Kulturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern

Der Weg der Obstgehölze nach Norddeutschland und die Nutzung von Streuobstbeständen in Mecklenburg-Vorpommern


Hausarbeit, 2018
10 Seiten, Note: 1,3

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Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Streuobst

2. Weg der Obstgehölze nach Mecklenburg-Vorpommern

3.Streuobst in Mecklenburg-Vorpommern
3.1. Die heutige Bedeutung von Streuobst
3.2. Nutzung von Streuobstwiesen in Mecklenburg-Vorpommerns

4. Zusammenfassung

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Deckblatt: Äpfel von Straßenbegleitenden Bäumen, Katharinenviertel in Neubrandenburg (Jan-Eike Petersen 2018) [Diese Abbildung wurde von der Redaktion entfernt]

Abbildung 2 Großer Apfelbaum aus dem Jahre 1818 mit 329 Sorten im Pfarrgarten von Pastor Agriola zu Göllnitz. Bericht von Pfarrer Sickler aus der Zeitschrift Allgemeines Teutsches Garten-Magazin [Diese Abbildung wurde von der Redaktion entfernt]

Abbildung 3 Verteilung des Streuobstwiesenbestandes von M_V bezogen auf die Landesämter 1993-95 (Lung- MV) [Diese Abbildung wurde von der Redaktion entfernt]

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Obstbauliche Begriffe mit lateinischem Hintergrund (vgl.Balling 2009: Int.)

Tabelle 2 Beispiele für Gehölze in der "capitualre de villis" (vgl. Meurers-Balke et al. 2008: 50-51)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Streuobst

Als Streuobst bezeichnet man hochstämmige Obstgehölze, die in Gruppen oder Reihen gepflanzt wurden. Man unterscheidet hierbei je nach Standort und Pflanzung der Gehölze in unterschiedliche Kategorien (Märker 2005: 5):

- Obstalleen
- Säume entlang von Gräben und Feldrändern
- Obstgartengürtel um Ortschaften herum
- Solitärobst
- Auf ackerbaulich genutzter Fläche (Baumacker, Baumfeld)
- Auf Grünland (Streuobstwiese)

Streuobst zeichnet sich durch eine extensive Nutzung aus. So stehen im Fall der Wiesen 80 bis 120 Bäume pro Hektar. Auch ist ein typisches Merkmal, dass sie höchstens zweimal im Jahr gemäht werden (Nill & Ziegler 1998: 7-22). Da die Bestände zu unterschiedlichen Zeiten gepflanzt wurden, kommen auch unterschiedliche Altersstrukturen wie Höhlen, Totholz, Nistplätze und Stammhöhen zustande, was einer Vielzahl von Organismen eine Lebensgrundlage bietet, welche sie so in Zeiten moderner Land- und Obst- Wirtschaft nicht mehr vorfinden können. So sind laut des NABU (2017: Int.) Streuobstwiesen mit 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas, was man unteranderem mit der Kombination von Offenland und Bäumen erklären kann. Jedoch bietet Streuobst nicht nur ökologisches Potential. So sind die Bestände während der Blüte prägend für ganze Regionen und damit lebendes Kulturerbe unserer Kulturlandschaften (LUNG-MV 2009: 30).

Obwohl Streuobstbestände ein riesiges Potential bergen, gibt es keinen gesetzlichen Schutz für diese Lebensräume (LUNG-MV 2009: 30). Jedoch kann man anhand des Bundesnaturschutzgesetzes §2 Absatz 1 Grundsatz 13 von 2002 belegen, dass diese vom Menschen erschaffenen Sekundärbiotope schützenswert sind: „Historische Kulturlandschaften und – landschafsteile von besonders charakteristischer Eigenart sind zu erhalten. Dies gilt auch für die Umgebung geschützter oder schützenswerter Kultur-, Bau- und Bodendenkmäler, sofern dies für die Erhaltung der Eigenart oder Schönheit des Denkmals erforderlich ist.“ (vgl. Behrens & Vetter 2001: 1). Auch äußert sich Till Backhus, der amtierende Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern (2018: Int.) positiv über hiesige Streuobstbestände. Dort heißt es, dass „Streuobstwiesen (…) ein wichtiger Teil der [in Mecklenburg-Vorpommern] historisch gewachsenen Kulturlandschaft [sind]. Nur durch die Pflege und Nutzung von Menschen können sie erhalten werden. Sie sind gute Lehrmeister in Sachen Nachhaltigkeit: Was heute gepflanzt und kontinuierlich gepflegt wird, können unsere Kindere und deren Enkel ernten und genießen.“ Dies zeigt, dass das Thema in der Politik wahrgenommen wird. Auch wird den Wiesen ein gewisser Schutz zugesprochen.

2. Weg der Obstgehölze nach Mecklenburg-Vorpommern

Heutzutage gibt es eine Mannigfaltigkeit an Obstsorten auf dem Markt. Alles kann man im heimischen Supermarkt finden, von Birnen, Äpfeln, bis hin zu tropischen Zitronen oder Orangen. Doch bei genauerer Betrachtung haben viele der uns bekannten heimischen Arten einen langen Weg hinter sich (vgl. Hartmann & Fritz 2008: 7-17). Als sich vor ungefähr 10.000 Jahren das Eis der letzten Eiszeit zurückzog, zogen wilde Äpfel (Malus sylvestris, Malus sieversii) und wilde Birnen (Pyrus communis) in Mitteleuropa ein (Balling 2009: Int.). Hinzukamen später meist aus Asien stammende Obstgehölze. Dort waren die Perser die ersten, die anfingen Obstgehölze zu kultivieren. Später fand diese Methode ihren Weg über die Griechen nach Rom. Auch sammelten die Römer das Wissen um die generative Vermehrung (pfropfen) der häufig sterilen Sorten. Dieses Wissen „aus zweier Pflanzen Teile eine Pflanze mit gewünschten Eigenschaften zu machen“ (Klock 2015: 8-9), hatten schon die Sumerer 3000v.Chr. (BUND-Lemgo: Int.). So konnte man die Mineralstoffaufnahme über die Wurzeln auf den Boden abstimmen, während die erwünschte Fruchtform von einer anderen Sorte bestimmt wird. Im Laufe der römischen Eroberungen kamen diese Methode nach Deutschland, was sich unter anderem in der deutschen Sprache und diversen pomologischen Begriffen wiederspiegelt (siehe Tab. 1). Interessant ist hierbei, dass das deutsche Wort Apfel als einziges seinen Ursprung im altgermanischen als „apitz“ findet. Im Lateinischen bedeutet Apfel malum und unser heutiger Kulturapfel heißt malus domestica. Malus ist zudem lateinisch für Übel. So war der Apfel ein Übel für die im Paradies lebenden Adam und Eva (Heilmeyer &Wimmer 2002: 8-11). Der Gedanke an eine paradiesische Frucht wird in späteren Epochen vermehrt aufgegriffen.

Tabelle 1 Obstbauliche Begriffe mit lateinischem Hintergrund (vgl.Balling 2009: Int.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Deutschland angekommen, wurden die pomologischen Methoden Jahrhunderte lang durch die ersten Mönche kultiviert und gesammelt. Bis dato war Obstanbau ausschließlich eine Angelegenheit der weltlichen und kirchlichen Herrscher (Hartmann & Fritz 2008: 7-17). Unter den Klöstern und Höfen fand ein reger Austausch von Wissen und Sorten statt. Ein weiterer Austausch kam durch Pilgerfahrten und Kreuzzüge zustande. Ab dem Jahr 793 n.Chr. und der „capitulare de villis“ Karl des Großen fand ein Umdenken statt. Um auf die vorherrschende Hungersnot zu reagieren, veröffentlichte Karl der Große eine Liste für die Verwalter seiner Höfe. Auf ihr wurden unteranderem 89 Pflanzen vermerkt, die seine Untertanen in ihren Gärten zu pflanzen hatten. Neben Kräutern und Gemüse wurden auch die ersten Obstgehölze und Nussbäume genannt (siehe Tab. 2). Ein weiterer Grund zum Beschluss der „capitulare de villis“ ist auf die Art seiner Herrschaft zurückzuführen. Um seine Ländereien zu regieren, zog Karl der Große mitsamt seinem Gefolge umher. Um die Nahrung während der Reisen zu gewähren, sollten die in der Tab. 2 genannten Gehölze auch entlang von Wegen und Feldern gepflanzt werden. Unter anderem war der Erfolg seiner Maßnahmen Grund für die Obstkultivierung in ganz Deutschland. Damit verbunden ist auch der Einzug der Gehölze in Norddeutschland, einschließlich dem heutigen Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 820 n.Chr. (Hammerschmidt 2018 Int.).

Tabelle 2 Beispiele für Gehölze in der "capitualre de villis" (vgl. Meurers-Balke et al. 2008: 50-51)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Mit diesen Worten soll Martin Luther (1483-1546) einst das Obstgehölz gepriesen haben. „In den Bäumen soll er die göttliche Gnade im irdischen Leben gesehen haben“ (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt 2017: Int.). Der bereits oben genannte paradiesische Gedanke war nicht nur zu Luthers Zeiten prägend. Auch in Zeiten der Renaissance (15.-16.Jahrh.) ließen Könige Kirschen und Äpfel in ihre Anlagen pflanzen. Dabei wurden die bis ins 16. Jahrhundert lose auf Wiesen verteilten Hochstämme von Spalier und Zwergobst abgelöst (Wimmer et al. 2015: 180). So vereinten die „Himmelsfrüchte“ das Schöne mit dem Nützlichen. Hier stand der Gedanke an den biblischen Baum der Erkenntnis nichtmehr im Vordergrund, was aber ihrer Bedeutung nicht schmälerte (Heilmeyer & Wimmer 2001: 6-19, 2002: 8-11).

Im Laufe der Zeit explodierte die Anzahl an Sorten die gezüchtet wurden. So gibt es Aufzeichnungen von Johann Caspar Schiller (1723-1796), dem Vater des berühmten Dichters, der eine Baumschule mit über 100.000 Obstbäumen führte. Für heutige Verhältnisse eine unvorstellbare Zahl, jedoch war der Bedarf anscheinend vorhanden. Schiller war Vertreter der Meinung, dass man Obstgehölze an Straßen pflanzen sollte, um moderner zu wirken, die Lufthygiene zu verbessern und den Tourismus zu fördern (Balling 2009: Int.). Schließlich wurden bis zur Jahrhundertwende 18.-19. Jahrhundert um die 3000 Apfelsorten beschrieben. So gibt es zum Beispiel Aufzeichnungen aus der Zeitschrift „Allgemeines Teutsches Garten-Magazin“ von 1818 einen Apfelbaum an dem 329 Sorten gezogen wurden (vgl. Abb. 2). Auch stammen aus dieser Zeit die ältesten heute vorkommenden Streuobstbestände, die damals halfen, die Bevölkerung in der Nachkriegszeit zu ernähren. Die Intensivierung des Obstbaus nahm stark zu, bewusste Kreuzungen und Züchtungen wurden vorangetrieben, bis sich in den 60er Jahren die leistungsfähigsten Sorten herausbildeten. Bis dato hatte jeder Obstbauer um die 30 bis 50 Sorten auf seinem Hof, in der Hoffnung Missernten vorbeugen zu können. Mit dem Generalobstbauplan 1954 wurden jedoch ganze Obstbestände gerodet und neu bepflanzt, damit man mit den leistungsfähigeren Sorten effektiver die Bevölkerung ernähren konnte. Dies war der Rückgang der großen Sortenvielfalt in Deutschland, sodass das Angebot im heimischen Supermarkt auf wenige Sorten beschränkt wurde (LUNG-MV 2009: 30 & Hartmann & Fritz 2008: 7-17).

Abbildung 2 Großer Apfelbaum aus dem Jahre 1818 mit 329 Sorten im Pfarrgarten von Pastor Agriola zu Göllnitz. Bericht von Pfarrer Sickler aus der Zeitschrift Allgemeines Teutsches Garten-Magazin

3.Streuobst in Mecklenburg-Vorpommern

Streuobstbestände, insbesondere Streuobstwiesen, bereichern die Ökologie und Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Sie sind prägend für das Landschaftsbild und kulturelles Erbe der Region. Bei der Bestandsaufnahme von Streuobstwiesen 1993-1995 konnte man sehen (s. Abb.3), dass die Konzentration von Streuobstwiesen in den Amtsbezirken um Demmin, Neubrandenburg und Mecklenburg-Strelitz am höchsten ist. Südlich von Rostock jedoch ist ein Gebiet, in dem sehr wenige Wiesen liegen. In den Bezirken westlich von Rostock und an der Grenze zu Schleswig-Holstein nimmt die Konzentration wieder zu. Des Weiteren ist es typisch für den Ostseeraum, dass die Bäume auf alten Pfarr- und Gutsgärten stehen. Auch sind Obstbaumalleen prägend für das Landschaftsbild Mecklenburg-Vorpommerns, jedoch werden diese und Solitärobstbestände nicht auf der Karte Abb. 3 verzeichnet (Wimmer 2003: 7-10). In diesen Beständen kann man unteranderem historische DDR-Sorten wie zum Beispiel Carola, Alkmene und Clivia. Jedoch sind viele dieser Regional- und Lokalsorten schwierig zu bestimmen. Laut des Streuobstnetzwerkes-M-V sind historische Sorten solche, die vor ca. 100 Jahren gezüchtet und in den Handel überführt wurden. Seit 2009 setzt sich dieses Netzwerk in Zusammenarbeit mit der Lemgoer-BUND-Ortsgruppe für Streuobst in Mecklenburg-Vorpommern ein. Auf ihrer Internetseite haben sie laut eigener Aussage mehr als 75.000 Einzeldaten zu Obstsorten aufgearbeitet.

Abbildung 3 Verteilung des Streuobstwiesenbestandes von M_V bezogen auf die Landesämter 1993-95 (Lung-MV: 33)

3.1. Die heutige Bedeutung von Streuobst

Heutzutage ist es wichtig, Streuobstbestände zu schützen und zu pflegen. Sie sind kultur-historisch bedeutend und werten das Landschaftsbild auf. Hinzu kommt, dass sie zwei weitere Benefits bergen; ein ökologisches und ein ökonomisches:

- Ökologischer Benefit:

Wie in Punkt 1 genannt, sind Streuobstwiesen eines der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Durch den Rückgang der extensiv genutzten Feldflächen verlieren viele Organismen, die auf urtümlichere Feldnutzung angewiesen sind ihre Lebensgrundlage. Intensive Landwirtschaft, Pestizide und wachsende Städte bedrohen natürliche Strukturen. Dies hat einen Verlust der Biodiversität zu Folge.Sekundärbiotope wie Streuobstwiesen oder Baumäcker schaffen hier einen Kompromiss zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

- Ökonomischer Benefit:

Durch das Verschwinden historischer Sorten wird der Genpool immer kleiner. Jedoch gehen dabei Merkmale, wie z.B. Pilzresistenzen verloren. Auch könnten Angesichts des Klimawandels spezielle Standortanpassungen nützlich werden . So könnten diese Merkmale per Gentechnik kultiviert werden und zukünftig Pestizide oder Bewässerungssystem obsolet werden lassen, was für den Obstbauern finanzielle Erleichterungen bedeutetet. Damit sind Streuobstwiesen wichtige Gendatenbanken.

Ein weiteres Problem für Streuobstbestände stellt der fehlende und unsachgemäße Schnitt, was eine Vergreisung der Bestände zur Folge hat. So kann es in den nächsten 20-30 Jahren, bei fehlender Neupflanzung oder Pflege, zum Sterben der Bestände kommen. Der beste Weg zum Erhalt der Gehölze bietet ihre ursprüngliche Nutzung, auf die im nachfolgendem Teil eingegangen wird.

3.2. Nutzung von Streuobstwiesen in Mecklenburg-Vorpommerns

„Die betriebswirtschaftlich rentable Bewirtschaftung kann natürlich nicht über die direkte Vermarktung des Obstes geschehen, da das Obst aus dem extensiven Obstanbaus nicht den heutigen Qualitätsstandards im Handel und erst recht nicht dem allgemeinen ästhetischen Empfinden des Verbrauchers entspricht. Das Obst aus dem Streuobstanbau hat nur geringe Chancen, gegenüber den makellosen Früchten aus dem Intensivobstbau zu bestehen. Es muss folglich erst veredelt werden, um auf dem Markt eine Chance zu haben. Darin besteht die einzige Chance, das Streuobst gewinnbringend zu vermarkten (Märker 2005: 50).“ Die hier von Herrn Märker erwähnten Veredelungen finden meist in Mostereien oder kleineren Brennereien vor Ort statt. So gib es 18 stationäre Mostereien, die Partner des Streuobstnetzwerkes-M-V sind (stand Juli 2018). Aber auch einige Brennereien werben mit dem Geschmack der historischen Obstsorten. Neben den stationären Mostereien gibt es auch mobile, die man über das Netzwerk mieten kann. In diesen können Menschen ihren Saft vor Ort pressen, zum Beispiel bei Dorffesten, in Kirchgemeinden oder in Schulgärten. Dies ist eine öffentlichkeitswirksame Aktion, die zum Informieren genutzt werden kann und zum Nachdenken anregt.

4. Zusammenfassung

Obstgehölze haben eine lange Tradition in Norddeutschland und damit auch in Mecklenburg-Vorpommern. So findet man dort, meist in Zusammenhang mit alten Pfarr- und Gutsgärten, Streuobstbestände. Dies ist typisch für den Ostseeraum (Wimmer 2003: 7-10). Konzentrationsstellen befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern in den Amtsbezirken um Demmin, Neubrandenburg und Mecklenburg-Strelitz (s. Abb. 3). Streuobstwiesen bereichern ihre Region durch ihre hohe Biodiversität. So sind sie mit 5000 Tier-, Pflanzen-, und Pilzarten einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas (NABU 2007: Int.). Während ihrer Blüte bieten sie nicht nur ökologische Aspekte. Sie sind auch prägend für ganze Landschaften in Deutschland. Sie sind ästhetisch ansprechend und bieten einen kulturhistorischen Hintergrund. Auch für die Zukunft ist es wichtig Streuobstbestände zu erhalten. Sie sind lebende Gendatenbanken, auf die man in schlechten Zeiten zurückgreifen kann und Angesichts der schwindenden Biodiversität wichtige Ballungspunkte. Wer an Streuobstwiesen denkt sollte sofort folgende Stichpunkte und Facetten vor Augen haben:“ landschaftsbereichernd, ökologische Lebensraumfunktion, genetische Ressource, Anpassungspotential im Klimawandel, obstbauliche Tradition, kulturelle Identität, wirtschaftlicher Nutzen, extensive Bewirtschaftung, Regionalvermarktung (LUNG-MV 2009: 29).“

Quellenverzeichnis

Allgemeines Teutsches Gartenmagazin von Justin Bertuch (1818): Großer Apfelbaum von Agriola zu Göllnitz. URL: http://gartentexte-digital.ub.tu-berlin.de/viewer.php?publication=atgm&volume=1818 [Stand 14.07.2018]

Backhus, T. (2016-2018): Streuobstgenussschein. URL: http://www.streuobstgenussschein.de/index.php/startseite.html [Stand 14.07.2018]

Balling, E. (2009): Die Kulturgeschichte des Obstbaus. URL: http://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/iab/dateien/kulturgeschichte_obstbau_extern.pdf

Behrens, H. & Vetter, L. (Hrsg.) (2001): Kulturlandschaftselemente – erfassen, bewerten, darstellen. In: Dokumentation des ersten Neubrandenburger Symposiums vom 07.März 2001: S.1.

BUND-Lemgo: Veredeln von Obstbäumen. URL: http://www.bund-lemgo.de/Veredeln_von_Obstbaeumen.html [Stand 14.07.2018]

Hammerschmidt, K.: Geschichte der Obstbaukultur. https://www.alte-obstsorten.de/geschichte-der-obstbaukultur.html [Stand 14.07.2018]

Hartmann, W. & Fritz, E. (2008): Farbatlas Alte Obstsorten dritte Auflage. Ulmer-Verlag, Stuttgart/ Hohenheim: S. 7-17.

Heilmeyer, M. (Hrsg.), Wimmer, C. A. (2002): Äpfel fürs Volk. Vacat, Potsdam: S. 8-11.

Heilmeyer, M., Wimmer C.A. (2001): Kirschen für den König. Vacat, Potsdam: S. 6-19.

Klock, P. (2015): Veredeln: Obstgehölze und Zierpflanzen. BLV Buchverlag, München: S. 8-9.

Lung-MV, Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie: Streuobst – Situation und Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern von Abdank, A., Brandt, R., Friedrich, H., Meyer, J., Müller, D. URL: https://www.lung.mv-regierung.de/dateien/streuobst_artikel.pdf [Stand 14.07.2018]

Märker, F. (2005): Erhalt und Förderung von Streuobstbeständen durch wirtschaftiche Nutzung des Obstes in einer kleinen Brennerei / vorgelegt von Frank Märker. Fachhochschule Neubrandenburg: S. 5 & S.50.

Meurers-Balke, J. (Hrsg.), Strank, K. J. (2008): Obst, Gemüse und Kräuter Karls des Grossen. Zabern, Mainz: S.50/51.

NABU (2017): Förderprogramme im Streuobstbau. URL: https://www.nabu.de/infomaterial/foerderprogramme-streuobstbau.pdf [Stand: 14.07.2018]

Nill, D. & Ziegler, B. (1998): Naturerlebnis Streuobstwiese. Digitalskalar, Mössingen: S. 7-22.

Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt (2017): Der Reformator liebte Bäume. URL: https://www.luther2017.de/martin-luther/geschichte-geschichten/luther-und-das-apfelbaeumchen/ [Stand 14.07.2018]

Streuobstnetzwerk-M-V: Historische Sorten. URL: http://www.streuobstnetzwerk-mv.de/wissen/historische-sorten.html & Mostereien. URL: http://www.streuobstnetzwerk-mv.de/schmecken/mostereien.html [Stand 14.07.2018]

Wimmer, C. A. (2003): Geschichte und Verwendung alter Obstsorten. DGGL, Berlin: S. 7-10.

Wimmer, C. A. (2015): Geschichte der Gartenkultur. L & H Verlag, Berlin: S. 180.

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Kulturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern
Untertitel
Der Weg der Obstgehölze nach Norddeutschland und die Nutzung von Streuobstbeständen in Mecklenburg-Vorpommern
Hochschule
Hochschule Neubrandenburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V489338
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Streuobst
Arbeit zitieren
Jan-Eike Petersen (Autor), 2018, Kulturlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489338

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