Die Innovation Market Analysis - Ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?


Seminararbeit, 2002
13 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wettbewerbspolitische Leitbilder
2.1 „Vollkommene Konkurrenz“
2.1.1 Modellprämissen
2.1.2 Wettbewerbspolitische Maßnahmen
2.2 „Workable Competition“
2.3 „Konzeptder optimalen Werbeintensität“ mit „weiten Oligopolen“
2.4 „Freier Wettbewerb“
2.4.1 Modellprämissen
2.4.2 Wettbewerbspolitische Maßnahmen

3. Das IMA-Konzept
3.1 Beurteilung von Fusionen
3.2 Wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen
3.3 Theoretische und empirische Grundlagen
3.3.1 Das Arrow-Modell
3.3.2 Ergebnisse empirischer Untersuchungen
3.4 Wettbewerbspolitische Maßnahmen
3.5 Ist das IMA-Konzept ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?

4. Fazit

Literaturliste

1. Einleitung

In diesem Referat soll die Frage geklärt werden, ob das Innovation Market Analysis-Konzept (IMA-Konzept), welches von der amerikanischen Kartellbehörde ergänzend zu den drei zentralen Antitrustgesetzen wie Sherman Act (1890), Federal Trade Com-mission Act (FTC) (1914) und Clayton Act (1914), die die wichtigsten wettbewerbs-politischen Regelungen beinhalten und gegen wettbewerbsbeschränkendes Marktver-halten eingesetzt werden1, ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild sein könnte. Um diese Frage zu beantworten, wird erst erläutert, was ein wettbewerbspolitisches Leitbild ist, welche Kriterien ein Konzept erfüllen müsste, um als solches angesehen zu werden und welche Leitbilder sich in der Wettbewerbspolitik manifestiert haben. Des-weiteren wird das IMA-Konzept und seine theoretischen und empirischen Grundlagen betrachtet, und es wird geprüft, ob die Anforderungen, die an ein Leitbild gestellt sind, von dem IMA-Konzept erfüllt werden.

2. Wettbewerbspolitische Leitbilder

Die Wettbewerbsleitbilder definieren verschiedene Wettbewerbsformen und müssen vorausgesetzte Anforderungen wie geeignete Beurteilungskriterien für die Wettbe-werbsprozesse und wirksame wettbewerbspolitische Maßnahmen erfüllen. Im Rahmen dieses Referats werden folgende Wettbewerbsleitbilder betrachtet:

a) „Vollkommene Konkurrenz“
b) „Workable Competition“
c) „Weite Oligopole“
d) „Freier Wettbewerb“

2.1 „Vollkommene Konkurrenz“

2.1.1 Modellprämissen

Das Leitbild der „vollkommenen Konkurrenz“ beruht auf statischen Voraussetzungen. Es ist ein geschlossenes und universell anwendbares Marktzustands- oder Marktablaufs-modell2, in dem der Marktpreis ein gegebenes Datum für die Wirtschaftssubjekte ist und von ihnen nicht beeinflusst werden kann (Mengenanpasser).

Das maßgebliche Kriterium des „Pareto-Optimums“ (ein Zustand in der Wirtschaft, wenn es nicht mehr möglich ist, den Nutzen eines Wirtschaftssubjekten zu erhöhen, ohne dass der Nutzen eines anderen dabei vermindert wird) wird hier erfüllt.3

Weitere Bedingungen „vollkommener Konkurrenz“ wurden von Bartling, H. aus meh-reren Quellen herausgearbeitet und im folgenden Schaubild(1) zusammengefasst:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Bedingungen „vollkommenen Wettbewerbs“ werden für die drei obengenannten Marktformen „vollständigen Konkurrenz“, „pure competition“ sowie „perfect competi-tion“ unterschiedlich vorausgesetzt. So gilt für die „vollständige Konkurrenz“ nur die 1. Bedingung, und damit ist diese Form eher realisierbar.4

2.1.2 Wettbewerbspolitische Maßnahmen

„Das Leitbild der vollständigen Konkurrenz soll gesichert werden durch ein striktes Kartellsverbot, eine präventive Fusionskontrolle sowie eine staatliche Strukturpo-litik...“5.

Zur Erhaltung des Wettbewerbs soll der Staat die Spielregeln einer Wettbewerbs-wirtschaft bestimmen, um die Gefahr wachsender Monopolisierung zu vermeiden. Mit diesen Maßnahmen sollen Monopole entflochten und in die Marktform der vollstän-digen Konkurrenz überführt werden6.

2.2 “Workable Competition“

„Workable Compitition“ (Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs) ist eine Methode zur Koordination unternehmerischer Entscheidungen und kann nur spezifisch für einzelne Märkte und Industriezweige beurteilt werden. Sie ist zurück zu führen auf ein Aufsatz von J. M. Clarc „Toward a Concept of Workable Compitition“ (1939) und beinhaltet einen Katalog allgemeingültiger „Workability“-Kriterien mit kategorischen Normen zur Beurteilung der Wettbewerbsprozesse. Diese Kriterien sind den drei Hauptkategorien Marktstruktur, Machtverhalten und Marktergebnis zugeordnet.7

Unter Marktstruktur versteht man alle Faktoren, die den Wettbewerb und das Preisver-halten am Markt beeinflussen und relativ konstant sind (z.B. die Zahl der Anbieter und Nachfrager sowie deren Marktanteile, der Grad der Güterhomogenität und der Markt-transparenz, Marktbarrieren u. a.).

Beim Marktverhalten geht es um diejenigen Aspekte, die die unternehmerischen Ent-scheidungen (Zielsetzungen, Strategien und Taktiken) beschreiben, und kurzfristig veränderbar sind (z.B. Konkurrenzbereitschaft, Risikoneigung, bevorzugte Aktionspara-meter u. a.).

Marktergebnisse werden schließlich mit Hilfe der eingesetzten Wettbewerbsparameter

analysiert, z.B. die Höhe der Preise und Gewinne, die Qualität, der technische Fort-schritt u. a. Die verschiedenen Merkmale stehen untereinander in einem zirkularen Zu-sammenhang.8

2.3 „Konzept der optimalen Wettbewerbsintensität“ mit „weiten Oligopolen“

Dieses Konzept wurde von Kantzenbach, E. (1965) entwickelt und geht von den Markt-ergebnissen aus, mit deren Hilfe über das Marktverhalten eine optimale Marktstruktur bestimmt wird. Kantzenbach gibt in seiner Analyse fünf Wettbewerbsfunktionen, die der Wettbewerb bestmöglich erfüllen sollte:

a) Einkommensverteilung
b) Angebotszusammensetzung
c) Produktionssteuerung
d) Anpassungsflexibilität
e) Technischer Fortschritt

[...]


1 Vgl. Herdzina, K., (1993), Wettbewerbspolitik, 4. Auflage, Stuttgart, S. 183 ff.

2 Vgl. Hoppmann, e., (1983), Marktbeherrschung und Preismissbrauch, Baden-Baden, S. 15 ff.

3 Vgl. Bartling, H., (1980), Leitbild der Wettbewerbspolitik, München, S. 12, 13.

(1) Schaubild 2: Modellprämissen „vollkommenen Wettbewerbs“.- Quelle: Bartling, H., (1980), Leitbilder des Wettbewerbs, München, S. 13.

4 Vgl. Bartling, H., (1980), Leitbilder der Wettbewerbspolitik; München, in Anlehnung an Eucken, W., S. 14.

5 Gabler-Wirtschafts-Lexikon, (1997), Wiesbaden, S. 4371.

6 Vgl. Gabler-Wirtschaftslexikon, (1997), Wiesbaden, S. 4371.

7 Vgl. Bartling, H., (1980), Leitbilder der Wettbewerbspolitik, München, S. 20-22.

8 Vgl. Gabler-Wirtschafts-Lexicon, (1997), Wiesbaden, S. 4373, 4374.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Innovation Market Analysis - Ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Volkswirtschaftspolitik
Note
2,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
13
Katalognummer
V48804
ISBN (eBook)
9783638453967
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innovation, Market, Analysis, Leitbild, Volkswirtschaftspolitik
Arbeit zitieren
Ludmila Detzel (Autor), 2002, Die Innovation Market Analysis - Ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48804

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