklären, indem zwischen verschiedenen Komponenten des Phänomens – spezifisch dem Vorhersehbarkeitseindruck und dem Zwangsläufigkeitseindruck – differenziert wird. Die Arbeit prüft, ob motivationale Prozesse wie der selbstwertschützende Mechanismus oder retroaktiver Pessimismus abhängig vom Ausmaß der wahrgenommenen persönlichen Kontrollierbarkeit über ein Ereignis systematisch unterschiedliche Urteilsverzerrungen auslösen.
- Differenzierung von Vorhersehbarkeitseindruck und Zwangsläufigkeitseindruck als separate Komponenten des Rückschaufehlers.
- Untersuchung des moderierenden Einflusses der subjektiv wahrgenommenen Kontrollierbarkeit.
- Analyse motivationaler Schutzmechanismen (Selbstwertschutz vs. retroaktiver Pessimismus) bei negativen, selbstrelevanten Ereignisausgängen.
- Empirische Überprüfung der Hypothesen mittels experimenteller Szenarien.
- Klärung der Frage, ob diese Mechanismen spezifisch auf unterschiedliche abhängige Variablen wirken.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Kontrollierbarkeit beim retroaktiven Pessimismus: Die Studie von Tykocinski und Steinberg (2005)
Bei einer genaueren Betrachtung der Studien von Tykocinski fällt auf, dass die Ereignisse bzw. Szenarien, die Tykocinski (2001) und Tykocinski et al. (2002) verwendet haben, für die beurteilende Vp (a) unkontrollierbar sind, wie im Falle des Ausgangs eines Fußballspiels oder der Knesset-Wahl, oder sich (b) zumindest nur wenig durch die handelnde Person kontrollieren lassen, wie bei den Szenarien, in denen der Ausgang vor allem von externen Einflüssen abhängt. Der Frage, ob es für den von Tykocinski postulierten retroaktiven Pessimismus eine notwendige Voraussetzung ist, dass die Ereignisausgänge von den Vpn als wenig kontrollierbar wahrgenommen werden, gehen Tykocinski und Steinberg (2005) in ihrem zweiten Experiment explizit nach. Sie nehmen an:
… with additional control [over the outcome of events; J. H. P.] one gains an added sense of responsibility over the outcomes, and, if the outcomes are negative, one is likely to experience regret for not having acted differently. […] The extent to which one had control over negative outcomes is a key element in attempts to differentiate between the psychological experience of regret and disappointment […]. […] Finally, it is easier to conclude that ‘I never had a chance to succeed’ when the negative outcomes are uncontrollable. This quality makes retroactive pessimism a defense mechanism that is more applicable in low control situations which trigger disappointment rather than regret [Hervorhebung durch J. H. P.]. It was thus expected that people would be less likely to rely on retroactive pessimism when trying to cope with controllable outcomes. (Ms. S. 11)
Tykocinski und Steinberg (2005, Studie 2) verwenden ein Szenario ähnlich der Stipendien-Geschichte aus Tykocinski et al. (2002, Studie 2). Ein Student/eine Studentin versucht, noch rechtzeitig einen Stipendienantrag zu stellen, erreicht das Büro, wo er/sie den Antrag einreichen muss, aber nicht mehr vor dem Ende der Antragsfrist. Die Autorinnen variieren zwei Variablen: (a) Den Wert des Stipendiums (geringer vs. hoher Verlust), was als Variation der Enttäuschung interpretiert wird, und (b) die Kontrollierbarkeit des Ausgangs (gering vs. hoch), wobei bei geringer Kontrollierbarkeit der Ausgang von externen Faktoren abhängt, bei hoher Kontrollierbarkeit eher auf eigenes Verschulden des Akteurs zurückzuführen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Führt anhand zweier beispielhafter Untersuchungen in das Forschungsfeld des Rückschaufehlers ein und illustriert die Motivation der Arbeit, Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitseindruck systematisch zu unterscheiden.
2. THEORETISCHER UND EMPIRISCHER HINTERGRUND: Bietet einen Überblick über das Konzept des Rückschaufehlers, diskutiert die traditionelle Sichtweise versus den Drei-Komponenten-Ansatz nach Blank und stellt bisherige empirische Befunde zu negativen, selbstrelevanten Ereignisausgängen gegenüber.
3. METHODE: Beschreibt die Versuchsplanung, die verwendeten Szenarien (eBay, Notebook, Prüfung) und die Durchführung der Untersuchung, einschließlich der Operationalisierung der Variablen und der Auswahl der Versuchspersonen.
4. VORBEREITENDE DATENANALYSE UND AUSWERTUNG: Dokumentiert die statistischen Vorbereitungen, insbesondere die Ausreißerbereinigung, die Skalenkonstruktion der Vorhersehbarkeits- und Zwangsläufigkeitsskalen sowie die Prüfung der Daten auf Normalverteilung.
5. ERGEBNISSE: Präsentiert die empirischen Befunde der Hauptuntersuchung, getrennt nach den verschiedenen Einflussfaktoren und Szenarien, und prüft die aufgestellten Hypothesen und Zusatzannahmen.
6. DISKUSSION: Interpretiert die Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen, erörtert die Dissoziation der beiden Eindruckskomponenten und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Rückschaufehler, Hindsight Bias, Vorhersehbarkeit, Zwangsläufigkeit, Selbstrelevanz, Kontrollierbarkeit, selbstwertschützender Mechanismus, retroaktiver Pessimismus, Enttäuschung, Schuldgefühle, Attribution, Commitment, kognitive Verzerrung, Urteilsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Menschen negative, selbstrelevante Ereignisse rückblickend beurteilen. Insbesondere wird analysiert, ob und wie verschiedene psychologische Mechanismen (wie Selbstwertschutz oder Enttäuschungslinderung) die Einschätzung beeinflussen, ob ein Ereignis vorhersehbar oder zwangsläufig war.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Rückschaufehler (hindsight bias), die Differenzierung zwischen Vorhersehbarkeitseindruck und Zwangsläufigkeitseindruck sowie die Rolle motivationaler Faktoren und der wahrgenommenen persönlichen Kontrollierbarkeit bei der Urteilsbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, bisher widersprüchliche Befunde zur Wirkung negativer, selbstrelevanter Ausgänge auf den Rückschaufehler aufzulösen. Dabei wird untersucht, ob sich zwei Komponenten – Vorhersehbarkeit und Zwangsläufigkeit – systematisch voneinander unterscheiden und ob ihre Bewertung durch die wahrgenommene Kontrollierbarkeit des Ereignisses moderiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine experimentelle Studie, in der Versuchspersonen verschiedene Szenarien (eBay, Notebook, Prüfung) aus unterschiedlichen Perspektiven (Akteur vs. Beobachter) bearbeiten. Die experimentellen Bedingungen variieren die Kontrollierbarkeit und Selbstrelevanz, um deren Einfluss auf die abhängigen Variablen zu messen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Forschungsliteratur, eine detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise (Versuchsplanung, Szenarienkonstruktion) sowie die umfassende Darstellung und statistische Auswertung der gewonnenen Ergebnisse unter Anwendung verschiedener Skalenkonstruktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Rückschaufehler (hindsight bias), Vorhersehbarkeit, Zwangsläufigkeit, Selbstrelevanz, Kontrollierbarkeit, selbstwertschützender Mechanismus und retroaktiver Pessimismus charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Vorhersehbarkeit und Zwangsläufigkeit so wichtig?
Bisherige Forschung behandelte diese als äquivalente Messungen. Die Arbeit zeigt, dass sie sich theoretisch und empirisch unterscheiden lassen (Dissoziation): Während der selbstwertschützende Mechanismus bei hoher Kontrollierbarkeit primär den Vorhersehbarkeitseindruck reduziert, scheint der retroaktive Pessimismus bei geringer Kontrollierbarkeit eher auf den Zwangsläufigkeitseindruck zu wirken.
Welche Bedeutung hat das "Notebook-Szenario" im Vergleich zu den anderen?
Das Notebook-Szenario lieferte im Vergleich die konsistentesten und den theoretischen Annahmen am stärksten entsprechenden Ergebnisse. Dies deutet darauf hin, dass die psychologischen Prozesse beim Rückschaufehler in hohem Maße szenarienspezifisch sind und von der zugrunde liegenden kausalen Ereigniskette abhängen.
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- Jan Hendrik Peters (Author), 2005, Vorhersehbarkeit ist nicht gleich Zwangsläufigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48421