Diese Hausarbeit widmet sich der Frage, wie sich Goethes komplexe Beschäftigung mit der Farbenlehre in der Schule vermitteln lässt. Sie enthält zwei konzipierte Unterrichtsstunden für die neunte Klasse, inklusiver Sachanalyse, didaktischer Analyse, methodischer Analyse sowie vorbereitetes Lernmaterial.
Johann Wolfgang Goethe - Deutschlands wichtigster Dichter der Geschichte - hat sich im Laufe seines Lebens nicht nur als großartiger Literatur hervorgetan, sondern war ebenfalls als Naturwissenschaftler tätig. Sein vielfältiges Interesse galt dabei ganz besonders der Farbenlehre. Seine Errungenschaften auf diesem Gebiet sah er als die wichtigsten seines gesamten Schaffens an:
„Auf alles was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein. […] Daß ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der Einzige bin, der das Rechte weiß, darauf tue ich mir etwas zugute […]“
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
2. Kompetenzangaben
3. Voraussetzungen des Unterrichts
4. Begründung des Lerngegenstands
5. Begründung der Lernaufgaben
6. Methodische Entscheidungen begründen
7. Unterrichtsverlaufsplan
8. Schlussbemerkungen
9. Literaturangaben und Anlagen im Unterrichtsentwurf
10. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, Schülerinnen und Schüler einer 9. Gymnasialklasse für die Person Johann Wolfgang von Goethe als Naturwissenschaftler zu begeistern und ein Verständnis für seine Auseinandersetzung mit der Farbenlehre im Vergleich zur physikalischen Betrachtungsweise Isaac Newtons zu vermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, wie Goethes wissenschaftliches Weltbild und seine Theorien zur sinnlich-sittlichen Wirkung von Farben durch schüleraktivierende, praktische Unterrichtsmethoden in den Deutschunterricht integriert werden können.
- Goethes wissenschaftlicher Ansatz vs. Newtons Optik
- Aufbau und Kernaspekte von Goethes Werk „Zur Farbenlehre“
- Physische, physiologische und ästhetische Wirkungen von Farben
- Verknüpfung von Fachwissen mit Lebenswelt und Persönlichkeitsbildung
- Konzeption eines handlungsorientierten Unterrichtsentwurfs
Auszug aus dem Buch
Goethe und die Farbenlehre – Motivation und Geschichte
Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Er war jedoch nicht nur literarisch tätig, sondern versuchte sich ebenso als Forscher und Naturwissenschaftler in vielen verschiedenen Disziplinen. Morphologie, Botanik und Gartenbau sowie Optik und Meteorologie seien hier beispielhaft genannt.
Besonders intensiv setzte Goethe sich mit der Wissenschaft der Farben auseinander. Mehr als 40 Jahre lang, bis zum Tage seines Todes, beschäftigte ihn dieses Thema und er selbst sieht seine Forschungen auf diesem Gebiet als seine wichtigsten Errungenschaften an: „Auf alles was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein. […] Daß ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der Einzige bin, der das Rechte weiß, darauf tue ich mir etwas zugute […]“
Goethe hegte schon in jungen Jahren ein Interesse für die Natur. Ausgelöst durch eine Reise in den Harz im Jahr 1777, bei welcher er am Brocken farbige Schatten in der Abendsonne auf Schnee wahrnahm, begann er sich intensiver mit der Thematik der Farben zu beschäftigen. Sein Interesse war zunächst kein rein physikalisches, sondern beruhte auf maltechnischen und kunsttheoretischen Überlegungen. Bei seiner Italienreise (1786-1788) traf er wiederholt auf Maler, die ihm jedoch keine befriedigende Antworten auf seine Fragen stellen konnten: „Von einigen Punkten wusste ich mir nicht die mindeste Rechenschaft zu geben: es war das Kolorit… Kam es an die Färbung, so schien alles dem Zufall überlassen zu sein“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Goethes wissenschaftliche Motivation und seine Auseinandersetzung mit der Farbenlehre, inklusive eines Vergleichs zur Optik Newtons.
2. Kompetenzangaben: Hier werden die angestrebten fachlichen, methodischen sowie personalen und sozialen Kompetenzen definiert, die die Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtseinheit erwerben sollen.
3. Voraussetzungen des Unterrichts: Dieser Abschnitt analysiert die spezifische Klassensituation der 9b des Kepler-Gymnasiums, inklusive der Lernvoraussetzungen und des sozialen Gefüges.
4. Begründung des Lerngegenstands: Das Kapitel erläutert die fachliche und didaktische Relevanz der Thematisierung von Goethes naturwissenschaftlichem Werk im Deutschunterricht.
5. Begründung der Lernaufgaben: Hier wird der methodische Aufbau der Unterrichtseinheit legitimiert, insbesondere die Entscheidung für eine schüleraktive und erfahrungsorientierte Herangehensweise.
6. Methodische Entscheidungen begründen: Dieser Teil reflektiert die Wahl der Unterrichtsmethoden in Abhängigkeit von der Lerngruppe und der Entwicklungsphase der Jugendlichen.
7. Unterrichtsverlaufsplan: Dieser detaillierte Plan gliedert die Doppelstunden in Phasen, Handlungsschritte, Sozialformen und Materialien.
8. Schlussbemerkungen: Hier wird die Notwendigkeit der Reflexion und der Realitätsprüfung eines jeden Unterrichtsentwurfs betont.
9. Literaturangaben und Anlagen im Unterrichtsentwurf: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und die ergänzenden Materialien auf.
10. Anhang: Dieser Teil enthält die im Unterricht verwendeten Arbeitsblätter und Dokumente.
Schlüsselwörter
Goethe, Farbenlehre, Unterrichtsentwurf, Isaac Newton, Optik, Naturwissenschaft, Didaktik, Ästhetische Wirkung, Physiologische Farben, Physische Farben, Schüleraktivierung, Prismenversuch, Farben, Gymnasialunterricht, Kulturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtseinheit für das Fach Deutsch in der 9. Klasse, die Johann Wolfgang von Goethe nicht als Dichter, sondern als Naturwissenschaftler und seine „Farbenlehre“ thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Goethes wissenschaftliches Wirken, die Entstehung von Farben aus physischer und physiologischer Sicht sowie die ästhetische und psychologische Wirkung von Farben auf den Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, Schülern die Vielseitigkeit Goethes näherzubringen und sie durch aktives Experimentieren dazu anzuregen, naturwissenschaftliche Erkenntnis als einen Prozess zu verstehen, der eng mit der menschlichen Wahrnehmung verknüpft ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Unterrichtsentwurf setzt auf einen handlungsorientierten Ansatz, der induktive (selbstständiges Erarbeiten durch Versuche) und deduktive Elemente sowie kooperative Lernformen wie Gruppenarbeit und Think-Pair-Share kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Sachanalyse, eine lerngruppenbezogene didaktische Begründung, eine methodische Planung sowie einen konkreten, zeitlich strukturierten Unterrichtsverlaufsplan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Goethe, Farbenlehre, Naturwissenschaft, Didaktik, schülerzentrierter Unterricht und Ästhetik.
Warum wird im Entwurf explizit auf Newton eingegangen?
Newton dient als notwendiger Gegenpart und historischer Aufhänger, da Goethes Farbenlehre maßgeblich als vehemente Ablehnung des newtonschen Modells der Lichtzerlegung entstand.
Welche Rolle spielt die Pubertät der Schüler bei der Planung?
Aufgrund der in diesem Alter oft sinkenden Motivation für traditionelle Unterrichtsformen wurden bewusst praxisnahe Experimente gewählt, um die Selbstwirksamkeit der Schüler zu stärken.
Wie werden Goethes Erkenntnisse praktisch umgesetzt?
Die Schüler führen unter anderem eigene Prismenversuche durch und untersuchen die ästhetische Wirkung von Farben mittels Farbkartensets, um Goethes Theorien empirisch nachzuvollziehen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die Farbenlehre von Johann Wolfgang Goethe. Ein ausführlicher Unterrichtsentwurf für die Klasse 9 des Gymnasiums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486565