Ziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, in welchem Verhältnis Privatheit und Öffentlichkeit heutzutage zueinanderstehen. In diesem Kontext werden zuerst die Begriffe "Öffentlichkeit" und "Privatheit" sowie deren Bedeutung im klassischen Konzept der Privatsphäre von Jürgen Habermas erläutert. Daraufhin wird der Wandel der Subjektivierungsweise unter den Bedingungen der heutigen Netzwerkgesellschaft beschrieben.
Schließlich soll untersucht werden, ob das "Ende der Privatsphäre" bereits eingetreten ist oder kurz bevorsteht und welche Folgen dies für die künftige Bedeutung von Privatheit und Öffentlichkeit hat. Grundlegend für die Untersuchung des Verhältnisses von Privatheit und Öffentlichkeit sind die Begriffe und Konzepte Jürgen Habermas' sowie der Text "Autonomie und Kontrolle nach dem Ende der Privatsphäre" von Felix Stalder über die Entwicklung und Transformation des Privatsphäre-Konzeptes.
In Zeiten, in denen riesige Internet-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon immer mehr persönliche Daten generieren und Staaten zum Wohle der öffentlichen Sicherheit darauf bedacht sind, die Kontrolle über die Bevölkerung zum Beispiel mittels Datenerhebungen und Videoüberwachung aufrechtzuerhalten, wird der Privatsphäre des Einzelnen ein hoher Stellenwert zugeschrieben.
In diesem Zusammenhang wird vor allem darüber diskutiert, wo Privatheit anfängt beziehungsweise wo Öffentlichkeit aufhört. Dabei ist der Begriff der Privatsphäre, in der modernen Vorstellung ein "durch Familie und enge Freunde begrenzter Lebensbereich", an sich bereits umstritten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Öffentlichkeit und Privatheit nach Jürgen Habermas – Das klassische Konzept der Privatsphäre.
- Wandel der Subjektivierungsweise und vernetzter Individualismus
- Das Ende der Privatsphäre?
- Der Zerfall des öffentlichen Lebens und die Folgen.
- Kontrolle durch Personalisierung.
- Fazit und Ausblick..
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der heutigen Netzwerkgesellschaft zu untersuchen. Sie analysiert, wie sich das klassische Konzept der Privatsphäre unter dem Einfluss digitaler Medien und Netzwerkstrukturen verändert hat.
- Das klassische Konzept der Privatsphäre nach Jürgen Habermas
- Der Wandel der Subjektivierungsweise in der Netzwerkgesellschaft
- Die Folgen des Zerfalls des öffentlichen Lebens
- Die Rolle von Personalisierung und Kontrolle in der digitalen Welt
- Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in die Thematik des Schutzes der Privatsphäre in der digitalen Welt ein. Sie beleuchtet die Bedeutung des Themas in Zeiten der digitalen Datengewinnung und staatlichen Überwachung. Zudem wird das klassische Konzept der Privatsphäre als umstritten dargestellt.
Öffentlichkeit und Privatheit nach Jürgen Habermas – Das klassische Konzept der Privatsphäre.
Dieses Kapitel beleuchtet das klassische Konzept der Privatsphäre nach Jürgen Habermas. Es werden die Begriffe „Öffentlichkeit“ und „Privatheit“ definiert und deren Bedeutung im Kontext des modernen Nationalstaates und der Herausbildung des Kapitalismus erläutert.
Wandel der Subjektivierungsweise und vernetzter Individualismus
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Wandel der Subjektivierungsweise von Individuen in der Netzwerkgesellschaft. Es analysiert, wie die Subjektivierung durch die neuen Formen der Kommunikation und sozialen Interaktion im Internet beeinflusst wird.
Das Ende der Privatsphäre?
Dieser Abschnitt untersucht die These des „Endes der Privatsphäre“. Es wird die Frage diskutiert, ob das klassische Privatsphäre-Konzept im digitalen Zeitalter seinen Stellenwert verliert und welche Folgen dies für das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit hat.
Der Zerfall des öffentlichen Lebens und die Folgen.
Dieses Unterkapitel analysiert den Zerfall des öffentlichen Lebens und die Folgen für die Privatsphäre. Es werden die Auswirkungen der Digitalisierung und der Dominanz von Online-Plattformen auf die Kommunikation und das öffentliche Leben beleuchtet.
Kontrolle durch Personalisierung.
Dieses Unterkapitel untersucht die zunehmende Kontrolle, die durch die Personalisierung von Inhalten und Daten in der digitalen Welt entsteht. Es werden die Mechanismen der Datenerfassung und -analyse durch Internetkonzerne und staatliche Institutionen betrachtet.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe der Arbeit sind Privatsphäre, Öffentlichkeit, Netzwerkgesellschaft, Subjektivierung, Digitalisierung, Personalisierung, Kontrolle, Daten, Internet, Medien, Habermas, Stalder.
Häufig gestellte Fragen
Wie definiert Jürgen Habermas das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit?
Habermas beschreibt ein klassisches Konzept, in dem die Privatsphäre ein durch Familie und Freunde begrenzter Lebensbereich ist, der dem öffentlichen Raum gegenübersteht.
Ist das "Ende der Privatsphäre" bereits eingetreten?
Die Arbeit untersucht diese These kritisch und analysiert, ob das klassische Konzept unter dem Druck der Netzwerkgesellschaft und Datenkonzerne zerfällt.
Was versteht man unter "vernetztem Individualismus"?
Es beschreibt den Wandel der Subjektivierungsweise, bei dem Individuen sich über digitale Netzwerke definieren und soziale Interaktionen neu gestalten.
Welche Rolle spielt die Personalisierung bei der digitalen Kontrolle?
Durch die Erfassung persönlicher Daten durch Konzerne wie Google oder Facebook entsteht eine neue Form der Kontrolle über das Individuum.
Welchen Einfluss hat Felix Stalder auf diese Untersuchung?
Sein Text über Autonomie und Kontrolle nach dem Ende der Privatsphäre dient als Grundlage für die Analyse der Transformation des Privatsphäre-Konzepts.
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- Anonym (Autor), 2019, Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der Netzwerkgesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486569