Work-Life-Balance im gesundheitssoziologischen Kontext


Hausarbeit, 2018

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Work-Life-Balance

3. Formen der Beeinflussung der Work-Life-Balance durch das Arbeitszeitenmodell Schichtdienst
3.1 Physische Beeinträchtigung
3.2 Psychische Beeinträchtigung

4. „Burnout“ als Folge einer unausgeglichenen Work-Life-Balance

5. Präventionsmaßnahmen
5.1 Alternative Arbeitszeitenmodelle
5.1.1. Flexible Arbeitszeitenregelung
5.1.2. Teilzeitarbeit
5.1.3. Home-Office/ Telearbeit
5.2 Soziale Einrichtungen

6. Diskussion

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Abbildung 1: Die Zufriedenheit der IG-Metall Arbeitnehmer mit Ihrer Arbeitszeit

Abbildung 2: Krankheitstage durch das Burnout-Syndrom in Deutschland nach Ge- schlecht in den Jahren 2004 bis 2015

1. Einleitung

Arbeitnehmer, die dem Schichtdienstmodell zugeordnet sind, leiden deutlich häufiger an gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen, Nervosität und Müdigkeit sowie an ei- nem schlechten Zeitmanagement für die persönliche Freizeitgestaltung. Zur Folge hat dies eine negative Work-Life-Balance. Kann man also von einer grundlegenden Beein- flussung der Work-Life-Balance durch den Schichtdienst sprechen?

In der vorliegenden Arbeit wird die negative Beeinflussung der Work-Life-Balance eines Individuums durch das Arbeitszeitmodell Schichtdienst dargestellt und mögliche Erklä- rungen für diesen Sachverhalt diskutiert. Hierbei wird exemplarisch auf zwei Formen der Beeinflussung eingegangen: die physische Beeinträchtigung und die psychische Beein- trächtigung. Die Folgen einer negativen Work-Life-Balance werden abschließend in Zu- sammenhang mit Implikationen für die Prävention formuliert.

Die Work-Life-Balance unterliegt einer ausgedehnten öffentlichen Diskussion darüber, wie man Arbeitnehmern mehr Kontrolle über die Organisation ihres Arbeitslebens ein- räumt, damit Ihnen eine bessere Abstimmung mit den anderen Bereichen ihres Lebens ermöglicht wird und sie gleichzeitig immer noch den höchstmöglichen Nutzen für ihr Unternehmen erzielen. Die nähere Betrachtung einer gesunden Work-Life-Balance und somit einer Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben entstand durch soziale und wirtschaftliche Veränderungen. Zu den Veränderungen zählten z. B. eine steigende An- zahl von berufstätigen Frauen, die Erwartungen der jüngeren Generation X, die zuneh- mende Ablehnung einer Kultur der langen Arbeitszeiten, das Anwachsen der 24/7-Ge- sellschaft sowie technische Fortschritte. Leider gibt es jedoch immer noch unzählige Menschen, deren Privatleben zu sehr durch die tägliche Arbeitszeit bestimmt und denen so ein Ausgleich von Beruf und Privatleben unmöglich wird.

2. Definition Work-Life-Balance

Work-Life-Balance ist der englische Ausdruck für die Ausgewogenheit von Arbeits- und Privatleben und beschreibt das Gleichgewicht zwischen dem zeitlichen Aufwand und der Anstrengung, die jemand seiner beruflichen Tätigkeit widmet und der Zuteilung dieser beiden Faktoren zu anderen privaten Lebensbereichen. 1

Im Vordergrund bei der Work-Life-Balance stehen der Job, der einen erfüllt, ein glückli- ches Familien- oder Privatleben sowie ein gesunder Körper. Die jeweiligen Bereiche sind abhängig von individuellen Bedürfnissen und Wünschen eines Individuums. Aus diesem Grund muss die zur Verfügung stehende Energie gezielt und effizient einge- setzt werden. Es sollte weder für Beruf noch für Privatleben die eigenen Ressourcen und Energie so einseitig verbraucht werden, dass der jeweils andere Bereich nicht mehr exis- tieren und wachsen kann.2

3. Formen der Beeinflussung der Work-Life-Balance durch das Arbeitszeitenmodell Schichtdienst

„Je größer die Balance desto besser, leichter, produktiver und gesünder ist ein Körper, ein Geist und eine Beziehung.“, so Diplom-Psychologe Robert Betz. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance kann allerdings durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst wer- den. Besonders im Fokus steht dabei die Schichtarbeit, denn wer im Schichtdienst arbei- tet, tendiert eher zu einer negativen Work-Life-Balance als Personen, die sich ihre Ar- beitszeit flexibel einteilen können.

Eine Befragung der IG Metall aus 2017 mit dem Leitsatz „Ich bin zufrieden mit meiner Arbeitszeit“, bei der rund 680.000 Arbeitnehmer teilnahmen, zeigte, dass lediglich 35 % der Befragten mit Schichtdienst zufrieden mit ihrer Arbeitszeit seien. Demzufolge schie- nen ganze 65 % der Befragten unzufrieden. Im Gegensatz dazu gaben rund 54 % der Arbeitnehmer ohne Schichtdienst an, zufrieden zu sein.3

Speziell bei der Beeinflussung der Work-Life-Balance durch die Schichtarbeit wird der Bereich der physischen und psychischen Beeinträchtigung beleuchtet. Diplom-Psycho- loge Robert Betz spricht hierbei von „Mangelzuständen im Körper und in der Psyche“.4

Abbildung 1: Die Zufriedenheit der IG-Metall Arbeitnehmer mit Ihrer Arbeitszeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Physische Beeinträchtigung

Exemplarisch für die physische Einschränkung durch den Schichtdienst stehen Katastro- phen wie Tschernobyl, Exxon Valdez, Three Miles Island oder auch die Havarie der Costa Concordia, die sich allesamt in der Spät- und Nachtschicht ereigneten. Schichtarbeit er- höht demnach das Unfallrisiko und schadet langfristig der Gesundheit und somit auch einer gesunden Work-Life-Balance. Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Magenbeschwer- den, innere Unruhe und Nervosität sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind typische Symptome, unter denen Personen, welche im Schichtdienst und somit entgegen dem bi- ologischen Rhythmus arbeiten müssen, leiden. Die meisten Körperfunktionen unterliegen einem sogenannten tagesperiodischen Wechsel von 24 Stunden. Das bedeutet, dass spä-testens nach acht Stunden Arbeit das Fehlerrisiko eklatant ansteigt.

Schon Frühschichten vor acht Uhr können die Körperfunktionen beeinträchtigen.5

3.2 Psychische Beeinträchtigung

Grundlage für die Idee der Work-Life-Balance sind vor allem aber auch psychologische Erkenntnisse. Diese beruhen auf dem hohen Stress-Level moderner Menschen in der heu- tigen Arbeitswelt. Viele Menschen machen gerne Zugeständnisse zugunsten des Berufs. Grund dafür sind das Voranbringen der eigenen Karriere, das Erreichen eines höheren sozialen Status im Unternehmen oder die Verbesserung des persönlichen Einkommens. Eine solche psychische Belastung muss der Schichtdienstarbeiter ausgleichen. Zum Nachteil des Privatlebens, beispielsweise in Bezug auf die Pflege sozialer Kontakte, Frei- zeitaktivitäten oder Anforderungen innerhalb der Familie in einer bestimmten Rolle (z.B. die Rolle des Elternteils), geschieht dies außerhalb der Arbeitszeit im häuslichen Umfeld, sodass das Privatleben und das direkte Umfeld dabei oft in Mitleidenschaft gezogen wer- den. Die Work-Life-Balance leidet, ebenso wie auch die eigene psychische Ausgegli- chenheit.6

4. „Burnout“ als Folge einer unausgeglichenen Work-Life-Balance

Nicht selten leiden Menschen, deren Work-Life-Balance nicht ausgeglichen ist, unter ei- ner ständigen Unzufriedenheit und Frustration, einem hohen Stress-Level und psychi- schen Erkrankungen. Eine häufige Folge ist das und in diesem Zusammenhang oft diag- nostizierte Burnout-Syndrom sein. Es gilt als eine der häufigsten Folgen einer ungleichen Work-Life-Balance.

„Chronische Müdigkeit, Lust- und Antriebslosigkeit und zusätzlich psychosomatische Beschwerden – dies sind Symptome einer Krankheit, die in aller Munde ist: Burnout. Burnout, was wörtlich übersetzt „Ausbrennen“ bedeutet, wird immer häufiger als Ursa- che für den Ausstieg aus dem Beruf genannt. Selten geschieht dies freiwillig, vielmehr erreichen die Betroffenen im Laufe der Zeit einen Zustand, in dem nichts mehr geht“.7

[...]


1 www.onpulson.de – Begriffserklärung

2 www.gruenderszene.de – Begriffserklärung

3 www.igmetall.de – Arbeitnehmerbefragung

4 www.youtube.de – Interview über die Work-Life-Balance

5 www.zeit.de – Risiken der Schichtarbeit

6 www.onpulson.de – Psychische Risiken

7 „Work-Life-Balance“ Kaiser/Ringsletter 2007 S. 155

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Work-Life-Balance im gesundheitssoziologischen Kontext
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Köln
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V489126
ISBN (eBook)
9783668970656
ISBN (Buch)
9783668970663
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Work-Life-Balance, Gesundheitssoziologie, Gesundheitspsychologie
Arbeit zitieren
Nadine Korpas (Autor:in), 2018, Work-Life-Balance im gesundheitssoziologischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489126

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