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Facetten des Krimis

Title: Facetten des Krimis

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christin Borgmeier (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Wenn es darum geht, Geschichten, die von Verbrechen und deren Aufklärung handeln, zu klassifizieren, begegnet uns im Alltagssprachgebrauch für gewöhnlich der Begriff "Krimi". Konnotationen wie Unterhaltungsliteratur, Trivialität, Massenproduktion, stereotype Charaktere und Handlungen kennzeichnen im Allgemeinen die Auseinandersetzung mit diesem Genre, vor allem wenn es darum gehen soll, den Krimi von der so genannten "hohen Literatur" abzugrenzen. Dennoch sind diesem Gattungszweig in gleicher Weise raffiniert gestaltete, niveauvolle und literarische Kunstwerke zuzurechnen. Geschickte Erzähltechniken und -perspektiven sowie die Verwendung von "round characters", subtile soziale und gesellschaftliche Kritik, existentielle Fragen, fundierte Milieu-Studien u. v. m. lassen sich auch im Krimi platzieren. Das Etikett Krimi allein sagt zunächst noch gar nichts über die Qualität eines jeweiligen Werkes aus.
Nichtsdestotrotz - der Krimi erfreut sich großer Beliebtheit und wird seit seiner Existenz zu jeder Zeit in wirklich allen gesellschaftlichen Schichten gelesen. Warum? Er ist spannend, für jeden verständlich, spricht eine aktuelle Sprache. [Vgl. E. Marsch: S.23] In keiner anderen Gattung wurden bislang so zahlreiche Mengen an Büchern, Hörspielen, TVSerien und Filmen produziert wie im Kriminalgenre, das auch global gesehen am weitesten verbreitet ist. [Vgl. U. Leonhardt: S.269.] Grund genug also, einen Blick auf den Krimi an sich zu werfen.
Wodurch genau aber lässt sich ein Krimi kennzeichnen, was sind seine Besonderheiten und Eigenarten? Ab wann wird der Begriff verwendet, welche Autoren gelten als Wegbereiter von Kriminalliteratur? Welche verschiedenen Tendenzen gibt es? Welche Probleme entstehen beim Versuch einer Definition? Im Folgenden soll der Versuch einer Beantwortung dieser Fragen unternommen werden. Zunächst wird ein Überblick über die Entstehungsgeschichte der Kriminalgeschichte und der entscheidenden ersten Vertreter dieses Genres gegeben.
Daran anschließen wird der Versuch einer Definition des Genres Krimi, wobei in diesem Kontext auch verkürzt und eingeschränkt damit verbundene Schwierigkeiten aufgezeigt werden.
Schließlich wird der Krimi als eine Gattung vorgeführt, die unendlich viele verschiedene Ausprägungen erfahren hat; deshalb ist es unerlässlich, die wichtigsten Subgenres vorzustellen und zu charakterisieren. Hierbei soll aus zeitlicher Perspektive die Weiterentwicklung des Krimis transparent gemacht und die verschiedenen Tendenzen, aufgezeigt werden. Mit eingefügt werden soll ein kleiner Exkurs zur Sprache des amerikanischen "hardboiled"- Krimis.
Seit den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts lässt sich der Krimi nur noch anhand von speziellen Sujets in verschiedene Kategorien einteilen, die hier nur kurz angeschnitten und umrissen werden können.
Verständlicherweise kann es sich im Rahmen dieser Arbeit lediglich um einen unvollständigen Überblick handeln - die "Kriminalgeschichte" als Forschungsthema würde Bände füllen, viele Spezialthemen sind eine genauere Untersuchung wert, auch einzelne Erzählungen - gerade der neueren Krimiliteratur - unter konkreten Gesichtspunkten zu analysieren, wäre sicherlich reizvoll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführende Gedanken zur kriminalistischen Literatur

II. Kennzeichen des Krimis

1. Ursprünge, Wegbereiter und Entwicklungen

2. Definition

III. Subgenres des Krimis

1. Einführung

2. Die analytische Detektivgeschichte

3. Der pointierte Rätselroman

4. Der „hard-boiled“-Krimi

5. Exkurs: Die Sprache im „hard-boiled“-Krimi

6. Der psychologische Kriminalroman

IV. Neuere Sujets des Krimis – ein Ausblick

1. Psycho-Thriller à la Patricia Highsmith

2. Police Procedural

3. Agenten- und Spionagethriller

V. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit gibt einen systematischen Überblick über die Entwicklung und die vielfältigen Ausprägungen der Kriminalgeschichte. Ziel ist es, die Schwierigkeiten einer formalen sowie inhaltlichen Definition des Genres aufzuzeigen und die wichtigsten Subgenres anhand populärer Autoren und Ermittlerfiguren charakterisierend vorzustellen.

  • Historische Herleitung und Wegbereiter der Kriminalliteratur
  • Strukturelle Abgrenzung zwischen Detektivgeschichte und Thriller
  • Analyse prägender Subgenres wie dem "hard-boiled"-Krimi und dem psychologischen Kriminalroman
  • Untersuchung sprachlicher Besonderheiten und Erzähltechniken im Genre
  • Diskussion über moderne Sujets und die Vielseitigkeit des Kriminalromans

Auszug aus dem Buch

4. Der „hard-boiled“-Krimi

Im vollkommenen Gegensatz zu der vorherigen Tendenz der Kriminalgeschichte steht die amerikanische „hard-boiled school“, die sich in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts zuerst in Kalifornien entwickelt. Der englische Ausdruck „hard-boiled“ steht für „hartgekocht“, „hartgesotten“, „ausgekocht“ und ist auch gleichzeitig Programm. Für die Vertreter dieser Schule ist der klassische Detektivroman ein zu künstliches, an der Realität vorbei gehendes Konstrukt, viel zu empfindlich, nachsichtig und schonungsvoll, was die Darstellung der Wirklichkeit betrifft. Die bekanntesten Autoren dieser Form von Kriminalromanen sind mit Dashiell Hammett und Raymond Chandler genannt.

Dieses spitze Zitat drückt sehr treffend die Einstellung gegenüber dem englischen „Häkelkrimi“ aus, der die Augen vor der harten, rauen Realität des Untergrunds, des organisierten Verbrechens verschließen will. In den „hard-boiled“-Krimis ist die finstere, anonyme und gefahrenvolle Großstadt Schauplatz der Handlung. Handgreiflichkeiten, Gewalt und die Verwendung von Waffen sind hier an der Tagesordnung. Sprache und Umgangsweisen sind dementsprechend grob, rüde, rücksichtslos und direkt.

Nichtsdestotrotz sind in dieser Untergattung noch bestimmte Strukturelemente der gewohnten Detektivgeschichte erhalten: die Verbrechensaufklärung – bei der es nun oft um eine Reihe von Taten geht – und die Ermittlung eines Täters oder mehrerer Verbrecher. Da dem Leser allerdings eine größere Dosis Gewalt vor Augen geführt wird, bleibt es nicht aus, dass ihm die Identität des Gangsters schon recht bald bekannt ist bzw. schnell erkennt, wer der Seite des Bösen angehört.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführende Gedanken zur kriminalistischen Literatur: Das Kapitel führt in das Genre ein, räumt mit dem Vorurteil der Trivialliteratur auf und begründet die anhaltende gesellschaftliche Relevanz des Krimis.

II. Kennzeichen des Krimis: Es werden die historischen Vorläufer, wie die „gothic novel“, und die Entwicklung polizeilicher Strukturen sowie der erste „echte“ Krimi von Edgar Allan Poe behandelt.

III. Subgenres des Krimis: Dieses Kapitel differenziert zwischen den verschiedenen Ausprägungen wie der Detektivgeschichte, dem Rätselroman, dem „hard-boiled“-Krimi, seiner spezifischen Sprache und dem psychologischen Kriminalroman.

IV. Neuere Sujets des Krimis – ein Ausblick: Hier werden moderne Entwicklungen wie der Psycho-Thriller, das Police Procedural sowie Agenten- und Spionagethriller in den Fokus gerückt.

V. Fazit: Das Fazit resümiert die enorme Anpassungsfähigkeit des Genres und betont dessen Potential für anspruchsvolle Literatur.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Detektivgeschichte, hard-boiled, Thriller, Psychologischer Kriminalroman, Verbrechen, Aufklärung, Whodunit, Sherlock Holmes, Patricia Highsmith, Raymond Chandler, Genreentwicklung, Kriminalliteratur, Erzählstruktur, Subgenre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die Definitionsschwierigkeiten und die verschiedenen Subgenres des Kriminalromans im internationalen Vergleich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Abgrenzung zwischen klassischer Detektivgeschichte und hartem Thriller, die Rolle der Ermittlerfiguren sowie die Einordnung der Kriminalliteratur in den Kontext anspruchsvoller Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist ein strukturierter Überblick über die Vielfalt des Kriminalgenres, um die inhaltlichen Charakteristika verschiedener Strömungen transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer gattungsgeschichtlichen und systematisierenden Analyse, bei der typische Merkmale anhand prominenter Autoren und Werke illustriert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursprüngen, die detaillierte Vorstellung der wichtigsten Subgenres wie dem "hard-boiled"-Stil und psychologischen Romanen sowie einen Ausblick auf neuere Sujets.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Kriminalroman, Whodunit, hard-boiled, Detektivgeschichte, psychologische Krise und Gattungsentwicklung sind zentral für die Untersuchung.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen dem klassischen Detektivroman und dem "hard-boiled"-Krimi laut der Autorin?

Während die klassische Detektivgeschichte auf intellektuelle Analyse und Rätsellösung setzt, steht beim "hard-boiled"-Krimi die raue Realität, das "Action"-Element und die physische Gefährdung des Ermittlers im Vordergrund.

Wie unterscheidet sich der psychologische Kriminalroman von der Detektivgeschichte?

Im psychologischen Kriminalroman steht nicht die Identität des Täters ("Whodunit") im Fokus, sondern die psychologischen Beweggründe und die Hintergründe der Tat ("Warum").

Welche Rolle spielen Sprache und Vergleich in der "hard-boiled"-Schule?

Die Sprache dient als aggressives Mittel der Verteidigung und Bedrohung; zudem werden durch materielle Metaphern und bissige Vergleiche eine düstere und zynische Atmosphäre geschaffen.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Facetten des Krimis
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Christin Borgmeier (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V48592
ISBN (eBook)
9783638452601
ISBN (Book)
9783638597678
Language
German
Tags
Facetten Krimis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christin Borgmeier (Author), 2005, Facetten des Krimis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48592
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