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Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der Netzwerkgesellschaft

Title: Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der Netzwerkgesellschaft

Seminar Paper , 2019 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Ziel dieser Arbeit ist es, herauszuarbeiten, in welchem Verhältnis Privatheit und Öffentlichkeit heutzutage zueinanderstehen. In diesem Kontext werden zuerst die Begriffe "Öffentlichkeit" und "Privatheit" sowie deren Bedeutung im klassischen Konzept der Privatsphäre von Jürgen Habermas erläutert. Daraufhin wird der Wandel der Subjektivierungsweise unter den Bedingungen der heutigen Netzwerkgesellschaft beschrieben.

Schließlich soll untersucht werden, ob das "Ende der Privatsphäre" bereits eingetreten ist oder kurz bevorsteht und welche Folgen dies für die künftige Bedeutung von Privatheit und Öffentlichkeit hat. Grundlegend für die Untersuchung des Verhältnisses von Privatheit und Öffentlichkeit sind die Begriffe und Konzepte Jürgen Habermas' sowie der Text "Autonomie und Kontrolle nach dem Ende der Privatsphäre" von Felix Stalder über die Entwicklung und Transformation des Privatsphäre-Konzeptes.

In Zeiten, in denen riesige Internet-Konzerne wie Google, Facebook oder Amazon immer mehr persönliche Daten generieren und Staaten zum Wohle der öffentlichen Sicherheit darauf bedacht sind, die Kontrolle über die Bevölkerung zum Beispiel mittels Datenerhebungen und Videoüberwachung aufrechtzuerhalten, wird der Privatsphäre des Einzelnen ein hoher Stellenwert zugeschrieben.

In diesem Zusammenhang wird vor allem darüber diskutiert, wo Privatheit anfängt beziehungsweise wo Öffentlichkeit aufhört. Dabei ist der Begriff der Privatsphäre, in der modernen Vorstellung ein "durch Familie und enge Freunde begrenzter Lebensbereich", an sich bereits umstritten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Öffentlichkeit und Privatheit nach Jürgen Habermas – Das klassische Konzept der Privatsphäre

3. Wandel der Subjektivierungsweise und vernetzter Individualismus

4. Das Ende der Privatsphäre?

4.1 Der Zerfall des öffentlichen Lebens und die Folgen

4.2 Kontrolle durch Personalisierung

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das gegenwärtige Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit in der modernen Netzwerkgesellschaft. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern das klassische Privatsphäre-Konzept durch den Wandel der Subjektivierung und die Mechanismen der digitalen Überwachung an Wirksamkeit verloren hat und welche Konsequenzen dies für die demokratische Zivilgesellschaft mit sich bringt.

  • Transformation des klassischen Konzepts der Privatsphäre nach Jürgen Habermas
  • Einfluss des vernetzten Individualismus auf die menschliche Subjektivierungsweise
  • Folgen der Digitalisierung für das öffentliche Leben und die zivile Teilhabe
  • Rolle von Personalisierungsprozessen bei der staatlichen und wirtschaftlichen Kontrolle
  • Notwendigkeit und Möglichkeiten für neue Konzepte der Privatheit

Auszug aus dem Buch

4.2 Kontrolle durch Personalisierung

Die Fixierung auf das Subjekt statt auf die breite Masse, sei es von großen Unternehmen oder vom Staat selbst, ist ein weiterer Aspekt, der auf die Auflösung des aus der Moderne stammenden Privatsphäre-Konzeptes verweist. Dies zeige sich im Besonderen an den enormen Personalisierungsprozessen, die sich speziell durch den Aufstieg der großen Internet- und Technologiekonzerne Ende des 20. Jahrhunderts ausbreiteten (vgl. Stalder: 105).

Die Personalisierung von Gütern und Dienstleistungen hat zwar in erster Linie scheinbar positive Seiten. So werden dem Subjekt beispielsweise auf sich zugeschnittene Waren und Dienstleistungen angeboten. Jedoch werde dieser gezieltere Kundenerwerb erst durch die Erhebung persönlicher Daten, also dem „Verzicht auf [den] Schutz der Privatsphäre“ ermöglicht (Castells 2005: 187f.). Zudem stünden bei Personalisierungsprozessen immer die Interessen der Institutionen im Vordergrund, was Stalder (2019: 107) u.a. mit deren „enorme[r] Profitabilität“ begründet.

Daran anschließend verweist er auf die Gefahr der Diskriminierung, die sich ergeben würde, wenn die Interessen der Institutionen nicht mehr mit denen der NutzerInnen einhergehen. Denn durch die Personalisierung gebe es keinen angemessenen Vergleichsstandard, um die Kommunikation zwischen NutzerIn und Institution als positiv oder negativ beziehungsweise diskriminierend zu bewerten (vgl. ebenda: 107f.). Somit ermögliche die Personalisierung staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen, Subjekte unterschiedlich zu behandeln, zu kontrollieren und somit ihrerseits aus den von den Nutzern preisgegebenen Informationen Profit zu schlagen (vgl. ebenda: 108). Daher begünstigen Personalisierungsprozesse staatliche Kontrollmechanismen, obwohl den Bürgern scheinbar Autonomie gegeben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Schutzes der Privatsphäre vor dem Hintergrund von Internet-Konzernen und staatlichen Überwachungsmaßnahmen und definiert das Ziel der Analyse.

2. Öffentlichkeit und Privatheit nach Jürgen Habermas – Das klassische Konzept der Privatsphäre: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Öffentlichkeit und Privatheit und stellt das klassische Privatsphäre-Konzept als Schutzraum der Subjektivität dar.

3. Wandel der Subjektivierungsweise und vernetzter Individualismus: Hier wird untersucht, wie sich die Subjektivierung durch den Übergang zur Netzwerkgesellschaft verändert hat und welcher Einfluss dem vernetzten Individualismus zukommt.

4. Das Ende der Privatsphäre?: Das Hauptkapitel analysiert den Zerfall des öffentlichen Lebens, die Risiken durch Personalisierung und die Folgen für die Autonomie des Einzelnen in der Netzwerkgesellschaft.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die strukturelle Transformation der Bedingungen von Autonomie und Kontrolle zusammen und plädiert für eine Neukonzeption der Privatsphäre, um ihre politische Schutzfunktion zu bewahren.

Schlüsselwörter

Privatsphäre, Öffentlichkeit, Netzwerkgesellschaft, vernetzter Individualismus, Subjektivierung, Autonomie, Überwachung, Personalisierung, Digitalisierung, Jürgen Habermas, Felix Stalder, Zivilgesellschaft, Datenerhebung, Informationelle Selbstbestimmung, Soziabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Veränderung des Verhältnisses von Privatheit und Öffentlichkeit in der modernen Netzwerkgesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören das klassische Verständnis der Privatsphäre nach Habermas, der Wandel durch Netzwerktechnologien und die Folgen digitaler Überwachung.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das klassische Privatsphäre-Konzept noch geeignet ist, die Autonomie des Individuums gegenüber modernen Kontrollmechanismen zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte, insbesondere unter Rückgriff auf Jürgen Habermas, Felix Stalder und Manuel Castells.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Zerfall öffentlicher Räume, der Kontrolle durch datenbasierte Personalisierung und den Folgen für die gesellschaftliche Subjektivierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Netzwerkgesellschaft, vernetzter Individualismus, Privatsphäre, informationelle Selbstbestimmung und digitale Überwachung.

Inwiefern beeinflusst Personalisierung die Freiheit der Bürger?

Obwohl Personalisierung dem Nutzer Vorteile verspricht, führt sie zur Erhebung sensibler Daten und ermöglicht Institutionen eine diskriminierende Kontrolle und Verhaltenssteuerung.

Welche Rolle spielt die „Entnetzung“ nach Urs Stäheli?

Die Entnetzung wird als Versuch diskutiert, sich temporär aus dem Zwang ständiger digitaler Interaktion zurückzuziehen, um so neue Räume für eine geschützte Privatheit zu schaffen.

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Details

Title
Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der Netzwerkgesellschaft
College
University of Würzburg
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
14
Catalog Number
V486569
ISBN (eBook)
9783668967793
ISBN (Book)
9783668967809
Language
German
Tags
verhältnis privatheit öffentlichkeit netzwerkgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit in der Netzwerkgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/486569
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