Verändern sich politische Entscheidungen durch die Alterung der Gesellschaft? Das Wahlverfahren in Deutschland


Magisterarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 2,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Wertewandel
II.1. Werte und Wertewandel
II.1.1. Der Wertbegriff
II.2. Erklärungsmodelle zum Wertewandel
II.3. Die Postmaterialismus Theorie nach Inglehart
II.4. Lebenszyklus Theorie nach Klages

III. Wählerverhalten
III.1. Der sozialstrukturelle Ansatz
III.1.1. Das Mikrosoziologische Erklärungsmodell
III.1.2. Der Makrosoziologische Erklärungsansatz
III.2. Der Sozialpsychologische Ansatz (Ann Arbor Modell)
III.3. Der Rational-Choice Ansatz

IV. Ausgangslage
IV.1. Demographische Lage
IV.1.1. Ursachen des Alterungsprozesses
IV.1.1.1. Fertilität
IV.1.1.2. Mortalität
IV.1.1.3. Migration
IV.2. Der Alterungsprozess im internationalen Vergleich
IV.3. Probleme alternder Gesellschaften

V. Das Verhältnis zwischen den Generationen
V.1. Generationenbeziehungen
V.2. Politische Einstellungen

VI. Politische Partizipation der über 60-Jährigen
VI.1. Wahlberechtigte und Wahlbeteiligung
VI.2. Altersstruktur der Parteien/Parteimitglieder

VII. Das Wahlverhalten der Generationen auf Parlamentsebenen
VII.1. Datensätze und Forschungsdesign
VII.2. Untersuchungsgruppe
VII.3. Bundesebene
VII.3.1. Bundestagswahl 1990
VII.3.2. Bundestagswahl 1994
VII.3.3. Bundestagswahl 1998
VII.3.4. Bundestagswahl 2002
VII.4. Zusammenfassung Bundesebene
VII.5. Landesebene
VII.5.1. Landtagswahl Baden-Württemberg 2001
VII.5.2. Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2002
VII.5.3. Bürgerschaftswahl Hamburg 2001
VII.6. Zusammenfassung Landesebene

VIII. Unterschiede im Wahlverhalten der Generationen
VIII.1. Ändert sich das Stimmgewicht?
VIII.2. Verändern sich politische Entscheidungen mehr auf der einen oder der anderen Parlamentsebene?

IX. Schlussbemerkung

X. Literaturverzeichnis

XI Abbildungsverzeichnis

I. Einleitung

Die Alterspyramide steht Kopf. Bildete früher eine breite Geburtenfront die Basis der sich nach oben altersmäßig ausdünnenden Pyramide, so ist dieses Fundament heute merklich zusammengeschrumpft. Breit hingegen läuft die ehemalige Pyramide nun nach oben zu – die Bevölkerung wird immer älter. Und nicht nur das: Gerade die über 60-Jährigen strahlen momentan in neuem Glanz. In der Wirtschaft wird immer mehr von der Parole Abstand genommen, die Führungsebenen seien gnadenlos zu verjüngen, weil sonst gar nichts mehr vorangehe.[1] Der Schuhhersteller Salamander soll von einem 65-Jährigen aus der Krise geführt werden, Hewlett-Packard Deutschland reaktivierte den 63-jährigen Computerspezialisten Jörg Menno Harms als Topmanager. Wissen und Erfahrung werden teilweise wieder höher geschätzt als Jugend. Weniger geschätzt wird die Altersentwicklung dagegen in der Politik. Das Phänomen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung stellt die entwickelten Industrienationen der Welt vor enorme Herausforderungen. Viele Bereiche der aktuellen Politik werden durch die demographische Entwicklung beeinflusst: Insbesondere die Diskussion um den Umbau beziehungsweise Abbau des Sozialstaates sei hier genannt. Verschärfend kommt hinzu, dass die demographische Entwicklung ein langfristiger Prozess ist, der sich nicht durch kurzfristig angelegte Gegenmaßnahmen aufhalten lässt.

Auch in der öffentlichen Diskussion nehmen die älteren Mitbürger einen breiten Raum ein. Zum Thema „Rente“ liest man beinahe täglich etwas in den Zeitungen, Begriffe wie „Generationengerechtigkeit“ sowie „Gesellschaftsvertrag“ sind allgegenwärtig. Man weiß vieles von den Älteren: Was sie kaufen, wie sie leben, wie viel Geld sie zur Verfügung haben. Jedoch, wie wählt diese immer größer werdende Gruppe unserer Gesellschaft? Eine gängige Vorstellung des politischen Alterns brachte Winston Churchill einmal treffend auf den Punkt: „Wer unter 35 kein Sozialist ist, hat kein Herz, wer es über 35 noch ist, hat keinen Verstand.“ Dahinter steht die Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter automatisch konservativer werden. Gehören also die ergrauten 68er mit ihrem Eintritt in das Vorruhestandsalter zum Wählerpotential der CDU/CSU oder gibt es sogar einen naturgesetzlichen Alterskonservatismus? Verändern sich politische Entscheidungen in der Bundesrepublik durch die fortschreitende Alterung der Gesellschaft? In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, eine Antwort auf diese Fragen mit Hilfe der Untersuchung des Wahlverhaltens zu finden.

Ausgangsbasis dafür sind verschiedene theoretische Überlegungen im Bereich der Werte und des Wertewandels, besonders die diversen Erklärungsmodelle. Die unterschiedlichen Ansätze des Wählerverhaltens werden beschrieben; gleichzeitig soll versucht werden, die demographischen Veränderungen der Bevölkerung in Deutschland aufzuzeigen und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen. Folgend sollen die Ursachen für diesen Prozess näher erläutert werden; als Basis dafür wird die Entwicklung der Fertilität sowie der Mortalität und Migration herangezogen. Kurz angeschnitten werden sollen der Alterungsprozess im internationalen Vergleich und die generellen Probleme alternder Gesellschaften. Des Weiteren werden das Generationenverhältnis sowie die politischen Einstellungen der Generationen beleuchtet. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Einfluss der demographischen Entwicklung auf den politischen Prozess in Deutschland – insbesondere auf der Partizipation und dem Wahlverhalten der älteren Generation. Hierbei wird die Verteilung der älteren Wähler auf die einzelnen Parteien hervorgehoben sowie die jeweilige Altersstruktur in den Parteien berücksichtigt.

Anhand der vier Bundestagswahlen im Zeitraum von 1990 bis 2002 sowie drei Landtagswahlen in den Jahren 2001 und 2002 – einer im Westen, einer im Osten und einer in einem Stadtstaat –, soll die politische Gewichtung der Stimmen der Älteren auf den einzelnen Parlamentsebenen untersucht werden.

Meinem besonderen Dank gilt der Forschungsgruppe Wahlen e.V. für die Bereitstellung des Datenmaterials.

II. Wertewandel

II.1. Werte und Wertewandel

Das politische System ist über die Jahrzehnte hinweg unverändert geblieben. Dennoch ist die politische Kultur des Landes heute eine ganz andere, als dies vor beispielsweise 40 Jahren der Fall war. Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage, welche gesellschaftlichen und sozialökonomischen Entwicklungen diesen Prozess des Wertewandels beeinflusst oder hervorgebracht haben.

II.1.1. Der Wertbegriff

Zunächst muss man versuchen, den Begriff „Wert“ zu definieren. Dies stellt sich als relativ problematisch dar, da der Wertebegriff in nahezu alle Einzelwissenschaften Eingang gefunden hat und von diesen zum Teil sehr unterschiedlich konnotiert wird. In den Sozialwissenschaften wird der Begriff „Wert“ allgemein als der Maßstab verstanden, der das Handeln lenkt. Genauer gesagt, als gesellschaftliche Wertorientierung, „als dauerhafte Orientierung einer Person im Hinblick auf das sozial erwünschte“.[2] Werte haben Verpflichtungscharakter und bei einer Missachtung ziehen sie Sanktionen nach sich. Werte konstituieren sich aus Wünschbarkeit und aus gesellschaftlich Wünschenswertem. Sie werden daher als handlungsleitende Orientierungslinie sowohl für den Einzelnen als auch für die Gruppe verstanden. Normen werden zur Erreichung von Werten eingesetzt, sie sind die verbindliche Forderung eines bestimmten Verhaltens.[3] Die persönlichen Werte sowie personenübergreifende, gruppeneigene Werte sind zwar im Bewusstsein des Einzelnen verankert, lassen sich jedoch nicht auf diese psychische Dimension reduzieren. Sie haben eine Außenwirkung und sind in verschiedenen gesellschaftlichen Subsystemen bzw. Ordnungen institutionalisiert. Nimmt man z.B. die klassische demokratische Wertetrias: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, so lässt sich diese unter anderem in der Rechtsordnung und der politischen Ordnung eines demokratischen Staates nachweisen. In der Bundesrepublik sind die unantastbare Menschenwürde, die Gleichheit vor dem Gesetz und Religionsfreiheit Beispiele für das wertorientierte Rechtssystem; die politische Ordnung hütet die Grundwerte unter anderem durch die Meinungsfreiheit, das Wahlrecht und die Aufrechterhaltung eines sozialen Netzes.

Neben den oben erwähnten Grundwerten sind eine Vielzahl weiterer Werte institutionalisiert. Die christliche Religion ist nach wie vor Geburtsort vieler Werte, die beispielsweise in der kulturellen Ordnung verankert sind (Monogamie, Familie). In der kulturellen Ordnung findet sich aber auch eine Vielzahl institutionalisierter Werte, die jüngeren Quellen entspringen. Der Umweltschutzgedanke beispielsweise fand seit den späten 70er- Jahren immer mehr Resonanz, so dass mehr oder weniger umweltbewusstes Leben seit geraumer Zeit zur ,,Grundausstattung" des Alltags vieler Bundesbürger gehört[4]. Auch die Gleichberechtigung der Frau ist trotz aller politischen Willensbekundungen und Zugeständnisse der letzten hundert Jahre erst seit kurzer Zeit ernstzunehmender Bestandteil der kulturellen westlichen Ordnung. Auch in totalitären Gesellschaften lässt sich der Niederschlag des Wertesystems in den verschiedenen Ordnungen nachweisen. Untersucht man beispielsweise eine absolute Monarchie, so stößt man im Bereich der politischen Ordnung auf Zensur, ungleiches Wahlrecht (sofern vorhanden) und Steuern, welche Teile der Bevölkerung auf Dauer unter die Armutsgrenze drücken. Dies alles ist Ausdruck der tiefen Überzeugung von der Ungleichheit des Menschen und der damit verbundenen unterschiedlichen Rechte und Ansprüche.

Für die Sozialstruktur einer Gesellschaft haben demnach zwei Werte zentrale Bedeutungen[5]:

1. Herrschaftslegitimation. Auch hier kann man wie schon bei der Institutionalisierung zwei Arten von Herrschaft betrachten. Die demokratische Herrschaft fußt auf den oben erwähnten Grundwerten. Ausdruck finden sie in Mehrheitsentscheidungen Berücksichtigung von Minderheiten. Eine nicht demokratische Herrschaft legitimiert sich dahingegen beispielsweise durch ,,göttlichen Willen" oder durch erkannt geglaubte Gesetzmäßigkeiten der Geschichte, wie im Fall der sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts.
2. Kulturelle Reproduktion. Hierunter versteht man die von Generation zu Generation (mitunter modifiziert) weiter gegebene soziale Grundstruktur. Diese wird in Mitteleuropa durch christliche Werte, wie beispielsweise den Familienzusammenschluss dominiert. Systeme, die eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft zum Ziel hatten, setzten daher auch vorzugsweise an der Stelle an, wo Werte, also der ,,Kitt" der Struktur vermittelt wurden: nämlich bei der Sozialisation nachfolgender Generationen.

II.2. Erklärungsmodelle zum Wertewandel

Der Wertewandel in der Gesellschaft lässt sich anhand von Theorien erklären, die sich in ihren Ausgangshypothesen, ihrem Zeithorizont und ihrem Differenzierungsgrad stark unterscheiden. Je nachdem, welche Theorie Anwendung findet, wird die Rolle der Politik und der politischen Eliten innerhalb des Wertewandels unterschiedlich betrachtet. Zwei Thesen seien hier exemplarisch erwähnt:

1. Die Generationenthese

Werte werden nach dieser These schon früh während der Sozialisation des Individuums erworben und gefestigt. Werte bleiben das ganze Leben lang relativ stabil. Politik hat auf den eigentlichen Prozess der Wertorientierung keinen Einfluss .

2. Die Lebenszyklusthese

Dieser These zu Folge ändern sich Werte im Laufe eines Lebens insbesondere auch durch sozioökonomische Veränderungen in der Biographie (Eheschließung, beruflicher Aufstieg etc.). Der Politik stehen bei dieser Theorie große Gestaltungsmöglichkeiten offen.

Viele Theorien versuchen den Aussagen dieser beiden Thesen gerecht zu werden, gerade was die Bedeutung der Politik anbelangt. Die beiden wichtigsten Theorien unter ihnen sind die Postmaterialismus Theorie von Ronald Inglehart und die Lebenszyklus Theorie von Helmut Klages.[6]

II.3. Die Postmaterialismus Theorie nach Inglehart

Der amerikanische Politikwissenschaftler Ronald Inglehart stellte bereits in den siebziger Jahren erste Forschungen zu einem die gesamte westliche Welt betreffenden Wertewandel an. Er begründete die These der stillen Revolution in den postindustriellen Gesellschaften.[7] Laut Inglehart äußert sich die stille Revolution in einem tief greifenden, aber relativ geräuschlosen Wandel der Werteorientierungen, den er als Teil eines umfassenderen Kulturwandels begreift. Zu dessen Auswirkungen gehört der Niedergang traditioneller religiöser Vorstellungen, herkömmlicher sozialer und sexueller Normen wie auch ein verändertes Verhaltensmuster im wirtschaftlichen und politischen Bereich. Inglehart postuliert auf der Ebene des gesellschaftlichen und politischen Wertesystems eine unaufhaltsame Gleichgewichtsverlagerung von materialistischen zu postmaterialistischen Werthaltungen.[8] Unter materialistischen Werten bzw. Politikzielen versteht Inglehart ökonomisch-wohlfahrtstaatlich begründete Forderungen nach stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum sowie dem Wunsch nach innerer und äußerer Sicherheit. Als postmaterialistische Werte oder Politikziele bezeichnet er dagegen immaterielle, am Kriterium der Lebensqualität orientierte Forderungen nach Selbstverwirklichung und Partizipation sowie nach ideell-ästhetischen Bedürfnissen wie schönere Städte oder den Erhalt der Natur.[9] An diesem Begriffs- und Interpretationsschema hat Inglehart bis heute festgehalten. Damals wie heute setzt er auf die Gültigkeit zweier zentraler Hypothesen: Der Mangel- und der Sozialisationshypothese.

Die Mangelhypothese[10] geht von einer fest gefügten Rangordnung von Bedürfnissen und Werten aus. Dieser Hierarchie entsprechend, stehen auf der untersten Stufe physische Bedürfnisse, darüber Sicherheitsbedürfnisse. Ganz oben hingegen stehen Bedürfnisse nach sozialer Achtung und persönlicher Selbstverwirklichung. Je mehr nun Bedürfnisse auf den unteren Ebenen (etwa nach Nahrung und Sicherheit) befriedigt sind, um so mehr verlieren sie im Sinne eines abnehmenden Grenznutzens an Bedeutung.[11] Umgekehrt erfahren dagegen höherwertige Bedürfnisse einen Bedeutungszuwachs. Übertragen auf die Wertentwicklung in den postindustriellen Demokratien, ergibt sich hieraus für Inglehart, dass aufgrund des dort vorhandenen hohen Wohlstandsniveaus die materiellen Grundbedürfnisse der Gesellschaft als weitgehend befriedigt angesehen werden können. Die Folge davon ist, dass deren politische Zielpriorität sinkt. Parallel dazu gewinnen die nur mangelhaft befriedigten oder als knapp eingeschätzten, höheren Bedürfnisse – im Sinne von mehr Lebensqualität – kontinuierlich eine höhere politische Zielpriorität.[12]

Ingleharts Sozialisationshypothese[13] geht davon aus, dass die in der formativen Jugendphase erfahrene Sozialisation Lebens prägende Bedeutung hat. Wertorientierungen, die in der Kindheits- oder Jugendphase übernommen wurden, bleiben demnach stabil und ändern sich im späteren Leben kaum. Wer beispielsweise, wie die Nachkriegsgeneration, in relativer Armut und Unsicherheit groß geworden ist, wird mit größter Wahrscheinlichkeit zum „Materialisten“. Wer dagegen wie die späteren Generationen unter den Bedingungen wirtschaftlichen Aufschwungs und ständig steigender Lebensstandards sowie perfekter Sozialstaatlichkeit und innerer und äußerer Sicherheit aufgewachsen ist, wird mit größter Wahrscheinlichkeit zum „Postmaterialisten“. Daraus ergibt sich, dass politisch vor allem die Betonung von Lebensqualität, direkter Mitbestimmung, Partizipation und Emanzipation sowie die abnehmende Akzeptanz ökonomisch materialistischer Zielen von inhaltlicher Relevanz sind.[14]

II.4. Lebenszyklustheorie nach Klages

Auf einem methodisch und theoretisch ganz anderen Zugriff beruht die Wertewandelanalyse, wie sie in jüngerer Zeit Helmut Klages, Soziologe an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, vorgelegt hat. Im Gegensatz zu Inglehart geht er von der Gültigkeit der Lebenszyklusthese und einer zweidimensionalen Betrachtungsweise aus.[15] Aufgrund umfassender empirischer Untersuchungen, die er gemeinsam mit Mitarbeitern einer Speyrer Forschungsgruppe durchführte, unterscheidet er zwei globale miteinander kontrastierende Wertegruppen. Diese gehen allerdings in der Bevölkerung unterschiedliche Mischungsverhältnisse ein. Auf der einen Seite gibt es Pflicht- und Akzeptanzwerte, auf der anderen Seite Selbstentfaltungswerte. Unter Selbstentfaltungswerten versteht er ein sehr heterogenes Spektrum von Werten, wie beispielsweise den Anspruch auf Selbstverwirklichung, Kreativität und Selbstständigkeit sowie die Forderung nach Gleichheit, politischer Partizipation und selbstbestimmter Demokratie. Auf der Gegenseite dieses Wertespektrums stehen dagegen die eher asketisch ausgeprägten Pflicht- und Akzeptanzwerte wie Disziplin, Leistung, Ordnung, Pflichterfüllung, Opferbereitschaft, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung.[16]

Klages betrachtet den Wertewandel als ein weithin irreversibles, zeitgeschichtliches Faktum. Den Wertewandel an sich sieht Klages in einem Trend begründet, der von den insgesamt schrumpfenden Pflicht- und Akzeptanzwerten zu den gleichzeitig steigenden Selbstentfaltungswerten verläuft. Im Unterschied zu Inglehart These der „stillen Revolution“ erkennt Klages einen zu Beginn der 60er-Jahre einsetzenden Wertewandelschub, der nach einer maximalen Länge von 14 Jahren Mitte der 70er Jahre zum Abschluss gekommen sei.[17]. Die Ursachen hierfür sieht er ähnlich wie Inglehart in den soziökonomischen Strukturen, beispielsweise in der Wohlstandsentwicklung oder dem parallelen Ausbau des Sozialstaates, allerdings auch in der Medien- und Bildungsrevolution.[18] Dies führt politisch zu einer erhöhten Akzeptanz der Demokratie einerseits, andererseits stellt sich Politik- bzw. Parteiverdrossenheit sowie diffuse Parteilegitimation und ein utilitaristisches Demokratieverständnis ein.

Grundsätzlich unterscheidet Klages vier Werttypen in der Bevölkerung[19]:

1. Die ordnungsliebenden Konventionalisten, die durch hohe Pflicht- und Akzeptanzbereitschaft und eine niedrige Selbstentfaltungsorientierung geprägt sind.
2. Die nonkonformen Idealisten, bei denen sich ein Werteumsturz in Richtung der Selbstentfaltung vollzogen hat. Dieser Typus ist vor allem unter jungen Menschen stark ausgeprägt.
3. Die perspektivlos Resignierten, die sowohl eine geringe Pflicht- und Akzeptanzbereitschaft als auch ein geringes Selbstentfaltungsstreben und eine geringe Engagementbereitschaft aufweisen.
4. Die aktiven Realisten bilden gleichermaßen eine hohe Pflicht- und Akzeptanzbereitschaft, wie auch ein hohes Maß an Selbstausprägung aus.

Die beiden letztgenannten Gruppen befinden sich unter Vermeidung von Extrempositionen in einem ausgewogenen Mischungsverhältnis. Die Gruppe der „ordnungsliebenden Konventionalisten“ und die der „nonkonformen Idealisten“ sind hingegen Reinausprägungen der jeweiligen Werteflügel. Diese vier Typen stehen im Zustand ständiger funktionaler Komplementarität. Dies führt zu einer Wertesynthese in der Gesellschaft.

III. Wählerverhalten

Im politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess der Bundesrepublik kommt den Parteien sowohl rechtlich wie faktisch eine herausragende Stellung zu. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, Wahlen zu organisieren, bei denen sie den Wählern Kandidaten präsentieren, die für bestimmte Sach- und damit Werteverwirklichungsprogramme stehen. Die Analyse des Wählerverhaltens ist ein zentraler Gegenstand der empirischen Wahlforschung. Die Frage nach den Motiven und Bestimmungsgründen des Wählerverhaltens, nach Art und Weise der Transformierung gesellschaftlicher Probleme und Zusammenhänge in Parteipräferenzen ist jedoch äußerst komplex. Wahlentscheidungen stellen immer auch Wertentscheidungen dar. Daher darf vermutet werden, dass es zwischen Wählerverhalten und gesellschaftlicher Wertorientierung einen engen Zusammenhang gibt, und dass signifikante Veränderungen in der Wertestruktur der Wahlbevölkerung ein geändertes Wählerverhalten zur Folge haben dem sich wiederum auch die Parteien durch Veränderung anpassen müssen.[20]

III.1. Der sozialstrukturelle Ansatz

III.1.1. Das Mikrosoziologische Erklärungsmodell

Mittels des Mikrosoziologischen Erklärungsmodells von Paul F. Lazarsfelds soll eine Erklärung der politischen Partizipation durch sozialstrukturelle Kontextbedingungen geschaffen werden. Das individuelle Verhalten – in diesem Falle die politische Partizipation des Einzelnen – bildet die abhängige Variable, die sozialen Strukturbedingungen die unabhängige Variable.

Ausgehend von Georg Simmels ,,Theorie der sozialen Kreise" aus dem Jahre 1890 beruht Paul F. Lazarsfelds Studie auf der Annahme, dass jeder Mensch und somit auch jeder Wähler sich in verschiedenen sozialen Kreisen bewegt. Solche Kreise stellen beispielsweise die Familie, der Freundeskreis oder der Arbeitsplatz dar.[21] Jeder Mensch lebt also in einem bestimmten Kontext. Die sozialen Kreise, in denen sich der Einzelne bewegt, können durch verschiedene Indikatoren beschrieben werden, beispielsweise über das Alter, den Beruf, die Religion, den finanziellen Status und den Wohnort sowie über seine Zugehörigkeit zu gleichaltrigen Gruppen.[22] Die Mitgliedschaft in diesen sozialen Kreisen bringt durch die jeweiligen sozialen Normen eine individuelle Verhaltenssteuerung durch soziale Kontrolle mit sich. Dies gilt auch für das politische Verhalten des Einzelnen. Kernstück dieser Theorie ist, dass das Individuum danach strebt, mit seiner Umwelt in einem möglichst spannungsfreien Verhältnis zu leben.[23] Je stärker die Normen in den sozialen Kreisen sind, desto größer ist der verhaltenssteuernde Kontexteffekt. Das Individuum versucht sich den geltenden Normen anzupassen.[24] Ursache dafür ist einerseits die Tatsache, dass Menschen aus einem ähnlichen sozialen Umfeld eher in Kontakt miteinander treten, bedingt durch die räumliche Nähe (Wohngegend, Arbeitsplatz) und andererseits durch gemeinsame Interessen.[25] Somit haben Angehörige einer bestimmten Gruppe oft ähnliche politische Interessen und Prädispositionen, was zu einer hohen Homogenität diesbezüglich führt. Paul F. Lazarsfeld beschreibt es wie folgt: “Voting is essentially a group experience. People who work or live or play together are likely to vote for the same candidates.”[26]

Die in den unterschiedlichen sozialen Kreisen enthaltenen Normen müssen allerdings nicht immer gleichläufig sein. Durch die stetig anwachsenden Möglichkeiten der Kommunikation und der stärkeren räumlichen sowie sozialen Mobilität – bedingt durch Umzug oder den sozialen Aufstieg – kommt es zu einer Umstrukturierung der sozialen Kreise. Anstatt wie bisher homogene, konzentrisch verlaufende Kreise zu ermitteln, ändern sich diese zu einem System der „sich kreuzenden“ Kreise. Bei diesen steht das Individuum unter dem Einfluss mehrerer, sich überschneidender Einflüsse.[27]

Für die Abbildung der langfristigen Faktoren, die zur Wahlentscheidung führen, entwickelte Lazarsfeld einen Index der politischen Prädisposition.[28] Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Kombination aus langfristig wirksamen Merkmalen. Entscheidend sind der sozio-ökonomische Status, die Religion und die Wohngegend.[29] Daraus ergibt sich: Soziale Merkmale bestimmen die politischen Präferenzen.[30]

III.1.2. Der makrosoziologische Erklärungsansatz

Der makrosoziologische Erklärungsansatz des Wahlverhaltens entstand im Wesentlichen durch Lipset und Rokkan im Jahre 1967. Die Autoren gehen davon aus, dass es grundsätzliche Konflikte in einer Gesellschaft gibt. Diese müssen in einer Demokratie im Gleichgewicht gehalten werden. Ausgangspunkt für ihre Theorie ist Talcott Parsons’ Klassifikation sozialer Systeme. Gesellschaftliche Systeme sind danach mehrdimensional, sie besitzen sowohl eine funktionale, als auch eine territoriale Dimension.[31] Dieser Ansatz stellt die sozialstrukturell verankerten Parteipräferenzen in einen sozial- und politikgeschichtlichen Erklärungszusammenhang. Diese können in einem Vierfelderschema abgebildet werden.

Abbildung 1: Das Konfliktlinienmodell nach Lipset und Rokkan[32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachdem die Autoren erkannt hatten, dass die immanenten Spaltungen, die in allen Gesellschaften vorhanden waren, den Grundstein für die Herausbildung nationaler Parteiensysteme bildeten, versuchten sie ein allgemeines Modell zu entwerfen, das allen Anforderungen gerecht würde.[33] Auf dieser Basis arbeiteten sie vier grundlegende gesellschaftliche Spaltungen heraus. Diese Spaltungen bezeichneten sie als Konfliktlinien oder auch Cleavages. In Westeuropa entstanden die Cleavages einerseits im Zuge einer nationalen Revolution und andererseits durch die industrielle Revolution. Die Autoren unterscheiden dabei zwischen dominant kulturell/ideologischen sowie dominant/ökonomischen Cleavages. Sie zeichnen sich dadurch aus, dauerhafte, in der Sozialstruktur verankerte Konflikte zu sein. Diese gesellschaftlichen Konfliktlinien übertragen sich auf das Parteiensystem durch die Bildung dauerhafter Koalitionen, so genannter „alignments”, zwischen Parteien und sozialen Gruppen mit gemeinsamen Interessen.

Die vier Hauptkonflikte stellen sich wie folgt dar:

1. Der Zentrums-Peripheriekonflikt zwischen herrschender, zentraler Elite und abhängigen, ethnischen, sprachlichen oder religiösen Bevölkerungsgruppen in den Regionen. Er bezieht sich auf den Reformationskonflikt im 16. und 17. Jahrhundert und den daran anschließenden Prozess der Nationenbildung sowie dem damit einhergehenden Problem der Machtverschiebungen von den alten auf die neuen Willensbildungszentren.[34]
2. Der Konflikt Staat versus Kirche. Der Konflikt zwischen säkularisierendem Machtanspruch des Staates und den historisch erworbenen Privilegien der Kirche.[35]
3. Der Stadt – Land - Konflikt zwischen agrarischen und kommerziell-industriellen Interessen. In der entstehenden Industrialisierung spiegelt er die Differenzen zwischen Landbevölkerung und städtischem Bürgertum wieder. Also dem primären versus dem sekundären Sektor der Wirtschaft.[36]
4. Der Konflikt zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Der auch heute noch in fast allen europäischen Staaten wirksame Klassenkonflikt zwischen Arbeitern und Besitzern von Produktionsanlagen.

Die beiden Autoren gehen davon aus, dass entlang dieser Konfliktlinien Koalitionen zwischen Wählergruppen und Parteien entstehen. Die in diese gesellschaftlichen Konflikte involvierten Personen bilden Gruppen um ihre gemeinsamen Interessen. Diese Interessengruppen suchen sich Partner, um sich auf den Ebenen des politischen Entscheidungsprozesses erfolgreich artikulieren zu können.[37] Um von einer Interessengruppe zu einem neuen Bestandteil des Parteiensystems zu reifen, müssen vier Schwellen überwunden werden: Legitimation, Inkorporation in das politische System, Repräsentation sozialer Gruppen und die Möglichkeit der Machterlangung durch Mehrheiten.[38] An der ersten Schwelle, der Legitimation, muss die Gruppe beweisen, dass ihre vorgetragenen Kritikpunkte berechtigt sind, oder ob sie als unbegründet zurückgewiesen werden können. Die nächste Hürde ist die Einbindung in das politische System; es muss ein Status erreicht werden, der es erlaubt, gleiche Chancen in der Auseinandersetzung mit anderen zu bekommen. Im nächsten Schritt muss die Gruppe beweisen, dass sie selbst stark genug ist, um auf der politischen Entscheidungsebene mitzuwirken, oder ob sich die neue Bewegung den alten oder größeren Bewegungen anschließen muss. Final muss die neue Bewegung in der Lage sein, die Schwelle der Mehrheitsmacht zu überschreiten.[39] Zu diesen, von den beiden Autoren Lipset und Rokkan angeführten Schwellen, kommen noch Hindernisse im nationalen Wahlrecht hinzu. In der Bundesrepublik sind dies beispielsweise elektorale Sperrklauseln bei Landtags- und Bundestagswahlen von fünf Prozent. Diese haben die Funktion, einer Zersplitterung der politischen Willensbildung in Kleinstparteien entgegenzuwirken.[40]

III.2. Der Sozialpsychologische Ansatz (Ann Arbor Modell)

Dieser Ansatz wurde an der University of Michigan in Ann Arbor entwickelt. Das Modell geht davon aus, dass die individuelle Wahlentscheidung das Ergebnis verschiedener langfristiger, d.h. vergangener, und kurzfristiger, also gegenwärtiger, Einflüsse auf das Individuum ist. Ausschlaggebend in diesem Modell ist die so genannte Parteiidentifikation – sie bildet das Herzstück dieses Ansatzes. Darunter versteht man eine psychologische Mitgliedschaft in einer Partei (im Gegensatz zur formalen Mitgliedschaft), die sich auf eine länger andauernde, gefühlsmäßig tief verankerte Bindung an eine bestimmte Partei begründet.

Abbildung 2: Das sozialpsychologische Erklärungsmodell für Wahlverhalten[41]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erklärt wird die Wahlentscheidung mit der Determinantentrias Parteiidentifikation (langfristiger Einfluss), Kandidatenorientierung und Orientierung an Sachthemen (kurzfristige Einflüsse). Einzelnen, zeitlich vorgelagerter Faktoren, beispielsweise der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, wird kein unmittelbarer Einfluss auf das Wahlverhalten zugeschrieben.[42] Die Parteiidentifikation wirkt häufig als Filter bei der Wahrnehmung und Einschätzung kurzfristiger Ereignisse, d.h. die Bewertung solcher Ereignisse durch den Wähler ist durch die Identifikation "gefärbt". Parteiidentifikation ist das Ergebnis ihr vorgelagerter Strukturen, die durch einen Kausalitätstrichter (funnel of causality) geflossen sind. Man betrachtet die Ereignisse durch seine "Parteibrille". Die Partei, mit der sich der Wähler identifiziert, dient als politische Bezugsgruppe, um im sehr komplexen Raum der Politik ohne großen Aufwand Orientierung zu finden. Dadurch wird Wahlverhalten kontinuierlich, trägt somit zu einer Stabilisierung des politischen Systems bei und macht die Wähler immun gegen extremistische Strömungen. Das Modell sieht auch Abweichungen von der längerfristigen Parteienbindung durch kurzfristige Einflüsse vor. Bedeutsam für solche Abweichungen ist die Orientierung des Wählers an Kandidaten, Problemen und an der Problemlösungskompetenz der Parteien. Der Wähler entscheidet dann kurzfristig anhand dieser Parameter und wählt die Partei (oder den Kandidaten der Partei), von der er meint, dass sie die in seinen Augen dringendsten Probleme am Besten lösen kann.[43]

III.3. Der Rational-Choice Ansatz

Die dritte große Theorie des Wahlverhaltens ist - neben der sozialen und der sozialpsychologischen - die ökonomische Theorie. Der Rational-Choice Ansatz nach Valdimir Keys besagt, dass sich die Wahlentscheidung retrospektiv orientiert, dass heißt, der rationale Wähler stellt ein individuelles Kosten-Nutzen-Kalkül auf, das sich an der Summe aller Leistungen der Regierung orientiert.[44]

Nach Anthony Down handeln die Menschen egoistisch, indem sie vor allem ihr materielles Wohlergehen zu maximieren versuchen. Auf das Wahlverhalten bezogen bedeutet dies, dass die Menschen die Partei wählen, von der sie den größten Nutzen erwarten. Gibt es keine Alternativen im Parteienspektrum, die einen größeren Nutzen für den Wähler erkennen lassen, so wählen sie nicht. In der ursprünglichen Fassung wird diese These heute nicht mehr vertreten. Die Wähler entscheiden nicht ausschließlich nach ihren persönlichen materiellen Interessen. Die Vorraussetzung bei der Downschen Theorie ist allerdings, dass eine vollständige Information über das Handeln der Parteien vorliegt. Dies ist in der Realität allerdings kaum der Fall. Um nun nicht in „Ungewissheit“ eine Wahlentscheidung treffen zu müssen, beschränkt sich das rationale Handeln auf eine Kosten-Nutzen-Analyse in der Informationsbeschaffung, wobei die nötigen Informationen über Dritte (Medien, Interessengruppen, Parteiprogramme) eingeholt werden. Erst dann wird eine Wahlentscheidung getroffen.[45]

IV. Ausgangslage

IV.1. Demographische Lage

IV.1.1. Ursachen des Alterungsprozesses

Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland wird, wie auch in den meisten anderen Industriestaaten, zunehmend älter. Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung haben eine demographische Alterung der Bevölkerung zur Folge. Der Anteil der älteren Menschen (60 Jahre und älter) an der Bevölkerung steigt, während der Anteil der jüngeren Menschen (bis 20 Jahre) sinkt.

Der Prozess des Alterns der Gesellschaft ist weder zufällig noch ergibt er sich aus heiterem Himmel. Demographische Entwicklungen sind immer langfristig, und daher wird sich der Alterungsprozess der deutschen Bevölkerung auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Eine eindeutige Definition für den sozialen Begriff „Alter“ existiert nicht, üblicherweise misst man den Alterungsprozess einer Gesellschaft allerdings anhand der Personen, die 60 Jahre und älter sind. In der vorliegenden Arbeit werde ich mich daher an diesem Wert orientieren.

[...]


[1] Süddeutsche Zeitung 2002, 5./6. April, Wirtschaft: „Karriere über 50“, Seite 21.

[2] Nohlen 1998, S.722.

[3] Maag 1991, S.54.

[4] Statistisches Bundesamt 2003, S.541f.

[5] Reichel 1981, S. 68 ff.

[6] Der von Elisabeth Noelle-Neumann vertretenden kulturpessimistischen These soll hier weiter keine Beachtung geschenkt werden. Vgl. Hepp, 2001 S.31f.

[7] Inglehart 1979, S.280f.

[8] Ebd., S.283.

[9] Ebd., S.283.

[10] Auch Knappheitsthese genannt; beruht auf Überlegungen des Persönlichkeitspsychologen A. Maslow, der von einer Bedürfnishierarchie der Individuen ausgeht, angefangen mit physischen Bedürfnissen etc.

[11] Inglehart 1989, S.92f.

[12] Inglehart 1989, S.121.

[13] Diese ist quasi mit der Generationenhypothese identisch.

[14] Seit den 60er-Jahren organisieren sich Postmaterialisten in Organisationen, Interessenverbänden und Bewegungen, wie der Friedens-, Öko- oder Frauenbewegung. 1980 wurde mit der Gründung der Partei "Die Grünen" erstmals eine solche postmaterialistische Orientierung in der Bevölkerung auf der politischen Ebene in Form einer Partei sichtbar, vor allem, weil sie versuchte, die neu gewachsenen Ansprüche der Gesellschaft in Bezug auf politische Mitbestimmung in ihr Konzept zu integrieren. Vgl. Inglehart 1998, S. 337.

[15] Klages 1983, S.43.

[16] Klages 1984, S.18.

[17] Ebd., S.51.

[18] Ebd., S.54.

[19] Klages 1984,, S.72.

[20] vgl. Bürklin 1988, S.125ff.

[21] Simmel 1890, S.240.

[22] Wüst 2003, S.2.

[23] Wessels 2000, S.132.

[24] Bürklin/Klein 1998, S.55.

[25] Die Autoren knüpften an die Erkenntnisse der frühen wahlsoziologischen Arbeiten an, die sowohl eine starke stabilisierende Komponente politischen Verhaltens durch den politischen Kontext eines Wählers, als auch die Möglichkeit der Abschwächung dieser Kontexteffekte durch konkurrierende Ideen und den Fluss politischer Information annahmen. Vgl.: Bürklin/Klein 1998, S.55.

[26] Lazarsfeld /Berelson/Gaudet 1963, S.137.

[27] „Ein gern zitiertes Beispiel für eine politische Cross-pressure Situation ist die Lage eines strenggläubigen, katholischen, gewerkschaftlich organisierten Arbeiters in der Bundesrepublik der 1960er Jahre. Seine Religiosität und insbesondere die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche drängen ihn dabei zur CDU, sein Arbeiterstatus und seine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft aber zur SPD.“ Bürklin/Klein 1998 , S.55.

[28] index of political predisposition.

[29] Wüst 2003, S.3.

[30] Lazarsfeld / Berelson/ Gaudet 1963: „A person thinks politically as he is socially. Social characteristics determine political preference.”, S.27.

[31] Wüst 2003, S.4.

[32] Roth 1998, S.27.

[33] Wüst 2003, S.5.

[34] Bürklin/Klein 1998 , S.22.

[35] Wüst 2003, S.6.

[36] Bürklin/Klein 1998, S.22.

[37] Wüst 2003, S.6.

[38] Lipset/ Rokkan 1967, S.27.

[39] Vgl.: Wüst 2003, S.7 sowie Bürklin/Klein 1998 , S.22.

[40] Bürklin/Klein 1998 , S.22.

[41] Roth 1998, S.42.

[42] Roth 1998, S.40.

[43] Roth 1998, S.35ff; Wüst 2003, S.10ff.

[44] Roth 1998, S.48.

[45] Ebd., S.49f.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten

Details

Titel
Verändern sich politische Entscheidungen durch die Alterung der Gesellschaft? Das Wahlverfahren in Deutschland
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaften)
Note
2,1
Autor
Jahr
2005
Seiten
99
Katalognummer
V48815
ISBN (eBook)
9783638454070
ISBN (Buch)
9783638707701
Dateigröße
884 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verändern, Entscheidungen, Bundesrepublik, Alterung, Gesellschaft, Versuch, Antwort, Hilfe, Untersuchung, Wahlverhaltens
Arbeit zitieren
Kay Rentsch (Autor), 2005, Verändern sich politische Entscheidungen durch die Alterung der Gesellschaft? Das Wahlverfahren in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48815

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