Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Herrschertode bei Widukind von Corvey Konrad I. und Heinrich I.

Title: Herrschertode bei Widukind von Corvey  Konrad I. und Heinrich I.

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Mirko Jungkunz (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Widukind von Corvey, Mönch und Geschichtsschreiber stammte so wie es der Name andeutet wahrscheinlich aus sächsischen Hochadel. „ Der nicht gerade häufige Name Widukind erlaubt vielleicht sogar, in d em Geschichtsschreiber einen Nachfolger des gleichnamigen Sachsenherzogs zu erblicken ...“ Gegenstand meiner Untersuchungen hinsichtlich der von Widukind beschriebenen Herrschertode, wird die um 967/968 verfasste Sachsengeschichte sein, die wie kaum ein anderes Geschichtswerk des Mittelalters, die Aufmerksamkeit der neueren Forschung auf sich zog. Da die Grundlagen zur Entstehung der deutschen Nation in den zeitlichen Bereich des von Widukind Geschilderten fallen, ist vor allem die Rezeption der Sachsengeschichte im Zeitalter des Nationalsozialismus erheblich angestiegen, was nur zu deutlich wird, begibt man sich auf Recherche nach Sekundärliteratur zum Wirken Widukinds. Hierin deutet sich eine grundsätzliche Unsicherheit in bezug auf die Glaubwürdigkeit Widukinds an, da neben der Tatsache, dass er seiner Herkunft aus sächsischen Hochadel wohl auch durch Wertung im Werk Ausdruck verlieh, auch durch die immer wieder auftauchenden dramatischannekdotischen Mittel der Eindruck entsteht, dass Widukinds Sachsengeschichte genauso intentional geschrieben, wie verstanden wurde.
„ Im Hinblick auf ihren Wert für ihre Faktengeschichte werden insbesondere die Schriften Widukinds von Corvey [...] stark kritisiert und damit marginalisiert, können die schreibenden Mönche doch wiederholt bei allerlei Unwahrheiten, verfälschten Erzählungen oder Geschichtskonstruktionen ertappt werden.“ Die aktuelle Forschungsdiskussion geht, auch ohne die Gültigkeit der eben dargestellten nötigen Vorsicht zur Glaubwürdigkeit historischer Fakten bei Widukind völlig zu leugne, dennoch von einem wahren Kern der widukindschen Geschichtsschreibung aus. Auch sei Widukinds Werk „kein Moment liudolfingischer Hausüberlieferung, trotz der Verhaftung in gentilen Traditionen und trotz des Stolzes auf den neuen Rang der sächsischen Völker und seiner Könige.“7

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Die widukindsche Geschichtsschreibung

II. 1. Der Tod Konrads I. und seine Darstellung bei Widukind von Corvey

II. 1. 1. Biographisches zu Konrad I.

II. 1. 2. Die Darstellung des Todes Konrads I. in der Sachsengeschichte Widukinds

II. 2. Der Tod Heinrichs I. und seine Darstellung bei Widukind von Corvey

II. 2. 2. Biographisches zu Heinrich I.

II. 2. 2. Die Darstellung des Todes Heinrich I. bei Widukind

III.1. Schluss: Werksimmanente und allgemeine Unterschiede der Todesdarstellungen Konrads I. und Heinrich I.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Herrschertoden in der Sachsengeschichte des Widukind von Corvey, wobei der Fokus exemplarisch auf den Todesfällen von Konrad I. und Heinrich I. liegt. Ziel ist es, Widukinds historische Berichterstattung vor dem Hintergrund seines Bewusstseins als sächsischer Geistlicher kritisch zu beleuchten, die intentionale Auslegung der Ereignisse freizulegen und die Bedeutung dieser Todesdarstellungen als Mittel der politischen Legitimation sowie als Ausdruck zeitgenössischen Geschichtsverständnisses zu hinterfragen.

  • Widukind von Corvey als Geschichtsschreiber des 10. Jahrhunderts
  • Die Darstellung des Todes Konrads I. als Wendepunkt zur sächsischen Dynastie
  • Die Darstellung des Todes Heinrichs I. und die Etablierung der Individualsuksession
  • Mittelalterliche Herrschertode als Instrumente der politischen Legitimation
  • Vergleich der widukindschen Darstellungen mit aktuellen historischen Erkenntnissen

Auszug aus dem Buch

II. 1. 2. Die Darstellung des Todes Konrads I. in der Sachsengeschichte Widukinds

Um die Stellung des widukindschen Berichts deutlich in seiner Wichtigkeit zu erkennen, sei verweisen auf die Tatsache, dass „ für den Herrschaftsübergang von den Karolingern auf die neue sächsische Dynastie[...] bisher Widukind der „Kronzeuge“ der historischen und rechtshistorischen Forschung [ ist MJ].“

Widukind erwähnt den letzten Feldzug Konrads I. gegen die aufständischen Bayern. Dieser scheiterte und infolgedessen wurde der Bruder Konrads I., Eberhard aus Bayern vertrieben und Konrad I. selbst, trug die Verletzung davon, an der er dann am 23. Dezember 918 auch starb.

„ Der König aber zog nach Bayern und kämpfte mit Arnulf, wurde hier -wie einige berichten verwundet und kehrte in seine Heimat zurück.“

Durch die bei Widukind aufzufindende Einschränkung hinsichtlich der Verwundung Konrads und der sofortigen Betonung, nicht alleine Krankheit, sondern das Dahinschwinden des anfänglichen Glücks, wird ersichtlich welcher inneren Kausalität mit festgelegtem Ziel Widukind folgt. Denn primär die Einsicht vom Verlust des Glücks, nicht das Leid, lässt Konrad den Entschluss fassen, die Königsherrschaft an Heinrich abzugeben. Glück muss hier und dies zeigt sich in der darauffolgenden Rede Konrads, als Symbol göttlichen Zuspruchs gedeutet werden. Für einen König, als Bindeglied zwischen Gott und Volk, bedeutet dieser Verlust des Zuspruchs Gottes, dann folglich auch den Verlust des Anspruches auf die Königsherrschaft. Explizit wird dies von Widukind geschildert, indem er Konrad sagen lässt, daß „ wir [ Konrad und sein Bruder Eberhard ] können, Bruder, Truppen und Heere aufbieten und anführen, wir haben Burgen und Waffen nebst den königlichen Insignien und alles was die königliche Würde erheischt, außer Glück und Befähigung.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die widukindsche Geschichtsschreibung: Dieser Abschnitt führt in die Person Widukind von Corvey ein und diskutiert die Glaubwürdigkeit seines Werkes, insbesondere im Kontext seiner sächsischen Herkunft und der intentionalen Ausrichtung der Sachsengeschichte.

II. 1. Der Tod Konrads I. und seine Darstellung bei Widukind von Corvey: Das Kapitel analysiert die biographischen Grundlagen Konrads I. sowie die Art und Weise, wie Widukind dessen Tod als Einsicht in den Verlust göttlichen Glücks und somit als legitimen Übergang der Königsherrschaft an Heinrich I. darstellt.

II. 2. Der Tod Heinrichs I. und seine Darstellung bei Widukind von Corvey: Hier werden die biografischen Hintergründe Heinrichs I. beleuchtet und Widukinds Darstellung seines Todes untersucht, wobei insbesondere die knappe Schilderung und die Bedeutung der Individualsuksession im Vordergrund stehen.

III.1. Schluss: Werksimmanente und allgemeine Unterschiede der Todesdarstellungen Konrads I. und Heinrich I.: Das Schlusskapitel vergleicht die untersuchten Todesszenen und ordnet sie in den weiteren Kontext des Wandels des mittelalterlichen Todesverständnisses und der Bedeutung der 'memoria' ein.

Schlüsselwörter

Widukind von Corvey, Sachsengeschichte, Konrad I., Heinrich I., Herrschertod, Mittelalter, Geschichtsschreibung, ottonische Dynastie, Legitimation, Memoria, sächsischer Hochadel, Individualsuksession, Herrschaftsverständnis, politische Ideologie, Mittelalterliche Historie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schilderungen von Herrschertoden in der Sachsengeschichte von Widukind von Corvey, wobei der Fokus auf dem Übergang der Macht von Konrad I. auf Heinrich I. liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die historische Glaubwürdigkeit von Widukinds Aufzeichnungen, die Verknüpfung von Herrschaft und göttlicher Legitimation sowie die Entwicklung einer sächsischen Identität im Geschichtsbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie und warum Widukind die Todesereignisse seiner Herrscher darstellt, um sie als Ausdruck seines zeitgenössischen politischen Bewusstseins zu deuten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung basiert auf einer quellenkritischen Analyse der Texte Widukinds im Vergleich zur modernen historischen Forschung sowie einer ideengeschichtlichen Einordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Darstellung des Todes Konrads I. und Heinrichs I., wobei insbesondere die Rolle von Glück, Befähigung und die Vermeidung von Konflikten in der Darstellung hervorgehoben werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Herrschertod, Widukind von Corvey, Legitimation, Sachsengeschichte und Memoria.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Konrad I. zu der von Heinrich I. bei Widukind?

Während bei Konrad I. der Verlust des göttlichen Glücks und der Verzicht auf die Macht im Vordergrund stehen, zeichnet Widukind den Tod Heinrichs I. extrem kurz und fokussiert stattdessen auf die Taten und den stabilen Machtübergang an seinen Sohn Otto.

Welche Bedeutung hat die "memoria" in diesem Kontext?

Die 'memoria' beschreibt den Wandel im Umgang mit dem Tod im Mittelalter, weg von einer passiven Erinnerung hin zu einem aktiven, lebensbestimmenden Impuls, der bei Widukind im Vergleich zu späteren Chronisten noch in einer frühen Phase steckt.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Herrschertode bei Widukind von Corvey Konrad I. und Heinrich I.
College
University of Bamberg
Course
Herrschertode im Mittelalter
Grade
1,3
Author
M.A. Mirko Jungkunz (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V48612
ISBN (eBook)
9783638452748
Language
German
Tags
Herrschertode Widukind Corvey Konrad Heinrich Herrschertode Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Mirko Jungkunz (Author), 2003, Herrschertode bei Widukind von Corvey Konrad I. und Heinrich I., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48612
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint