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Integration von Kindern mit Behinderungen in der Grundschule

Title: Integration von Kindern mit Behinderungen in der Grundschule

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maraike Sittartz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Seit über dreißig Jahren wird die in Deutschland größtenteils noch vorherrschende Sonderbeschulung von Behinderten durch die Integrationsbewegung, die statt Separation gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten propagiert, grundsätzlich in Frage gestellt. Die Idee allein scheint breiten Anklang zu finden. Dennoch ist die Umsetzung gemeinsamen Lernens in der Öffentlichkeit und in pädagogischen Fachkreisen nicht unumstritten. Der Begriff „integrieren“ (lat. integrare) bedeutet „etwas zusammenfügen, das vorher getrennt war, die Wiederherstellung eines Ganzen“ (Schöler 1 993). In der Sonderpädagogik bezeichnet „Integration“ die Eingliederung von behinderten Menschen in „normale Umfelder (Sander in Haarmann 1996). Ein Ziel der Integrationsbewegung ist somit, das Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten in der Gesellschaft zur Normalität werden zu lassen, beginnend in der Schule. Zu Fragen ist, ob die schulische Integration wirklich zur Eingliederung Behinderter in die Gesellschaft beiträgt. Weiterhin steht die Forderung nach behindertenspezifischer Förderung in allgemeinen Schulen im Spannungsverhältnis zu den individuellen Bedürfnissen von behinderten Kindern. Kann die Regelschule diesen besonderen Bedürfnissen gerecht werden und wie kann sie es am besten realisieren? Wo sind der Integration Grenzen gesetzt? Auch der Anspruch eines behinderten Kindes auf Miteinander und Gemeinsamkeit mit Nichtbehinderten steht dem Bedürfnis nach Identifikation mit der Gruppe von Gleichbehinderten gegenüber. In meiner Klausur werde ich unter anderem versuchen diese Fragen zu beantworten und kritisch zu beleuchten. Um einen Überblick über die Thematik zu geben werde ich mit der Darstellung der Entwicklung des Behinderungsbegriffs und den wichtigsten Daten der Geschichte des gemeinsamen Unterrichts beginnen. Es folgen die Begründungen d es Integrationskonzepts von Jakob Muth und Georg Feuser und deren kritische Hinterfragung. Anschließend gilt es die praktische Umsetzung des gemeinsamen Unterrichts in der Grundschule zu beleuchten bevor die Ergebnisse empirischer Untersuchungen zum integrativen Unterricht präsentiert werden. Wichtig erscheint es mir in Punkt 4.3 die Grenzen der Integration aufzuzeigen und in der Schlussbetrachtung selbst zur Diskussion um gemeinsamen Unterricht Stellung zu nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die Entwicklung des Behinderungsbegriffs

2. Die Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts

3. Begründungen für integrativen Unterricht

3.1 Begründungen nach Jakob Muth

3.2 Begründungen nach Georg Feuser

3.3 Kritik an den Begründungen

4. Praxis

4.1 Rahmenbedingungen der schulischen Integration

4.2 Empirische Befunde

4.3 Grenzen der Integration

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Frage, ob und wie die Integration von Kindern mit Behinderungen in der Grundschule erfolgreich realisiert werden kann und ob die Grundschule tatsächlich den Anspruch als "Schule für alle Kinder" erfüllen kann. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit die schulische Integration zur gesellschaftlichen Teilhabe beiträgt und welche methodischen sowie strukturellen Voraussetzungen für ein gelingendes gemeinsames Lernen notwendig sind.

  • Historische und theoretische Entwicklung des Behinderungsbegriffs
  • Geschichte und politische Dimensionen des gemeinsamen Unterrichts
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Integrationsbegründungen nach Muth und Feuser
  • Praktische Rahmenbedingungen für eine integrationsfähige Grundschule
  • Empirische Erkenntnisse zur Effektivität integrativer Beschulungsmodelle
  • Grenzen der Integration und Notwendigkeit einer individuellen Kind-Umfeld-Diagnose

Auszug aus dem Buch

3.2 Begründungen nach Georg Feuser

Georg Feuser stellt den menschlichen Organismus als ein System aus biologischer, psychischer und sozialer Ebene dar. Die psychische Ebene charakterisiert das Wahrnehmen, Denken und Handeln; die soziale Ebene die Beziehung eines Menschen zu anderen. Die drei Ebenen zusammen sichern die menschliche Existenz, wobei eine Hierarchie zwischen diesen in der Rangfolge, biologisch, psychisch und sozial gegeben ist. Die jeweils höhere Ebene bleibt die führende, obwohl sich diese auch nur mit der jeweils untergeordneten Ebene realisieren kann. Nach Feuser hat zwar jede Einheit ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, diese kommen jedoch nur in Anbetracht des gesamten Systems zum Ausdruck.

Feuser entwirft dieses Grundmodell, um zu verdeutlichen, dass Menschen nicht auf einzelne Beeinträchtigungen einer Ebene zu reduzieren sind, wie sie häufig bei behinderten Menschen vorzufinden sind. Diese partiellen Beeinträchtigungen setzen, so Feuser, nicht das gesamte System „Mensch“ außer Kraft. Als Beispiel hierfür nennt er den Ausfall der psycho-sozialen Ebene eines Menschen mit einer Hirnschädigung. In diesem Fall übernimmt die biologische Ebene die führende Position und versucht mit den für diese Ebene spezifischen Funktionen den Ausfall auszugleichen. Hinter dieser Dominanz der biologischen Ebene treten die „typischen“ Funktionen der psycho-sozialen Ebene in den Hintergrund und sind für nichtgeschädigte Menschen nicht mehr wahrnehmbar. So kommt es nach Feuser dazu, dass behinderten Menschen oftmals fundamentale Funktionen, wie beispielsweise das Bewusstsein abgesprochen werden. Seinem Grundmodell zufolge kann jede Ebene auf ihre spezifische Weise die lebenswichtigen Funktionen ausfüllen und in Dialog mit der Umwelt treten. Nach dieser Argumentation ist für Feuser eine Integration, die nach Schweregeraden der Behinderung selektiert, nicht gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Darstellung der Problematik der Integration von behinderten Kindern und Einleitung in die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.

1. Die Entwicklung des Behinderungsbegriffs: Nachzeichnung des Wandels vom defizitorientierten Verständnis hin zu einer ökosystemischen Betrachtungsweise von Behinderung.

2. Die Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts: Historischer Abriss der bildungspolitischen Meilensteine und der Entwicklung integrativer Modelle in Deutschland.

3. Begründungen für integrativen Unterricht: Analyse der theoretischen Positionen von Jakob Muth und Georg Feuser sowie eine kritische Reflexion ihrer Forderungen.

3.1 Begründungen nach Jakob Muth: Erläuterung des politischen Ansatzes, der Integration als demokratisches Grundrecht und moralische Verpflichtung versteht.

3.2 Begründungen nach Georg Feuser: Darstellung des systemtheoretischen Ansatzes, bei dem der Mensch als biopsychosoziale Einheit betrachtet wird.

3.3 Kritik an den Begründungen: Diskussion der Grenzen der Integrationsansätze, insbesondere bei schwerstmehrfachbehinderten Kindern oder Autisten.

4. Praxis: Überblick über die konkrete Umsetzung, notwendige Rahmenbedingungen und empirische Forschungsergebnisse zur schulischen Integration.

4.1 Rahmenbedingungen der schulischen Integration: Darstellung pädagogischer Grundsätze und unterschiedlicher Modelle für gelingende Integrationsprozesse.

4.2 Empirische Befunde: Zusammenfassung wissenschaftlicher Studien, die belegen, dass Integration für alle Beteiligten leistungsmäßig und sozial positive Effekte hat.

4.3 Grenzen der Integration: Reflexion über strukturelle, personelle und individuelle Barrieren sowie den Haushaltsvorbehalt bei der Umsetzung.

5. Schluss: Fazit und Ausblick auf notwendige politische und pädagogische Entwicklungen, um Integration nachhaltig zu sichern.

Schlüsselwörter

Integration, Inklusion, Behinderungsbegriff, Gemeinsamer Unterricht, Grundschule, Sonderpädagogik, Demokratisierung, Schulversuche, Zieldifferentes Unterrichten, Sozialkompetenz, Schulentwicklung, Ökosystemischer Ansatz, Individuelle Förderung, Bildungsrecht, Integrationspädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, die Geschichte und die praktische Umsetzung der Integration von Kindern mit Behinderungen im deutschen Grundschulwesen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Begriffe Behinderung und Integration, die historische Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts sowie die kritische Analyse pädagogischer Konzepte und empirischer Ergebnisse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die Regelschule den Anforderungen einer integrativen Beschulung gerecht werden kann und unter welchen Bedingungen die Idee einer "Schule für alle" realisierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Theorien sowie der Auswertung empirischer Befunde aus wissenschaftlichen Begleitforschungen zu Modellschulen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Begründungsansätze von Muth und Feuser, beschreibt Praxismodelle und Rahmenbedingungen der Integration und beleuchtet die Grenzen des integrativen Unterrichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Integration, gemeinsamer Unterricht, sonderpädagogische Förderung, systemtheoretische Ansätze und Schulentwicklung.

Wie bewerten die Autoren die Rolle der Lehrkräfte?

Die Arbeit betont, dass Lehrkräfte ihre Rolle als "Einzelkämpfer" aufgeben und durch Teamarbeit, professionelle Kooperation und ständige kollegiale Reflexion zum Gelingen der Integration beitragen müssen.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der Grenzen der Integration?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Integration nicht "um jeden Preis" erfolgen sollte, insbesondere bei Schwerstmehrfachbehinderten, und dass der Erfolg maßgeblich von den verfügbaren Ressourcen und der Unterstützung durch die Schulpolitik abhängt.

Wie unterscheidet sich die "zielgleiche" von der "zieldifferenten" Integration?

Bei der zielgleichen Integration lernen alle Kinder nach dem gleichen Lehrplan, während beim zieldifferenten Unterricht behinderte Kinder individuell nach ihren Möglichkeiten gefördert werden, auch wenn sie die lehrplanmäßigen Standards nicht erfüllen.

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Details

Title
Integration von Kindern mit Behinderungen in der Grundschule
College
University of Münster
Grade
2,0
Author
Maraike Sittartz (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V48438
ISBN (eBook)
9783638451536
Language
German
Tags
Integration Kindern Behinderungen Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maraike Sittartz (Author), 2005, Integration von Kindern mit Behinderungen in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48438
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