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Rechtfertigung und Theosis

Title: Rechtfertigung und Theosis

Scientific Essay , 2005 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Levon Sardaryan (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Zwei wichtige Aspekte, Rechtfertigung undϑεωσις,die man als zwei Betrachtungsweisen, evangelische und orthodoxe (bzw. westliche und östliche), der Erlösung des Menschen darstellen kann, sind in der Gegenwart ein wichtiges Thema für den ökumenischen Dialog. Gründe für Auseinandersetzungen in diesem Bereich hat das Gespräch zwischen lutherischen und orthodoxen Kirchen in Kiew 1977 gegeben. Es wurde in diesen Gesprächen deutlich, dass Rechtfertigung undϑεωσιςeine „feste neutestamentliche Grundlage haben und in Bezug auf beides eine breite Übereinstimmung der Ansichten Raum hat.“
Natürlich hat sich die Frage nach der Rechtfertigung und derϑεωσιςdurch die offiziellen Dialoge und Stellungnahmen auf verschiedenen Ebenen weiterentwickelt Andererseits aber, besteht die Notwendigkeit einer Klärung, denn diese Lehren sind immer noch dialogbedürftig und nicht deckungsgleich. Eine Verständigung zwischen beiden Kirchen in diesen Fragen ist m. E. notwendig und könnte u.a. eine Bereicherung beider Traditionen bedeuten.
In dieser Arbeit wird der Versuch gemacht, zuerst das theologische Gespräch zwischen Orthodoxen und Lutheranern geschichtlich kurz zu erläutern, um eine Grundinformation zu haben, wie sich die Gespräche beider Kirchen entwickelt haben. In einem zweiten Schritt will ich dann die Theosislehre in der orthodoxen Tradition am Beispiel des Hl. Gregorios Palamas zeigen. Gregorios Palamas und seine Lehre über göttliche Energien steht im Zentrum des finnischen Dialogs, deswegen für die weitere Entwicklung der Arbeit halte ich es für wichtig, die orthodoxe Position in diesem Teil klarzustellen. In einem dritten Teil will ich dann versuchen, denϑεωσις-Gedanken bei Luther zu erörtern, um die evangelische Position überϑεωσις,angesichts der Forschungen von solchen evangelischen Theologen, wie T. Mannermaa zu klären. Im vierten Teil der Arbeit werden wir dann die Lehren der evangelischen und der orthodoxen Kirchen über Rechtfertigung undϑεωσιςvergleichen, um dann am Ende Konsequenzen zu ziehen, ob und wie die beiden Kirchen sich in uns interessierenden Fragen einigen können. Ob weitere Dialoge notwendig sind, und wenn ja, in welche Richtung sie gestaltet werden sollen, sind Fragen, auf die diese Arbeit ein Antwort zu geben versuchen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS THEOLOGISCHE GESPRÄCH ZWISCHEN ORTHODOXEN UND LUTHERANERN

3. THEOSIS IN DER ORTHODOXEN TRADITION AM BEISPIEL DES HL. GREGORIOS PALAMAS

4. THEOSIS UND LUTHER

5. RECHTFERTIGUNG UND THEOSIS

ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Rechtfertigung und Theosis im ökumenischen Dialog zwischen der orthodoxen und der lutherischen Kirche mit dem Ziel, Gemeinsamkeiten und Differenzen in der jeweiligen Sotiriologie zu identifizieren und Möglichkeiten der Verständigung auszuloten.

  • Historische Entwicklung der lutherisch-orthodoxen Dialoge
  • Lehre des Heiligen Gregorios Palamas über göttliche Energien
  • Interpretation des Theosis-Gedankens in der finnischen Lutherforschung
  • Vergleich der Konzepte von Rechtfertigung und Vergöttlichung
  • Analyse der soteriologischen Bedeutung des trinitarischen Handelns

Auszug aus dem Buch

THEOSIS IN DER ORTHODOXEN TRADITION AM BEISPIEL DES HL. GREGORIOS PALAMAS

Einige Hauptgedanken aus Palamas Vorstellung über das Verhältnis von Gott und Welt muss man unbedingt berücksichtigen, um seine Konzeption zu verstehen. Palamas Lehre beruht sich auf der Annahme einer Unterscheidung zwischen Gottes auf ewig unzugänglichem und nicht mitteilbarem Wesen und seinen mitteilbaren Energien. Die Unterscheidung ist für ihn, im orthodoxen Verständnis keine Trennung. Die Energien sind eine Seinsweise der Trinität ad extra, ein der Schöpfung zugewandtes Sein Gottes, das als unveränderliches göttliches Sein unabhängig ist von einer faktisch existierenden Welt. Dieses Sein ad extra gründet im Wesen, an dem nur die trinitarischen Hypostasen Anteil haben.

Gott an sich und Gott in der Welt sind zwei verschiedene Dinge, die seinem Wesen und seinem Wirken entsprechen. Gottes Wesen ist völlig transzendent, nicht kommunizierbar und total unerkennbar. Gottes Wirken ist immanent, kommunizierbar und fassbar. Von daher ergibt sich ein anderer Gedanke Palamas, dass der Ursprung des Sohnes und des Hl. Geistes auf der (Wesen) Gottes beruhen, der Ursprung der Schöpfung dagegen - auf der (Wirken) Gottes.

Vor diesem Hintergrund könnte man nun die Konzeption Palamas richtig verstehen. Die Vergöttlichung des Menschen ist für ihn und für die ganze Orthodoxie nur als Folge der Menschwerdung Gottes zu verstehen. In diesem Sinne sind die Aussagen des Hl. Athanasius und Hl. Irineus, dass Gott wird Mensch, damit der Mensch Gott wird, von großer Bedeutung. Sie bestätigen den Gedanken, dass durch das Werk Christi, durch seine Verkündigung, durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung der Mensch wieder das wird, als was er von seinem Schöpfer geschaffen wurde, d.h. ganz Mensch, er kommt wieder in die Nähe Gottes, wodurch die Gott-Mensch-Gemeinschaft wiederhergestellt wird, getragen und begründet in der Liebe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Erlösung des Menschen als wichtiges Thema des ökumenischen Dialogs zwischen westlichen und östlichen Kirchen.

2. DAS THEOLOGISCHE GESPRÄCH ZWISCHEN ORTHODOXEN UND LUTHERANERN: Historischer Abriss über die wechselvollen Beziehungen und offiziellen Dialogbemühungen beider Kirchen seit dem 16. Jahrhundert.

3. THEOSIS IN DER ORTHODOXEN TRADITION AM BEISPIEL DES HL. GREGORIOS PALAMAS: Darstellung der palamitischen Theologie, insbesondere der Lehre von der Unterscheidung zwischen göttlichem Wesen und Energien als Grundlage der Vergöttlichung.

4. THEOSIS UND LUTHER: Erörterung der finnischen Lutherforschung zur Relevanz der Theosis bei Martin Luther und kritische Einordnung dieser Befunde.

5. RECHTFERTIGUNG UND THEOSIS: Synoptischer Vergleich beider Lehren unter Berücksichtigung der unterschiedlichen anthropologischen und soteriologischen Grundannahmen.

ZUSAMMENFASSUNG: Fazit über den Stand der bilateralen Gespräche und die Notwendigkeit, Unterschiede durch eine Rückbesinnung auf die altkirchliche Theologie zu überwinden.

Schlüsselwörter

Rechtfertigung, Theosis, Ökumene, Gregorios Palamas, Martin Luther, Göttliche Energien, Vergöttlichung, Sotiriologie, Orthodoxie, Reformation, Christus praesens, finnische Lutherforschung, Gnade, trinitarische Theologie, Synergismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den zwei unterschiedlichen Perspektiven der Rechtfertigungslehre und der Theosis (Vergöttlichung) in der evangelischen bzw. orthodoxen Tradition und deren Rolle im ökumenischen Dialog.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Geschichte der Kontakte zwischen Lutheranern und Orthodoxen, die Theologie des Gregorios Palamas sowie die moderne Interpretation von Luthers Lehre durch die finnische Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Traditionen aufzuzeigen und zu prüfen, ob die Lehren der Rechtfertigung und der Theosis als Brücke für eine theologische Annäherung dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-theologische Analyse, bei der Dokumente offizieller ökumenischer Dialoge sowie die Fachliteratur namhafter Theologen kritisch verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Gesprächswellen, eine Untersuchung der palamitischen Lichttheologie und eine Diskussion der finnischen Lutherinterpretation sowie einen direkten Vergleich von Rechtfertigung und Theosis.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Neben den Hauptbegriffen Rechtfertigung und Theosis sind Begriffe wie göttliche Energien, Christus praesens, soteriologische Bedeutung und ökumenischer Dialog essenziell.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung von Vergöttlichung bei Palamas von einer "Vergottung"?

Palamas betont, dass die Teilhabe des Menschen an Gott nicht durch das göttliche Wesen (was unmöglich ist), sondern durch die wirksamen, mitteilbaren göttlichen Energien erfolgt.

Welche Rolle spielt die "finnische Lutherforschung" in dieser Arbeit?

Sie dient als Basis für den Vergleich, da sie Luthers Rechtfertigungslehre mit Begriffen der Theosis und der Teilhabe an Christus neu interpretiert, was von anderen Theologen wie Reinhard Flogaus kritisch hinterfragt wird.

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Details

Title
Rechtfertigung und Theosis
College
LMU Munich
Grade
1
Author
Levon Sardaryan (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V48888
ISBN (eBook)
9783638454681
Language
German
Tags
Rechtfertigung Theosis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Levon Sardaryan (Author), 2005, Rechtfertigung und Theosis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48888
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