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Chancengleichheit im Bildungssystem der BRD

Begriffe und Befunde

Title: Chancengleichheit im Bildungssystem der BRD

Term Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christian Göbel (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Spätestens seit Pisa ist die deutsche Bildungspolitik in aller Munde. Plötzlich ist ein Jeder Experte und Kenner der Szene und weiß genau über die Gründe der Bildungsmisere bescheid. Bildungsmisere? Ist es das, was die Studie der deutschen Politik attestiert? Nun, die Ergebnisse sind deutlich. Deutsche Schüler haben in vielen Disziplinen im internationalen Vergleich recht mäßig abgeschnitten, obwohl Deutschland, zumindest rein wirtschaftlich gesehen, immer noch eine europäische Vormachtsstellung einnimmt. Andere Länder, deren wirtschaftliche Datenlage nicht so verheißungsvoll ausfällt, schaffen es jedoch im Gegenzug ihren Nachwuchs qualitativ besser auszubilden, womit für deutsche Kinder eine Konkurrenz auf dem Bildungsmarkt entsteht, die nicht von der Hand zu weisen ist, und die die zukünftige Entwicklung Deutschlands im internationalen Vergleich negativ beeinflussen wird. Aber warum gelingt es anderen Ländern trotz verhältnismäßig geringerer Etats eine womöglich bessere Bildungspolitik anzubieten? Die Ursachen dafür müssen in den Problemen des deutschen Bildungssystems gesucht werden, die leider vielfältig sind und von denen an dieser Stelle nur einige Wesentliche genannt werden sollen. Zum ersten zu nennen wäre die Tatsache, dass Bildung dezentral geleitet und verwaltet wird. Bund und Länder bilden zwar ein föderatives System, jedoch bedingt Föderalismus immer Kommunikationsprobleme und Ungleichheiten in der Exekutiven aufgrund unterschiedlicher Gewichtung von Prämissen. Zum zweiten zu nennen wäre die mangelnde vorschulische Erziehung des Nachwuchses, der früh angesetzt in der prägenden Phase von Kindern, in der die Lernmotivation immens hoch ist, eine qualitative Steigerung der Lernmöglichkeiten zur Folge hat, jedoch in Deutschland zumeist völlig missachtet wird. Andere Länder zeigen dabei deutlich die positiven Folgen dieser Lehrmethode auf und können erhebliche Erfolge dadurch aufweisen. Eine weitere Problematik, die genannt werden muss, ist die Lage der Lehrkräfte in Deutschland. Dieses Problemfeld ist ein sehr großes und weit reichendes, da die Qualität der schulischen Ausbildung der Zöglinge maßgeblich durch die Lehrkräfte beeinflusst wird...

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Inhaltsverzeichnis

I. Begriffsdefinition und Einordnung der Chancengleichheit in das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland

II. Chancengleichheit im Bildungsverlauf?

1. Begriffsbestimmung Chancengleichheit

2. Bildung als Faktor sozialen Wohlstandes

3. Kriterien zur Bemessung von sozialer Gleichheit

4. Die Primarstufe, Grundstein der Bildungskarriere in Kritischer Betrachtung

4.1 Chancengleichheit nach der Einschulung

4.2 Übergangsproblematik

4.2.1 Rechtlicher Rahmen der Elternentscheidung

4.2.2 Das Lehrerurteil

5. Schülerverteilung auf den weiterführenden Schulen hinsichtlich Ihres sozialen Hintergrundes

6. Abschlüsse und Kompetenzen

III. Herkunftsethnien, Migrantenstatus sowie geschlechtsspezifische Unterschiede

IV. Zusammenfassender Überblick über die Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das deutsche Bildungssystem im Hinblick auf die Chancengleichheit, um zu prüfen, inwieweit soziale Faktoren die Bildungsbiografien von Kindern bestimmen und die theoretisch postulierte Bildungsgerechtigkeit in der Praxis einschränken.

  • Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf die schulische Laufbahn.
  • Analyse der Übergangsproblematik von der Primar- in die Sekundarstufe.
  • Rolle der Lehrkräfte und subjektive Faktoren bei der Schulformempfehlung.
  • Auswirkungen von Migrationshintergrund und Herkunftsethnien auf den Schulerfolg.
  • Vergleich von Kompetenzerwerb und Bildungsabschlüssen nach sozialen Kriterien.

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Übergangsproblematik

Betrachtet man nun diese Ergebnisse der Grundschulproblematik, bleibt zu fürchten, dass Chancengleichheit auch hinsichtlich der Übergangsentscheidung von der Primarstufe in die Sekundarstufe eins nicht gewährleistet werden kann. Es ist bekannt, dass verschiedene weiterführende Schulen mit unterschiedlichen Leistungsanforderungen zur Wahl stehen, die die Schüler ab der fünften Klasse, respektive der siebten Klasse in einigen Bundesländern, besuchen können. Dazu gehören, in Rangfolge der Anforderungen sortiert, das Gymnasium, Real-, Mittel-, Sekundar-, Regelschule, Gesamtschule, Hauptschule. (vgl. Cortina, Trommer, 2004, S. 354) Bei der Wahl der Schulform spielt aus rechtlichen Gründen schon der Wille der Eltern eine eminente Bedeutung aufgrund des verfassungsmäßig garantierten Erziehungsrecht, mit Ausnahme der Bundesländer Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Saarland, in denen die attestierte Leistungsfähigkeit und das Bestehen von Aufnahmeprüfungen primäre Zugangskontrolle zu den weiterführenden Schulen darstellt. Dies bedeutet im Klartext, dass es in den übrigen zwölf Bundesländern den Eltern beinahe freigestellt ist, auf welche Schule sie ihre Kinder schicken. Die Hypothese dabei ist, dass dies die relative Chancengleichheit fördert, da grundsätzlich allen Kindern alle Schulformen offen stehen, was jedoch falsifiziert werden muss. Es ist empirisch belegbar, dass Eltern aus unterschiedlichen sozialen Schichten ihre Kinder, auch wenn diese vom Leistungsstand her gleiche Qualifikationen aufweisen, auf unterschiedliche weiterführende Schulen schicken. (vgl. Schneider, 2004, S. 82) Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Anzunehmen ist, dass nach verschiedenen Theorien dieser kulturellen Reproduktion unterschiedliche Lösungsansätze zu verzeichnen sind. So wird z.B. angenommen, dass der Schulentscheidung Prestige- Gründen zugrunde liegen werden, was bedeutet, dass ein hohes soziales Prestige, das nur durch den Besuch von guten Gymnasien erreicht werden kann, gerade den Eltern wichtig ist, die selbst einer gehobeneren, angesehenen Klasse zugehörig sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Begriffsdefinition und Einordnung der Chancengleichheit in das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland: Das Kapitel führt in die aktuelle Bildungsmisere ein und erläutert die dezentrale Struktur sowie strukturelle Mängel im deutschen Bildungssystem.

II. Chancengleichheit im Bildungsverlauf?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Chancengleichheit, die Bedeutung von Bildung für sozialen Wohlstand und die Kriterien zur Bemessung von Ungleichheit erörtert.

III. Herkunftsethnien, Migrantenstatus sowie geschlechtsspezifische Unterschiede: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der nationalen Herkunft sowie geschlechtsspezifische Faktoren auf die Bildungsbeteiligung und den Schulerfolg.

IV. Zusammenfassender Überblick über die Ergebnisse: Das Fazit synthetisiert die vorangegangenen Analysen und kommt zu dem Schluss, dass institutionelle Chancengleichheit in der Praxis durch soziale Prägung und Einstellungsfaktoren der Akteure limitiert bleibt.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Bildungssystem, Bildungsbiografie, soziale Herkunft, Primarstufe, Übergangsproblematik, Lehrerurteil, sozioökonomischer Status, Bildungsreproduktion, Migrationshintergrund, Schulleistung, Bildungsabschlüsse, soziale Disparitäten, Bildungspolitik, Pisa-Studie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland echte Chancengleichheit herrscht, und analysiert die sozialen sowie strukturellen Faktoren, die diesen Anspruch in der Realität einschränken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Einfluss des Elternhauses, der Selektion an der Schwelle von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen sowie der Korrelation zwischen sozialem Hintergrund und akademischem Erfolg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Tatsachenbericht über den aktuellen Zustand der Chancengleichheit zu erstellen und die Mechanismen aufzuzeigen, die Bildungserfolge maßgeblich determinieren, anstatt diese lediglich auf individuelle kognitive Fähigkeiten zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse empirischer Befunde und Daten, insbesondere unter Rückgriff auf PISA-Studien sowie soziologische Forschungsbeiträge zur Bildungsungleichheit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Weg eines Schülers von der Primarstufe über den Übergang in die weiterführenden Schulen nachgezeichnet, inklusive der Rolle von Elternentscheidungen, Lehrereinschätzungen und des soziokulturellen Kapitals.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Chancengleichheit vor allem die soziale Herkunft, die Übergangsproblematik, der sozioökonomische Status und die Bildungsreproduktion.

Welche Rolle spielen Lehrkräfte bei der Chancenverteilung?

Lehrkräfte fungieren als Berater, sind jedoch selbst durch ihr eigenes soziales Umfeld und ihre Erziehungsideale geprägt, was bei der Übergangsempfehlung zu subjektiven Verzerrungen führen kann, die Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten benachteiligen.

Warum ist das Lehrerurteil laut Autorin problematisch?

Das Lehrerurteil ist problematisch, da es neben Noten auch auf subjektiven Eindrücken basiert, die oft mit der Erziehungshaltung und dem sozialen Prestige der Eltern korrelieren, anstatt die objektive Begabung oder Intelligenz des Kindes vollständig isoliert zu bewerten.

Gibt es eine Hoffnung auf Verbesserung der Situation?

Die Autorin sieht den Lösungsansatz vor allem in einer Aufklärung der Teilnehmer, da das System formal zwar allen Kindern den Zugang ermöglicht, aber erst durch eine bewusste Wahrnehmung der Chancen durch die Elternhäuser eine angemessene Förderung sichergestellt werden kann.

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Details

Title
Chancengleichheit im Bildungssystem der BRD
Subtitle
Begriffe und Befunde
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,7
Author
Christian Göbel (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V48769
ISBN (eBook)
9783638453691
ISBN (Book)
9783638659949
Language
German
Tags
Chancengleichheit Bildungssystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Göbel (Author), 2004, Chancengleichheit im Bildungssystem der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48769
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