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Zu: Günter de Bruyn "Buridans Esel" - Karl Erp zwischen den beiden Frauen

Title: Zu: Günter de Bruyn "Buridans Esel" - Karl Erp zwischen den beiden Frauen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tanja Lins (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wird systematisch untersucht, weshalb sich der Protagonist Karl Erp in Günter de Bruyns "Buridans Esel" nicht nur zwischen zwei Frauen, sondern vielmehr zwischen zwei Gesellschaftssystemen entscheiden muss. Er kann eine bürgerlich traditionelle Ehe fortführen oder den sozialistischen Ideologien, verkörpert durch Fräulein Broder, Einlass in sein Leben gewähren und eine gleichberechtigte Partnerschaft führen. Dazu müsste er aber seine Gewohnheiten radikal revolutionieren, woran er letztendlich auch scheitert. Seine verbürgerlichte Erstarrung und seine Bequemlichkeit repräsentieren die DDR- Gesellschaft der 60-er Jahre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Bürgertum zu Sozialismus: Änderungen des Verhältnisses zwischen Mann und Frau sowie innerhalb der Thematik des Ehebruchs

3. Repräsentanten der Gesellschaftsmodelle

3.1 Charakterisierung Karl Erp

3.2 Charakterisierung Elisabeth Erp

3.3 Charakterisierung Fräulein Broder

4. Verallgemeinerung der Problematik auf die DDR- Gesellschaft der 60-er Jahre

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman "Buridans Esel" von Günter de Bruyn und analysiert die zentrale These, dass sich der Protagonist Karl Erp weniger zwischen zwei Frauen als zwischen zwei konkurrierenden Gesellschaftsmodellen entscheiden muss: der bürgerlich-traditionellen Ehe mit seiner Frau Elisabeth und einer gleichberechtigten, sozialistischen Partnerschaft, verkörpert durch Fräulein Broder.

  • Analyse des Wandels in der Ehebruchsthematik vom bürgerlichen zum sozialistischen Roman.
  • Charakterisierung der drei Hauptfiguren Karl Erp, Elisabeth Erp und Fräulein Broder als Repräsentanten unterschiedlicher gesellschaftlicher Haltungen.
  • Untersuchung der DDR-Gesellschaft der 1960er Jahre und deren mangelnde Veränderungsbereitschaft gegenüber sozialistischen Idealen.
  • Kritik an der persönlichen Erstarrung des Protagonisten im bürgerlichen Wohlstand.

Auszug aus dem Buch

3.1 CHARAKTERISIERUNG KARL ERP

Der Protagonist Karl Erp, ein 40jähriger Ehemann und Vater mit einer schönen, durch die Eltern seine Frau erworbenen Villa im östlichen Dahlem der DDR in den 60-er Jahren, steht symbolisch für das Wesen einer Gesellschaft, die sich im Anschluss an eine Periode revolutionärer Umgestaltung in ihrer Position gefestigt sieht und damit Gefahr läuft dem Quietismus und Konsumerismus zu verfallen und in verbürgerlichten Traditionen zu erstarren.

Karl Erp ist Leiter einer Bibliothek, „gesund, wohlhabend, geachtet, beliebt [...] Nichts war ihm missglückt [und] in seiner Arbeit hatte er Erfolg gehabt.“ Seine Jugend beschreibt er kontrastierend. Er stammt aus keineswegs bürgerlichen Verhältnissen, hat sich aber im Laufe der Zeit diesen völlig angeglichen; so „passt ihm die Spreesiedlung in jeder Hinsicht“. Er galt als rebellisch sowie revolutionär und erklärt, dass er nur „Elisabeth zuliebe das Kreuz des Besitzes auf sich geladen“ hat. Später widerspricht er sich jedoch, als er in einem inneren Monolog zugibt „Wie stünde er da [...], wenn er die Tiefe der Enttäuschung zugäbe, den Schmerz bei Erkenntnis von Mittelmäßigkeit und schließlich [den] Rückzug auf Behagen im Wohlstand, auf Haus, Garten, Auto?“. Er hat also in Wahrheit seine „jugendlich revolutionären Ideen“ schlicht und einfach der „Karriere und dem sozialen Aufstieg geopfert“.

Seine bürgerlich traditionelle Ehe mit Elisabeth erstarrt zunehmend, ein schleichender Zerfall hat sich im Laufe der Jahre eingeschlichen, den der Erzähler wie folgt herausstellt: „Drei Jahre zuvor noch war er immer [...] zu Elisabeth geschlichen und hatte sie streichelnd mit eigenen oder zitierten Worten wachgeredet [...] Jetzt aber begnügte er sich damit die Tür zu öffnen [und] ,Leider ist es soweit’ zu flüstern.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Romans "Buridans Esel" und der Forschungsfrage, die den Protagonisten im Spannungsfeld zwischen zwei Frauen und Gesellschaftsmodellen sieht.

2. Vom Bürgertum zu Sozialismus: Änderungen des Verhältnisses zwischen Mann und Frau sowie innerhalb der Thematik des Ehebruchs: Einordnung des Werkes in die Tradition des Ehebruchsromans und Gegenüberstellung bürgerlicher Eigentumsverhältnisse mit sozialistischen Idealvorstellungen der Ehe.

3. Repräsentanten der Gesellschaftsmodelle: Detaillierte Analyse der Charaktere Karl Erp, Elisabeth Erp und Fräulein Broder als Symbole für gesellschaftliche Konflikte und Entwicklungen.

4. Verallgemeinerung der Problematik auf die DDR- Gesellschaft der 60-er Jahre: Reflexion darüber, warum die sozialistische Theorie an der persönlichen Bequemlichkeit und dem Festhalten an traditionellen Strukturen in der DDR der 1960er Jahre scheitert.

5. Schlussbetrachtung: Fazit zur Bedeutung des Romans als Spiegel der gesellschaftlichen Befindlichkeit und der mangelnden Veränderungsbereitschaft der Individuen.

Schlüsselwörter

Buridans Esel, Günter de Bruyn, DDR-Literatur, Ehebruchsroman, Gesellschaftsmodelle, Sozialismus, bürgerliche Ehe, Emanzipation, Karl Erp, Fräulein Broder, Elisabeth Erp, Persönlichkeitsentwicklung, Wohlstand, Gesellschaftskritik, DDR der 60er Jahre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Günter de Bruyns Roman "Buridans Esel" vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels in der DDR der 1960er Jahre und der individuellen moralischen Konflikte seines Protagonisten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der Kontrast zwischen bürgerlichen Traditionen und sozialistischen Idealen, das Scheitern von Ehemodellen sowie die psychologische Entwicklung der Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Protagonist Karl Erp symbolisch zwischen zwei Gesellschaftsmodellen steht und seine persönliche Stagnation stellvertretend für die Problematik der DDR-Gesellschaft jener Zeit steht.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext zeitgenössischer gesellschaftspolitischer Diskurse und unter Einbeziehung der Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Ehebruchsmotivs, die detaillierte Charakteranalyse der drei Hauptfiguren und die Übertragung dieser Einzelschicksale auf die DDR-Gesellschaft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Sozialistische Emanzipation, bürgerliche Erstarrung, Gesellschaftsmodell, Individuum und DDR-Alltag sind die prägenden Begriffe.

Warum wird Karl Erp als "saturierter Wohlstandskommunist" bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass Erp zwar theoretisch mit sozialistischen Werten sympathisiert, jedoch in seiner bequemen bürgerlichen Lebensweise so festgefahren ist, dass eine echte Revolutionierung seines Lebens scheitert.

Inwieweit spielt die Figur Elisabeth Erp eine besondere Rolle?

Im Gegensatz zu ihrem Ehemann Karl vollzieht Elisabeth eine tatsächliche Wandlung und emanzipiert sich im Laufe der Handlung, womit sie eine Alternative zum Scheitern der anderen Figuren darstellt.

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Details

Title
Zu: Günter de Bruyn "Buridans Esel" - Karl Erp zwischen den beiden Frauen
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Humoristischer Roman
Grade
1,0
Author
Tanja Lins (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V48536
ISBN (eBook)
9783638452168
ISBN (Book)
9783638659772
Language
German
Tags
Günter Bruyn Buridans Esel Karl Frauen Humoristischer Roman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Lins (Author), 2004, Zu: Günter de Bruyn "Buridans Esel" - Karl Erp zwischen den beiden Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48536
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