Die vorliegende Arbeit ist als Ausarbeitung meines Referats zum Thema „George Herbert Mead - Geist, Identität und Gesellschaft“ im Seminar „Anth- ropologie II“ im Wintersemester 2005/06 entstanden.
Wesentliches Ziel ist die Darstellung essentieller Grundbegriffe sowie die prägnante Zusammenfassung Meads theoretischen Konzepts, welches sich in der primär verwendeten Literatur „Geist, Identität und Gesellschaft“ findet. Um einen Einstieg in die Thematik zu finden, erscheint es sinnvoll zunächst G. H. Meads Biografie lakonisch zu präsentieren. Anschließend werden die essentiellen theoretischen Grundannahmen zu Kommunikation und Interaktion, Identität und Gesellschaft auf Basis der vorliegenden Literatur dargestellt. Ferner soll abschließend ein summarischer Exkurs hinsichtlich eines Vergleichs zwischen der Darstellung von Mensch und Tier bei Mead erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Person George Herbert Mead
3. Theoretische Grundannahmen und Begriffe
3.1 Kommunikation und Interaktion
3.1.1 Gesten
3.1.2 vokale Gesten / signifikante Symbole
3.1.3 reflektive Intelligenz
3.1.4 Geist
3.1.5 Bewusstsein / Umwelt
3.2 Identität
3.3 Gesellschaft
4. Vergleich von Mensch und Tier
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das theoretische Konzept von George Herbert Mead, wie es in seinem Hauptwerk „Geist, Identität und Gesellschaft“ dargelegt ist, prägnant zusammenzufassen und die wesentlichen Grundbegriffe zu erläutern, um ein grundlegendes Verständnis seiner sozialpsychologischen und anthropologischen Theorie zu vermitteln.
- Biografische Einordnung von George Herbert Mead
- Grundlagen der Kommunikation und Interaktion (Gesten, Symbole, Sprache)
- Der Prozess der Identitätsentwicklung (I, me und der verallgemeinerte Andere)
- Gesellschaft als konstitutives Element des Geistes
- Vergleichende Analyse von Mensch und Tier hinsichtlich Denken und Identität
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Geist
Mead (1973:159) sieht die reflektive Intelligenz des Menschen als typisch für den Geist. Er unterstellt, dass zwar auch im Verhalten von niedrigeren Wesen (Tieren) Vernunft zu finden sei, d.h. dass ihr Verhalten zweckorientiert ist bzw.dass Verhaltensweisen eliminiert werden, die nicht einem bestimmten Ziel dienlich sind. Er beschreibt dies als „tierischen Geist“(vgl. ebd.). Aber nur der menschliche Organismus kann nach Mead (ebd.) eine reflektive Intelligenz aufweisen.
„Der intelligente Mensch stellt sich im Gegensatz zum intelligenten Tier zukünftige Ereignisse vor.“ (zit. n. Mead (1973:160)). Der Mensch verfolgt also einen bestimmten Kurs, er stellt sich bestimmt Situationen vor und richtet sein Handeln danach aus. Dieses Bild von der Zukunft, welches das gegenwärtige menschliche Verhalten bestimmt, ist für die menschliche (reflektive) Intelligenz charakteristisch (vgl. ebd.). Mead (1973:160) nennt diese für den Menschen charakteristische Art des Denkens: „eine in Ideen gegenwärtige Zukunft“.
Auch die zuvor bereits beschriebene dem Menschen eigene Fähigkeit des Aufzeigens (sich selbst und anderen – „Symbolisation durch aufzeigende Geste“) ist ein Bestandteil intelligenten Verhaltens (vgl. Mead (1973:161)). „Die Möglichkeit, ‚dies als zu jenem führend’ zu identifizieren und eine vokale oder sonstige Geste zu entwickeln, die dazu verwendet werden kann, andere und sich selbst die Folgen aufzuzeigen, um die Kontrolle des Verhaltens im Hinblick darauf zu ermöglichen, ist jener unterscheidende Faktor in der menschlichen Intelligenz, der in der tierischen nicht vorhanden ist.“ (zit. n. Mead (1973:161)).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, benennt das Thema sowie das Ziel der Referatsausarbeitung und gibt einen Ausblick auf den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2. Zur Person George Herbert Mead: Dieses Kapitel liefert einen knappen biografischen Abriss sowie eine Einordnung Meads in die Tradition des Sozialbehaviorismus und der Chicagoer Schule.
3. Theoretische Grundannahmen und Begriffe: Der Hauptteil erläutert die zentralen Begriffe Kommunikation, Interaktion, Identität und Gesellschaft und deren wechselseitige Bedingtheit für die Entstehung von Geist.
4. Vergleich von Mensch und Tier: Dieses Kapitel arbeitet die spezifisch menschlichen Fähigkeiten wie reflektive Intelligenz und Identitätsbildung gegenüber den instinktgebundenen Verhaltensweisen von Tieren ab.
6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Hier werden die in der Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen aufgeführt.
Schlüsselwörter
George Herbert Mead, Geist, Identität, Gesellschaft, Kommunikation, Interaktion, symbolischer Interaktionismus, Gesten, reflektive Intelligenz, Bewusstsein, I und me, verallgemeinerter Anderer, Sozialpsychologie, Sozialbehaviorismus, Anthropologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Zusammenfassung der theoretischen Kernkonzepte von George Herbert Mead, wie sie in seinem Werk „Geist, Identität und Gesellschaft“ niedergelegt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Entstehung von Geist und Identität durch soziale Interaktion, die Rolle von Kommunikation sowie den Vergleich menschlicher und tierischer Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die klare und prägnante Darstellung der essentiellen Grundbegriffe Meads sowie die Zusammenfassung seines theoretischen Konzepts für den Kontext eines Seminars.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor arbeitet primär textbasiert und analytisch, indem er Meads theoretische Annahmen aus dessen Primärliteratur extrahiert, systematisiert und durch Sekundärliteratur zur Einordnung ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die Begriffe Kommunikation, Gesten, reflektive Intelligenz, das Konzept von Identität sowie die Bedeutung der Gesellschaft als Strukturgeber für das menschliche Individuum analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Identitätsentwicklung, symbolischer Interaktionismus, soziale Interaktion, I und me, sowie die Differenzierung zwischen Mensch und Tier charakterisiert.
Inwiefern unterscheidet Mead laut der Arbeit Mensch und Tier?
Mead unterscheidet den Menschen vom Tier maßgeblich durch die Fähigkeit zur reflektiven Intelligenz, den Gebrauch signifikanter Symbole (Sprache) und die Ausbildung einer Identität durch Perspektivenwechsel.
Welche Rolle spielt die Gesellschaft laut der Arbeit für das Individuum?
Die Gesellschaft ist laut Mead die notwendige Voraussetzung für die Entwicklung von Identität, da das Individuum nur durch die Übernahme der Haltungen des „verallgemeinerten Anderen“ ein Selbstbild entwickeln kann.
Was bedeuten die Begriffe "I" und "me" bei Mead?
Das "me" repräsentiert die verinnerlichten Haltungen der Gesellschaft (Konventionen), während das "I" die spontane, impulsive Reaktion des Individuums auf diese gesellschaftlichen Anforderungen darstellt.
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- Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser (Author), 2006, George Herbert Meads Konzepte von Geist, Identität und Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48737