Im Rahmen dieser Arbeit werden zwei Theorien vorgestellt und gegeneinander abgegrenzt.
Die erste Theorie, die in der Organisationsforschung zur Erklärung der Unterschiede in den Organisationsstrukturen eingesetzt wird, ist die Kontingenz-Theorie (Contingency Approach).
Diese Bezeichnung wurde von englischen Autoren eingeführt. Im deutschsprachigen Raum hat
sich die Bezeichnung „Situativer Ansatz“ durchgesetzt, so dass beide Begriffe synonym verwendet werden können. In dieser Arbeit wird die Bezeichnung „Situativer Ansatz“ verwendet.
Die zweite Theorie, die hier kurz vorgestellt wird, ist die Principal-Agent-Theorie. Diese Theorie beschäftigt sich mit der optimalen Vertragsgestaltung zwecks Beseitigung bestehender Informationsasymmetrie und Interessenkonflikte zwischen dem Prinzipal und dem Agent.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wettbewerbspolitische Leitbilder
2.1 „Vollkommene Konkurrenz“
2.1.1 Modellprämissen
2.1.2 Wettbewerbspolitische Maßnahmen
2.2 „Workable Competition“
2.3 „Konzeptder optimalen Werbeintensität“ mit „weiten Oligopolen“
2.4 „Freier Wettbewerb“
2.4.1 Modellprämissen
2.4.2 Wettbewerbspolitische Maßnahmen
3. Das IMA-Konzept
3.1 Beurteilung von Fusionen
3.2 Wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen
3.3 Theoretische und empirische Grundlagen
3.3.1 Das Arrow-Modell
3.3.2 Ergebnisse empirischer Untersuchungen
3.4 Wettbewerbspolitische Maßnahmen
3.5 Ist das IMA-Konzept ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das Innovation Market Analysis-Konzept (IMA-Konzept) als eigenständiges wettbewerbspolitisches Leitbild innerhalb der amerikanischen Antitrustpolitik fungieren kann, indem sie die theoretischen und empirischen Grundlagen des Konzepts analysiert und gegen etablierte Wettbewerbskriterien abwägt.
- Analyse klassischer wettbewerbspolitischer Leitbilder
- Struktur und Anwendung des IMA-Konzepts bei Fusionen
- Theoretische Fundierung durch das Arrow-Modell
- Empirische Evidenz zur Marktkonzentration und Innovationskraft
- Bewertung des IMA-Konzepts als Leitbild der Kartellbehörden
Auszug aus dem Buch
3.1 Beurteilung von Fusionen
Mit Hilfe der IMA werden Fusionen von den Antitrustbehörden in folgenden Schritten beurteilt:
Zuerst wird geprüft, ob durch eine Fusion der Konzentrationsgrad („Zustand der Verdichtung“16) auf einem Markt erhöht wird. Dafür muss der relevante Markt abgegrenzt werden. Es wird zwischen Technologie-, Produkt- und Innovationsmarkt unterschieden. Da IMA sich ausschließlich auf den Innovationsmarkt bezieht, werden die anderen Märkte außer Acht gelassen. Unter einem Innovationsmarkt versteht man alle Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, die auf die Entwicklung eines neuen oder verbesserten Produkts oder Prozesses gerichtet sind, „...wobei ein hypothetischer Monopolist auf diesem Markt eine „kleine, aber signifikante, nicht vorübergehende“ Absenkung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchsetzen kann.“17 Anhand der Konzentrationszunahme wird dann entschieden, ob ein Eingreifen der Antitrustbehörde notwendig ist.
Danach wird geprüft, ob eine Fusion, die zur Zunahme der Marktkonzentration führt, die Ausübung der Marktmacht (die Stärke der Marktstellung eines Unternehmens auf einem Markt, seine Marktanteile, seine relative Größe) erlaubt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob das IMA-Konzept als alternatives Leitbild in der US-Wettbewerbspolitik dienen kann.
2. Wettbewerbspolitische Leitbilder: Dieser Abschnitt definiert und bewertet verschiedene etablierte Wettbewerbsformen wie die vollkommene Konkurrenz und den freien Wettbewerb.
3. Das IMA-Konzept: Hier wird das Kernkonzept der Arbeit detailliert erläutert, inklusive Fusionsbeurteilung, theoretischer Basis und praktischer Maßnahmen.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass das IMA-Konzept den Anforderungen an ein wettbewerbspolitisches Leitbild gerecht wird.
Schlüsselwörter
Innovation Market Analysis, IMA-Konzept, Wettbewerbspolitik, Fusionskontrolle, Antitrustrecht, Marktkonzentration, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, FuE, Arrow-Modell, Marktstruktur, Innovationsmarkt, Marktmacht, Wettbewerbsleitbilder, technischer Fortschritt, Monopolbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das "Innovation Market Analysis"-Konzept (IMA) und prüft dessen Eignung als wettbewerbspolitisches Leitbild innerhalb der US-Kartellgesetzgebung.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Wettbewerbspolitik, die Auswirkungen von Unternehmensfusionen auf Innovationen sowie die theoretischen Modelle zur Marktstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob das IMA-Konzept die notwendigen Kriterien erfüllt, um als anerkanntes wettbewerbspolitisches Leitbild zu gelten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine Literaturanalyse und eine methodische Überprüfung des IMA-Ansatzes anhand etablierter wettbewerbspolitischer Leitbild-Kriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition verschiedener Leitbilder, der ex-ante Analyse von Fusionen durch das IMA-Konzept sowie der theoretischen Fundierung durch das Arrow-Modell.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Innovationsmarkt, Fusionskontrolle, Marktmacht und FuE-Aktivitäten.
Wie unterscheidet das IMA-Konzept bei einer Fusion die Märkte?
Das Konzept unterscheidet zwischen Technologie-, Produkt- und Innovationsmarkt, wobei sich die Analyse explizit auf Letzteren konzentriert.
Was sagt das Arrow-Modell über Innovationsanreize aus?
Das Modell zeigt auf, dass Unternehmen mit großer Marktmacht im Vergleich zu Wettbewerbern bei vollständiger Konkurrenz einen geringeren Anreiz zur Hervorbringung von Innovationen haben.
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- Ludmila Detzel (Author), 2002, Die Innovation Market Analysis - Ein alternatives wettbewerbspolitisches Leitbild?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48804