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Erziehung und Schule im Nationalsozialismus - Nachgewiesen am Beispiel der Landerziehungsheime besonders der Odenwaldschule unter Berücksichtigung der Grund- und Hauptschule

Title: Erziehung und Schule im Nationalsozialismus - Nachgewiesen am Beispiel der Landerziehungsheime besonders der Odenwaldschule unter Berücksichtigung der Grund- und Hauptschule

Examination Thesis , 1997 , 108 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Thomas Weber (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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1. Einleitung

Auf die Odenwaldschule in Ober-Hambach stieß ich bereits als Kind bei Wanderungen mit meinen Eltern. Die Häuser der Schule, die nahe unseres Wohnortes malerisch im Wald verstreut liegen, erweckten schon damals meine Neugier. Wie wäre es wohl, eine solche Schule zu besuchen, fragte ich mich. Im Gespräch mit Schülern der Odenwaldschule gewann ich später erste Eindrücke vom Leben in einer solchen Schule. Im Studium lernte ich in Seminaren die Gedanken der Reformpädagogik kennen. Ein Referat über die Odenwaldschule weckte mein Interesse für diese Schule von neuem. Nach intensiver Auseinandersetzung mit dieser reformpädagogischen Einrichtung, schien mir besonders die Geschichte der Odenwaldschule während der NS-Zeit als ein ergiebiges und spannendes Thema, um Schule und Erziehung im Dritten Reich zu untersuchen.

Die Odenwaldschule war wie andere reformpädagogische Schulgründungen im Versuch entstanden, sich von der Vormundschaft des Staates zu lösen, pädagogisch neue Wege zu beschreiten und eine umfassende, humanistisch geprägte Bildung für Kinder aller sozialen Schichten zu ermöglichen. Daher musste sie zwangsläufig in krassen Gegensatz zum Nationalsozialismus geraten. Eine Betrachtung dieses Konfliktes wirft Fragen nach den Kerngedanken von Schule und Erziehung auf und ist somit essentiell, um Grundlagen der Pädagogik zu hinterfragen.

Eine Untersuchung des nationalsozialitischen Einflusses auf die Odenwaldschule verlangt jedoch sinnvoller Weise eine nähere Betrachtung dieser reformpädagogischen Schule. Hierbei ist es unabdingbar, in einem umfassenden Rahmen, näher auf die Odenwaldschule, ihre Geschichte und ihren Gründer einzugehen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reformpädagogik in Deutschland bis zum Jahr 1933. Ein Überblick

2.1. Die Wurzeln

2.2. Kritik am Bildungssystem

2.3. Pädagogische Strömungen und Bewegungen

2.3.1. Die Jugendbewegung

2.3.2. Die Frauenbewegung

2.3.3. Die Arbeiterbewegung und Arbeiterbildung

2.3.4. Die Volksbildungsbewegung

2.3.5. Die Kunsterziehungsbewegung

2.3.7. Die Landerziehungsheimbewegung

2.4. Wissenschaftler und Pädagogen, die die Reformpädagogik beeinflussten

2.4.1. Ellen Key

2.4.2. Berthold Otto

2.4.3. Maria Montessori

2.4.4. Georg Kerschensteiner

2.4.5. Paul Oestreich

2.4.6. Rudolf Steiner

2.4.7. Peter Petersen

3. Landerziehungsheime in Deutschland

3.1. Hermann Lietz und seine Auswirkungen

3.2. Die Grundlagen der Landerziehungsheime, Erziehungsziele, -mittel

3.3. Die Differenzierung der Landschulheimbewegung, Neugründungen

3.4. Die Vereinigung der Landerziehungsheime

3.5. Kurt Hahn, Minna Specht, Paul Geheeb und Lietzsche Heime

3.5.1. Kurt Hahn

3.5.2. Minna Specht

3.5.3. Paul Geheeb

3.5.4. Lietzsche Landerziehungsheime

4. Paul Geheeb. Ausgewählte Abschnitte aus seiner Biographie

5. Die Odenwaldschule unter der Leitung Paul Geheebs (1910 - 1934)

5.1. Der Aufbau der Odenwaldschule

5.2. Die Lebensgemeinschaft der Odenwaldschule

5.3. Die Odenwaldschule im 1. Weltkrieg

5.4. Die Blütezeit der Odenwaldschule

5.5. Das Ende der Odenwaldschule unter Paul Geheeb

6. Pädagogik im Nationalsozialistischen Deutschland

6.1. Dogmatiker im Bildungswesen der Nationalsozialisten

6.2. Einflussreiche Behörden und deren Amtsinhaber

6.3. Nationalsozialistische Pädagogen

6.4. Konsequenzen des Nationalsozialismus für die Lehrer

6.5. Jugendverbände des nationalsozialistischen Regimes und ihre Funktion

6.6. Lehrerausbildung im Nationalsozialismus

6.7. Unterricht zwischen 1933 und 1945

7. Die Odenwaldschule im Nationalsozialismus

7.1. Der Übergang 1933/34

7.2. Die Entstehung der "Gemeinschaft der Odenwaldschule" (GdO)

7.3. Die "Gemeinschaft der Odenwaldschule" (GdO)

7.4 Der Übergang 1945/46

8. Schlussbetrachtung

9. Anhang

9.1. Der weitere Kreis der Forscher und Praktiker auf dem Gebiet der Reformpädagogik

9.2. Bildungspolitische Daten von 1933 bis 1939

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss des Nationalsozialismus auf das reformpädagogische Schulkonzept der Odenwaldschule, wobei insbesondere die Geschichte der Schule zwischen 1933 und 1946 sowie die Anpassungs- und Widerstandsprozesse unter der Leitung von Heinrich Sachs analysiert werden.

  • Geschichte und Entwicklung der Odenwaldschule unter Paul Geheeb
  • Die Auswirkungen der NS-Ideologie auf das reformpädagogische Schulwesen
  • Die Rolle von Lehrern und Schülern im Kontext totalitärer Indoktrination
  • Strategien zur Bewahrung humanistischer Erziehungsideale unter staatlichem Druck

Auszug aus dem Buch

Die Lebensgemeinschaft der Odenwaldschule

"Für eine Lebensgemeinschaft wie die Odenwaldschule", so formulierte es Geheeb in einem Prospekt der Schule, "ist die Koedukation eine selbstverständliche Voraussetzung (...). Erst durch Auseinandersetzung mit Menschen des anderen Geschlechts vermag jeder Mensch seine geschlechtliche Eigenart ausgeprägt und kraftvoll zu entwickeln." Geheeb berief sich in seinen Forderungen und Begründungen der Koedukation u.a. auf Fichtes "Reden an die deutsche Nation" (1807/8), in dessen Tradition er sich und sein Werk sah.

Wichtigstes Element in Geheebs Konzept zur Selbstentfaltung junger "Individuen" war neben der konsequenten Koedukation und des Kurssystems das soziale und demokratische Zusammenleben aller Schüler, Lehrer und Mitarbeiter. Die Odenwaldschule sollte, anders als andere Landerziehungsheime, zu einer richtigen "Lebensgemeinschaft" werden. Jeder Mensch sollte lernen, Verantwortung für sich selbst aber auch für die gesamte Lebensgemeinschaft zu übernehmen.

Die Schüler und Schülerinnen wohnten in kleinen "Familien" genannten Gruppen zusammen mit Lehrern und Mitarbeitern in den Wohnhäusern. Dort hatten sie nach Geschlechtern getrennte Doppel- oder Dreierzimmer. Nur für einige ältere Schüler gab es Einzelzimmer. Diese Kleingruppen waren für die Regelung ihres Zusammenlebens selbst verantwortlich. Sie mussten nicht nur die täglichen Reinigungs- und Aufräumarbeiten übernehmen, sondern auch ihr soziales "Familienleben" pflegen. Denn, wie es in einem der ersten Prospekte der Odenwaldschule zu lesen war: "Das intime, auch der persönlichen Verständigung dienende Zusammenleben innerhalb der Familien kann dem Gemeinschaftsleben der gesamten Schule vorarbeiten."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Odenwaldschule als reformpädagogisches Beispiel vor und formuliert die Forschungsfrage zum Konflikt zwischen humanistischer Bildung und NS-Ideologie.

2. Reformpädagogik in Deutschland bis zum Jahr 1933. Ein Überblick: Dieses Kapitel dokumentiert die historischen Wurzeln und wichtigsten Denker der reformpädagogischen Bewegung bis zur Machtergreifung.

3. Landerziehungsheime in Deutschland: Hier werden die Grundlagen, Ziele und die Entwicklung der Landerziehungsheimbewegung sowie deren wichtigste Vertreter beleuchtet.

4. Paul Geheeb. Ausgewählte Abschnitte aus seiner Biographie: Ein Abriss über das Leben und die pädagogische Entwicklung des Gründers der Odenwaldschule.

5. Die Odenwaldschule unter der Leitung Paul Geheebs (1910 - 1934): Darstellung des Aufbaus und der gelebten Lebensgemeinschaft der Schule vor der NS-Zeit.

6. Pädagogik im Nationalsozialistischen Deutschland: Eine Analyse der nationalsozialistischen Einflussnahme auf das Schulsystem, Lehrer und die Lehrinhalte.

7. Die Odenwaldschule im Nationalsozialismus: Der zentrale Teil untersucht den Überlebenskampf der Odenwaldschule und deren Anpassungsprozesse zwischen 1933 und 1946.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung des Einflusses der NS-Ideologie auf das reformpädagogische Modell der Odenwaldschule.

9. Anhang: Ergänzende Informationen zu weiteren Pädagogen und tabellarische bildungspolitische Daten der NS-Zeit.

Schlüsselwörter

Odenwaldschule, Paul Geheeb, Reformpädagogik, Nationalsozialismus, Landerziehungsheime, Heinrich Sachs, Pädagogik, Koedukation, Schule, Widerstand, Anpassung, Gemeinschaft, Internat, Erziehung, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie eine reformpädagogische Einrichtung wie die Odenwaldschule unter dem totalitären Druck des Nationalsozialismus überlebte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte der Landerziehungsheimbewegung, der pädagogischen Biografie von Paul Geheeb und den Auswirkungen der NS-Bildungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Konflikt zwischen den humanistischen Erziehungsidealen Geheebs und der Ideologie des NS-Staates sowie die darauf folgenden Anpassungsstrategien nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf zeitgenössischen Berichten, Archiven, Schulchroniken und veröffentlichter Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Reformpädagogik, die Biografie des Gründers Paul Geheeb und die detaillierte Analyse der Schule zwischen 1933 und 1946.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Reformpädagogik, Odenwaldschule, NS-Pädagogik, Widerstand und Anpassung im Nationalsozialismus.

Welche Rolle spielte Heinrich Sachs während der NS-Zeit?

Sachs leitete die Odenwaldschule nach Geheebs Emigration und versuchte unter riskanten Bedingungen, eine "menschliche Oase" zu bewahren.

Wie reagierte die Schule auf die "Reichspogromnacht"?

Die Ereignisse führten zu einer tiefen Erschütterung innerhalb der Schulgemeinschaft und machten die politische Spaltung unter Schülern und Lehrern deutlich.

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Details

Title
Erziehung und Schule im Nationalsozialismus - Nachgewiesen am Beispiel der Landerziehungsheime besonders der Odenwaldschule unter Berücksichtigung der Grund- und Hauptschule
College
University of Education Heidelberg  (Fachbereich Allgemeine Pädagogik)
Grade
sehr gut
Author
Thomas Weber (Author)
Publication Year
1997
Pages
108
Catalog Number
V4872
ISBN (eBook)
9783638129749
Language
German
Tags
Erziehung Schule Nationalsozialismus Nachgewiesen Beispiel Landerziehungsheime Odenwaldschule Berücksichtigung Grund- Hauptschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Weber (Author), 1997, Erziehung und Schule im Nationalsozialismus - Nachgewiesen am Beispiel der Landerziehungsheime besonders der Odenwaldschule unter Berücksichtigung der Grund- und Hauptschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4872
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