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Die Fraser-Honneth Kontroverse: Konkurrierende oder komplementäre Gerechtigkeitstheorien?

Título: Die Fraser-Honneth Kontroverse: Konkurrierende oder komplementäre Gerechtigkeitstheorien?

Elaboración , 2004 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Nadia Zeltzer (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Nancy Fraser und Axel Honneth stellen in der Monographie Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse,zwei verschiedene
Gerechtigkeitstheorien vor. Obwohl die Autoren die Unvereinbarkeit der beiden Konzepte untermalen, werde ich in diesem Aufsatz zeigen, dass diese Theorien auch als komplementäre Theorien verstanden werden können. Nachdem ich die Züge des „Statusmodells der Anerkennung“ Frasers und der Theorie der Möglichkeit der Entwicklung einer „intakten Identität“ Honneths kurz skizziert habe, werde ich ihre jeweilige Gültigkeit empirisch am Modell der „Zwei-Verdiener-Familie“, im Rahmen des europäische-verbindlichen-Gender-Mainstreaming, überprüfen. Anhand dieser Ergebnisse werde ich zeigen, warum keines der Gerechtigkeitsmodelle die vollständige Dimension der geschlechtlichen Ungerechtigkeit erfasst. Darüber hinaus werde ich zeigen, wie sich die Gerechtigkeitstheorien Frasers und Honneths vereinbaren lassen.
I. Die Fraser-Honneth Kontroverse
1. Darstellung der Theorie der Gerechtigkeit Nancy Frasers Nancy Fraser kritisiert in ihrem Aufsatz: „Soziale Gerechtigkeit im Zeitalter der Identitätspolitik, Umverteilung, Anerkennung und Beteiligung“, die „verkürzte Gerechtigkeit“. Ihrer Auffassung nach, leiden benachteiligte Gruppierungen sowohl unter ökonomischer Benachteiligung wie auch unter mangelnder Anerkennung, und es sind dies die primären Arten der Ungerechtigkeit des gleichen Ursprungs. Die ökonomische Umverteilung hat einen Klassencharakter, die kulturelle Anerkennung der Differenz hingegen einen Statuscharakter.
Die demokratische androzentrische Gesellschaft, Produkt der Moralphilosophie der Aufklärung, versteht Anerkennung als Angelegenheit der „Selbstverwirklichung“, als kulturell und historisch geprägt und nicht als Angelegenheit des universellen verbindlichen Rechts. Durch institutionalisierte kulturelle Wertmuster werden benachteiligte Gruppierungen aufgrund mangelnder Anerkennung, daran gehindert, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Die Fraser-Honneth Kontroverse

1. Darstellung der Gerechtigkeitstheorie Nancy Frasers

2. Darstellung der Gerechtigkeitstheorie Axel Honneths

3. Das Ende der Klassengesellschaft?

II. Umverteilung als Anerkennung und bestehende geschlechtliche Ungerechtigkeit

1. Umverteilung als Anerkennung von Individualisierungsforderungen?

2. Das europäische Gender-Mainstreaming und das „Zwei-Verdiener-Modell“

3. Das deutsche Attachment am „bread-winner-model“

III. Nicht-reformistische Reformen und Einbeziehung der Dimension Anerkennung

1. Das „Zwei-Verdiener-Modell“ als kleinstes Übels

2. Das schwedische Beispiel und die Notwendigkeit der Einbeziehung der Dimension „Anerkennung“

IV. Ergänzungsfähigkeit beider Gerechtigkeitstheorien

1. Kommentar zur Gerechtigkeitstheorie Axel Honneths

2. Kommentar zur Gerechtigkeitstheorie Nancy Frasers

3. Komplementäre Beziehungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit der Gerechtigkeitstheorien von Nancy Fraser und Axel Honneth anhand des empirischen Beispiels des „Zwei-Verdiener-Modells“ im Kontext geschlechtlicher Ungerechtigkeit. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern diese konkurrierenden Ansätze als komplementäre Gerechtigkeitstheorien verstanden werden können, um die Dimensionen ökonomischer Umverteilung und kultureller Anerkennung integrativ zu erfassen.

  • Vergleich der theoretischen Modelle von Nancy Fraser und Axel Honneth
  • Analyse geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit im Rahmen des Gender-Mainstreaming
  • Kritische Beleuchtung des „Zwei-Verdiener-Modells“ und des deutschen „bread-winner-models“
  • Untersuchung der Komplementarität von Umverteilungsstrategien und Anerkennungsdimensionen

Auszug aus dem Buch

1. Darstellung der Theorie der Gerechtigkeit Nancy Frasers

Nancy Fraser kritisiert in ihrem Aufsatz: „Soziale Gerechtigkeit im Zeitalter der Identitätspolitik, Umverteilung, Anerkennung und Beteiligung“, die „verkürzte Gerechtigkeit“. Ihrer Auffassung nach, leiden benachteiligte Gruppierungen sowohl unter ökonomischer Benachteiligung wie auch unter mangelnder Anerkennung, und es sind dies die primären Arten der Ungerechtigkeit des gleichen Ursprungs. Die ökonomische Umverteilung hat einen Klassencharakter, die kulturelle Anerkennung der Differenz hingegen einen Statuscharakter.

Die demokratische androzentrische Gesellschaft, Produkt der Moralphilosophie der Aufklärung, versteht Anerkennung als Angelegenheit der „Selbstverwirklichung“, als kulturell und historisch geprägt und nicht als Angelegenheit des universellen verbindlichen Rechts. Durch institutionalisierte kulturelle Wertmuster werden benachteiligte Gruppierungen aufgrund mangelnder Anerkennung, daran gehindert, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Fraser-Honneth Kontroverse: Das Kapitel skizziert die theoretischen Grundlagen des Statusmodells der Anerkennung von Nancy Fraser sowie Honneths Theorie der intakten Identitätsbildung und hinterfragt die Relevanz der Klassengesellschaftsanalyse.

II. Umverteilung als Anerkennung und bestehende geschlechtliche Ungerechtigkeit: Hier wird geprüft, wie das Zwei-Verdiener-Modell und das Gender-Mainstreaming in Europa sowie das deutsche Ernährermodell die ökonomische und soziale Situation von Frauen beeinflussen.

III. Nicht-reformistische Reformen und Einbeziehung der Dimension Anerkennung: Dieses Kapitel diskutiert das Zwei-Verdiener-Modell als affirmatives "kleinstes Übel" und kontrastiert es mit dem schwedischen Politikansatz, um die Notwendigkeit einer paritätischen Anerkennung zu verdeutlichen.

IV. Ergänzungsfähigkeit beider Gerechtigkeitstheorien: Der abschließende Teil analysiert kritisch die normativen Lücken beider Theorien und zeigt auf, warum sie in ihrer Kombination ein effektiveres Instrumentarium zur Bekämpfung geschlechtlicher Ungerechtigkeit darstellen.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeitstheorie, Nancy Fraser, Axel Honneth, Anerkennung, Umverteilung, Zwei-Verdiener-Modell, Gender-Mainstreaming, Geschlechtergerechtigkeit, Partizipatorische Parität, Identitätspolitik, Solidaritätsarbeit, Postfordismus, Familienpolitik, bread-winner-model, Geschlechterdemokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Gerechtigkeitstheorien von Nancy Fraser und Axel Honneth und untersucht deren Anwendbarkeit auf geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten im modernen Erwerbssystem.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der ökonomischen Umverteilung und der kulturellen Anerkennung, angewendet auf das Modell der Zwei-Verdiener-Familie im europäischen Gender-Mainstreaming-Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Ansätze von Fraser und Honneth entgegen ihrer eigenen Darstellung nicht nur als konkurrierend, sondern als komplementär verstanden werden sollten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine politisch-philosophische Auseinandersetzung mit den Primärtexten der Autoren und überprüft deren theoretische Gültigkeit empirisch anhand von Fallbeispielen und familienpolitischen Modellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Individualisierungsforderungen, den Auswirkungen von Gender-Mainstreaming, der Rolle des deutschen Ernährermodells und der schwedischen Familienpolitik.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?

Wesentliche Begriffe sind Statusmodell der Anerkennung, partizipatorische Parität, intakte Identitätsbildung, geschlechtliche Ungerechtigkeit und nicht-reformistische Reformen.

Warum wird das Zwei-Verdiener-Modell kritisch betrachtet?

Weil es die strukturelle Dimension der unbezahlten Reproduktions- und Sorgearbeit vernachlässigt und somit für Frauen häufig zu keiner tatsächlichen ökonomischen oder sozialen Verbesserung führt.

Inwiefern ist das deutsche Familienmodell laut der Autorin problematisch?

Deutschland hält durch das Ehegattensplitting und die Ausrichtung auf das Ernährermodell an Strukturen fest, die Kinderlosigkeit begünstigen und die Leistungen von Alleinerziehenden oder Familien mit Kindern unzureichend würdigen.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Fraser-Honneth Kontroverse: Konkurrierende oder komplementäre Gerechtigkeitstheorien?
Universidad
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Curso
HS 15333
Calificación
1,3
Autor
Nadia Zeltzer (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
22
No. de catálogo
V48560
ISBN (Ebook)
9783638452380
ISBN (Libro)
9783656525530
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fraser-Honneth Kontroverse Konkurrierende Gerechtigkeitstheorien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nadia Zeltzer (Autor), 2004, Die Fraser-Honneth Kontroverse: Konkurrierende oder komplementäre Gerechtigkeitstheorien?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48560
Leer eBook
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