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Interreligiöses Lernen im Spannungsfeld von Kirche, Theologie und Schule

Title: Interreligiöses Lernen im Spannungsfeld von Kirche, Theologie und Schule

Examination Thesis , 2005 , 101 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nathalie Echterling (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Diese schriftliche Arbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung beschäftigt sich mit dem Thema interreligiöses Lernen sowie dessen Bezugshorizonte.
Dass das interreligiöse Lernen eine wichtige Voraussetzung für ein vorurteilfreies und tolerantes Miteinander der Religionen ist, haben nicht erst die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 gezeigt. Dieses Ereignis sowie auch die schweren Anschläge in den Niederlanden gegen Moscheen und andere religiöse Einrichtungen im Winter des letzten Jahres, haben jedoch die Bedeutung dieses Lernen noch einmal deutlich vor Augen geführt. Die Unwissenheit über die fremden Religionen unserer Mitmenschen kann leicht zu Verunsicherungen im Verhalten diesen gegenüber, bis hin zur vollständigen Intoleranz, die in Gewaltakten enden kann, führen. Daher stellt sich
die Frage nach der Bedeutung des interreligiösen Lernens nicht nur im Ausland.
Denn seit den 1960er Jahren hat sich das gesellschaftliche Bild in Deutschland durch die Migration stark verändert. Durch die Einwanderer kamen nicht nur neue Nationalitäten in das Land, sondern auch unterschiedliche Glaubensgemeinschaften. Diese Entwicklung soll neben weiteren Aspekten in einer Gegenwartsanalyse nachgezeichnet werden, die zugleich die veränderten Bedingungen unserer Gegenwart berücksichtigt und deren Bedeutung für das interreligiöse Lernen herausstellt.
Desweiteren soll thematisiert werden, welche Beziehung die Theologie in ihrer Geschichte zum interreligiösen Lernen aufweist, in dem die drei Beziehungsmodelle des Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus unter diesem Aspekt bearbeitet werden.
Die christlichen Kirchen als traditionelle sinndeutende Institutionen finden sich in der heutigen Zeit in einer pluralisierten Gesellschaft wieder, in der sie sich entgegen ihrer Tradition behaupten, aber auch mitgestaltend einbringen müssen. Aufgrund der veränderten Situation sollen anhand von kirchlichen Lehrschreiben und Schreiben kirchlicher Einrichtungen, sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche, deren Aussagen über das Verhältnis zu nichtchristlichen Religionen untersucht und deren Bedeutung für das interreligiöse Lernen herausgestellt werden. Neben diesen Dokumenten sollen aber auch die Aussagen der katholischen und der evangelischen Kirche bezüglich des Religionsunterrichts und dessen Form in Bezug auf das interreligiöse Lernen in den Blick genommen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungen unserer Zeit

2.1 Der gesellschaftliche Wandel: Von der konfessionsgeprägten zur pluralistischen Gesellschaft

2.2 Individualisierung und Säkularisierung

2.3 Religiosität von Jugendlichen in der Gegenwart

2.4 Clash of Civilizations

2.5 Verständigung über den Begriff des interreligiösen Lernens

2.5.1 Interkulturelles Lernen

2.5.2 Der interreligiöse Dialog

3. Fragen des interreligiösen Lernens im Horizont von Theologie

3.1 Das Modell des Exklusivismus

3.2 Das Modell des Inklusivismus

3.3 Die pluralistische Religionstheorie

4. Fragen des interreligiösen Lernens im Horizont der Kirchen

4.1 Aussagen der katholischen Kirche

4.1.1 Schriften des Zweiten Vaticanums- Nostra Aetate, Ad Gentes, Lumen Gentium und Dignitatis Humanae

4.1.2 Die Verlautbarungen Evangelii Nuntiandi, Redemptoris Missio und Dominus Iesus

4.1.3 Der Beschluss der Würzburger Synode zum Religionsunterricht

4.2 Aussagen der evangelischen Kirche

4.2.1 Der Ökumenische Rat der Kirchen

4.2.2 Denkschrift Identität und Verständigung

5. Interreligiöses Lernen im Horizont von Schule

5.1 Die Entwicklung des interreligiösen Lernens in der Schulpraxis

5.1.1 Fremdreligionen im Unterricht

5.1.2 Didaktik der Weltreligionen

5.1.3 Interreligiöses Lernen

5.2 Religionspädagogische Reaktionen auf die multireligiöse Schülerschaft

5.4.1 Das Modell des „zu Gast Seins“

5.4.1.1 Das Projekt Weltethos

5.4.1.2 Weltethos und Erziehung

5.4.2 Der Hamburger Religionsunterricht „für alle“

5.4.2.1 Die religiöse und gesellschaftliche Situation in Hamburg

5.4.2.2 Das Hamburger Modell

5.4.3 Das alternative Unterrichtsfach Lebensgestaltung, Ethik und Religionskunde

5.4.3.1 Vorgeschichte des Faches

5.4.3.2 Der Lernbereich LER

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von interreligiösem Lernen in einer zunehmend pluralistischen deutschen Gesellschaft, insbesondere unter Berücksichtigung der Perspektiven von Theologie, den christlichen Kirchen und der schulischen Praxis. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie interreligiöse Lernprozesse dazu beitragen können, Vorurteile abzubauen, Toleranz zu fördern und den Herausforderungen einer multireligiösen Schülerschaft zu begegnen.

  • Analyse des gesellschaftlichen Wandels von einer konfessionsgeprägten hin zu einer pluralistischen Gesellschaft.
  • Untersuchung theologischer Beziehungsmodelle zum interreligiösen Lernen (Exklusivismus, Inklusivismus, Pluralismus).
  • Bewertung kirchlicher Positionen und Dokumente (katholisch und evangelisch) zum interreligiösen Dialog.
  • Diskussion schulpädagogischer Konzepte wie dem "Weltethos"-Projekt und dem Hamburger Modell des Religionsunterrichts.

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Clash of Civilizations

Im Jahr 1993 veröffentlichte Samuel Huntington erstmals seine Theorie eines „Clash of Civilizations“, einem Kampf der Kulturen, in Form eines Aufsatzes.

Huntington beginnt die Entfaltung seiner Theorie mit der These, dass unser Denken vierzig Jahre lang durch das theoretische Konzept des kalten Krieges beherrscht wurde. In Folge dessen war die Welt in eine Gruppe wohlhabender und in den meisten Fällen demokratischer Staaten, deren Führungsposition die USA besetze, und einer Gruppe kommunistischer Staaten des Ostblocks geteilt. Diese zwei Parteien standen sowohl in einem ideologischen und politischen als auch in einem wirtschaftlichen Konflikt. Austragungsorte dieser Spannungen waren die nach eigener Aussage neutralen und oftmals armen Länder der sogenannten Dritten Welt.55

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der damit verbundenen Aufhebung des theoretischen Konzepts eines kalten Krieges, setzen sich dieser Theorie zu Folge die weltpolitischen Auseinandersetzungen auf einer anderen Ebene fort. Waren während des kalten Krieges vor allem ideologische und wirtschaftliche Interessen Ursachen für die Konflikte, so sind es, der Theorie vom Clash of Civilizations folgend, zukünftig kulturelle Aspekte. Demnach verursachen nicht mehr die unterschiedlichen Interessen, Ideologien oder verschiedene Nationalstaaten die Spannungen, vielmehr werden diese von unterschiedlich geprägten Welten, den „Civilizations“, ausgelöst.56

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des interreligiösen Lernens vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und der Rolle von Schule und Kirche ein.

2. Entwicklungen unserer Zeit: Dieses Kapitel analysiert den gesellschaftlichen Wandel, Prozesse der Individualisierung und Säkularisierung sowie die Religiosität Jugendlicher und die Bedeutung der Clash of Civilizations-Theorie.

3. Fragen des interreligiösen Lernens im Horizont von Theologie: Es werden die drei zentralen Beziehungsmodelle der Theologie – Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus – auf ihre Eignung für interreligiöses Lernen hin geprüft.

4. Fragen des interreligiösen Lernens im Horizont der Kirchen: Das Kapitel untersucht die Haltungen der katholischen und evangelischen Kirche zu anderen Religionen anhand ihrer offiziellen Lehrschreiben und Dokumente.

5. Interreligiöses Lernen im Horizont von Schule: Hier wird die didaktische Entwicklung vom Fremdreligionen-Unterricht hin zu verschiedenen Modellen des interreligiösen Lernens in der Schulpraxis beleuchtet.

6. Ausblick: Der Ausblick reflektiert den aktuellen Stand der Alternativmodelle im Religionsunterricht und identifiziert weiteren Forschungs- und Verbesserungsbedarf.

Schlüsselwörter

Interreligiöses Lernen, Pluralismus, Religionsunterricht, Theologie, Inklusivismus, Weltethos, Hamburger Modell, Säkularisierung, Individualisierung, Dialog der Religionen, Konfessioneller Religionsunterricht, Multireligiöse Gesellschaft, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der methodischen Gestaltung des interreligiösen Lernens im Spannungsfeld zwischen theologischen Vorgaben, den Positionen der Kirchen und der schulischen Realität in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören der gesellschaftliche Pluralismus, theologische Religionsmodelle, kirchliche Lehrverlautbarungen sowie konkrete didaktische Konzepte wie das Weltethos-Projekt oder der Hamburger Religionsunterricht.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie interreligiöses Lernen angesichts einer individualisierten und multireligiösen Gesellschaft gestaltet werden muss, um für Schülerinnen und Schüler authentisch und relevant zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine religionspädagogische Analyse, die auf einer Auswertung von Literatur, theologischen Lehrschreiben und schulischen Konzepten sowie empirischen Daten zur Religiosität beruht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die theologischen Beziehungsmodelle, kirchliche Stellungnahmen (katholisch und evangelisch) sowie die schulpraktische Entwicklung der Didaktik, von der Fremdreligionen-Didaktik bis hin zu aktuellen Modellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Interreligiöses Lernen, Pluralismus, Inklusivismus, interreligiöser Dialog und schulpädagogische Didaktik geprägt.

Wie unterscheidet sich der Inklusivismus vom Exklusivismus?

Während der Exklusivismus das Heil ausschließlich im Christentum verortet, erkennt der Inklusivismus zwar die Fülle des Heils im Christentum an, lässt aber zu, dass auch in anderen Religionen heilshafte Elemente vorhanden sein können.

Welches Ziel verfolgt das Projekt Weltethos in der Schule?

Das Projekt soll einen minimalen ethischen Grundkonsens über Werte und Maßstäbe fördern, der von Menschen aller Kulturen und Religionen geteilt werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

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Details

Title
Interreligiöses Lernen im Spannungsfeld von Kirche, Theologie und Schule
College
University of Paderborn  (Fachbereich Theologie)
Grade
1,7
Author
Nathalie Echterling (Author)
Publication Year
2005
Pages
101
Catalog Number
V48742
ISBN (eBook)
9783638453493
Language
German
Tags
Interreligiöses Lernen Spannungsfeld Kirche Theologie Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nathalie Echterling (Author), 2005, Interreligiöses Lernen im Spannungsfeld von Kirche, Theologie und Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48742
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