Die Globalisierungskritiker am Beispiel der Attac Deutschland


Hausarbeit, 2003
27 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Globalisierung?

3. Die ATTAC Bewegung in Frankreich

4. Die ATTAC Bewegung in Deutschland
4.1 Entstehung der Organisation
4.2 Struktur und Organisation von ATTAC Deutschland
4.3 Probleme der Organisation
4.4 Ziele und Vorhaben

5. Aktionen der Globalisierungskritiker

6. Ausblick und Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Entscheidung, eine Hausarbeit zu dem Thema der Globalisierungskritiker am Beispiel der ATTAC Organisation Deutschland zu schreiben, traf ich aus mehreren Gründen. So ist es gerade diese vorangehend genannte Bewegung welche allerorts mit Globalisierung und deren Kritikern gleich gesetzt wird. Aber ist dies wirklich der Fall? Ist ATTAC ein Dachverband der Globalisierungskritiker unter dessen organisatorischen Einfluss sich viele weitere unterschiedlich geartete Gruppen zusammenfinden oder ist es vielmehr eine Partei, die um politische Anerkennung und Einfluss bemüht ist? Wie ist die Organisation also strukturiert und wer sind ihre Mitglieder? Was ist das Ziel dieser Bewegung und wo hat sie ihren Ursprung? Allen diesen Fragen will ich im Folgenden zu Aufschluss verhelfen und sie möglichst erschöpfend beantworten.

Zu diesem Zweck werde ich im zweiten Kapitel dieser Arbeit vorangehend den Begriff Globalisierung erläutern und in Sinnzusammenhang mit den sich daraus ableitenden negativen Folgen bringen. Dies ist für das Verständnis der sich anschließenden Betrachtungen unabdingbar. Im dritten Kapitel werde ich die Entstehung der ATTAC Bewegung in Frankreich skizzieren, wo die Bewegung, so wie wir sie heute kennen, ihren Ursprung genommen hat. Deutlich sollen die Einflüsse und Randbedingungen herausgearbeitet werden, die seinerzeit schließlich dazu führten eine Bewegung ins Leben zu rufen die zum heutigen Tag in über 41 Ländern eigenständige und eigenverantwortlich agierende Organisationen umfasst. Das vierte Kapitel stellt zugleich den Hauptteil meiner Arbeit da und beschäftigt sich mit der ATTAC Organisation in Deutschland. Nachgezeichnet werden soll hier der Weg der Entstehung, die Struktur, wesentliche Ziele und Vorhaben der Organisation. Ebenfalls werde ich im Verlauf dieses Kapitels auf erkennbare Probleme der Bewegung eingehen und beschreiben warum diese möglicherweise bereits jetzt zum Scheitern dieser jungen Organisation führen können.

Im fünften Kapitel möchte ich Beispiele für Aktionen der ATTAC’is geben und zeigen, dass diese sich keinesfalls auf Demonstrationen und Flugblattaktionen beschränken. Diese Hausarbeit werde ich mit einem Ausblick für die nahe Zukunft der Bewegung und meinen Schlussanmerkungen zu dieser Arbeit beschließen. Als wesentliche Quelle zur Erarbeitung diente mir Christiane Grefe, u.w. „attac – Was wollen die Globalisierungskritiker?“ sowie die offizielle Internetseite der ATTAC Deutschland „www.attac.de“ und dort vermerkte Links zu Seiten ähnlichen Inhalts.

2. Was ist Globalisierung?

Um im weiteren Verlauf dieser Arbeit den Ursprung und die Strukturen der Globalisierungskritiker verstehen zu können, muss vorangehend der Begriff Globalisierung definiert werden. Diesem Zwecke dient das folgende Kapitel. Im Brockhaus wird Globalisierung wie folgt erklärt: „Globalisierung, Bezeichnung für die Entstehung weltweiter Märkte, das heißt die zunehmende Internationalisierung des Handels, der Finanz-, Waren- und Dienstleistungsmärkte sowie die Internationale Verflechtung der Volkswirtschaften. …“ (www.Brockhaus.de)

Globalisierung äußert sich aber auch in Form von Medien und einer Weltsprache. Nachrichten und Informationen lassen sich binnen kürzester Zeit überall auf der Welt abrufen und zur weltweiten besseren Verständigung setzt sich die englische Sprache in immer mehr Teilen der Welt durch. Englisch scheint die Global Language zu werden. „Obwohl das Englische nur für etwa 350 Millionen Menschen vor allem in Großbritannien und den Ländern früher britischer Besiedlung wie Irland, USA, Kanada, Australien, Neuseeland die Muttersprache ist, fungiert es für fast 1,7 Milliarden als „Amtssprache“ – und damit Zweitsprache oder wichtigste Fremdsprache.“ (Reimann 2002, 74)

Globalisierung steht aber auch für eine zunehmende Konkurrenz mit Niedriglohnländern, als auch für eine Auslagerung der Produktion und damit verbundenen Arbeitsplatzkürzungen in den Industrieländern.

Es existieren Thesen in denen es als notwendig erachtet wird das Lohnniveau in den Industrieländern auf das der Schwellenländer zu senken um überhaupt noch konkurrenzfähig bleiben zu können. Neben diesen unbestrittenen, düsteren Zukunftsperspektiven gibt es jedoch auch Wissenschaftler, welche die Existenz der Globalisierung und deren vermeintlich negativen Folgen als nicht so erheblich beschreiben. Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman sagt, dass die Industrieländer keinesfalls in Konkurrenz zueinander stehen, da sie sich auf diese Weise gegenseitig den eigenen Absatzmarkt zerstören würden. Jedes Land ist interessiert die eigenen Produkte möglichst gewinnbringend zu exportieren, was jedoch nicht möglich ist wenn man seine Mitkonkurrenten auf dem Weltmarkt ausschalten würde. Vielmehr ist seiner Meinung nach die zunehmende Technologisierung dafür verantwortlich, dass immer mehr Arbeitsplätze gerade auch in Deutschland wegfallen. Fakt ist, der versprochene Wohlstand, welcher durch größere weltweite Absatzmärkte und kürzere, schnellere Informationswege entstehen sollte, blieb aus. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer. Bald wird sich die Welt nur noch in Modernisierungsgewinner und –verlierer teilen. Dies lässt sich sowohl innerhalb der Gesellschaften, als auch zwischen Nord und Süd beobachten. Als Motor dieser Maschinerie, namens Globalisierung, haben deren Gegner die internationalen Finanzmärkte erkannt. Hier werden durch Banker und Finanzmanager täglich Milliarden Beträge verschoben und diese nehmen so durch ihre Anlageentscheidungen immer mehr Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung. Hierdurch wird die Demokratie vielerorts untergraben. Weltweit gab es im Jahr 2000 nur 514 Dollarmilliardäre, dieses geht aus dem „Wohlstandsbericht“ der US Bank Merril Lynch hervor. 276 dieser Milliardäre sind Nordamerikaner, 115 Europäer, 77 Asiaten und 14 kommen aus dem ehemaligen Ostblock oder Afrika. Im UNO Papier „Bericht über die menschliche Entwicklung“ von 1998 heißt es, dass die Unterschiede zwischen arm und reich noch viel dramatischer sind als vorerst angenommen. So ist das Vermögen der drei reichsten Männer der Welt höher als das Bruttosozialprodukt der 48 ärmsten Länder der Welt.

Die 225 reichsten Menschen der Erde besitzen mehr Geld als 47 Prozent der Menschheit und dieser Prozess entwickelt sich noch immer weiter. Bereits in wenigen Jahren werden diese Zahlen erneut veraltet sein und die Unterschiede somit noch eklatanter. Täglich werden an den weltweiten Börsen 1200 Milliarden Dollar verschoben. 30 bis 40 Milliarden Dollar würden jedoch genügen um den Welthandel aufrecht zu erhalten.

Somit sind 1160 Milliarden Dollar reine Geldanlagen und werden nur zu spekulativen Zwecken in rasender Geschwindigkeit, unkontrolliert von jeglichen Behörden rund um die Welt verschoben. Noch vor wenigen Jahren herrschte die Meinung vor, dass diese Verschiebungen kein großes Risiko in sich bürgen würden, da durch Banker A nur das gewonnen werden kann was Banker B zuvor verloren hatte. Theoretisch würde sich der Markt also stets selbst regulieren. Das dem nicht so ist zeigte unmissverständlich, auch den letzten Zweiflern, die Asienkrise 1997. Nachdem es in mehreren asiatischen Ländern zu Fehlinvestitionen gekommen war, flohen in kürzester Zeit mehrere Milliarden aus den Währungen dieser Länder.

Die Folge war ein rasanter Wertverlust der regionalen Währungen und einhergehend eine enorme Verteuerung der ausländischen Importe. Die Folge waren mehr als 20 Millionen in die Armut gestürzte Menschen deren erlebtes Leid sich wohl nicht mit den spekulativen Verlusten der Börsianer aufrechnen lässt. Ein weiteres noch aktuelleres Beispiel für die negativen Folgen einer übertriebenen Globalisierung ist der Niedergang des einstmals sechst reichsten Landes der Welt, Argentinien. Durch ein drastisches Senken der Importzölle wurde der einheimische Markt in die Knie gezwungen und die Freigabe des Geldverkehrs sorgte für eine Kapitalflucht von zweistelligen Milliardenbeträgen jährlich. Dem folgte eine radikale Privatisierung nahezu des gesamten Staatsbesitzes. „Denn parallel zur Auslieferung des Landes an den permanenten Währungsschock hat seine Regierung fast den gesamten Staatsbesitz privatisiert.

Telefonunternehmen, Ölgesellschaften, Banken, große Teile der staatlichen Infrastruktur, sogar das Fernstraßennetz, gingen zu Schleuderpreisen an private Monopolisten über und liegen nun großteils in ausländischer Hand“ (Grefe 2003, 29)

Momentan drängt ein neuer Stern auf den Markt, mit dem noch vor 20 Jahren nicht zu rechnen war, China. Mit der Befreiung von Zöllen und Regeln prognostizieren Experten einen Anstieg am Anteil der Weltexport Produktion von derzeit 3,5 auf 20 Prozent. Mit Monatslöhnen von 100 bis 200 Dollar sind Chinas Arbeiter unschlagbar effizient. Aber auch für heutige Industrieländer bürgt dieser Wandel Gefahren. So besteht die Möglichkeit, dass durch die Auslagerung der Produktion nach China mehr einheimische Arbeitsplätze wegfallen werden als durch Bestellungen und Umsatzplus kompensiert werden können. Noch größer ist die Angst in anderen Entwicklungsländern welche zum gleichen Preis produzieren können aber nicht über die Infrastruktur und die Märkte verfügen. Hier droht der Absturz in die totale wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Auch in China selbst lassen sich erste Auswirkungen der begonnenen Globalisierung beobachten. „Schon jetzt ziehen aber an die 80 Millionen heimatlose auf der Suche nach Arbeit durch die Städte. Während eine kleine neureiche Mittelschicht ihren Aufstieg mit Streifzügen durch die neuen Shopping Malls von Schanghai oder Schenzen feiert, fällt für vier Fünftel der Bevölkerung vom weltweit gefeierten chinesischen Wachstumswunder kaum mehr ab als das blanke Überleben.“ (Grefe 2003, 32)

Dass die weltweite Globalisierung nicht zwangsläufig die vorangehend beschriebenen negativen Konsequenzen mit sich zieht, wird an anderer Stelle deutlich.

So birgt die grenzenlose Verschmelzung von Märkten und Unternehmen tatsächlich das Potential die aktuelle Spaltung der Menschheit in arm und reich zu überwinden. Angeführt werden soll hier der Erfolg der ehemaligen Armutsländer Taiwan, Südkorea und Malaysia.

Solange die Kontrolle der Veränderungen dem Staat obliegt und dieser mit Zollschranken und einer Kontrolle des Kapitalverkehrs den Globalisierungsprozess steuern kann, beinhaltet ein organisierter Kapital- und Technologietransfer die Möglichkeit die eigene Unterentwicklung zu überwinden. Somit ist Globalisierung auch eine Chance, die nur leider so scheint es, viel zu oft ungenutzt verstreicht.

Rolf-E. Breuer , ehemaliger Chef der deutschen Bank, sagte: Globalisierung das sei „die Chance, mit offenen Märkten wirtschaftliches Wachstum zu fördern, Ressourcen effizienter zu nutzen, Lebensbedingungen und Wohlfahrt der Menschen zu verbessern“. (Grefe 2003, 33)

Wesentlich für diese Arbeit sind jedoch ganz klar die negativen Folgen einer übertriebenen und unkontrolliert wirkenden Globalisierung. Die hieraus resultierenden Konsequenzen für Mensch, Staat und Menschheit sind letztlich der Grund dafür, dass sich überall auf der Welt Interessierte zusammen finden um durch Aufklärungsarbeit diese verkannte Gefahr publik zu machen. Organisiert sind viele von ihnen in Gruppen, Netzwerken oder Bewegungen. Im nachfolgenden Kapitel werde ich eine dieser Gruppen in ihrer Entstehung beschreiben und versuchen eine Antwort darauf zu geben, warum immer mehr Menschen eine Notwendigkeit darin erkennen sich dieser Bewegung anzuschließen.

3. Die ATTAC Bewegung in Frankreich

Die Gefahren einer immer schneller zusammenwachsenden Welt und die Verschmelzung der Märkte, besonders im Bereich der Finanzen, führte am 3. Juni 1998 zur Gründung der Association pour la Taxe Tobin pour l’aide aux Citoyens = ATTAC. Als Initialzündung kann in diesem Zusammenhang sicherlich der Leitartikel des „le Monde Diplomatique“ im Monat Dezember 1997 im gesehen werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Globalisierungskritiker am Beispiel der Attac Deutschland
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V48474
ISBN (eBook)
9783638451796
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierungskritiker, Beispiel, Attac, Deutschland
Arbeit zitieren
Sebastian Schlör (Autor), 2003, Die Globalisierungskritiker am Beispiel der Attac Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48474

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