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Das Theater der französischen Klassik als Instrument der Kulturpolitik Ludwigs XIV. am Beispiel von Molière und Racine

Title: Das Theater der französischen Klassik als Instrument der Kulturpolitik Ludwigs XIV. am Beispiel von Molière und Racine

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Kirchmann (Author)

French Studies - Literature
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Zur Zeit der Klassik hatte Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. eine noch nie zuvor da gewesene machtpolitische und künstlerische Stellung erreicht. In diese Zeit fällt ebenfalls die Blütezeit des Theaters in Frankreich, welche es nicht zuletzt der Begeisterung Ludwigs XIV. dafür verdankte. In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich daher mit der Rolle des Theaters in der französischen Klassik als ein Teil der Kulturpolitik Ludwigs XIV., untersucht an dem Bespiel der beiden Hofpoeten Jean-Baptiste Poquelin, genannt Molière (1622-1673), und Jean Racine (1639-1699).
Beginnen werde ich meine Arbeit mit einem kurzen Überblick über die wichtigsten historischen Ereignisse und Ideale der damaligen Zeit. Danach folgt eine kurze Charakterisierung von Ludwig XIV., der sich selbst für das Theater der damaligen Zeit begeisterte und es unterstützte, sich ihm aber auch als ein Mittel zur Verbreitung seiner Politik bediente.
Als nächstes folgt dann ein Abschnitt über die Entstehung sowie die Aufgaben und den Einfluss der Académie française ein und ich werde untersuchen, inwieweit die Académie française und die damit zusammenhängende Bildungspolitik Ludwig XIV. das Theater der damaligen Zeit beeinflusste.
Im darauffolgenden Abschnitt werde ich dann versuchen die Hintergründe, die zu der Querelle des anciens et des modernesführten, darzulegen und zu untersuchen. Dabei lege ich besonderes Augenmerk darauf, welche die genauen Streitpunkte waren, und welche Positionen Molière und Racine in diesem Streit innehatten. Anschließend gebe ich dann einen Überblick darüber, aus welchen Schichten sich das Publikum, für welches die beiden Autoren schrieben, zusammensetzte, um danach mit dem Selbstverständnis der beiden Autoren und damit, wie sie die Rolle des Theaters selbst sehen, zu untersuchen. Dabei werde ich besonderes Augenmerk darauf legen, welches nach der Meinung der beiden Autoren die Funktionen und Aufgaben des Theaters sind. Zudem werde ich in diesem Abschnitt auf die Rolle des Hofpoeten am Beispiel von Molière und Racine eingehen und seine Aufgaben näher beschreiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Hinführung

1. Epochenüberblick

2. Der Mäzen: Ludwig XIV. als Freund und Gönner der Kunst und Künstler

3. Entstehung, Aufgaben und Wirkungsfeld der Académie française

4. Die Querelle des anciens et des modernes

5. Das Publikum der Autoren

II. Hauptteil: Die Hofpoeten Molière und Racine

1. Molière

1.1. Die Querelle um den Tartuffe

1.2. Molières Selbstverständnis über die Wirkung seiner Komödien

1.3. Das Verhältnis zwischen Molière und Ludwig XIV.

2. Racine

2.1. Die Schlüsselwörter der Dramaturgie Racines

2.2. Racines Orientierung an der Antike

2.3. Die Formel plaire et toucher

2.4. Racines Verhältnis zu Ludwig XIV.

III. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Theater der französischen Klassik als integralen Bestandteil der Kulturpolitik unter Ludwig XIV. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern Molière und Racine als Hofpoeten die Interessen des Monarchen in ihrem Schaffen reflektierten oder durch ihre Werke stützten.

  • Die Rolle des Theaters als Instrument absolutistischer Kulturpolitik.
  • Einfluss der Académie française auf Sprache und literarische Normen.
  • Die Auseinandersetzung zwischen Anciens und Modernes.
  • Das Selbstverständnis von Molière und Racine im Verhältnis zum absolutistischen Herrscher.
  • Die Funktion von Kunst als Mittel zur gesellschaftlichen Erziehung und Repräsentation.

Auszug aus dem Buch

1.3. Das Verhältnis zwischen Molière und Ludwig XIV.

Grimm erklärt, dass die Beziehung zwischen Molière und Ludwig XIV. häufig als Freundschaft bezeichnet wird. Sicherlich kann das Verhältnis zwischen den beiden als ein über ein „normales“ Hofpoet-Herrscher hinausgehendes gesehen werden, besonders wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass Ludwig XIV. die Patenschaft für Molières ersten Sohn übernimmt; in den Augen Grimms ein „sichtbarer Gunstbeweis“. Sicher kann man auch die Übernahme der Schirmherrschaft über Molières Theatergruppe ab August 1665 und die beständige Loyalität, die Ludwig XIV. Molière in all den Querelen vor allem auch zur Zeit des Tartuffe entgegenbringt, als ein Zeichen seiner Freundschaft deuten. Jedoch sieht Grimm in der Unterstützung des Königs während der Querelen um Tartuffe den Grund „[…] weniger der literarischen Qualitäten dieses Stückes wegen als aus politischen Motiven“. Daraus folgend sollte man diese Gunstbeweise also nicht überbewerten und die Beziehung zwischen den beiden als „rein freundschaftlich“ bewerten, denn dazu ist sich Ludwig XIV. sicherlich der politischen Funktion des Theaters zu bewusst.

Denn sowohl Ludwig XIV. als auch schon Richelieu sahen und sehen im Theater ein „[…] Instrument der Propagierung einer staatlich sanktionierten (Ordnungs-) Ideologie“. Dabei war Ludwig XIV. darauf bedacht, „[…] dass er den Künstlern entsprechende Prachtentfaltung auftrug. Das kunstvolle ‚Schauspiel’ seiner Regierung sollte auf die eigenen Untertanen ebenso wie auf das Ausland einen prestigeheischenden Eindruck […] vermitteln“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Theaters während der Herrschaft Ludwigs XIV. ein und skizziert die methodische Untersuchung der Rollen von Molière und Racine.

I. Hinführung: Dieser Abschnitt bietet einen epochengeschichtlichen Überblick, beleuchtet das Mäzenatentum des Königs, die Funktion der Académie française, den Literaturstreit sowie die Zusammensetzung des zeitgenössischen Publikums.

II. Hauptteil: Die Hofpoeten Molière und Racine: In diesem Teil wird das Wirken von Molière und Racine analysiert, wobei besonders deren Selbstverständnis, ihr Verhältnis zum König und ihre dramaturgischen Ansätze im Fokus stehen.

III. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Theater eine bewusst eingesetzte, politisch instrumentalisierte Funktion erfüllte, in der die Autoren den Absolutismus stützten, während sie gleichzeitig nach individuellen künstlerischen Ausdrucksformen suchten.

Schlüsselwörter

Französische Klassik, Ludwig XIV., Molière, Racine, Theater, Kulturpolitik, Absolutismus, Académie française, Querelle des anciens et des modernes, Hofpoet, plaire et toucher, honnête homme, Propaganda, Literaturgeschichte, Dramaturgie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle das Theater in der französischen Klassik im Kontext der Kulturpolitik unter Ludwig XIV. spielte und wie die beiden bedeutenden Hofpoeten Molière und Racine in dieses System eingebunden waren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung deckt die Epoche der Klassik, die absolutistische Machtausübung, die Rolle der Académie française bei der Sprachnormierung sowie die ästhetischen Debatten zwischen den Anciens und den Modernes ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit das Theater als Instrument der königlichen Politik diente und wie Molière und Racine in ihren Werken sowohl einen eigenen künstlerischen Anspruch verfolgten als auch die Erwartungen des Monarchen erfüllten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf Primärtexten der Autoren und einer Auseinandersetzung mit der gängigen Forschungsliteratur, um die historischen und politischen Hintergründe zu beleuchten.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der konkreten Analyse der Werke von Molière und Racine, ihrer Vorworte und ihrer persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse sowie der künstlerischen Auseinandersetzungen am Hof.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören französischer Absolutismus, Hofpoetik, Instrumentalisierung der Kunst, Klassik und die spezifischen Dramentheorien der damaligen Zeit.

Wie bewerten die Autoren das Verhältnis zwischen Molière und Ludwig XIV.?

Die Arbeit stellt heraus, dass dieses Verhältnis zwar oft als Freundschaft interpretiert wurde, bei genauerer Betrachtung jedoch eine starke politische Zweckbindung und Abhängigkeit des Dichters vom königlichen Schutz sichtbar wird.

Welche Bedeutung hatte die Académie française für das Theater?

Die Akademie fungierte als Instrument der Normierung, nicht nur der Sprache, sondern auch der literarischen Produktion, um den Konformismus mit dem absolutistischen Staat zu fördern.

Was besagt die Formel "plaire et toucher" bei Racine?

Es handelt sich um die Forderung, das Publikum durch ästhetisches Vergnügen (plaire) zu unterhalten und durch emotionale Rührung (toucher) zu erziehen, was als zentrales Ziel der klassischen Tragödie galt.

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Details

Title
Das Theater der französischen Klassik als Instrument der Kulturpolitik Ludwigs XIV. am Beispiel von Molière und Racine
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Einführung in die französische Literaturgeschichte
Grade
1,0
Author
Andreas Kirchmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V48915
ISBN (eBook)
9783638454926
Language
German
Tags
Theater Klassik Instrument Kulturpolitik Ludwigs Beispiel Molière Racine Einführung Literaturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Kirchmann (Author), 2005, Das Theater der französischen Klassik als Instrument der Kulturpolitik Ludwigs XIV. am Beispiel von Molière und Racine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48915
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