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Männlichkeitswahn und Wirklichkeit?

Die Inszenierung von Rollenbildern und Geschlechterkampf in der Body Art

Título: Männlichkeitswahn und Wirklichkeit?

Trabajo de Seminario , 2005 , 28 Páginas , Calificación: 1+

Autor:in: Adrian Breul (Autor)

Teatrología, danza
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Die Performance-Art setzt sich mit vielen aktuellen Themen auseinander, so auch der Geschlechterproblematik. Innerhalb dieser Arbeit wird untersucht, wie Marina Abramovic und Ulay mit den Kategorien Sex und Gender umgehen und welche Bedeutungshorizonte beim Rezipienten erreicht werden. Durch die Analyse ausgewählter Performances soll gezeigt werden, dass diese Kunstform Geschlecht als Konstrukt begreift.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. „Ich werde jetzt wieder etwas weiblicher sein.“ – Einführung

2. „Ein Körper, der nichts taugt im Leben“

2.1. Auha oder Relation In Space

2.2. Atemnot oder Breathing In Breathing Out

2.3. Schweineweh oder Expansion in Space

3. „Ich habe mich als Projektionsfläche perfektioniert“

4. „Ich bin kein Agent der symbolischen Ordnung.“ – Schluss und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung von Rollenbildern und Geschlechterkämpfen in der Body Art anhand ausgewählter Performances von Marina Abramovic und Ulay. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie die körperliche Grenzerfahrung und die Transformation des Körpers in der Performance-Kunst die gesellschaftlich etablierten Konventionen und Erwartungshaltungen zum Geschlechterverhältnis irritieren und kritisch hinterfragen.

  • Analyse der Dialektik von Wirklichkeit und Inszenierung in der Body Art.
  • Untersuchung der Bedeutung von Schmerz und Körperlichkeit als gesellschaftskritisches Medium.
  • Reflexion über die Konstruktion von Geschlecht (Gender) und die Hinterfragung binärer Rollenkonzepte.
  • Beobachtung der aktiven Rolle und moralischen Verantwortung des Publikums bei der Rezeption von Performance-Kunst.

Auszug aus dem Buch

2.3 Schweineweh oder Expansion In Space

Starke Parallelen zu Relation in Space drängen bei dieser Performance sich auf. Wieder geht es um Transformation des Körpers, essentielles Merkmal auto-agressiver Performances. 1976 auf der Doumenta 6 in Kassel vorgeführt läuft diese Performance folgendermaßen ab: Zwei bewegliche Säulen stehen im Raum, die jeweils das Eigengewicht von Marina Abramovic bzw. Ulay haben, um diese Säulen herum ist das Publikum frei gruppiert und in der Aufzeichnung sowohl zu sehen, als auch zu hören. Marina Abramovic und Ulay stehen nackt Rücken an Rücken genau zwischen den Säulen, sie laufen los, prallen jeweils gegen die Säule mit ihren Eigengewicht, bewegen diese dabei ein Stcük und gehen rückwärts wieder auf den anderen zu. Betrachtet man die Säulenkonstruktion als Bühne und die Kamera als in Position der Rampe, ist das Körperzentrum von Marina Abramovic stets nach rechts, das von Ulay stets nach links ausgerichtet. Beim jeweils gleichzeitig stattfindenden auf die Säulen Zulaufen kann der effort der Künstlerinnen im Fluss als frei, im Raum als direkt, in der Körperschwere als fest und in der Zeit als plötzlich eingestuft werden. Das aufeinander Zugehen findet vorsichtiger statt, der effort verkehrt sich in Richtung gebunden, direkt, zart und allmählich.

Das Bewegungsmuster setzt sich über die Performance so fort, doch es kommt zu anderen Veränderungen und Auffälligkeiten, einige intendiert, andere fallen eher dem Zufall und dem Risiko solcher Performances, die unter dem Motto „No Rehaersel No Predicted End No Repetition“ stehen zur Last. So bleiben, wie geplant die Säulen bei 0:53, im Video unmittelbar nach einem Schnitt, plötzlich stehen und bewegen sich nicht weiter. Die Assoziation des Schmerzes, die schon zuvor beim Aufprall kam verstärkt sich noch, es tut eben „schweineweh“. Der Ablauf beschleunigt sich, der effort auf die Säulen zu verstärkt sich in seiner Intensität und das Zurückgehen wird weniger allmählich, weniger gebunden. Es ist eine Hatz, ein Kampf, eine Mutprobe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. „Ich werde jetzt wieder etwas weiblicher sein.“ – Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der Regelbrüche im postdramatischen Theater ein und erläutert, wie Performances von Marina Abramovic und Ulay gesellschaftliche Geschlechterkonventionen durch Schmerz und Körperlichkeit dekonstruieren.

2. „Ein Körper, der nichts taugt im Leben“: Hier werden die körperlichen Inszenierungen als gesellschaftskritische Reflexion analysiert, wobei der Körper als Konstrukt im Zentrum der Betrachtung steht.

2.1. Auha oder Relation In Space: Diese Performance wird als Kampf, Schmerz und Geduldsspiel analysiert, das die Wahrnehmung des Zuschauers durch die radikale Transformation und die binäre Rollenaufhebung herausfordert.

2.2. Atemnot oder Breathing In Breathing Out: Die Analyse konzentriert sich auf die Atemnot als Metapher für den verzweifelten Kampf um das Überleben innerhalb einer gesellschaftlich kodierten Liebesbeziehung.

2.3. Schweineweh oder Expansion in Space: Das Kapitel untersucht die dynamische und schmerzhafte Auseinandersetzung mit der Säulenkonstruktion sowie die intensive, aktive Rolle des Publikums bei der Einmischung in das Geschehen.

3. „Ich habe mich als Projektionsfläche perfektioniert“: Dieser Abschnitt behandelt die Rolle der Körper der Künstler als Projektionsflächen für die Assoziationen der Zuschauer und hinterfragt die rituellen Aspekte sowie die Grenzüberschreitungen.

4. „Ich bin kein Agent der symbolischen Ordnung.“ – Schluss und Ausblick: Der Autor resümiert, dass die Performances primär über den Geschlechterkonflikt funktionieren und das Potenzial zur gesamten Geschlechterbefreiung in sich tragen, während er kritisch auf die Rolle der Performance-Kunst in der Kulturindustrie blickt.

Schlüsselwörter

Body Art, Marina Abramovic, Ulay, Performance, Geschlechterverhältnis, Rollenbilder, Körperlichkeit, Konstruktivismus, Geschlechterkampf, Postdramatisches Theater, Gesellschaftskritik, Identität, Gender Studies, Masochismus, Theaterwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Performances von Marina Abramovic und Ulay genutzt werden, um konventionelle Rollenbilder und Geschlechterverhältnisse durch schmerzhafte körperliche Grenzerfahrungen zu dekonstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Dialektik zwischen Kunst und Wirklichkeit, die Dekonstruktion von Geschlechterrollen sowie die moralische Einbindung des Publikums durch die physische Intensität der Aktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Auseinandersetzung mit klassischen Rollenbildern während der Performances zur Irritation des Publikums beiträgt und das Verständnis von Geschlecht als soziales Konstrukt schärft.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin kombiniert theaterwissenschaftliche Analysen mit poststrukturalistischen Theorien, insbesondere Ansätzen von Judith Butler, sowie Einflüssen der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden spezifische Performances wie „Relation In Space“, „Breathing In Breathing Out“ und „Expansion In Space“ detailliert beschrieben und im Hinblick auf ihre Wirkungsmechanismen und gesellschaftlichen Implikationen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Body Art, Geschlechterverhältnis, Rollenbilder, Körperlichkeit, Performativität, Geschlechterkonstruktion und Gesellschaftskritik.

Wie reagiert das Publikum bei „Expansion In Space“?

Das Publikum reagiert bei dieser Performance sehr aktiv und emotional, indem es versucht, durch Applaus oder direktes Eingreifen die als unerträglich empfundene Schmerzinszenierung zu beenden.

Warum betrachten die Künstler ihre Körper als Projektionsflächen?

Marina Abramovic und Ulay möchten mit ihren Körpern keine eigene Geschichte erzählen, sondern dienen als neutrale Basis, auf der das Publikum seine eigenen Assoziationen zu Geschlecht und Gewalt projizieren soll.

Inwiefern spielt der „Geschlechterkampf“ eine Rolle?

Der Geschlechterkampf ist nicht nur ein Aspekt, sondern das zentrale Element der Analysen, da die Performances die Vorherrschaft des Mannes hinterfragen und durch den gemeinsamen Schmerz eine egalitäre, androgyne Ebene anstreben.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Männlichkeitswahn und Wirklichkeit?
Subtítulo
Die Inszenierung von Rollenbildern und Geschlechterkampf in der Body Art
Universidad
LMU Munich  (Institut für Theaterwissenschaft)
Curso
Proseminar: Theater analysieren (Schwerpunkt Performance)
Calificación
1+
Autor
Adrian Breul (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
28
No. de catálogo
V48874
ISBN (Ebook)
9783638454582
ISBN (Libro)
9783638660044
Idioma
Alemán
Etiqueta
Männlichkeitswahn Wirklichkeit Proseminar Theater Performance)
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Adrian Breul (Autor), 2005, Männlichkeitswahn und Wirklichkeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48874
Leer eBook
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