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Formen der Grundherrschaft im frühen Mittelalter

Title: Formen der Grundherrschaft im frühen Mittelalter

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Folko Damm (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„,Unter dem Krummstab ist gut wohnen’“1: Diese prägnante Aussage spiegelt die Vorstellung wieder, die von den Lebensumständen in geistlichen Grundherrschaften des Mittelalters (deren Inhaber oft Bischöfe waren, daher die Metapher Krummstab)entstanden ist. Doch hat dieser Typus der komplexen, aus wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Komponenten bestehenden Organisationsform Grundherrschaft dieses positive Attribut verdient? Wie gestalteten sich die Verhältnisse in anderen Grundherrschaften? Diese Überlegungen führten zu der übergeordneten Fragestellung „Welche Aussagen lassen sich über die Belastungen der Familia und ihre Lebensbedingungen in den verschiedenen Grundherrschaften des Frühmittelalters treffen?“, unter der diese Arbeit das Hauptaugenmerk auf die Verpflichtungen der Familia in den Grundherrschaften des frühen Mittelalters legt.
Im darstellenden Teil erfolgen die Erläuterung des Begriffes Grundherrschaft sowie die Skizzierung ihrer Herkunft, Entstehung und Verbreitung. Gegenstand des quellenanalytischen Parts sind das Capitulare de villisund das Lorscher Reichsurbar für die königliche Grundherrschaft sowie das Breve de Noviliaco aus dem Polyptychum des Benediktinerklosters Saint-Germain des Prés für die geistliche Grundherrschaft. Den zentralen Aspekt der Betrachtung bilden hierbei die Abgaben und Frondienste, zu denen sowohl die unfreien, halb- oder minderfreien als auch freien Grundholden als Gegenleistung für die Landleihe ihren Grundherren verpflichtet waren. Zur Konzeption dieser Arbeit ist zu bemerken, dass die adlige Grundherrschaft von der Betrachtung ausgeschlossen bleibt, wofür es zwei Gründe gibt: Zum einen bot dieser Typus ein großes Spektrum verschiedener Ausprägungen, dem im Umfang dieser Arbeit nur schwerlich genüge getan werden kann. Zum anderen ist die Quellenlage wegen mangelnder Überlieferungen nicht ausreichend. Außerdem ist zur Gliederung anzufügen, dass der klassische Typus der Grundherrschaft, das Villikationssystem,im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, weil er im frühen Mittelalter die vorherrschende Organisationsform war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Grundherrschaft im frühen Mittelalter

2.1) Begriffsklärung

2.2) Herkunft der frühmittelalterlichen Grundherrschaft – Spätantike und germanische Tradition

2.3) Entstehung und Verbreitung der frühmittelalterlichen Grundherrschaft

3.) Die Belastungen der Familia in königlichen und geistlichen Grundherrschaften

3.1) Königliche Grundherrschaft

3.1.1) Charakterisierung

3.1.2) Beschreibung der Lebensumstände auf der Basis des Capitulare de villis

3.1.3) Abgaben und Dienste am Beispiel des Lorscher Reichurbar

3.2) Geistliche Grundherrschaft

3.2.1) Charakterisierung

3.2.2) Abgaben und Dienste am Beispiel des Breve de Nuviliaco

4.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und Belastungen der Familia (des grundherrschaftlichen Personenverbandes) im Frühmittelalter. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welche Aussagen sich aus den Quellen über die Verpflichtungen der abhängigen Bauern in königlichen und geistlichen Grundherrschaften treffen lassen.

  • Analyse des Villikationssystems als vorherrschende Organisationsform im 9. Jahrhundert.
  • Quellenkritische Untersuchung des Capitulare de villis für die königliche Grundherrschaft.
  • Auswertung des Lorscher Reichurbars hinsichtlich der Frondienstpraxis.
  • Untersuchung der geistlichen Grundherrschaft am Beispiel des Breve de Nuviliaco.
  • Vergleich der Belastungssituation zwischen freien und unfreien Schichten im sozialen Angleichungsprozess.

Auszug aus dem Buch

3.1.2) Beschreibung der Lebensumstände auf der Basis des Capitulare de villis

Die „Verordnung über die Krongüter und Reichshöfe“ (um 825) Karls des Großen gilt als die Hauptquelle zur königlichen Grundherrschaft. Stellvertretend soll dies mit Rösener belegt werden, der auch nach Einbeziehung der Forschungsdiskussion, die um die Güterverordnung entstanden ist, dem Capitulare de villis „[…] trotz seiner eingeschränkten Geltung einige wichtige Hinweise zur Grundherrschaftsorganisation im Karolingerreich […]“ zuspricht. Das 70 Artikel umfassende Kapitular, welches an die Amtmänner der königlichen Grundherrschaftsverbände adressiert war, galt für den grundherrschaftlich organisierten Besitz, der direkt dem fränkischen Herrscherhaus unterstellt war. Die Intention, die Karl der Große mit der Verfassung dieser Verordnung verband, war die Beseitigung von Missständen innerhalb der Grundherrschaften.

Bereits im zweiten Artikel steht das Wohlergehen der abhängigen Bauern im Vordergrund. Das Element der Fürsorge (s. Kap. 2.1) seitens der Grundherren und das Verbot der Ausbeutung kommen hier unmissverständlich zum Ausdruck: ,Unsere Hofleute sollen wohl versorgt und von niemand in Schuldknechtschaft gebracht werden.’ Beides sind Leitprinzipien, die sich im Kapitular mehrfach niederschlagen. So fordert der letzte Teil des Artikels 50 deutlich, für die nicht eigenständig wirtschaftenden ,Hörigen’, also die unbehausten, auf dem Fronhof ansässigen Knechte, die Versorgung durch den ,Herrenhof’ zu garantieren. Die Lebensgrundlage der Grundholden indes muss durch das geliehene Land abgesichert sein. Der zweite zentrale Aspekt, das Verbot der Ausbeutung, ist besonders prägnant im ersten Teil des dritten Artikels enthalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung nach den Lebensbedingungen der Familia im frühmittelalterlichen Villikationssystem ein und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf königliche und geistliche Grundherrschaften ein.

2.) Die Grundherrschaft im frühen Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Grundherrschaft, ihre spätantiken und germanischen Wurzeln sowie ihre Entstehung und Verbreitung als zentrale Wirtschaftsform.

3.) Die Belastungen der Familia in königlichen und geistlichen Grundherrschaften: Der Hauptteil analysiert spezifische Quellen (Capitulare de villis, Lorscher Reichurbar, Breve de Nuviliaco), um Abgaben und Frondienste in beiden Grundherrschaftstypen zu untersuchen.

4.) Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass sich die Belastungen der Familia zwischen den Grundherrschaftstypen nicht grundlegend unterschieden, da die Lasten primär an das Leiheland und nicht an den sozialen Status gebunden waren.

Schlüsselwörter

Grundherrschaft, Frühmittelalter, Familia, Villikationssystem, Capitulare de villis, Lorscher Reichurbar, Breve de Nuviliaco, Frondienst, Naturalabgaben, Königliche Grundherrschaft, Geistliche Grundherrschaft, Soziale Schichtung, Agrarverfassung, Karolingerzeit, Landleihe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Lebensumstände und die Belastungssituation von bäuerlichen Bevölkerungsgruppen (der Familia) innerhalb der frühmittelalterlichen Grundherrschaftsstrukturen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Villikationssystem, der Vergleich zwischen königlicher und geistlicher Verwaltung sowie die quellenanalytische Untersuchung von Abgaben- und Frondienstpflichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, welche Aussagen sich aus zeitgenössischen Urkunden über die tatsächliche Belastung der Bauern treffen lassen und ob sich diese zwischen kirchlichem und königlichem Grundbesitz unterschieden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenanalytischen Methode unter Einbeziehung historischer Fachliteratur, wobei spezifische Dokumente wie das Capitulare de villis oder das Polyptychum von Saint-Germain des Prés detailliert untersucht werden.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der königlichen Grundherrschaft, gestützt auf das Capitulare de villis und das Lorscher Reichurbar, sowie die Analyse der geistlichen Grundherrschaft anhand des Breve de Nuviliaco.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Grundherrschaft, Frondienst, Villikationssystem, Familia, Frühmittelalter und Agrarverfassung.

Welche Bedeutung kommt dem "Wohlfahrtsgedanken" zu?

Der Autor führt aus, dass dieser besonders in geistlichen Grundherrschaften eine Rolle spielte, während in königlichen Gütern eher ordnungspolitische Aspekte des Capitulare de villis zur Existenzsicherung beitragen sollten.

Inwiefern hat sich die Dienstpraxis im 9. Jahrhundert verändert?

Die Arbeit stellt eine Tendenz zur "Verdinglichung" der Lasten fest, bei der Leistungen zunehmend an das Land gebunden wurden, begleitet von einer Verschärfung der Frondienstpflichten durch die Erweiterung von Stück- zu Zeitdiensten.

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Details

Title
Formen der Grundherrschaft im frühen Mittelalter
College
Technical University of Braunschweig  (Historisches Seminar)
Course
Bäuerliches Leben im Mittelalter
Grade
1,3
Author
Folko Damm (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V48622
ISBN (eBook)
9783638452830
Language
German
Tags
Formen Grundherrschaft Mittelalter Bäuerliches Leben Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Folko Damm (Author), 2005, Formen der Grundherrschaft im frühen Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48622
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