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Funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaften in der Systemtheorie von Niklas Luhmann

Title: Funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaften in der Systemtheorie von Niklas Luhmann

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maritana Larbi (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Eine der Hauptthesen der Systemtheorie von Niklas Luhmann lautet, daß die modernen Gesellschaften sich im Laufe der sozialen Evolution zu hoch komplexen, funktionalen Systemen ausdifferenziert haben. Dabei bedeutet der Begriff Komplexität nicht nur die Gesamtheit alle Dinge, sondern vielmehr eine Einheit im Hinblick auf eine Differenz von System und Umwelt. Die Umwelt des Systems ist stets viel komplexer als das System selbst, und es liegt in der Funktion des Systems diese Umweltkomplexität durch sinnhafte Selektion zu erfassen und zu reduzieren.
In seiner Theorie versucht Niklas Luhmann durch die evolutionäre Selektion zu erklären, wie es zur Ausbildung von Systemstrukturen und damit zur weiteren Systemausdifferenzirung der autopoietischen Systeme kommt, die sich unter Komplexitätsdruck bewähren müssen.
Das Hauptmerkmal der modernen Gesellschaften besteht in der Ausdifferenzierung des Gesellschaftssystems in die einzelnen Subsysteme wie z. B. Rechts-, Wirtschafts-, Erziehungs- oder Politisches System. Sie füllen in der Gesellschaft bestimmte Funktionen aus und operieren durch bestimmte, ihnen spezifische Codes und Programme. Durch die Teilsystembildung grenzt sich das Subsystem von dem Gesamtsystem und bildet damit eine spezifische Differenz von System und gesamtsysteminterner Umwelt.
Durch die Teilsystembildung man sollte aber die Einheit des Gesamtsystems nicht aus dem Auge verlieren, denn jede Teilsystembildung ist nichts anders, "als ein neuerer Ausdruck für die Einheit des Gesamtsystems".
Luhmann sieht eine gleichzeitige Abhängigkeit und Unabhängigkeit zwischen den Funktionssystemen. Auf Grund der ihnen spezifischen Codierung und Programmierung sind die Funktionssysteme nichtsubstituierbar, das heißt: "kein Funktionssystem kann [...] ein anderes ersetzen oder nur entlasten".

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Systembegriff bei Luhmann

3 Evolution und Komplexität

3.1 Komplexität und Systemdifferenzierung

3.2 Formen gesellschaftlicher Differenzierung

4 Funktionale Differenzierung

4.1 Codierung und Programmierung

4.2 Folgeprobleme der funktionalen Differenzierung am Beispiel der ökologischen Veränderung der Umwelt

4.3 Das Erziehungssystem und die ökologische Fragestellung

4.3.1 Codierung und Programmierung des Erziehungssystems

4.3.2 Selbstsozialisation psychischer Systeme

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen Thesen der systemtheoretischen Gesellschaftsanalyse von Niklas Luhmann zu erläutern. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie moderne, funktional differenzierte Gesellschaften auf globale ökologische Herausforderungen reagieren können und welche Rolle das Erziehungssystem in diesem Kontext einnimmt.

  • Systemtheoretische Grundlagen und der Begriff der Autopoiesis
  • Der Prozess der sozialen Evolution und zunehmende Systemkomplexität
  • Mechanismen der funktionalen Differenzierung moderner Gesellschaften
  • Folgeprobleme funktionaler Differenzierung bei ökologischen Krisen
  • Analyse des Erziehungssystems als Ort ökologischer Kommunikation

Auszug aus dem Buch

4.2 Folgeprobleme der funktionalen Differenzierung am Beispiel der ökologischen Veränderung der Umwelt

Die modernen Gesellschaften haben eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit erreicht, da jedes Funktionssystems sich nur mit einem ihm spezifischen Ausschnitt der gesamtgesellschaftlichen Komplexität auseinandersetzen muß. Das heißt, die Leistung eines Funktionssystems im Bezug auf spezifisches Problem nimmt zwar beträchtlich zu, "eine All-Zuständigkeit für die Abstimmung der jeweiligen Systemlösungen unter dem Gesichtspunkt ihrer wechselseitigen Verträglichkeit geht damit jedoch verloren". 37 Weder ein Teilsystem noch die Gesellschaft selbst ist für eine angemessene Integration der Gesellschaft zuständig. Dies führt zu einer Reihe von Folgeprobleme bis zur Selbstgefährdung der modernen Gesellschaft, was am Beispiel von ökologischen Probleme verdeutlicht werden kann. Dabei analysiert Luhmann, wie in der heutigen Gesellschaft die ökologische Veränderung Resonanzen auslöst und es geht nicht um die Lösungsversuche des Problems selbst.38

Unter Gesichtspunkten der soziokulturellen Evolution ist heute ein Zustand erreicht, in dem das Gesellschaftssystem seine Umwelt tiefgreifend verändert hat. Die gesellschaftliche Kommunikation über die ökologischen Probleme bleibt auf die Möglichkeiten der Funktionssysteme angewiesen. Dementsprechend stellt sich die Gesellschaft auf die Umweltveränderungen in allererster Linie durch die funktionalen Teilsysteme ein und nur nach Maßgabe ihrer Codierung und Programmierung können sie wirkungsvoll behandelt werden. Da jede Erfassung der Umweltkomplexität durch die binäre Codierung der einzelnen Funktionssysteme erfolgt, ist die Codierung die Voraussetzung dafür, daß die Umweltereignisse im System als Information erscheinen und aufgrund der Systemkapazität bearbeitet werden können. Das heißt, jedes Funktionssystem kann die Gesellschaft als solche repräsentieren, aber immer nur bezogen auf die spezifischen Funktionen. Auf der anderen Seite ist die Codierung Voraussetzung dafür, daß die Umweltereignisse als Information erscheinen und damit die ökologische Veränderung eine Resonanz auflöst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Systemtheorie Luhmanns und die Bedeutung funktionaler Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften.

2 Systembegriff bei Luhmann: Definition der Gesellschaft als autopoietisches soziales System, das auf sinnhafter Kommunikation basiert.

3 Evolution und Komplexität: Erläuterung der Zusammenhänge zwischen Systemdifferenzierung, Komplexitätssteigerung und der Evolution von Gesellschaftsformen.

4 Funktionale Differenzierung: Analyse der gesellschaftlichen Teilsysteme, ihrer spezifischen binären Codes und der daraus resultierenden Problemlagen bei ökologischen Krisen.

5 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung zur systemtheoretischen Problematik, dass gesellschaftliche Herausforderungen innerhalb der autopoietischen Systeme verarbeitet werden müssen.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, Autopoiesis, soziale Evolution, Komplexität, ökologische Kommunikation, Erziehungssystem, Subsystem, binäre Codierung, Programmierung, Selbstsozialisation, Kommunikation, Umwelt, Systemdifferenzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moderne Gesellschaft auf Basis der Systemtheorie von Niklas Luhmann, mit einem Fokus auf funktionaler Differenzierung und den daraus folgenden Konsequenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den Systembegriff, soziokulturelle Evolution, funktionale Differenzierung sowie die ökologische Krisenkommunikation innerhalb gesellschaftlicher Teilsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die systemtheoretischen Thesen Luhmanns darzulegen und am Beispiel des Erziehungssystems aufzuzeigen, wie diese Gesellschaftsform auf ökologische Probleme reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Literaturanalyse und Interpretation der systemtheoretischen Konzepte Niklas Luhmanns basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Systembegriff, die Mechanismen der Komplexitätsreduktion und die Funktionsweise von Subsystemen sowie deren Folgeprobleme detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Funktionale Differenzierung, System/Umwelt-Differenz, Autopoiesis und ökologische Kommunikation.

Warum ist das Erziehungssystem für die ökologische Fragestellung relevant?

Luhmann sieht im Erziehungssystem besondere Chancen, neue Einstellungen und Problemsensibilitäten durch Kommunikation zu vermitteln, die in die Gesellschaft zurückwirken können.

Was bedeutet der Begriff der "Trivialmaschine" im Kontext des Erziehungssystems?

Der Begriff beschreibt, dass Schüler in einem pädagogischen Prozess als Einheiten behandelt werden, die auf einen spezifischen Input einen vorhersagbaren Output liefern sollen, um die Vergleichbarkeit und Messbarkeit von Leistungen zu sichern.

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Details

Title
Funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaften in der Systemtheorie von Niklas Luhmann
College
University of Bonn
Course
HS Soziologische Paradigmen
Grade
2,0
Author
Maritana Larbi (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V48862
ISBN (eBook)
9783638454469
Language
German
Tags
Funktionale Differenzierung Gesellschaften Systemtheorie Niklas Luhmann Soziologische Paradigmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maritana Larbi (Author), 2004, Funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaften in der Systemtheorie von Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48862
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