Crowdfunding als Möglichkeit zur Finanzierung von Start-ups


Hausarbeit, 2018

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Grundlagen des Crowdfunding
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung
2.2 Ausgestaltungsformen des Crowdfundings
2.2.1 Lending- based Crowdfunding:
2.2.2 Donations- Model
2.2.3 Reward- Model
2.2.4 Equity- based Crowdfunding
2.3 Methode und Ablauf

3 Start-ups
3.1 Definition und Begriffserklärung
3.2 Finanzierung während der Entwicklungsphasen eines Start-ups

4 Praxis: Die Bedeutung von Crowdfunding für Start-ups

5 Fazit und Ausblick

LITERRATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Finanzierung für den Aufbau der Freiheitsstatue gilt als weltweit erstes namenhafte Crowdfunding Projekt.1 Das erste dokumentierte Crowdfunding- Projekt fand im Jahr 1885 in den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Aufgrund der Finanzkrise stagnierten die Bemühungen, Kapital für den Sockel, sowie für den Aufbau der von Frankreich als Geschenk gefertigten Freiheitsstatue aufzubringen. Innerhalb von fünf Monaten konnten dank einer Zeitungskampagne und der kleinen Spenden von Hunderten Bewohnern der benötigte Betrag von 250.000 US- Dollar gesammelt und die Statue aufgebaut werden.2

Crowdfunding ist ein aus dem englischsprachigen Raum stammendes Wort, welches sich aus den Wörtern Crowd (Menge) und funding (Unterstützung) zusammensetzt. Wie der Name bereits suggeriert, bezeichnet Crowdfunding die Finanzierung bzw. Unterstützung (Funding) von verschiedensten Projekten. Durch eine Vielzahl an Einzelkapitalgebern, die sogenannte Crowd, werden Projektinitiatoren massengestützt finanziert.3. Crowdfunding wird daher auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Unternehmensgründungen, kreativen-, kulturellen- sowie sozialen Projekten, wird hiermit eine alternative Finanzierung ihres Vorhabens ermöglicht. Die Akquise der Geldgeber erfolgt über das Internet. Die internetbasierte Finanzierungsform, stammt aus den USA und ist über die Plattform kickstarter.com 2009 populär geworden.4 Allein über diese Plattform erreicht seit Beginn 2009 bis Ende 2016 ein Finanzierungsvolumen von 2,9 Milliarden US- Dollar. Auch in Deutschland hat das Crowdfunding deutlich an Bedeutung gewonnen. Seit 2011 bis Ende 2016 konnte über deutsche Plattformen insgesamt 36,1 Mio. Euro für 4977 Projekte generiert werden.5

Ziel dieser Hausarbeit ist es, Crowdfunding als Instrument der Finanzierung von Start- ups zu untersuchen und die Bedeutung des Crowdfundings für die Finanzierung von Start- ups auszuarbeiten.

Zum Einstieg in die Thematik werden zunächst die Grundlagen, sowie die verschiedenen Crowdfunding Modelle betrachtet. Darauf aufbauend wird die Bedeutung von Crowdfunding für Start-ups dargestellt und durch die Erkenntnisse erfolgt die Betrachtung von Crowdfunding als Instrument der Finanzierung von Start-ups. Zum Abschluss werden die Zukunftsaussichten für Crowdfunding in Deutschland aufgezeigt. Aufgrund des Zieles dieser Hausarbeit werden steuerliche Aspekte sowie rechtliche Rahmenbedingungen der geschlossenen Verträge sowohl für Investoren als auch Initiatoren weitestgehend ausgeschlossen. Zudem wird vorzugsweise aus Sicht des Kapitalnehmers betrachtet. Aus diesem Grund wird das Thema Schwächen und Risiken nur kurz angeschnitten, da diese im Vergleich zu den Stärken und Chancen aus Kapitalnehmer Sicht gering sind. Die Chancen für ein Start-up, ihr Vorhaben durch die Crowd zu finanzieren, überwiegen dessen Risiken.

2 Grundlagen des Crowdfunding

2.1 Definition und Begriffsabgrenzung

Der Ursprung des Crowdfunding liegt in den USA und leitet sich aus der Idee des Crowdsourcings ab. In einem Wired- Artikel mit dem Titel „The Rise of Crowdsourcing“ aus dem Jahre 2006, wurde der Begriff Crowdsourcing durch Jeff Howe geprägt.6 Howe definierte Crowdsourcing als „The new pool of cheap labor: everyday people using their spare cycles to create content, solve problems, even do corporate R & D.“7

2008 übertrug Kleemann et al. den Gedanken des Crowdsourcings auf Unternehmen. Gewinnorientierte Unternehmen lagern bestimmte Teilaufgaben zur Herstellung oder zum Verkauf eines Produktes an eine Gruppe externer Stakeholder aus. Demnach können Unternehmen das Wissen einer heterogenen, unternehmensexternen Menge für ihre Unternehmenszwecke nutzen. Sie profitieren folglich von einer geringeren Bearbeitungszeit und einer besseren Datenqualität bei geringeren Kosten. Durch diese kostenlose Unterstützung der Crowd kann das Unternehmen Kosten in Produktdesign, Werbung, Qualitätsüberwachung und technischen Aufgaben sparen. Das aufkommende World Wide Web wirkt hier zusätzlich als enormer Katalysator, um diese Prozesse effizienter, koordinierbarer und transparenter zu gestalten.8

Beim Crowdfunding wird die Crowd nicht als Quelle für Ressourcen, wie Ideen oder Wissen genutzt, sondern zur Finanzierung von Projekten, Ideen oder eines Unternehmens. Die Finanzierung wird nicht durch Banken oder klassische Investoren unterstützt, sondern durch die Vielzahl von Kapitalgeber. Hierfür wird durch die finanzierungssuchende Partei (Kapitalnehmer) ein Ausruf über eine Plattform, für die Bereitstellung finanzieller Mittel in Form einer Spende oder im Austausch für eine Art Belohnung oder Stimmrechten gestartet.9 Die Art der Belohnung und die Tatsache, ob kapital anonym zur Verfügung gestellt werden kann, hängt von den unterschiedlichen Ausgestaltungsmöglichkeiten des Crowdfundings ab.10

Eine Unterform des Crowdfundings ist das Crowdinvesting. Beim Crowdinvesting, wird der Kapitalbedarf eines Unternehmens durch viele kleine Beträge der Crowd aufgebracht. Der Unterschied zum Crowdfunding besteht darin, dass die Kapitalgeber im Gegenzug, in Form einer Unternehmensbeteiligung, am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden. Für Unternehmen mit zu deckendem Kapitalbedarf, entsteht damit ein weiterer Kanal der Kapitalbeschaffung.11 Vorwiegend fokussieren sich die Angebote auf Start-ups in frühen Phasen der Unternehmensentwicklung.12 13

2.2 Ausgestaltungsformen des Crowdfundings

Die Ausgestaltungsformen des Crowdfundings unterscheiden sich hinsichtlich der Verwendung der finanziellen Mittel und der Rückflüsse an die Kapitalgeber. Es lassen sich vier Finanzierungsmodelle unterscheiden, das Equity- based Modell, das Lending- based Model, das Donations- based Modell und das Reward- based Modell.14

2.2.1 Lending- based Crowdfunding

Das Lending- based Modell, wird auch Darlehens- Modell genannt. Wie auch bei den anderen Crowdfunding Modellen, agiert eine Onlineplattform als Intermediär zwischen Kreditnehmer und -geber.15 Das Lending- based Modell unterscheidet sich von den anderen Modellen in folgenden Punkten: Der Kapitalgeber investiert in ein Projekt mit dem Ziel, eine finanzielle Rendite dafür zu erhalten. Der Investor stellt dem Initiator des Crowdfundings Kapital zur Verfügung, welches dieser dem Investor verzinst zurückzahlen muss. Bei diesem Modell wird das Unternehmen oder das Projekt über Fremdkapital finanziert.16

2.2.2 Donations- Modell

Diese Form des Crowdfundings unterscheidet sich von der klassischen Spendensammlung durch die Generierung des Kapitals über eine spezielle Internetplattform. Auch hier finanzieren eine Vielzahl von zumeist kleinen Beträgen ein Projekt. Der Kapitalgeber, hat das Ziel eine Sache zu unterstützen, ohne damit eine Rendite oder eine Gegenleistung erzielen zu wollen. Seine Anerkennung erhält eben jener oft aus prestige- und imagefördernden Danksagungen.17 Aus diesem Grund eignet sich dieses Modell für karitative Projekte und erfordert grundsätzlich vorzugsweise eine emotionale Verbundenheit des Kapitalgebers.18

2.2.3 Reward- Modell

Das Reward- Modell kommt oft zur Finanzierung eines Projektes in der Kreativbranche zum Einsatz. Hier steht die Förderung des Projektes im Vordergrund. Der Nutzen resultiert in diesem Falle aus marketingtechnisch, wichtigen Nennungen in besonderen Danksagungen wie beispielsweise des Abspanns eines Filmes und entlohnt durch die Umsetzung des Projektes.19

2.2.4 Equity- based Crowdfunding

Das Equity- based Crowdfunding, welches als eigenkapitalbasierte Finanzierung übersetzt werden kann, bezeichnet die Vergabe von Unternehmensanteilen an die Crowd. Im Gegenzug zur Kapitalbereitstellung. Diese Form des Crowdfundings wird größtenteils zur Finanzierung von Start-up- Unternehmen genutzt20 und oft auch Crowdinvesting genannt.21 Die langfristige Beteiligung der Investoren am Unternehmenserfolg und dessen Rendite stehen im Vordergrund.22 Crowdinvesting nutzt die Finanzkraft einer großen Anzahl von Geldgebern, um vielversprechende Projekte mit Kapital zu finanzieren. Im Vergleich zu den weiteren Finanzierungsmodellen des Crowdfundings, werden durch das Crowdinvesting durchschnittlich die höchsten Beträge eingesammelt.23 In den folgenden Kapiteln der Arbeit, wird auf Grund der Relevanz für die Finanzierung von Start-ups, besonders auf dieses Modell des Crowdfundings eingegangen.

2.3 Methode und Ablauf

Crowdfunding ist eine junge Finanzierungsform, die durch den Bedarf an Frühfinanzierungskapital entstanden ist. Die Akquise der Geldgeber erfolgt über das Internet. Durch die Nutzung von Online-Medien und sozialen Netzwerken kann schnell große Aufmerksamkeit für ein Projekt erlangt werden.24 Dabei können auch spezielle Interessensgruppen für ein Projekt effektiv angesprochen werden. Geldgeber, die sich für ein Projekt begeistern, können ihrem persönlichen Netzwerk von dem Projekt berichten und dadurch weitere Geldgeber gewinnen. Innerhalb von sozialen Netzwerken werden so einzelne Projekte schnell verbreitet. Mit überschaubaren Mindestbeträgen (zwischen 5 und 1.000 Euro, je nach Plattform) können so schnell und einfach oft auch private Investoren jeder Bevölkerungsschicht in die Unternehmen investieren und werden mit standardisierten Verträgen beteiligt.25

Die Crowdfunding- Plattform kann als Intermediär einen standardisierten Ablauf der Crowdfunding- Transaktionen für den Investor und dem Initiator sicherstellen.

Gleichzeitig dient die Plattform zum Informationsaustausch, Kommunikationsweg und Abwicklungsportal für potenzielle Investoren. Durch die Plattformen wird eine Reduktion von Informationsasymmetrien und Transaktionskosten erzielt.26

Der idealtypische Ablauf eines Start-up- Crowdfundings beginnt mit der Auswahl einer geeigneten Crowdfunding- Plattform. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um die passende Zielgruppe zu erreichen. Crowdfunding- Plattformen spezialisieren sich oft auf ein spezifisches Modell des Crowdfunding, welches die Art des Investments und der Gegenleistung bestimmt. Sobald die passende Plattform ausgewählt ist, wird das Projekt beworben und grundsätzlich durch den Plattformbetreiber auf Plausibilität geprüft oder durch die Crowd bewertet. Für ein erfolgreiches Crowdfunding Projekt ist eine ausformulierte sowie durchdachte Idee und eine ausführliche Beschreibung des Projektes die Grundlage. Es muss für den potentiellen Investor ersichtlich werden, wie viel Kapital für welchen Zweck benötigt wird. Als Nächstes erfolgt die Auswahl durch die Crowdfunding- Plattform. Die Plattform nimmt auch beratende Form an und unterstützt das Start-up in der Projektoptimierung, um sich besser auf der Plattform zu platzieren. Sobald alle Formalia geklärt sind und ein Vertrag zwischen Plattform und Initiator gestaltet ist, präsentiert das Start-up sich und/oder das entsprechende Projekt der Crowd. Die Plattformbetreiber überprüfen das Geschäftsmodell und den Businessplan, woraus sie die Unternehmensbewertung ableiten. Nach der Überprüfung des Geschäftmodells stellt sich das Unternehmen auf der Crowdfunding- Plattform der breiten Öffentlichkeit vor. In einem kurzen, persönlichen Video, in dem die Gründer ihre Idee pitchen, durch Pressematerialien oder durch die Investment- Story. Während des Funding- Prozesses ist es elementar, eine Social- Media- Präsenz aufzubauen und sein Netzwerk zu nutzen und zu erweitern.27 Wird die Funding- Schwelle (Mindestsumme) nicht erreicht, erhalten die Anleger ihr Geld zurück. Anderenfalls findet eine erneute Sicherheitsüberprüfung seitens des Plattformbetreibers statt, bevor das Kapital dem Initiator ausgezahlt wird. Überprüft wird auch, ob sich an die vertragliche Abwicklung der Beteiligungsverträge mit den Anteilseignern gehalten wurde. Das Start-up verwendet das über die Crowd finanzierte Kapital für den vorgesehenen Zweck und informiert im Gegenzug die Investoren über den Geschäftsverlauf. Je nach Vertragsgestaltung kann der Gewinn dann an die Investoren ausgeschüttet werden.28

[...]


1 Vgl. https://bbc.com/news/magazine-21932675, Zugriff am: 30.06.2018.

2 Vgl. Sixt, E., Schwarmökonomie, 2014, S. 54.

3 Vgl. Piller, F. T., Hilgers, D., Technologietransfer, 2013, S. 94.

4 Vgl. Grummer, J-. M., Brorhilker, J., 2012, o. S.

5 Vgl. https://fuer-gruender.de/fileadmin/mediapool/Publikation/Crowdfinanzierung_2016-Fuer-Gruender.de-Dentons.pdf, Zugriff am: 05.07.2018.

6 Vgl. Howe, J., The Rise of Crowdsourcing, 2006, S. 1.

7 Howe, J., The Rise of Crowdsourcing, 2006, S. 1.

8 Vgl. Kleemann, F. et al., Crowdsourcing, 2008, S. 6.

9 Vgl. Belleflame, P., et al., Crowdfunding, 2010, S. 5.

10 Vgl. Moritz, A., Block, J., Crowdfunding und Crowdinvesting, 2013, S. 4.

11 Vgl. hierzu auch Kapitel 2.2.4.

12 Vgl. Piller, F. T., Hilgers, D., Technologietransfer, 2013, S. 98.

13 Vgl. hierzu auch Kapitel 3.1.

14 Vgl. Giudici, G. et al., Crowdfunding, 2012, S.8.

15 Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B. V., Crowdinvesting, 2012, S. 6.

16 Vgl. Schramm, D. M., Carstens, J., Startup- Crowdfunding, 2014, S. 7.

17 Vgl. Moritz, A., Block, J., Crowdfunding und Crowdinvesting, 2013, S. 5.

18 Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B. V., Crowdinvesting, 2012, S. 6.

19 Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B. V., Crowdinvesting, 2012, S. 5 f.

20 Vgl. Kortleben, H., Vollmar, B. V., Crowdinvesting, 2012, S. 6.

21 Vgl. Kapitel 2.1.

22 Vgl. Forster, M., Crowdfinancing, 2013, S. 19.

23 Vgl. Rossi, M., Crowdfunding, 2014, S. 8 ff.

24 Vgl. Begner, J., BaFin Journal, 2012, S. 11 f.

25 Vgl. Piller, F. T., Hilgers, D., Technologietransfer, 2013, S. 94.

26 Vgl. Moritz, A., Block, J., Crowdfunding und Crowdinvesting, 2013, S. 6.

27 Belleflamme, P. et al., Crowdfunding, 2014, in: Journal of Business Venturing, 2014, Nr. 5, S. 298 ff.

28 Schramm, D. M., Carstens, J., Startup- Crowdfunding, 2014, S. 20.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Crowdfunding als Möglichkeit zur Finanzierung von Start-ups
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V489326
ISBN (eBook)
9783668970694
ISBN (Buch)
9783668970700
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Crowdfunding, Start-up, Finanzierung
Arbeit zitieren
Bianca Glaeser (Autor), 2018, Crowdfunding als Möglichkeit zur Finanzierung von Start-ups, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489326

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