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Gewalt gegen Frauen in der Familie unter besonderer Berücksichtigung der gewaltfördernden Ursachen

Title: Gewalt gegen Frauen in der Familie unter besonderer Berücksichtigung der gewaltfördernden Ursachen

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annika Duderstadt (Author)

Social Work
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Gewalt gegen Frauen in der Familie ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Obwohl die Frauenbewegung schon in den 1970ern auf dieses Problem hingewiesen hat, ist die Situation für betroffene Frauen nach wie vor schwierig. Fehlt es den Frauen an Unterstützung aus dem sozialen Umfeld, fällt eine Trennung vom gewalttätigen Partner sehr schwer.
Ein Problem der Forschung sind verlässliche Daten zu ermitteln, die das Ausmaß von Gewaltbeziehungen in Deutschland verdeutlichen. Da viele Frauen sich nicht an Hilfseinrichtungen wie Beratungsstellen oder Frauenhäuser wenden, kann man von einer sehr hohen Dunkelziffer von Frauen ausgehen, die Gewalt in ihrer Beziehung erleiden. Aufgrund der hohen Zahlen an betroffenen Frauen, geht Giddens (1995, S. 441) sogar soweit zu sagen, „das traute Heim ist tatsächlich der gefährlichste Ort der modernen Gesellschaft“. Dies widerspricht grundlegend dem propagierten Bild der Neuzeit von der Liebesehe und einer glücklichen, harmonischen Familie.
Stellt sich die Frage, inwieweit der Staat eingreifen darf. Im Grundgesetz Art. 6 I wird die besondere Stellung der Familie in unserer Gesellschaft hervorgehoben. Obwohl das Wohl des Opfers, also die geschlagene Frau, natürlich im Vordergrund steht, sind die Eingriffsmöglichkeiten des Staates in diese soziale Lebensform beschränkt. Es ist sicher richtig, den Eingriffsbereich des Staates zu beschränken, um die Privatsphäre jedes Bürgers in Deutschland zu gewährleisten. Jedoch besteht die Gefahr, wenn der Staat sich in eine gewalttätige Beziehung nicht einmischt, dass dies eher den Täter stärkt.
Doch wie kommt es eigentlich zu gewalttätigen Übergriffen der Partner bzw. Ehemänner auf ihre Frauen?
In der vorliegenden Arbeit soll es nun darum gehen, die wichtigsten Ursachen, die zu Gewalt gegen Frauen führen, zu ermitteln, denn wenn man diese kennt, kann man vielleicht auch gewalttätiges Verhalten verringern (vgl. Mummendey 1992, S. 275).
Dazu ist es zunächst einmal wichtig den Gewaltbegriff zu definieren, was im zweiten Kapitel erfolgt. Danach unterscheide ich im dritten Kapitel die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen. Im darauf folgenden Kapitel werden wichtige gewaltfördernde Ursachen erläutert und nach ihrer Bedeutung bewertet.
Hängt familiäre Gewalt eher von individuellen Faktoren ab oder ist es die Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen fördert? Ist Gewalt auf bestimmte Schichten begrenzt? Dies sind Fragen, die mich besonders interessiert haben...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von häuslicher Gewalt gegen Frauen

3. Formen von Gewalt gegen Frauen

3.1. Körperverletzung oder körperliche Misshandlung

3.2. Sexuelle Gewalt/ Vergewaltigung

3.3. Gefährliche Drohung

3.4. Psychische Gewalt

4. Ursachen

4.1. Patriarchalische Familienstrukturen

4.2. Verhaltensunsicherheiten aufgrund des Rollenwandels von patriarchalen zu partnerschaftlich-egalitären Beziehungsmustern

4.3. Gewalt als spezifisches Problem von Unterschichten?

4.4. Andere Ursachen

5. Möglichkeiten der Intervention – am Beispiel von Staat, Justiz und speziellen Fraueneinrichtungen

5.1. Staat

5.2. Justiz

5.3. Frauenhäuser

5.4. Frauenberatungsstellen

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen von Gewalt gegen Frauen innerhalb der Familie, um ein besseres Verständnis für die Entstehung von Gewaltbeziehungen zu entwickeln und mögliche Ansätze zur Verringerung gewalttätigen Verhaltens zu identifizieren.

  • Definition des Begriffs häusliche Gewalt
  • Differenzierung verschiedener Gewaltformen (physisch, sexuell, psychisch)
  • Analyse der Ursachen, insbesondere unter soziologischen und strukturellen Aspekten
  • Untersuchung staatlicher und institutioneller Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

4.1. Patriarchalische Familienstrukturen

In der Familie gibt es klar verteilte Machtverhältnisse zugunsten des Mannes, die von der Partnerin akzeptiert werden. Die eindeutige Rollenverteilung bestimmt den Mann als „Hausherr und Alleinverdiener“ (Haller u.a. 1998, S. 65), was zur Folge hat, dass die Frau sozial und wirtschaftlich von ihrem Mann abhängig wird.

In der Gesellschaft herrschen hierarchisch geprägte Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit vor. Vom Mann wird demnach Stärke erwartet und von der Frau Duldsamkeit (vgl. Haller u.a. 1998, S. 33).

Diese Bilder entstehen durch eigene Sozialisationserfahrungen. Frauen lernen, dass sie ihre eigenen Interessen zurück stellen müssen und ihre Erfüllung im Dasein für die Familie liegt. Dieses Aufopfern für andere ist verbunden mit Passivität, Ausharren, Übernahme von Schuldgefühlen und im Extremfall mit Gewalterduldung (vgl. Brückner 2002, S. 126).

Frauen, die in ihrer Kindheit Gewalt miterlebt haben, neigen dazu, erlerntes Rollenverhalten später in der eigenen Familie fortzusetzen. Diese Frauen sind dann öfter bereit, gewalttätiges Verhalten ihres Partners zu tolerieren und somit werden sie häufiger Opfer familiärer Gewalt (vgl. Haller u.a. 1998, S. 32f).

Kommt es zu Gewalttätigkeiten gegenüber der Frau, mangelt es dem „Patriarchalen“ an Unrechtsbewusstsein, weil er sich berechtigt fühlt, seine Frau zu züchtigen (vgl. Fröschl/Löw 1995, S.28f). Gewalt in einer solchen Beziehungsform dient der Machtausübung und der Aufrechterhaltung der überlegenen Position.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Tabuthemas häusliche Gewalt und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen sowie den staatlichen Eingriffsmöglichkeiten.

2. Definition von häuslicher Gewalt gegen Frauen: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition von Gewalt und grenzt verschiedene Aggressionsformen voneinander ab.

3. Formen von Gewalt gegen Frauen: Hier werden die Kategorien Körperverletzung, sexuelle Gewalt, gefährliche Drohung und psychische Gewalt detailliert definiert und beschrieben.

4. Ursachen: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehungsfaktoren von Gewalt, von patriarchalen Strukturen über den gesellschaftlichen Rollenwandel bis hin zu sozioökonomischen Einflüssen.

5. Möglichkeiten der Intervention – am Beispiel von Staat, Justiz und speziellen Fraueneinrichtungen: Das Kapitel widmet sich den Schutzmechanismen und Unterstützungssystemen wie Frauenhäusern und Beratungsstellen.

6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse und unterstreicht die Notwendigkeit, Gewalt als gesamtgesellschaftliches Phänomen zu behandeln.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Frauen, Familie, Patriarchat, Rollenwandel, Interventionsmöglichkeiten, Frauenhaus, psychische Gewalt, körperliche Misshandlung, Machtstrukturen, Gewaltspirale, Opferhilfe, Sozialwesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in der Familie und untersucht dabei insbesondere die zugrunde liegenden Ursachen sowie die Möglichkeiten der Intervention durch staatliche und soziale Einrichtungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Definition häuslicher Gewalt, die Systematisierung verschiedener Gewaltformen, die Analyse soziologischer und struktureller Entstehungsbedingungen sowie die Darstellung von Hilfesystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen gewalttätigen Verhaltens innerhalb von Partnerschaften zu durchleuchten, um auf dieser Basis Wege zu finden, wie solche Gewaltmuster verringert oder durchbrochen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf soziologischen Studien, psychologischen Erklärungsmodellen und rechtlichen Grundlagen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den konkreten Gewaltformen die Ursachenkomplexe – wie patriarchalische Strukturen, Verhaltensunsicherheiten durch Rollenwandel und sozioökonomische Faktoren – detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie häusliche Gewalt, Patriarchat, Opferhilfe, Gewaltspirale und soziale Intervention charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Gewalt in der Unterschicht und anderen Schichten für den Autor relevant?

Der Autor hinterfragt die These, dass Gewalt primär in Unterschichten vorkommt, und kommt zu dem Schluss, dass sie alle sozialen Schichten betrifft, wobei sich die Sichtbarkeit der Taten durch unterschiedliche Strategien der Verheimlichung oder Hilfesuche unterscheidet.

Welche Rolle spielt das Gewaltschutzgesetz bei der Intervention?

Das Gewaltschutzgesetz von 2001 wird als ein wichtiger Schritt für den Opferschutz hervorgehoben, da es den Täter verpflichtet, die gemeinsame Wohnung zu verlassen, und so dem Opfer Zeit und Schutz für eine Neuorientierung gibt.

Was besagt das Konzept des „cycle of violence“ in diesem Kontext?

Es beschreibt ein Muster der Gewaltbeziehung, bei dem sich gewalttätiges Handeln des Mannes und duldendes Verhalten der Frau gegenseitig verstärken, wodurch ein Kreislauf entsteht, dessen Durchbrechung für den Ausstieg aus der Gewaltbeziehung entscheidend ist.

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Details

Title
Gewalt gegen Frauen in der Familie unter besonderer Berücksichtigung der gewaltfördernden Ursachen
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Course
Störung in der Familie
Grade
1,0
Author
Annika Duderstadt (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V48834
ISBN (eBook)
9783638454254
Language
German
Tags
Gewalt Frauen Familie Berücksichtigung Ursachen Störung Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Duderstadt (Author), 2005, Gewalt gegen Frauen in der Familie unter besonderer Berücksichtigung der gewaltfördernden Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48834
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