Das Smartphone als Bildmedium und als Ressource zugleich. Ein kontextueller Abriss


Akademische Arbeit, 2017
17 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Die technische Komponente des Smartphones

Die Usability des Smartphones

Das Bildmedium Smartphone im wissenschaftlichen Diskurs

Das Smartphone als Bildmedium und Ressource zugleich

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Das Smartphone dringt immer tiefer in die Lebenswelt der Menschen und entwickelt sich zur zentralen Steuereinheit – zur Fernbedienung für das gesamte Leben.“1

Das Smartphone erhält Einzug in unseren Alltag. Diese Mulitfunktionsgerät, das durch anfängliche technische Schwierigkeiten bei vielen nicht allzu beliebt war, hält mittlerweile jeder dritte Deutsche in den Händen. Telefonieren und SMS schreiben ist natürlich weiterhin möglich, jedoch sind es die vielen zusätzlichen Anwendungen, die diese Geräte so beliebt machen.

Der Benutzer hat die Möglichkeit jederzeit online zu sein, um sich mit Informationen zu versorgen oder Freunde virtuell über soziale Netzwerke zu treffen. Die Technologien der Geräte sind weit fortgeschritten, sodass Fotos und Videos, wie auf einem Fernsehgerät oder Computer konsumiert werden können. Smartphones sind komplexe Organizer, die jeder für seine eigenen Ansprüche konfiguriert, um immer am Puls der Zeit zu sein. Die fortschrittliche Technik ermöglicht es heutzutage brillante Displays und Audio-Umgebungen für den Anwender bereit zu stellen. Das Smartphone ist ein Verbindungsglied zwischen Umwelt und Onlinewelt. Es ist ein Multitool mit diversen nützlichen Anwendungen im Alltag.

Dem Benutzer wird die Möglichkeit gegeben, immer „online“ zu sein und sich zu jederzeit und an jedem Ort zu informieren, mit seinen Freunden über diverse Plattformen zu kommunizieren oder auf Daten aus dem Internet zuzugreifen. Jeder dritte in Deutschland besitzt bereits ein Smartphone und die Zahl steigt stetig. Durch steigende Übertragungstechniken(LTE) wird die Verwendung von Bewegtbild auf mobilen Geräten ansteigen.

Die Videonutzung auf mobilen Endgeräten wird neben dem Fernsehen zum Massenprodukt. Die Anwendung hat viel mit dem Fernsehen zu tun. Wird bei Filmen auf dem TV-Gerät Werbung gesendet wird, greift man schnell zum mobilen Gerät und holt sich darüber Zusatzinformationen zur Sendung. Morgens zum Wachwerden oder auf dem Weg zur Arbeit informiert man sich gern über die aktuellen Nachrichten aus aller Welt und dem Sport, zum Beispiel mit der APP der Tagesschau. Ebenso wird kurz vor dem Einschlafen noch ein kurzes Video auf YouTube oder eine verpasste Serie in den zahlreichen Mediatheken der Fernsehsender geschaut.2

Das persönliche Fernsehen bietet die Möglichkeit an jedem Ort und zu jeder Zeit ein auf den Benutzer zugeschnittenes TV-Programm zu nutzen. Es werden Sendungen vorgeschlagen und auf jedem beliebigen Medium(Fernseher, Rechner, Tablet oder Smartphone) wiedergegeben. Zudem können verpasste Sendungen wiederholt angesehen werden. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten Sendungen zu bewerten und so für andere Zuschauer attraktiver zu machen. Diese und viele weitere Nutzungsbeispiele werden in Zukunft normal in unserem Alltag sein. Im Kontext dieser Arbeit soll die Eigenschaften von Smartphones aufgeführt werden, um einen Überblick über die Technik und die Voraussetzungen für die Akzeptanz – und den daraus resultierenden wachsenden Einfluss auf unsere Gesellschaft darzustellen.

Die technische Komponente des Smartphones

Smartphones sind kleine „Alleskönner“. Sie sind mit modernen Prozessoren ausgestattet und haben mittlerweile eine Rechenleistung erreicht, wie Notebook vor einigen Jahren. Der Markführer in Bezug auf Design und Technik war lange Zeit das iPhone von Apple, aber die Konkurrenz entwickelte sich stetig und holte auf.

Die Unterschiede liegen derzeit kaum noch in der verwendeten Technik, sondern vielmehr im Betriebssystem. Der Bedienkomfort steigt, Touchscreens reagieren exakter auf Berührung. Das Kippen des Bildes beim Drehen und andere Techniken sind in der Zwischenzeit Standard bei allen Geräten geworden. Die Displays von Smartphones haben die Größe von 4,5 Zoll, bis zu einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel, erreicht. In Zukunft wird durch verbesserte Technologien auch Full-HD möglich werden. Durch Mehrkernprozessoren und Arbeitsspeicher von 512 MB bis 1GB werden hochauflösende Videos oder Spiele ruckelfrei wiedergegeben. Die integrierten Kameras können locker mit Mittelklasse-Digitalkameras mithalten und Fotos mit einer Auflösung bis 8 Megapixel und Videos bis 1920 x 1080 Pixel nehmen. Der interne Speicher wächst durch größere Datenmengen stetig und ist mit SD-Karten beliebig bis 64 GB erweiterbar werden. Bluetooth, WLAN, verschiedene Sensoren und GPS-Ortung sind mittlerweile bei allen Geräten Standard. Hierdurch lassen sich Smartphones mit unterschiedlichen Geräten verbinden. Videoausgänge u.a. HDMI lassen den mobilen Alleskönner zum Musik und Videoplayer avancieren.

Die Kopfhörerindustrie hat die fehlende Technik durch hochwertige Kopfhörer für den mobilen Genuss optimiert. Neueste Geräte verfügen ebenfalls über die Möglichkeit Stereo-3D-Inhalte ohne Brille wiederzugeben. Der Akku muss diese Techniken unterstützen, mittlerweile können Akkus bis zu fünf Stunden unter Volllast durchhalten. Die gängigen Betriebssysteme liefern die drei großen Hersteller für Computer-Betriebssysteme, Apple, Windows und Google. Die Entscheidung zum Kauf hängt mit der Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit von diesen Systemen ab.

Die Usability des Smartphones

Smartphones sind multifunktionelle Geräte, die Handy und Computer vereinen. Der Nutzer wird mit einer Vielzahl von Funktionen konfrontiert. Neben Telefonieren, SMS, MMS, Webbrowser, Fax und Videotelefonie kann er auch persönliche Dinge wie Adressbuch, Terminkalender oder Geburtstagslisten verwalten. Mediendienste wie Kamera, Mp3-Player oder Video-Player sind Standard. Hinzu kommen viele Anwendungen (Apps), die entweder schon installiert oder auf Online-Plattformen erhältlich sind, hierzu zählen Navigationssysteme, Spiele und viele Tools zum individuellen Konfi gurieren des Smartphones. Inwieweit Anwender diese Möglichkeiten nutzen, bleibt offen. Umfragen haben ergeben, dass die traditionellen Funktionen (Telefon, SMS/MMS) immer noch an erster Stelle stehen, danach folgen mit großem Abstand die neuen Möglichkeiten wie im Internet surfen oder E-Mails versenden. Warum werden diese Funktionen nicht angenommen?

Zu viele Geräte haben eine unübersichtliche Menüführung oder kleine Tastatur, die das Schreiben von E-Mails erschweren. Zusätzliche Anwendungen wie Videoplayer werden kaum verwendet, weil einerseits die Akkuleistung bei einer Vielzahl der Geräte nicht ausreichend für einen langen Filmgenuss ist und andererseits die Angebote an mobilen Bewegtbildern überschaubar sind. Weiterhin tragen die langsamen Internetverbindungen außerhalb von Büro und Zuhause, die einen guten Download oder Stream verhindern, zur Ablehnung bei. In den nächsten Jahren werden diese negativen Punkte für Bewegtbilder auf dem Smartphone reduziert, die Geräte werden technisch zunehmend besser und an die eigenen Bedürfnisse anpassbar. Neue Mobilfunkstandards verbessern das Surfen in der Stadt und auf dem Land.

Die Eigenschaften der mobilen Medien zeichnen sich durch den nicht ortsgebundenen Internetzugang aus. Das Touch-Display, welches auf Berührungen reagiert, und das mobil optimierte Betriebssystem sind weitere Merkmale.3 Zur weiteren Klassifikation gehören neben der Ortsunabhängigkeit, die Lokalisierbarkeit und Erreichbarkeit. Diese drei Attribute lassen sich anhand der jeweiligen Ausprägung mittels eines Acht-Quadranten-Modells für verschiedene Endgeräte einordnen. Devices, die eine hohe Ausprägung auf allen drei Achsen besitzen, gehören demnach zu mobilen Endgeräten. Folglich lässt sich erkennen, dass vor allem Smartphones und Mobiltelefone dem Medium zugeordnet sind. In der Branche werden jedoch auch Tablet-PCs, wie das iPad von Apple oder das Surface von Microsoft, den mobilen Endgeräten zugeordnet, obwohl diese Geräte in der Regel nicht immer mitgeführt werden.4

Neueste Technologien, so genannte Wearables, sind Accessoires wie Uhren, Fitnessarmbänder oder Brillen, und tragen zur Erweiterung der Funktionen bei. Sie funktionieren in der Regel mit der Kopplung des Smartphones und werden zu den mobilen Endgeräten gezählt, sofern sie die oben genannten Eigenschaften aufweisen.5

Heute noch skeptische Nutzer werden viel mehr Zeit unterwegs online verbringen. Entscheidend für die Usability von Smartphones sind aber die Inhalte der Apps und aufrufbaren Internetseiten. Sind diese für das mobile Zeitalter erstellt worden und lassen sie sich genauso bedienen wie auf einem Laptop oder Desktop-PC? Immer mehr Unternehmen optimieren ihren Internet-Auftritt für mobile Geräte. So sollte nicht nur das Layout für Smartphones angepasst werden, sondern auch der Inhalt mit Texten, Bildern oder auch dem Bewegtbild. Entscheidend hierbei ist wiederum, inwieweit das Display des Gerätes dies zulässt.

Das Bildmedium Smartphone im wissenschaftlichen Diskurs

Das Smartphone ist mittlerweile weit verbreitet in der Gesellschaft. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Statista besaßen im Jahr 2015 44 Millionen Deutsche ein Smartphone.6 So kann davon ausgegangen werden, das mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung immer Zugriff auf moderne Technik haben und auch dauerhaften Internetzugang. So wächst das Zusammenspiel zwischen Mobilität und Kommunikation – und ein neues Kommunikationsmodell entsteht durch den Zusammenhang zwischen der räumlichen und der zeitlichen Ebene – das sogenannte Interspace.7 Dieser bezieht sich auf den Raum und die Zeit zwischen zwei getrennten, sich aber aufeinander aufbauenden Ereignissen. Gemeint ist der Zeitraum zwischen der eigentlichen Arbeit, dem zu Hause und dem sozialen Leben/Umfeld, welcher als eigenständiger Raum-Zeit Komplex betrachtet wird, in dem eigene komplexe Prozesse stattfinden. Zum Interspace zählt unter anderem auch die Fahrt mit einem öffentlichen Transportmittel / beziehungsweise der einfache Spaziergang von z.B. der Arbeit nach Hause.

Es ist zu beobachten, dass hier der Anteil der direkten Kommunikation, beziehungsweise die Interaktion untereinander mehr und mehr abnimmt – das Smartphone jedoch als Zeitvertreib mehr und mehr aufkommt. So werden persönliche Kontakte gepflegt, Allgemeinbildung betrieben – oder zur persönlichen Beschäftigung Freizeitaktivitäten mithilfe des Handys genutzt. Während Menschen unterwegs sind, ist dieses Phänomen deutlich ausgeprägter als im bekannten sozialen Umfeld. Der Schlüssel für diesen inflationären Aufschwung des Handys als Massenmedium ist dabei in der historischen Entwicklung von sogenannten „portables“ zu finden. Im Zuge der technischen Innovation im 20. Jahrhundert wurden bereits viele andere Haushaltsgeräte so weiterentwickelt, dass eine ständige Benutzung außerhalb der eigenen Wohnung möglich ist.

[...]


1 Verfasser unbekannt, GOLDMEDIA TRENDMONITOR 2012, Trends in den Bereichen Medien, Entertainment, Internet, Social Media und Telekommunikation, S.1.

2 Vgl. Verfasser unbekannt, GOLDMEDIA TRENDMONITOR 2012, Trends in den Bereichen Medien, Entertainment, Internet, Social Media und Telekommunikation, S.3.

3 Vgl. Wächter Mark: Mobile Strategy, Marken- und Unternehmensführung im Angesicht des Mobile Tsunami, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2016, S.13ff

4 Vgl. Tscherisch, Markus: Mobile-Zeitgeist.com, 2010, verfügbar unter:

http://www.mobile-zeitgeist.com/2010/03/09/was-ist-ein-mobiles-endgeraet/

(18.03.2017), o.S.

5 Vgl. Wächter Mark: Mobile Strategy, Marken- und Unternehmensführung im Angesicht des Mobile Tsunami, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2016, S.13ff

6 BITKOM (2015): 44 Millionen Deutsche nutzen ein Smartphone, URL: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/44-Millionen-Deutsche-nutzen-ein-Smartphone.html (zuletzt abgerufen am 16.03.2017).

7 Hulme, Michael, und Anna Truch. „The Role of Interspace in Sustaining Identity.“ In Knowledge, technology, & Policy Vol. 19(1), 2006: S.45–53.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Smartphone als Bildmedium und als Ressource zugleich. Ein kontextueller Abriss
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,8
Autor
Jahr
2017
Seiten
17
Katalognummer
V486541
ISBN (eBook)
9783668966192
Sprache
Deutsch
Schlagworte
smartphone, bildmedium, ressource, abriss
Arbeit zitieren
Oliver Wendt (Autor), 2017, Das Smartphone als Bildmedium und als Ressource zugleich. Ein kontextueller Abriss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486541

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