Das Diktat im Deutschunterricht


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Relevanz des Diktats
2.1 Vorgaben in den Rahmenrichtlinien Deutsch für die Grundschulen Niedersachsens
2.2 Bedeutung des Diktats im Rechtschreiblernprozess

3 Anforderungen an das Diktat und Diktatkritik
3.1 Kritik am klassischen Diktat
3.2 Anforderungen an das Diktat im Unterricht

4 Alternativen zum klassischen Diktat
4.1 Alternative Diktatformen
4.2 Einsatz von Wörterbüchern im Diktat

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Das Diktat wird als ökonomische und objektive Form der Leistungsmessung angesehen, wobei als selbstverständlich unterstellt wird, dass damit auch die gesamte Rechtschreibfähigkeit und vor allem ihr zentraler Teil gemessen werden kann und nicht nur eine Teilfähigkeit.“[1]

Mit diesem Zitat wird im Ansatz die Problematik der Diktatdiskussion deutlich. Immer wieder setzen sich Pädagogen mit der Bedeutung und Sinnhaltigkeit vom Einsatz des Diktats im Deutschunterricht auseinander und diskutieren die Validität des Diktats. Trotz jahrelanger Kritik an der Diktatpraxis wird diese Unterrichtsmethode immer noch angewandt und ist durch die Rahmenrichtlinien immer noch vorgeschriebener Bestandteil des Unterrichts.[2]

Was ist aber eigentlich genau ein Diktat und welche Bedeutung im Rechtschreibprozess wird ihm zugeschrieben? Worin liegen dir Vor- und Nachteile des Diktats? Welche Bedeutung haben die Diktate heutzutage eigentlich noch im Deutschunterricht? Welche alternativen Möglichkeiten zum Diktat werden in der Literatur vorgeschlagen? Mit diesen Fragen möchte ich mich in dieser Ausarbeitung auseinandersetzen.

Dafür werde ich im ersten Teil der Hausarbeit eine kurze Einführung in das Thema Diktat geben, indem ich den Begriff definiere und seine Relevanz für das Rechtschreiblernen deutlich mache. Darauf folgend werde ich mich mit verschiedenen kritischen Stellungnahmen zur Diktatpraxis auseinandersetzen sowie Vor- und Nachteile dieser Methode aufzeigen. Da das Diktat in reiner Form immer noch angewandt wird, werde ich aufgrund der vehementen Kritik einen Mindestanforderungskatalog ausarbeiten. Anschließend möchte ich Alternativen zur klassischen Diktatpraxis beleuchten. Als Abschluss dient ein Fazit mit persönlicher Stellungnahme.

2 Definition und Relevanz des Diktats

Das Wort Diktat ist von dem lateinischen Wort dictare = diktieren abgeleitet und bezieht sich auf einen gesprochenen Text zum Nachschreiben.

Jochim Riehme formuliert in seinem Werk zum Thema Rechtschreibunterricht folgende Definition: „Das Diktat in der Disziplin Grammatik/Orthographie ist eine methodische Maßnahme, die die Schüler veranlaßt, mündlich vorgetragenes Sprachmaterial als Übung oder Leistungskontrolle wortwörtlich aufzuschreiben.“[3]

Menzel erläutert darüber hinaus den Begriff Diktieren als „das Vorlesen oder Vorsprechen eines Textes, der von einem Schreibenden nach Gehör aufgeschrieben wird“[4]. Der Begriff Diktat beschreibt demnach das Resultat dieses Ereignisses. Bei dem Diktat im schulischen Hintergrund handelt es sich also um eine Unterrichtsmethode im Rechtschreibunterricht, bei der den Schülern ein Text auditiv vorgetragen wird und die die Aufgabe haben, diesen den Normen der Rechtschreibung gemäß aufzuschreiben.

Das klassische Diktat läuft in der Regel nach folgendem Schema ab:

Zu Beginn liest die Lehrkraft das Diktat in seiner vollen Länge vor. Die Schüler haben dabei die Aufgabe, ihr Augenmerk auf den Textinhalt zu richten und können so den Text kennen lernen. Falls der Text für die Schüler orthographisch unbekannte Wörter oder auch Eigennamen enthält, werden diese vom Lehrer an der Tafel notiert. Daran anschließend folgt der eigentliche Diktiervorgang. Den Schülern werden die einzelnen Sätze oder gar nur Satzteile diktiert, welche sie in ihr Heft niederschreiben. Gegebenenfalls werden die einzelnen Diktierabschnitte wiederholt. Teilweise erfolgt das Nachsprechen des Abschnittes durch die Schüler. Je nach Klassenstufe werden Interpunktionen mitdiktiert oder sie sind vom Schüler selbstständig zu setzen. Ist der Diktiervorgang abgeschlossen, liest der Diktierende den gesamten Text noch einmal vor und die Schüler kontrollieren ihren Text hinsichtlich der Vollständigkeit. Daran anschließend bekommen die Schüler die Möglichkeit, ihren Text bezüglich falsch geschriebener Wörter oder falsch gesetzter Interpunktionen zu kontrollieren und zu verbessern. Die Diktate werden dann von der Lehrkraft eingesammelt, kontrolliert und gegebenenfalls benotet. Die Schüler sollen nach dem Abgeben ihres Diktats die Möglichkeit bekommen, Fragen hinsichtlich des Diktats zu stellen, damit das natürliche Bedürfnis nach Rückkopplung zufriedengestellt werden kann.[5]

Das hier dargestellte Diktat wird in der folgenden Ausarbeitung als klassisches Diktat bezeichnet, damit eine eindeutige Abgrenzung zu den alternativen Formen geschaffen werden kann.

2.1 Vorgaben in den Rahmenrichtlinien Deutsch für die Grundschulen Niedersachsens

Das Thema Orthographie ist in den Rahmenrichtlinien Deutsch im Kapitel 4.2 Rechtschreiben speziell aufgeführt. Das Erlernen der Rechtschreibung ist damit begründet, dass es eine wichtige Voraussetzung für das Festhalten sprachlicher Aussagen ist und anhand der Schriftsprache Kommunikation stattfinden kann. Eine altersgemäß angepasste Sicherheit in der Rechtschreibung wird dabei vorausgesetzt. Für diesen Sicherheitserwerb in der Rechtschreibung wird unter anderem der Einsatz von Diktaten vorgeschlagen. Konkret vorgegeben wird, dass in einem Schulhalbjahr drei bis vier unvorbereitete Prüfungsdiktate geschrieben werden müssen. Diese „Prüfungsdiktate sollen den Schülern im Wortlaut nicht bekannt sein, dürfen aber keine gänzlich ungeübten Wörter enthalten“[6][7]. Darüber hinaus wird das tägliche Schreiben eines Kurzdiktats gefordert. Bezüglich der Notenermittlung verlangt der Kultusminister, dass sich die Zeugnisnote aus allen Rechtschreibleistungen des Lernbereichs Rechtschreiben im angebrachten Maß zusammensetzen soll. Die Rechtschreibleistungen in anderen Fächern sollen dabei nicht in die fachlichen Leistungen mit einbezogen, sondern nur in den jeweiligen Korrekturen kenntlich gemacht werden.

Die Rahmenrichtlinien stellen über die allgemeinen Forderungen des Einsatzes von Diktaten hinaus Voraussetzungen an die Diktate. Bei der Formulierung von Diktattexten gilt es zu beachten, dass die Texte „inhaltlich verständlich und kindgemäß formuliert“[8] sind. Es dürfen keine Rechtschreibschwierigkeiten enthalten sein, welche im Unterricht noch nicht behandelt und gefestigt wurden. Darüber hinaus sollen vor benoteten Diktaten Übungen stattfinden, damit alle Schüler möglichst wenig Fehler machen und sich in ihrer Rechtschreibung sicher sind. Als Beispiel dafür werden die täglichen Kurzdiktate sowie Partnerdiktate genannt. Für die Korrektur der Rechtschreibfehler gilt, dass der Schüler die Möglichkeit der Verbesserung bekommt sowie eine Rückmeldung über sein Können bezüglich der Rechtschreibung erhält. Die Lehrkraft soll anhand der Korrekturen von Diktaten den weiteren Verlauf seines Unterrichts planen und diesen mit Hilfe der erkannten Rechtschreibfehler der Schüler aufbauen.

2.2 Bedeutung des Diktats im Rechtschreiblernprozess

Das Diktat hat die Funktion, Gehörtes niederzuschreiben und im Anschluss daran das Geschriebene auf seine Richtigkeit zu überprüfen. In der Praxis bedeutet dies, dass die Schüler ihre vom Lehrer oder Mitschüler diktierten und aufgeschriebenen Worte bezüglich ihrer Orthographie prüfen und in Frage stellen müssen. Durch dieses Überdenken der eigenen Rechtschreibung soll das Diktat als Übung und Festigung der orthografischen Regeln fungieren. Das Diktat dient darüber hinaus als Überprüfungsinstrument der Rechtschreibfähigkeit jedes einzelnen Schülers.[9]

Innerhalb des Rechschreiblernprozesses dient das Diktat demnach der Übung des im Unterricht Gelernten. Das Schreiben durch Hören soll die Schüler veranlassen, sich kritisch mit ihrem Geschriebenen auseinander zu setzen und die im Unterricht erlernten Regeln und Verfahren der Orthographie anzuwenden. Durch das Diktat soll die Rechtschreibfähigkeit gestärkt und gesichert werden. Es dienst also dazu, erlernte Regeln zu festigen und orthographische Muster zu festigen.[10] Immer häufiger wird in den Richtlinien und in der Fachliteratur auch auf den Einsatz von Wörterbüchern beim Diktat hingewiesen. So auch in den Rahmenrichtlinien Deutsch für die Grundschulen in Niedersachsen. Der Kultusminister formuliert dazu: „ Das Wörterbuch gehört zum selbstverständlichen Handwerkszeug im Rechtschreibunterricht“[11]. Mit Hilfe des Wörterbuchs sollen die Schüler ihre Niederschrift auf die Richtigkeit hin überprüfen und das Arbeiten mit dem Wörterbuch kennen lernen. In Punkt 4.2 wird diese Thematik nochmals gezielt aufgegriffen.

Dem Diktat wird neben dem Rechtschreiblernen die Funktion zugeschrieben, die Konzentration und Disziplin der Kinder zu fördern. Während der Diktatarbeit sollen die Schüler sich gänzlich auf ihre Aufgabe konzentrieren, um möglichst wenig Fehler zu machen. Es erfordert die Disziplin der Schüler, dabei ruhig, aufmerksam und konzentriert zu sein.[12]

[...]


[1] Wespel, 2004, Seite 14

[2] vgl. Der niedersächsische Kultusminister, 1984, Seite 32ff

[3] Riehme, 1987, Seite 145

[4] Menzel, 1997, Seite 15

[5] vgl. Rhieme, 1987, Seite 148

[6] vgl. Der niedersächsische Kultusminister, 1984, Seite 32, 36-38

[7] ebd., Seite 38

[8] ebd., Seite 36

[9] vgl. Menzel, 1997, Seite 16f

[10] vgl. Riehme, 1987, Seite 145

[11] Der niedersächsische Kultusminister, 1984, Seite 37

[12] vgl. Fix, 2004, Seite 8

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Diktat im Deutschunterricht
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Leistung und Benotung im Deutschunterricht
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V48835
ISBN (eBook)
9783638454261
ISBN (Buch)
9783638597753
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diktat, Deutschunterricht, Leistung, Benotung
Arbeit zitieren
Christina Lücht (Autor), 2005, Das Diktat im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48835

Kommentare

  • Gast am 5.6.2008

    Diktate sind überflüssig!!.

    wie man ja jets schon sit bin ich nich besonderst gut im diktat!!
    wen ich zuhause übe habe ich keine fehler !!
    aber in der schule dan immer sher schlecht!!
    das ziet meine note runter!!
    man muss doch auch mal uns kinder verstehen!!!
    wen wir wegen denm ein schlechtes zeignis habem bekommen wir stress von den eltern und warscheinlich nicht mal einen ausbildungsplatz geschweige dem eine arbeit!!!
    ich kenne auch sehr viele andere dichdas selbe proplem haben!!
    und ich glaube das es noch mehr gibt!!
    wen man wegen dem sich das leben fersaut dan braucht man nicht mehr leben!!!
    ich glaue das das alles ekstra so eingefedelt worde da man uns ja sowiso nichts zu traut!!
    in hoffnund das mein leben was wird
    Rabea Nicole

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