Der Buddha Mythos


Referat (Ausarbeitung), 2005
16 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

1. Die Buddha-Legende

Buddha: Geistlicher Titel des Begründers des Buddhismus; eigentlich Siddharta Gautama, aus dem Adelsgeschlecht der Shakya, deshalb auch Shakyamuni ("der Weise aus dem Shakya-Geschlecht").

Geb. 560 v. Chr. in Kapilavastu, gest. um 480 v. Chr. in Kusinara (nach anderen Überlieferungen (nordindische Sanskrit-Tradition): 450 v. Chr. - 370 v. Chr.[1]).

Siddharta Gautama wird um 560 v. Chr. in Kapilavastu, einem Ort nahe der nepalesischen Grenze, als Sohn eines Adeligen geboren; sein Vater ist Stammesfürst des Volkes der Shakya. Siddharta wird in seiner Kindheit und Jugend seiner gesellschaftlichen Stellung entsprechend erzogen und genießt alle Privilegien eines Prinzen. Im Alter von 16 Jahren heiratet er seine Cousine Yashodhara, die ihm nach zwölf Jahren den Sohn Rahula[2] schenkt. In diesen Jahren hat Siddharta mehr und mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit des luxuriösen Lebens, das er am Hof seines Vaters führt. Eine echte Konsequenz seiner Zweifel führt jedoch erst die Begegnung mit menschlichem Leid in der Person eines Greises, eines Kranken und eines Toten bei drei verschiedenen Ausfahrten herbei, die ihm Leid und Vergänglichkeit der menschlichen Existenz bewusst machen. Die Begegnung mit einem Bettelmönch bei einer vierten Ausfahrt, der heitere Gelassenheit ausstrahlt, weist ihm endlich den Ausweg aus dem irdischen Verhaftetsein, und so verlässt er kurz nach der Geburt seines Sohnes in der Nacht der Entsagung seine Familie und sein bisheriges Leben, um als Asket nach dem Sinn des Lebens zu suchen.

Nachdem er verschiedene Brahmanen, Yoga-Lehrer und Asketen getroffen hat, widerfährt ihm mit ca. 35 Jahren unter dem Bodhi-Baum von Bodh-Gaya die Erleuchtung (samma-sambodhi); seither trägt er den Titel Buddha (Erleuchteter). Sieben Tage nach diesem Erlebnis macht sich Buddha auf den Weg, die von ihm gewonnenen Erkenntnisse auch anderen Menschen mitzuteilen. Vor fünf Mönchen hält er seine erste Predigt in Benares -auch buddhistische Bergpredigt genannt- , in der er die Quintessenz seiner Erleuchtung in der Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten zusammenfasst und als Lebensweg einen mittleren Weg in der Balance zwischen ausschweifendem Leben in Luxus und streng enthaltsamem Leben empfiehlt.

In den folgenden 45 Jahren führt Buddha ein Predigt- und Wanderleben; er wirkt als geistlicher Lehrer, predigt in Bildern und Gleichnissen und versammelt immer mehr Jünger um sich herum, die sich äußerlich durch einen geschorenen Kopf und das Tragen eines gelben Gewandes auszeichnen. Seine Jünger werden von Buddha auf Mission geschickt: „Geht hin, ihr Mönche, und predigt für das Beste der anderen wie für euer eigenes [...] Bringet die freudige Botschaft zu jedermann." Daneben gründet Buddha den Sangha, einen buddhistischen Mönchs- und Nonnenorden.

Während seiner letzten Jahre lebt Buddha in einem Kloster in Sravasti, er stirbt ("geht ins Parinirvana ein") um 480 v. Chr. im Alter von 80 Jahren in Kusinara.[3]

Nach späterer buddhistischer Lehre gibt es in jeder Weltperiode einen Buddha, so dass der historische Buddha nur ein Buddha in einer langen Reihe von Welterleuchtern ist, die sämtlich die höchste Erkenntnis aus eigener Kraft erlangen. In der hinduistischen Mythologie wurde der Buddha in die Reihe der Avataras (Verkörperungen) des Gottes Vishnu aufgenommen.

2. Infos zum Buddhismus

1. Theravada ("Weg der Älteren", ca. ab 380 v. Chr.): Frühbuddhismus. Orthodox.

Strikte Mönchsregeln. Lehre über Ursache und Wirkung. Erlösung durch eigene Bemühung. Komplett schriftlich vorhanden, älteste Lehre des Buddhismus (Theravada Kanon). Schrift: Pali.

2. Mahayana (“Großes Fahrzeug“, ab 1. Jrh. v. Chr.): Lehre über Mitgefühl und Weisheit (besonders stark in China). Erlösung von außen möglich (transzendente Buddhas und Bodhisattvas können helfen). Geburt in Zwischenparadiesen ist möglich. Schrift: Sanskrit.

3. Hinayana (“Kleines Fahrzeug“ (über den Leidensozean) ): Anderer Name für Theravada Buddhismus. Seit 2. Jrh. n. Chr. verwendet, um gegen Mahayana Buddhismus abzugrenzen.

Gier, Hass, Unwissenheit werden durch ethische Selbsterziehung ausgelöscht.

4. Tantrayana (“Diamantweg/ Donnerkeil-Fahrzeug“, ab 3. Jrh. n. Chr.): Spätbuddhismus.

Besonders Tibet, Mongolei. 3-8. Jrh. in Indien entstanden. Grundgegebene Erlöstheit, Abkürzungswege zum Heil.

Bodhisattva:"Zum Erwachen bestimmtes Wesen", "Erleuchtungssucher". "Erleuchtungswesen", welches selbst kurz vor der Erlösung steht, aber freiwillig bleibt, um Anderen bei der Erleuchtung zu helfen.

Buddha:"Der Erleuchtete". Hat das Nirvana bereits erreicht, weilt aber noch unter den Lebenden. (Zustand nach dem Tod: “Parinirvana“).

Nirvana: Erleuchtung, Aufhebung des Leids und der Unwissenheit. Ende der Wiedergeburten, Verlöschen.

3. Hinayana vs. Mahayana

3.1 Mahavadana-Sutra (MAV), Majjhima-Nikaya (Majjh.-Nik.)

Die Biographie des Buddha ist auch in den ältesten Texten bereits legendarisch geprägt. Das Anliegen der Verfasser, der ersten buddhistischen Mönche, war es erstens zu zeigen, dass Buddha den von ihm dargelegten Weg selbst gegangen ist, und zweitens, dass sein Leben und die Lehre einer kosmischen Gesetzmäßigkeit folgen. Jede Weltepoche (Kalpa) hat ihren Buddha. Die Biographien der Buddhas gleichen einander dabei bis in die Einzelheiten, z.B. ist der Ort der Erleuchtung immer derselbe. Die Biographie sollte nach Peter Antes zumindest in den frühen Texten in erster Linie die Lehre veranschaulichen.[4] D. Schlingloff: „…der Lebensweg des Buddha […] ist Urbild und Vorbild des Heilsweges, den der Mönch zu seiner Erlösung beschreitet.“[5] Es ging den Mönchen nicht darum, die persönliche Geschichte des Meisters festzuhalten, da ihnen laut Schlingloff ein historisches Bewußtsein damals völlig fremd war. „Indem die Mönche in ihren Predigten Episoden aus dem Leben ihres Meisters erzählten, wollten sie ihre Religion, eine jenseits aller historischen Ereignisse liegende Wahrheit, verkünden.“[6]

[...]


[1] Vgl. Antes, Peter (Hrsg.): Große Religionsstifter. Augsburg: Weltbild Verlag, 2004. S. 135.

[2] “Rahula“ (skt.): Fessel.

[3] Vgl. Wissen.de: Buddhismus. Das Leben des Siddharta Gautama/ Buddha. Internetlink.

[4] Antes, S. 136.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der Buddha Mythos
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Seminar für Deutsche Literatur und Sprache)
Veranstaltung
Die Idee einer modernen Mythologie II
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V48774
ISBN (eBook)
9783638453738
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
U.a. detaillierter Vergleich der älteren buddhistischen Schriften (Hinayana) mit den Neueren (Mahayana). Außerdem Vergleich mit dem Neuen Testament.
Schlagworte
Buddha, Mythos, Idee, Mythologie
Arbeit zitieren
Ralf Klossek (Autor), 2005, Der Buddha Mythos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48774

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Buddha Mythos


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden