Die Vorspanne von "The Wire" und "Veep" im Vergleich. Eine genreübergreifende Untersuchung der Variation im Serienvorspann


Hausarbeit, 2017
11 Seiten, Note: 2,2

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Hauptteil
Der Vorspann – Definition und Hintergründe
Informationen zur Serie „The Wire“
Der Vorspann von „ The Wire“
Der Vorspann von The Wire - Eine semantische Analyse
Das Intro der Serie „Veep“
Der Vergleich der Vorspanne von „The Wire“ und „Veep“

Fazit

Literaturverzeichnis
Bücher
Internetquellen
Medienproduktionen
Film/Fernsehen
Musik

Einleitung

„Es ist der Vorspann, der den Eintritt des Zuschauers in die Fiktion überhaupt erst ermöglicht.“[1]. In unserer heutigen Mediengesellschaft, die von vielen verschiedenen Medienformaten geprägt ist, ist das Format des Vorspanns in nahezu jeder Filmproduktion enthalten. Diese Fiktion, die jede Film/Serienproduktion enthält, ermöglicht die Verortung und Kontextualisierung von Rezeptionen.

Aus diesem Anlass wird die hier vorliegende Arbeit mit dem Titel „Die Vorspanne von „ The Wire“ und „Veep“ im Vergleich – Welche Relevanz zum Gesamtkontext der Serien besteht? “ einen Blick auf den Vorspann der amerikanischen Fernsehserien „ The Wire “ und „ Veep“ werfen. Nach einer Definition des Begriffes des Vorspanns, sowie einer kurzen Einführung in die Inhalte der Serie, beginnt die Untersuchung. Diese enthält eine inhaltliche Beschreibung der Eingangssequenz, auf der die Analyse aufbaut. Die darauf folgende Ausführung beschreibt die Zusammenhänge zwischen dem Gesamtkontext der Serie und dem Inhalt des Vorspanns. Anschließend folgt eine Beschreibung des Vorspanns der amerikanischen Fernsehserie „ Veep“, aus der ein Vergleich beider Produktionen folgt. Dieser Vergleich versucht eine Antwort, auf die eingangs gestellte Frage dieser Arbeit, zu finden. Dabei liegt der Fokus auf der Thematik, ob sich die unterschiedlichen Rezeptionen beider Serien auch im Vorspann wiederspiegeln. Die schlussendliche Verortung der Ergebnisse der Untersuchung stellt das Fazit dar.

Als Textgrundlage dient dabei unter anderem „Das Buch zum Vorspann. The title is a shot“, herausgegeben von Alexander Böhnke, sowie der Aufsatz von Jens Schröter mit dem Titel „ The Wire. Szene performativer Mediatisierung“ aus dem Sammelband Performativität und Medialität Populärer Kulturen, herausgegeben von Jürg Ahrens.

Hauptteil

Der Vorspann – Definition und Hintergründe

Der Beginn einer Serie oder eines Films wird in der Regel durch einen Vorspann eröffnet. Während Filme oftmals nur die Logos der beteiligten Produktionsfirmen zeigen, verwenden Fernsehserien meist ein Intro, das manchmal sofort, manchmal erst nach einem kurzen, handlungsbezogenen Ausschnitt der Episode beginnt. Dabei schafft ein Vorspann eine Kontinuität, der einer Serie durch die, meist staffelübergreifend nahezu unveränderte Form, Wiedererkennungswert gibt. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Vorspann von zwei Fernsehserien.

Ein Vorspann besitzt zwei verschiedene Aufgaben. Einmal findet eine Benennung der Personen, die an der Produktion beteiligt waren, statt. Hier werden die wichtigsten Darsteller und Produzenten aufgelistet. Des Weiteren kann eine Einführung in das Umfeld der Serie und die damit verbundene Geschichte erfolgen. Beide verschiedenen Aufgaben müssen nicht in jedem Vorspann enthalten sein, allerdings ist oft der Fall, dass beide Bereiche miteinander verbunden werden. So werden innerdiegetische Einstellungen des Serieninhaltes mit Einblendungen der Namen der Darsteller und Produzenten gekoppelt. Diese Koppelung ermöglicht eine erste Verortung des Kontextes – und kann bereits zum Verständnis des Inhaltes dienen.[2]

Informationen zur Serie „The Wire“

Gegenstand dieser Hausarbeit ist unter anderem die US-amerikanische Fernsehserie „The Wire“. Sie wurde von 2002 bis 2008 produziert, sowie ausgestrahlt und spielt in der amerikanischen Stadt Baltimore, in der auch die Dreharbeiten stattfanden. Baltimore wurde ausgewählt, da einer der Produzenten, David Simon, dreizehn Jahre lang für die Baltimore Sun, eine ortsansässige Tageszeitung, arbeitete. Neben ihm produzierten Robert F. Colesberry in den ersten drei Staffeln, sowie Nina Kostroff Noble in den Staffeln drei bis fünf, Teile der Serie.

Die Serie ist in fünf Staffeln gegliedert. Es existieren insgesamt 60 Folgen, die sich unterschiedlich auf die verschiedenen Staffeln aufteilen. Der Handlungsort aller Staffeln ist Baltimore und viele der Handlungsfiguren bleiben staffelübergreifend erhalten. Jede Staffel enthält einen Handlungsschwerpunkt. Während die erste Staffel den Drogenhandel in Baltimore beschreibt, handelt die zweite Staffel von Drogen- und Menschenschmuggel im Hafen der Stadt. Staffel drei und vier thematisieren die Politik und das Schulsystem in Baltimore, während die fünfte Staffel mit der Arbeit der Baltimore Sun die Serie abschließt.[3]

Jede Episode der Staffel weist eine ungefähre Laufzeit von einer Stunde auf und durch diese, für Fernsehserien überdurchschnittlich lange Laufzeit, ergibt sich eine besondere Rezeption. Die Serie weist eine realistisch wirkende Figurenzeichnung auf, da komplexe Beziehungen aufgebaut werden. Es ist auch unüblich, dass diese Personenkonstellationen staffelübergreifend verstärkt und ungewöhnlich intensiv entwickelt werden und somit sind die Folgen unmittelbar inhaltlich miteinander verknüpft und es existiert keine explizite Dramaturgie in jeder Episode.[4]

Diese auffällige Rezeption scheint einer der Gründe zu sein, das die Serie bei der TV-Ausstrahlung im amerikanischen Pay-TV Sender HBO kein kommerzieller Erfolg wurde. Erst die Veröffentlichung als DVD-Sammlung sorgte für mehr Aufmerksamkeit, obwohl die Serie bereits während der Fernsehübertragung sehr gute Kritiken bekam.[5]

Der Vorspann von „ The Wire“

Der Vorspann von „ The Wire“ verändert sich von Staffel zu Staffel, so ist die visuelle Ebene immer an den Handlungsschwerpunkt der Staffel angepasst. Die Musikuntermalung ändert sich ebenfalls, allerdings verwendet jede Staffel das Lied „ Way down in the hole“ von Tom Waits. Es ändert sich lediglich die Version des Liedes. Es sind auch einige Einblendungen staffelübergreifend identisch. Im Rahmen dieser Hausarbeit liegt der Fokus der Betrachtung auf dem Vorspann der ersten Staffel, die den Drogenhandel in Baltimore thematisiert, da dieser einen guten Einblick in die Inhalte der folgenden Episode der Staffel gibt.

Das Intro beginnt, nach einer kurzen Einführung in die Handlung der Episode, durch eine langsame Blende. Unmittelbar danach beginnt die Musikuntermalung. Der Vorspann dauert insgesamt 95 Sekunden und endet mit einem eingeblendeten und parallel dazu eingesprochenem Zitat. Es gibt insgesamt 63 Einstellungen. Diese Einstellungen zeigen kurze, jedoch inhaltlich für die Serie relevante, Ausschnitte.[6]

Die ersten Einstellungen zeigen Elemente, die sich mit dem Namen der Serie und dem daraus resultierenden Handlungsschwerpunkt, nämlich der Kommunikation über verschiedene Medien, beschäftigen. Nach einer kurzen Sequenz, die ein aufmerksames Augenpaar bei der Beobachtung zeigt, folgt eine erste Einstellung, die die Inhalte der ersten Staffel thematisiert. Dabei wird ein, offensichtlich heimlich, aufgenommenes Gespräch eines Mannes mit einer Person in einem Auto gezeigt. Ein mögliches Gesprächsthema der vorher gesehenen Personen, zeigen die anschließenden Sequenzen, die Großaufnahmen von der Arbeit mit Drogen zeigen. Danach folgt eine Aufnahme eines Polizeihelikopters. Wiederum folgt ein möglicher Grund für den Einsatz in der nächsten Einstellung, die eine unauffällig gestaltete Übergabe von weißen Kapseln zeigt. Nach einem kurzen Mastershot über die Skyline von Baltimore folgt eine sehr schnelle Einspielung, die durch Abbinden eines Armes, wohlmöglich Vorbereitungen zum Setzen einer Spritze zeigt. Eine nicht näher identifizierbare Person fällt in der nächsten Einstellung aus einem nicht erkennbaren Grund aufs Straßenpflaster, wobei aus deren Hand weitere weiße Kapseln fallen. Dieser Einstellung folgt die Einblendung eines Polizeiwagens, der der Polizei Handlungsmacht ermöglicht.[7]

Es folgt eine weitere offensichtliche Aufnahme einer Überwachungssituation, da die Einstellung den Blick durch einen Zaun auf einen Platz freigibt. Die nächste Einstellung, die eine Großaufnahme einer zoomenden Kamera zeigt, verstärkt diese These. Nun folgt die Sicht durch den Sucher der vorher gezeigten Fotokamera, die Fotografien möglicher Zielpersonen zeigt. Die nächste Sequenz zeigt die bürokratische Arbeit der Polizei, die die Fotografien katalogisiert und in Akten sortiert. Diese Bürokratie unterstreicht die Nahaufnahme eines Formulars, auf dem „Order Authorizing Wiretap“ zu lesen ist. Es wird hiermit die Legitimierung der Abhörung verdächtiger Personen erklärt.[8]

Die Elemente dieser Abhörung werden nun dargestellt durch Aufnahmen, die ein Münztelefon zeigt. In der nächsten Einstellung ist eine Großaufnahme einer Wähltastatur zu sehen, die von einem Fernsprechteilnehmer bedient wird. Die Überwachung zeigt in der nächsten Sequenz die seitliche Aufnahme einer verkabelten Person, die offensichtlich das Gespräch des Münztelefons mithört. Der Schwenk auf die Zigarette, an der der Raucher zieht, greift eine früher gezeigte Darstellung einer verglimmenden Zigarette auf. Dies verdeutlicht das beharrliche Verhalten der Polizei, um Informationen zu erlangen und die bürokratischen Aufwände zu verarbeiten.[9]

Nach dieser Einführung in die Überwachungspolitik werden weitere technische Apparaturen präsentiert, die zur erfolgreichen Überwachung beitragen können. Es werden verkabelte Telefonhörer gezeigt, laufende Aufnahmegeräte, sowie digitale Tonwellen. Nachdem der Fernsprechteilnehmer den Hörer aufhängt, deutet die folgende Einstellung, die eine Polizeimarke zeigt, auf einen Polizeieinsatz hin. Diese Andeutung wird in der nächsten Einstellung, die die Verhaftung eines Verdächtigen zeigt, bestätigt.[10]

[...]


[1] Odin, Roger: Der Eintritt des Zuschauers in die Fiktion. In: Das Buch zum Vorspann: „The shot is a title“. Hrsg: Böhnke, Alexander, Berlin, 2006, S.36

[2] Vgl. Gardies, André: Der Anfang war der Vorspann. In: Das Buch zum Vorspann: „The shot is a title“. Hrsg: Böhnke, Alexander, Berlin, 2006, S.21

[3] Vgl. Ahrens, Jürg/ Cuntz, Michael / Koch, Lars / Krause, Marcus/ Schulte, Philipp: The Wire. Analysen zur Kulturdiagnostik populärer Medien, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2014, S.8/9

[4] Vgl. ebenda

[5] Vgl. ebenda

[6] Simon, David: The Wire S01E01 „The Target“ (Das Ziel), Blown Deadline Productions, 2002

[7] Vgl. Schröter Jens: The Wire: Szene performativer Mediatisierung, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2014, S.79

[8] Ebenda, S.80

[9] Ebenda, S.83-84

[10] Vgl. Schröter Jens: The Wire: Szene performativer Mediatisierung, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2014, S.85

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Vorspanne von "The Wire" und "Veep" im Vergleich. Eine genreübergreifende Untersuchung der Variation im Serienvorspann
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2,2
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V486544
ISBN (eBook)
9783668947399
ISBN (Buch)
9783668947405
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorspanne, wire, veep, vergleich, eine, untersuchung, variation, serienvorspann
Arbeit zitieren
Oliver Wendt (Autor), 2017, Die Vorspanne von "The Wire" und "Veep" im Vergleich. Eine genreübergreifende Untersuchung der Variation im Serienvorspann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486544

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Vorspanne von "The Wire" und "Veep" im Vergleich. Eine genreübergreifende Untersuchung der Variation im Serienvorspann


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden