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Weltanschauungsfreiheit und Tendenzschutz in Theaterunternehmen

Título: Weltanschauungsfreiheit und Tendenzschutz in Theaterunternehmen

Trabajo de Seminario , 2005 , 20 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Karina Bauer (Autor)

Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho
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Kunst - was darf die Kunst und wo sind Ihre Grenzen? Die Kunst ist frei - sofern sie nicht gegen geltende Gesetze verstößt. So gesehen ist alles Kunst und jeder darf sich Künstler nennen. Sollte jedoch jemand meinen, dass es sich bei der „Kunst“ nicht um Kunst handle, so stellt dies einen Eingriff in die Grundrechte dar.

Weltanschauung ist ein sehr weit gefasster Begriff und erstreckt sich über Bereiche wie Wissenschaft, Moral, Werte, Religion, Bräuche, Kultur, Umwelt, Wirtschaft, Philosophie und Politik. Weltanschauungsfreiheit ist ein Grundgesetz bzw. ein Menschenrecht und steht im Zusammenhang mit Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Sie steht aber nicht nur im Zusammenhang mit Religion, sondern wie jeder Mensch die Welt betrachtet, interpretiert oder versteht.
Weltanschauung in Zusammenhang mit Theater meint auch ein Urteil zu haben und die Meinungsfreiheit im Theater nimmt die Gestaltung und ihren Inhalt in Anspruch. Theater bzw. Kunst ist Unterhaltung und sucht die Auseinandersetzung mit der Öffentlichkeit.
Nur zu oft wurde das Grundrecht verletzt wie zum Beispiel die „Entartete Kunst im Dritten Reich“ oder die massiven Theaterzensuren in den vergangen Jahrhunderten bis hin zur Antike. In den Revolutionsjahren Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch der Ruf nach Meinungsfreiheit samt Theaterfreiheit unter dem Motto der „Egalität“ laut. Diese Freiheiten wurden auch in Österreich im Jahr 1867 in das Staatsgrundgesetz verankert. Jedoch gab es in den Jahren danach noch immer eine sehr starke Zensur. Im Beschluss der provisorischen Nationalversammlung vom 30. Oktober 1918 wurde ebenfalls das StGBl verabschiedet, in dem es heißt: jede Zensur ist als dem Grundrecht der Staatsbürger widersprechend als rechtsungültig aufgehoben.
Tendenzbetriebe sind Unternehmen, die nicht nur erwerbswirtschaftliche Zwecke, sondern auch Ziele verfolgen, die politischen, koalitionspolitischen, konfessionellen, karitativen, erzieherischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Zwecken dienen, also auch Theaterunternehmen.
Von den Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) sind die Tendenzbetriebe teilweise ausgenommen. So werden dem Betriebsrat Beteiligungsrechte nur insoweit eingeräumt, als die Eigenart des Unternehmens dem nicht entgegensteht. Auf Religionsgemeinschaften und ihre karitativen und erzieherischen Einrichtungen findet das Betriebsverfassungsgesetz überhaupt keine Anwendung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Begriffsdefinitionen

Weltanschauung

Tendenzschutz

Theater

Kunst

II. Juristische Grundlagen

Menschenrechtskonvention

Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte

Staatsgrundgesetz 1887

Beschluß der Provisorischen Nationalversammlung30. Oktober 1918

Theaterunternehmen

Kunstförderungsgesetz

Aufgaben der Förderung

Gegenstand der Förderung

Arten der Förderung

Allgemeine Voraussetzungen für die Förderung

Bedingungen für die Förderung

Mittelbare Förderung

Förderungsrichtlinien

Kunstbericht

Vollziehung

III. Weltanschauungsfreiheit in Theaterunternehmen

Die der österreichischen Theaterzensur um 1800

Entartete Kunst im Dritten Reich

Wie frei ist im 21. Jahrhundert die darstellende Kunst in Österreich?

Hermann Nitsch

Ein Beispiel von Theaterzensur im 21. Jahrhundert

Der Kunst ihre Freiheit - Kunstkritik

IV. Förderung der darstellenden Kunst

Bundes-Kunstförderungsgesetz

Förderungen und Subventionen

Theaterförderung

V. Tendenzschutz in Theaterunternehmen

Allgemeines

Zweck des Tendenzschutzes

Voraussetzungen für die Bestimmungen des Tendenzschutzes

Unmittelbarer Tendenzschutz

Tendenzträger

Zusammenfassend

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der verfassungsrechtlich verankerten Weltanschauungsfreiheit in Theaterunternehmen und den rechtlichen Einschränkungen durch den Tendenzschutz. Dabei wird analysiert, wie politische Einflussnahme und Zensur in der Vergangenheit und Gegenwart die künstlerische Freiheit beeinflussen und welche Rolle staatliche Förderungen sowie betriebsverfassungsrechtliche Rahmenbedingungen für Theaterunternehmen spielen.

  • Historische und rechtliche Grundlagen der Kunstfreiheit und Zensur in Österreich
  • Die Auswirkungen staatlicher Subventionspolitik auf den Theaterbetrieb
  • Konfliktlinien zwischen Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrechten in der Theaterkritik
  • Die arbeitsrechtliche Sonderstellung von Theaterunternehmen durch den Tendenzschutz

Auszug aus dem Buch

Wie frei ist im 21. Jahrhundert die darstellende Kunst in Österreich?

Die Kunst ist frei! Daher könnte man meinen, alles sei erlaubt. Moralische Bedenken sind persönlicher Natur und dürfen der Freiheit der Kunst nicht im Weg stehen. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass man evt. nicht mit der Kunstfreiheit in Konflikt geraten kommen kann, sondern mit anderen Gesetzen.

Folgende Beispiele weisen auf die Problematik und das Spannungsfeld der Kunstfreiheit hin.

Hermann Nitsch ist ein künstlerischer Grenzgänger. Mit seinen kontroversen und zeremoniellen Performances hat er schon all zu oft ethnische Grenzen überschritten, seine provokanten Arbeiten haben immer wieder für Aufsehen gesorgt. Er hat aber auch künstlerische Trends gesetzt. So wurden Damien Hirst mit seinen berühmten Kuhköpfen oder Mike Kelley mit seinen Performenens von Nitsch stark inspiriert.

Seine letzte Version vom berühmten Orgien Mysterien Theater Festival, welches er bereits Ende der fünfziger Jahre entwickelt hatte, basiert auf Richard Wagners Pazifals. Es wurde von 31. Juli bis 2.August 2004 im Schloss Prinzendorf aufgeführt.

Nitsch durfte sich unter Polizeischutz Dinge erlauben, die bei Demonstrationen völlig undenkbar gewesen sind. So konnte er zum Beispiel Aktionisten und Aktionistinnen nackt und gefesselt durch die Straßen von Prinzendorf karren. Auf einer Anti-Pelzdemo hätte die Polizei sicherlich sofort eingegriffen und mit hohen Geldstrafen getadelt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Begriffsdefinitionen: Definiert zentrale Grundbegriffe wie Weltanschauung, Tendenzschutz und Theater, um ein einheitliches Verständnis für die nachfolgenden rechtlichen Analysen zu schaffen.

II. Juristische Grundlagen: Erläutert die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, Menschenrechtskonventionen und gesetzlichen Regelungen wie das Kunstförderungsgesetz und das Arbeitsverfassungsgesetz für Theaterbetriebe.

III. Weltanschauungsfreiheit in Theaterunternehmen: Analysiert den historischen Wandel der Theaterzensur von ca. 1800 über die NS-Zeit bis hin zu aktuellen Debatten über künstlerische Freiheit, dargestellt an Beispielen wie Hermann Nitsch.

IV. Förderung der darstellenden Kunst: Beleuchtet die Notwendigkeit öffentlicher Kunstförderung als Gegengewicht zu wirtschaftlichen Interessen und beschreibt die Mechanismen staatlicher Subventionsvergabe.

V. Tendenzschutz in Theaterunternehmen: Erörtert die spezifischen arbeitsrechtlichen Ausnahmen für Betriebe mit ideeller Zweckbestimmung und wie dieser Schutz den Spielraum der Mitbestimmung innerhalb von Theaterunternehmen beeinflusst.

Schlüsselwörter

Weltanschauungsfreiheit, Tendenzschutz, Theaterunternehmen, Kunstförderungsgesetz, Kunstfreiheit, Theaterzensur, Arbeitsverfassungsgesetz, Subventionen, Meinungsfreiheit, Hermann Nitsch, Kunstkritik, Betriebsrat, Kulturpolitik, Rechtsgrundlagen, Österreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den rechtlichen und gesellschaftspolitischen Status der Freiheit der darstellenden Kunst in Österreich unter besonderer Berücksichtigung des Tendenzschutzes in Theaterunternehmen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die juristischen Grundlagen der Kunstfreiheit, die Geschichte und Praxis der Theaterzensur, die staatliche Kunstförderung sowie das Arbeitsverfassungsrecht in Tendenzbetrieben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der verfassungsrechtlich garantierten Freiheit der Kunst und den praktischen Einschränkungen durch Zensur sowie arbeitsrechtliche Bestimmungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristisch-theoretische Analyse unter Heranziehung von Gesetzestexten, historischer Quellen und konkreter Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine juristische Fundierung, eine historische Analyse der Theaterzensur, eine Untersuchung des Förderwesens und eine arbeitsrechtliche Abhandlung zum Tendenzschutz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weltanschauungsfreiheit, Tendenzschutz, Kunstförderung und Theaterzensur definiert.

Inwiefern beeinflusst der Tendenzschutz den Theaterbetrieb?

Der Tendenzschutz schränkt die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats in Theaterunternehmen ein, um sicherzustellen, dass künstlerische und ideelle Zielsetzungen nicht durch rein wirtschaftliche Mitbestimmung gefährdet werden.

Wie steht es um die Rolle der Kunstkritik im Kontext der Meinungsfreiheit?

Kunstkritik genießt als wertendes Urteil weitreichende Meinungsfreiheit, stößt jedoch dort an Grenzen, wo sie in strafbare Ehrenbeleidigung oder unwahre Tatsachenbehauptungen umschlägt.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Weltanschauungsfreiheit und Tendenzschutz in Theaterunternehmen
Universidad
University of Vienna
Calificación
1
Autor
Karina Bauer (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
20
No. de catálogo
V48758
ISBN (Ebook)
9783638453615
ISBN (Libro)
9783638802437
Idioma
Alemán
Etiqueta
Weltanschauungsfreiheit Tendenzschutz Theaterunternehmen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Karina Bauer (Autor), 2005, Weltanschauungsfreiheit und Tendenzschutz in Theaterunternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48758
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Extracto de  20  Páginas
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