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Der Staat und seine Rolle als Risikoträger bei Innovationen im modernen Kapitalismus

Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung

Title: Der Staat und seine Rolle als Risikoträger bei Innovationen im modernen Kapitalismus

Term Paper , 2019 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ella Leicht (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die Rolle des Staates als Risikoträger bei Innovationen im modernen Kapitalismus. Das Internet ist eine von vielen Basistechnologien, die in einer modernen, digitalisierten Welt unverzichtbar geworden sind und für erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt haben. Oft werden die freien Märkte, junge, dynamische Erfinder und Wagniskapital hinter Innovationen dieser Art vermutet, die Rolle des Staates hingegen wird dabei auf einen trägen, bürokratischen Apparat, der die Rahmenbedingungen schafft, reduziert. Die Frage, welche Kräfte die Wirtschaft voran bringen, ist bis heute umstritten.

Mariana Mazzucato möchte mit ihrem Buch "Das Kapital des Staates – Eine andere Geschichte von Innovation und Wachstum" zeigen, dass der Staat für deutlich mehr als nur Eingreifen bei Marktversagen brauchbar ist. Angelehnt daran soll diese Arbeit die Kernaussagen Mazzucatos zusammenfassen, diskutieren und um weitere Aspekte erweitern. Dazu werden zunächst Hintergründe und volkswirtschaftliche Grundannahmen zu Technologie, Innovation und Wachstum erläutert, während das Bild eines Staates vorstellt wird, in dem dieser eine aktive, unternehmerische Rolle einnimmt.

Anschließend sollen einzelne Unternehmen und Technologien in den Blick genommen werden, die sowohl zur IT-Revolution als auch zur bevorstehenden "grünen" Revolution beitragen. Welche Rolle der Staat dabei spielt, wer das meiste Risiko bei Innovationen trägt und wohin die Gewinne wandern, wird im letzten Abschnitt diskutiert. Besteht eine symbiotische oder parasitäre Beziehung zwischen privatem und öffentlichem Sektor? Und welche Möglichkeiten gibt es, den Staat in die Rolle eines aktiven und unternehmerisch handelnden Akteurs zu lenken? Genannte Fragen sollen ausführlich anhand der Ausführungen Mazzucatos beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Unternehmerstaat

2. 1 Hintergründe

2.2 Schlüsselmerkmale und Entstehung

2.3 Beispiele

2.3.1 Apple

2.3.2 Die grüne Revolution

2.3.3 Wind- und Sonnenenergie

2.4 Verteilung von Risiko und Gewinn

3. Reflexion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Rolle des Staates als aktiver Risikoträger und Innovationsmotor im modernen Kapitalismus, wobei sie insbesondere die Thesen von Mariana Mazzucato kritisch analysiert. Das primäre Ziel ist es, das vorherrschende Bild eines lediglich korrigierenden Staates zu hinterfragen und die symbiotische Bedeutung staatlicher Investitionen für technologische Durchbrüche herauszuarbeiten.

  • Die Rolle des Staates im Innovationsprozess
  • Untersuchung von Schlüsselbranchen (IT, Biotechnologie, Erneuerbare Energien)
  • Analyse des "unternehmerischen Staates" anhand US-amerikanischer Beispiele
  • Diskussion der Risikoverteilung und Gewinnerzielung zwischen öffentlichem und privatem Sektor
  • Reflexion alternativer ökonomischer Paradigmen und der Übertragbarkeit der Thesen

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Apple

Ein berühmtes Beispiel für den vermeintlichen Erfolg von visionären Unternehmen, die von genialen Köpfen und durch die Macht des Marktes entstanden, ist Apple. In Kapitel 5 stellt die Autorin die Geschichte Apples aus einer anderen Perspektive dar. Demnach gründet sich der Erfolg von Apple zwar zum Teil auf die Mitarbeiter, beruht aber hauptsächlich auf vom Staat geförderten Technologien wie dem Internet, GPS, Touchscreen- und Kommunikationstechnologie (Vgl. Mazzucato 2014: S.116). Lediglich die Unternehmensphilosophie und das zeitlose Design verdankt das Unternehmen klugen Köpfen wie Steve Jobs. Wäre Apple heute auch eins der erfolgreichsten Unternehmen der Welt, hätte der Staat das Unternehmen nicht bereits frühzeitig als „Gewinner“ herausgepickt? Die Autorin verneint diese Aussage und kritisiert die fehlende Aufmerksamkeit, die diesem Sachverhalt von der Öffentlichkeit gewidmet wird. Apple legte seit der Gründung am 1.April 1976 ein spektakuläres Wachstum hin, was unter anderem dazu führte, dass das Unternehmen 2011 auf höhere Barreserven als der amerikanische Staatshaushalt zugreifen konnte. Die Popularität von Produkten wie IPhone und IPad stieg, während interessanterweise die Ausgaben für Forschung und Entwicklung kontinuierlich zurückgingen (Vgl. Mazzucato 2014: S.119-120). Um zu verstehen, wie Apple das schafft, wirft die Autorin einen genaueren Blick auf die Technologien, die dieser Erfolgsgeschichte zugrunde liegen. Diese entstanden dank gemeinsamer staatlicher und privater Forschung unter anderem in den Labors der DARPA, wo die 12 Kern Technologien aus Iphone und Co entwickelt wurden. Diese reichen von Mikroprozessoren, die die Verarbeitung riesiger Datenmengen in kürzester Zeit ermöglichen, über Speicherbausteine, die Spracherkennung und grundlegende Voraussetzungen wie das Internet und Mobilfunknetze, ohne die es Smartphones gar nicht geben würde (Vgl. Mazzucato 2014: S.124).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der staatlichen Rolle bei Innovationen ein und umreißt das Ziel, Mariana Mazzucatos Thesen zum „unternehmerischen Staat“ zu diskutieren.

2. Der Unternehmerstaat: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des unternehmerischen Staates, betrachtet volkswirtschaftliche Zusammenhänge und analysiert die Rolle staatlicher Investitionen in Forschung und Entwicklung.

2. 1 Hintergründe: Hier wird das gängige Bild des bürokratischen Staates hinterfragt und die Notwendigkeit aktiver staatlicher Risikobereitschaft bei Innovationen dargelegt.

2.2 Schlüsselmerkmale und Entstehung: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie der Staat über bloße Marktintervention hinaus als Hauptinvestor in langfristige, risikoreiche Technologien fungiert.

2.3 Beispiele: Anhand konkreter Fallbeispiele wird die Rolle des Staates bei technologischen Fortschritten illustriert.

2.3.1 Apple: Das Beispiel Apple zeigt, dass der Unternehmenserfolg wesentlich auf staatlich geförderten Basistechnologien beruht, während das Unternehmen selbst Forschungsausgaben reduzierte.

2.3.2 Die grüne Revolution: Die Notwendigkeit einer Energiewende erfordert einen aktiven Staat, der die anfängliche Unsicherheit bei grünen Technologien übernimmt.

2.3.3 Wind- und Sonnenenergie: Hier wird anhand von Windkraft und Photovoltaik verdeutlicht, wie staatliche Industriepolitik zur Entstehung von Weltmärkten für saubere Energien beigetragen hat.

2.4 Verteilung von Risiko und Gewinn: Dieses Kapitel thematisiert das Ungleichgewicht zwischen vergesellschafteten Risiken bei Innovationen und privatisierten Gewinnen durch Unternehmen.

3. Reflexion: In diesem Kapitel werden Mazzucatos Thesen kritisch durch Gegenpositionen anderer ökonomischer Denkschulen ergänzt und die nationale Übertragbarkeit diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens hin zu einem offensiven, mutigen Staat.

Schlüsselwörter

Unternehmerstaat, Mariana Mazzucato, Innovation, Risikoträger, Wirtschaftswachstum, Grundlagenforschung, Industriepolitik, DARPA, Marktversagen, Grüne Revolution, Public-Private-Partnership, Technologischer Wandel, Risikokapital, Kapitalismus, Innovationssysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Staates als aktiver Akteur im Innovationsprozess und hinterfragt die verbreitete Ansicht, der Staat sei lediglich ein passiver Unterstützer bei Marktversagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der unternehmerische Staat, die Finanzierung von Grundlagenforschung, die Verteilung von Risiken und Gewinnen sowie die Industriepolitik in Sektoren wie IT und erneuerbare Energien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Zusammenfassung und Diskussion der Thesen von Mariana Mazzucato, um aufzuzeigen, wie staatliches Handeln aktiv technologischen Fortschritt und ökonomischen Wohlstand fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und Diskussion ökonomischer Theorien, die durch konkrete Fallbeispiele aus der Unternehmens- und Sektorpolitik veranschaulicht wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Hintergründe zum Wachstum, die Analyse des unternehmerischen Staates sowie dessen praktische Anwendung anhand von Beispielen wie Apple und der Energiewende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Unternehmerstaat, Innovationsförderung, Risikoverteilung, Basistechnologien und systemische Perspektive charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Apple?

Apple wird als Beispiel dafür genutzt, wie Unternehmen von staatlich finanzierten Basistechnologien profitieren, während die Rolle des Staates in der öffentlichen Wahrnehmung systematisch unterbelichtet bleibt.

Welche Vorschläge macht die Autorin zur Verbesserung des Systems?

Es wird vorgeschlagen, Risiken und Gewinne gerechter zu verteilen, direkte Renditen für den Staat aus geförderten Innovationen zu fordern und staatliche Investitionsbanken oder Innovationsfonds einzurichten.

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Details

Title
Der Staat und seine Rolle als Risikoträger bei Innovationen im modernen Kapitalismus
Subtitle
Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Methodenmodul D
Grade
2,0
Author
Ella Leicht (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V488998
ISBN (eBook)
9783668971271
ISBN (Book)
9783668971288
Language
German
Tags
Kapitalismus Innovationen Rolle des Staates Mariana Mazzcato Kapital des Staates
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ella Leicht (Author), 2019, Der Staat und seine Rolle als Risikoträger bei Innovationen im modernen Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/488998
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