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Wahrnehmung und Illusion - Visuelle Wahrnehmung als kreativer Prozess

Title: Wahrnehmung und Illusion - Visuelle Wahrnehmung als kreativer Prozess

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Schröter (Author)

Psychology - General
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Als Arbeitsgrundlage für diese Hausarbeit diente uns der Text von G. Schlosser „Wenn der Schein trügt“ aus dem Buch „Illusion und Simulation“.
Die Wahrnehmung des Menschen wirft grundlegende Fragen auf: „Wie werden die bioelektrischen Signale vom Nervensystem verarbeitet und interpretiert, so dass Wahrnehmungen entstehen?“.
Thema dieser Hausarbeit ist es, zu erklären, dass visuelle Wahrnehmung kein Abbild der Umgebung im Kopf erzeugt, also nicht zur Repräsentation der Umgebung führt, sondern als ein kreativer konstruktiver Prozess aufgefasst werden kann. Dabei können optische Täuschungen entstehen. Auch bei alltäglichen Dingen werden wir immer wieder in die Irre geleitet. Urteile über die von uns erfahrbare Welt erweisen sich oft im Nachhinein als falsch, obwohl wir meinten, sie seien wahr. Wir stellen fest, dass wir uns getäuscht haben und bewerten daraufhin unsere Erfahrungswelt neu. Das heißt also, dass wir in unserer Erfahrungswelt zwischen Wirklichem und Nicht-Wirklichem unterscheiden. Wie verhält sich nun aber die „Welt an sich“ zur Welt unseres Wahrnehmens und Denkens? Wir können nicht unsere eigene Wahrnehmungsebene verlassen und unsere Umwelt von außerhalb des eigenen Körpers betrachten. Somit können wir sie nicht mit der „Welt an sich“ vergleichen, vielmehr werden wir sie niemals erfahren können.
Die Erklärung des Sehvorganges hat zu allen Zeiten die bedeutendsten Wissenschaftler, wie Physiker, Mediziner, Philosophen und Psychologen, in gleichem Maße angezogen. Dabei waren die Ansichten über die Entstehung der Wahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte erheblichen Änderungen unterworfen. Demokrit und andere Naturphilosophen des griechischen Altertums haben die Auffassung vertreten, dass die Seheindrücke durch Strahlen hervorgerufen werden, die von den Objekten der Außenwelt ausgehen und ins Auge gelangen. Die Pythagoräer hingegen vermuteten im Augeninneren eine Strahlungsquelle, die die Objekte der Außenwelt abtastet. Sie glaubten im Augenleuchten vieler Tiere einen Beweis dafür zu haben.
Ein Aufblühen der Wissenschaft erfolgte durch Erkenntnisse der Physiker I. Newton, P. Mariotte sowie A. Fresnel und Ch. Huygens. Insbesondere die Erkenntnisse der vergangenen zwei Jahrzehnte im Bereich der Neurologie und Psychiatrie führten zu neuen Ansätzen über die Verarbeitung visueller Informationen durch unser Gehirn.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Das visuelle System

4. Detektorenkonzept

5. Visuelle Wahrnehmung als konstruktiver Prozess

6. Gestaltprinzipien der Wahrnehmungspsychologie

7. Fazit

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, aufzuzeigen, dass die visuelle Wahrnehmung des Menschen kein passives Abbild der Umgebung liefert, sondern als ein kreativer und konstruktiver Prozess des Gehirns zu begreifen ist, der als Basis für eine erfolgreiche Verhaltenssteuerung dient.

  • Funktionsweise des visuellen Systems und des dioptrischen Apparats
  • Kritische Analyse des Detektorenkonzepts
  • Konstanzleistungen der Wahrnehmung als Grundlage der Konstruktion
  • Gestaltpsychologische Prinzipien der Wahrnehmungsorganisation
  • Das Entstehen optischer Täuschungen als Nebenprodukt konstruktiver Prozesse

Auszug aus dem Buch

Die Größenkonstanz

Der Begriff Größenkonstanz besagt, dass unabhängig von der Entfernung eines Gegenstandes seine Größe konstant wahrgenommen wird. Der Gegenstand wird wahrscheinlich durch die Auswertung einer Vielzahl von Parametern nachvergrößert. Die Entfernung des Gegenstandes wird z.B. durch den Konvergenzwinkel beider Augen beim Fixieren, der Disparität von Netzhautbildern und durch die Akkomodation der Linse berechnet. Die wahrgenommene Größe ist das Ergebnis des konstruktiven Prozesses des Gehirns.

Diese Mechanismen besitzen nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere. So erkennen Tiere zum Beispiel die Größe eines potenziellen Feindes, auch wenn er weit entfernt ist, und verhalten sich dementsprechend.

Größenkonstanz ist allerdings auch anfällig für Illusionen und Täuschungen. Beispielhaft sollen an dieser Stelle die Ponzo-Täuschung und die Mondtäuschung kurz angeführt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einführung erläutert die zentrale Hypothese, dass visuelle Wahrnehmung ein konstruktiver Prozess ist, und setzt sich mit der philosophischen Unterscheidung zwischen der "Welt an sich" und der subjektiv wahrgenommenen Welt auseinander.

3. Das visuelle System: Hier wird der Aufbau des Auges sowie der dioptrische Apparat beschrieben und dargelegt, wie Lichtsignale auf der Retina in elektrische Erregungen umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet werden.

4. Detektorenkonzept: Dieses Kapitel kritisiert das Modell, dass Wahrnehmung auf der Aktivität hierarchisch geschalteter Neuronen (Simple, Complex, Hypercomplex Cells) basiert, da die Vielfalt möglicher Reizkonstellationen die Anzahl der verfügbaren Neuronen übersteigt.

5. Visuelle Wahrnehmung als konstruktiver Prozess: Es wird erklärt, wie Konstanzleistungen wie Größen-, Form- und Helligkeitskonstanz dazu beitragen, eine stabile Umwelt zu konstruieren, wobei auch die Entstehung von Täuschungen als Folge dieser Mechanismen beleuchtet wird.

6. Gestaltprinzipien der Wahrnehmungspsychologie: Dieses Kapitel behandelt die Gesetze der Wahrnehmungsorganisation, insbesondere wie das Gehirn aus fragmentarischen Reizen ganzheitliche Strukturen (z. B. Figur-Grund-Trennung) bildet.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass unsere Wahrnehmung eine Interpretation der Außenwelt ist, die uns als essenzielle Basis zur Verhaltenssteuerung und Orientierung in einer komplexen Umwelt dient.

Schlüsselwörter

Visuelle Wahrnehmung, Konstruktiver Prozess, Größenkonstanz, Formkonstanz, Helligkeitskonstanz, Bewegungswahrnehmung, Gestaltpsychologie, Figur-Grund-Gesetz, Optische Täuschung, Retinaganglienzellen, Dioptrischer Apparat, Verhaltenssteuerung, Reizkonstellation, Wahrnehmungspsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess der visuellen Wahrnehmung und belegt, dass diese keine bloße Abbildung der Realität, sondern eine aktive, konstruktive Interpretation durch das menschliche Gehirn darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Anatomie und Funktionsweise des visuellen Systems, die psychologischen Prinzipien der Gestaltbildung sowie die Mechanismen der Wahrnehmungskonstanz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu erklären, dass visuelle Wahrnehmung als kreativer, konstruktiver Prozess fungiert, der als notwendige Basis für die Steuerung komplexen menschlichen Verhaltens dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse wahrnehmungspsychologischer Modelle und neurophysiologischer Erkenntnisse über die Informationsverarbeitung im Gehirn basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das visuelle System, hinterfragt das klassische Detektorenkonzept, erläutert Konstanzleistungen der Wahrnehmung und stellt verschiedene Gestaltprinzipien vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wahrnehmung, Konstruktivismus, Konstanzleistungen, Gestaltprinzipien, Optische Täuschung und neuronale Informationsverarbeitung.

Wie entstehen optische Täuschungen laut dem Dokument?

Optische Täuschungen entstehen als notwendige Folge der konstruktiven Mechanismen des Gehirns, die versuchen, aus unvollständigen oder mehrdeutigen Informationen ein stabiles und verwertbares Weltbild zu generieren.

Warum reicht das Detektorenkonzept zur Erklärung der Wahrnehmung nicht aus?

Das Konzept ist unzureichend, weil die schiere Menge an möglichen, komplexen Reizkonstellationen in der Umwelt weit größer ist als die Anzahl der spezialisierten Neuronen im menschlichen Gehirn.

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Details

Title
Wahrnehmung und Illusion - Visuelle Wahrnehmung als kreativer Prozess
College
Brandenburg Technical University Cottbus  (Lehrstuhl Theorie der Architektur, BTU Cottbus, Fak2)
Course
Theorie der Architektur - Einführung in die Ästhetik
Grade
1,3
Author
Nico Schröter (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V4851
ISBN (eBook)
9783638129619
ISBN (Book)
9783640212200
Language
German
Tags
Wahrnehmung Illusion Theorie Architektur Einführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Schröter (Author), 2002, Wahrnehmung und Illusion - Visuelle Wahrnehmung als kreativer Prozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4851
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