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Adam Smiths Wohlstand der Nationen als ökonomische Antriebskraft für die Finanzkrise 2008

Titel: Adam Smiths Wohlstand der Nationen als ökonomische Antriebskraft für die Finanzkrise 2008

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Rosarius (Autor:in)

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Adam Smith gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Ökonomen und Moralphilosophen des achtzehnten Jahrhunderts und gilt als ein Verfechter der wissenschaftlichen Revolution. Sein fundamentaler Glauben an eine fortschrittsfähige Ökonomie bildete nicht nur den konzeptionellen Rahmen für sein später publiziertes Hauptwerk Eine Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Wohlstands der Nationen, sondern diente auch als Grund-lage für die Herausbildung der klassischen Nationalökonomie sowie des Wirtschaftsliberalismus.

Seine theoretischen Überlegungen weisen dabei eklektische Grundzüge auf, denn für Smith scheint es von zentraler Bedeutung zu sein, Gesetzmäßigkeiten, wie sie in den Naturwissenschaften üblich sind, für die Ökonomie abzuleiten und neu zu interpretieren. Es er-scheint logisch, dass seine revolutionäre Vision von einem sich selbst regulierenden und harmonischen Wirtschaftssystem, respektive das generelle Funktionieren des Marktes, Kern seiner wirtschaftlichen Analyse sind und gleichzeitig Merkmale seines freiheitlichen Liberalismus darstellen. Gleichzeitig wird er oft in dezimierter Art und Weise „als Ökonom wahrgenommen, der allzu idealistisch davon ausging, dass sich der individuelle Egoismus im gesellschaftlichen Miteinander auf dem Markt durch das Wirken einer unsichtbaren Hand in allgemeines Wohlgefallen auflöst.“

Die Tatsache, dass das ursprüngliche Weltbild des Liberalismus und der damit verknüpfte Egoismus im Zuge der modernen Debatte in den Fokus kritischer Auseinandersetzungen geraten ist, spiegelt sich in der Kritik der Antikapitalisten wider: Als Gegner eines exzessiven Marktliberalismus sehen sie sich durch die aktuellen Folgen dieser Wirtschaftstheorie symptomatisch in ihrer Ansicht bestärkt, dass die Grundprinzipien des Liberalismus zum Scheitern verurteilt sind. Demnach ist es kaum überraschend, dass Adam Smith in den Vordergrund der Schuldzuweisungen geraten ist.

Im Folgenden erscheint eine kritische Auseinandersetzung mit den historischen Werken Adam Smiths als sinnvoll, um die vorliegende Forschungsfrage adäquat beantworten zu können: Kann das Eigeninteresse nach Adam Smith als Antriebskraft für die Finanzkrise 2008 deklariert werden?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursachen der Finanzkrise 2008

2.1 Fragwürdige Kreditvergabe

2.2 Der Egoismus der Finanzbranche

3. Das Adam-Smith-Problem

4. Theorie der ethischen Gefühle

4.1 Die Sympathie als Grundkraft menschlichen Zusammenlebens

4.2 Das Vergeltungsgefühl als Kontrollmechanismus

4.3 Der unparteiische Beobachter

5. Wohlstand der Nationen

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob das Eigeninteresse nach Adam Smith als maßgebliche Antriebskraft für die Finanzkrise 2008 deklariert werden kann, und setzt sich kritisch mit der Interpretation von Smiths Theorien durch zeitgenössische Kritiker auseinander.

  • Analyse der Ursachen der Finanzkrise 2008
  • Untersuchung des sogenannten "Adam-Smith-Problems"
  • Erläuterung des Menschenbildes in der "Theorie der ethischen Gefühle"
  • Verknüpfung moralphilosophischer Ansätze mit dem "Wohlstand der Nationen"
  • Kritische Reflexion über Egoismus und Marktfreiheit

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Vergeltungsgefühl als Kontrollmechanismus

Anders als das Hineinversetzen in die gemeinhin als soziale Affekte bezeichneten Gefühlslagen, wie z.B. Freue und Trauer, gibt es auch emotionale Ausprägungen, deren Nachempfindung problematischer gelingt. Zu diesen als unsozial kategorisierten Formen zählen mitunter Hass und das Vergeltungsgefühl. Die zugrunde liegende Schwierigkeit besteht darin, dass sich die gerade genannten Gefühle stets gegen einen Dritten richten. Auf dem Prinzip der Sympathie beruhend, muss der Mensch mittels seiner akquirierten Ethik nun urteilen, zu welchem Beteiligten sein Mitgefühl neigt: Zum Hassenden oder dem Gehassten, zum Vergeltenden oder dem Vergoltenen.

So weist u.a. Streminger daraufhin, dass dem Menschen das Sympathisieren mit solchen unsozialen Situationen nur unter bestimmten Auflagen gelingt. Nämlich, dann, wenn er die Umstände des Zustandekommens des Vergeltungsgefühls nachvollziehen kann. Demnach geht Smith davon aus, dass der Mensch bei der Prüfung einer Situation hinterfragt und analysiert, inwiefern auch unsoziale Affekte seinem fundamentalen Gerechtigkeitssinn entsprechen: Befindet der Mensch die Vergeltung als gerechte, gemäßigte Strafe, dann billigt er diese, ist er davon überzeugt, dass die Vergeltung unangebracht ist, dann missbilligt er sie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person Adam Smith, die Relevanz seines Werks für den Liberalismus und die Formulierung der Forschungsfrage bezüglich der Finanzkrise 2008.

2. Ursachen der Finanzkrise 2008: Analyse der Faktoren, die zur Finanzkrise führten, mit Fokus auf die Rolle der Subprime-Kredite und die mediale Debatte um Gier.

3. Das Adam-Smith-Problem: Diskussion über den vermeintlichen Widerspruch zwischen Smiths moralphilosophischen Ansichten und seinem ökonomischen Hauptwerk.

4. Theorie der ethischen Gefühle: Detaillierte Untersuchung der moralphilosophischen Grundlagen Smiths, insbesondere Sympathie, Vergeltungsgefühl und der unparteiische Beobachter.

5. Wohlstand der Nationen: Übertragung der moralphilosophischen Erkenntnisse auf Smiths Wirtschaftstheorie und Analyse der natürlichen Neigung zum Tausch.

6. Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage durch die Widerlegung einer einseitigen Egoismus-Interpretation von Smith.

Schlüsselwörter

Adam Smith, Finanzkrise 2008, Eigeninteresse, Wohlstand der Nationen, Theorie der ethischen Gefühle, Liberalismus, Unsichtbare Hand, Sympathie, Unparteiischer Beobachter, Homo oeconomicus, Gier, Marktregulierung, Wirtschaftsethik, Gerechtigkeitssinn, Soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die ökonomischen Theorien von Adam Smith – oft als Grundlage für egoistisches Handeln zitiert – tatsächlich für die Entstehung der Finanzkrise 2008 verantwortlich gemacht werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Ursachen der Finanzkrise 2008, das sogenannte Adam-Smith-Problem sowie die moralphilosophischen Grundlagen aus der Theorie der ethischen Gefühle.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob die Kritik von Antikapitalisten an Adam Smith gerechtfertigt ist oder ob sie auf einer Fehlinterpretation seines Gesamtwerkes beruht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine historische und theoretische Auseinandersetzung mit den Primärquellen von Smith sowie eine kritische Literaturanalyse von Sekundärwerken, um die Forschungsfrage adäquat zu beantworten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Ursachen der Finanzkrise, analysiert das Menschenbild bei Smith durch seine beiden Hauptwerke und stellt die moralphilosophischen Mechanismen seiner Theorie vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Eigeninteresse, unsichtbare Hand, Sympathie, Finanzkrise 2008, moralphilosophische Grundlagen und Unparteilichkeit.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Sympathie" und "Empathie" eine Rolle?

Smith nutzt den Begriff "sympathy" (Anteilnahme), was im Deutschen historisch zu Missverständnissen führt; die Autorin verdeutlicht, dass Smith damit das selbstlose Mitfühlen beschreibt, was seinem Menschenbild widerspricht, das nur auf Nutzenmaximierung setzt.

Wie definiert Smith die Rolle des Staates?

Smith sieht den Staat in der Rolle des "unparteiischen Beobachters", der nicht aktiv in den Markt eingreift, es sei denn, der ungezügelte Egoismus gefährdet die Sicherheit des Landes und das Gemeinwohl.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Finanzkrise?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die heutige Krise nicht Smith anzulasten ist, sondern vielmehr dem Missachten seiner ethischen Vorgaben, da staatliche Akteure ihrer Pflicht zur Neutralität nicht nachkamen.

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Details

Titel
Adam Smiths Wohlstand der Nationen als ökonomische Antriebskraft für die Finanzkrise 2008
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,0
Autor
Alexander Rosarius (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V489182
ISBN (eBook)
9783668966598
ISBN (Buch)
9783668966604
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adam Smith Wohlstand der Nationen Finanzkrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Rosarius (Autor:in), 2019, Adam Smiths Wohlstand der Nationen als ökonomische Antriebskraft für die Finanzkrise 2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489182
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Leseprobe aus  22  Seiten
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