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Deutung des "il faut cultiver notre jardin" in Voltaires "Candide"

Title: Deutung des "il faut cultiver notre jardin" in Voltaires "Candide"

Term Paper , 2019 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sophia Guckenberger (Author)

Literature - Romance Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit beleuchtet auf den Schlusssatz "il faut cultiver notre jardin" in Voltaires Werk "Candide ou l’optimisme". Über einen Klassiker der Weltliteratur wie Voltaires "Candide ou l’optimisme" gibt es sowohl aus ethisch-moralischer, religionswissenschaftlicher, politischer und dichterischer Sicht unzählige Interpretationen. In fast jedem Satz, manchmal sogar wortweise, findet man viel versteckte Ironie, womit Voltaire seinen Skeptizismus als Form der Geistigkeit mit Laune, funkelndem Witz und Spott zur Geltung bringt. Und das zu einer Zeit, in der das menschliche Denken von Autoritäten und Vorurteilen bevormundet und Kritik an Staatsmacht und Kirche schwer verurteilt wurde. Voltaire scheint seine Bestimmung darin gefunden zu haben, den Geist aus jedweder Abhängigkeit zu befreien. Es galt, kritische Vernunft gegen Dogma und Aberglauben, Experiment und Erfahrung gegen Autorität, Gerechtigkeit und Toleranz gegen Fanatismus auszutauschen.

Mit seinem bedeutendsten Werk "Candide ou l’optimisme" hat er maßgeblich zur französischen Aufklärung beigetragen.
Gleichwohl es sich hier um ein Conte handelt, der die Weltbevölkerung dazu veranlasst, ihre religiösen sowie philosophischen Ansichten zu überdenken, ist es nicht zuletzt das Individuum, das angesprochen wird. Bis zum letzten Satz des Buchs wird sich um den Sinn allen Übels in der Welt der Kopf zerbrochen, nur um dann zum Schluss zu kommen, dass "wir unseren Garten bestellen sollen". Wie ist diese Aussage zu interpretieren? Sie veranlasst viele Denker zu verschiedenen Deutungen über den konkreten Sinn hinter dem Schlusswort, worauf ich mich in dieser Hausarbeit beziehen möchte. Sie gliedert sich dementsprechend folgendermaßen: Zunächst möchte ich mich auf den Primärtext konzentrieren und die Stellen hervorheben, auf denen der Schlusssatz "il faut cultiver notre jardin" aufbaut, um eine allgemeine Übersicht zu gewinnen. Anschließend werde ich die gegensätzlichen Positionen von Ulrich Schulz-Buschhaus, Philip Stewart, Friedrich Nietzsche/Gustave Flaubert und Sigmund Freud vergleichend aufführen und die gewonnenen Erkenntnisse abschließend in einem Fazit zusammenfassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1 Inhaltlicher Überblick

2 Unterschiedliche Deutungen

2.1 Resignation und Vereinzelung (Schulz-Buschhaus)

2.2 Unzugänglichkeit für Vernunft (Stewart)

2.3 Konzentration und Zielstrebigkeit (Nietzsche/Flaubert)

2.4 Ablenkung der Triebe als Quelle der Zivilisation (Freud)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen philosophischen und literaturwissenschaftlichen Interpretationen des berühmten Schlusssatzes „il faut cultiver notre jardin“ aus Voltaires „Candide“. Ziel ist es, die unterschiedlichen Deutungsansätze, die von Resignation bis hin zu konstruktiver Lebensgestaltung reichen, systematisch gegenüberzustellen und ihre Bedeutung für das Individuum zu analysieren.

  • Analyse der philosophischen Hintergründe des 18. Jahrhunderts.
  • Untersuchung der verschiedenen Deutungen durch renommierte Denker wie Schulz-Buschhaus, Stewart, Nietzsche, Flaubert und Freud.
  • Gegenüberstellung von Pessimismus und Optimismus im Kontext der Aufklärung.
  • Erforschung der Bedeutung von Arbeit und privatem Rückzug für die Sinnfindung.
  • Kritische Betrachtung des Vernunftbegriffs im Werk.

Auszug aus dem Buch

Ablenkung der Triebe als Quelle der Zivilisation (Freud)

Sigmund Freuds Auffassung in Candides Rückzug ist eher begründet in der Annahme, dass er, indem er sich ins individuelle Leben stürzt, gleichzeitig einen beginnenden Prozess der friedlichen und effektiven Zivilisation in Gang setzt. In seinem Werk „Das Unbehagen in der Kultur“ geht er der ethisch-moralischen Frage der Ablenkung der Naturtriebe nach, um herauszufinden, welche Verhaltensweisen zum autarken Glück führen. Der Psychoanalytiker erkennt gerade in dem Widerrufen des natürlichen Verlangens, die zwar zu kurzzeitiger Befriedigung, jedoch langfristig indes zur Zerstörung führen, die Quelle eines jeden Prozesses der Zivilisation. Auch er ist der Auffassung, dass das Grübeln über das Leben den Schmerz, den es mit sich bringt, nur noch mehr vertieft.

Das Leben, wie es uns auferlegt ist, ist zu schwer für uns, es bringt viele Schmerzen, Enttäuschungen, unlösbare Aufgaben. Um es zu ertragen, können wir Linderungsmittel nicht entbehren. Solcher Mittel gibt es vielleicht dreierlei: mächtige Ablenkungen, die uns unser Elend geringschätzen lassen. Ersatzbefriedigungen, die es verringern, Rauschstoffe, die uns für dasselbe unempfindlich machen. Irgendetwas dieser Art ist unerlässlich. Auf die Ablenkung zielt Voltaire, wenn er seinen Candide in den Rat ausklingen lässt, seinen Garten zu bearbeiten; solch eine Ablenkung ist auch die wissenschaftliche Tätigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Voltaires „Candide“ als Werk der Aufklärung ein und erläutert die Ambivalenz des Schlusssatzes, die den Ausgangspunkt für die interpretatorische Untersuchung bildet.

Hauptteil: Der Hauptteil bietet zunächst eine inhaltliche Zusammenfassung der Romanhandlung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der unterschiedlichen wissenschaftlichen Deutungen des „Gartens“ als Symbol für Resignation, Unzugänglichkeit der Vernunft, zielgerichtete Arbeit oder als zivilisatorische Ablenkung.

Schlüsselwörter

Candide, Voltaire, Aufklärung, Gartenmetapher, Philosophie, Resignation, Zivilisation, Sigmund Freud, Friedrich Nietzsche, Gustave Flaubert, Optimismus, Pessimismus, Sinnsuche, Literaturwissenschaft, Vernunftbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Deutung des Schlusssatzes „il faut cultiver notre jardin“ aus Voltaires Erzählung „Candide“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die philosophische Auseinandersetzung mit dem Sinn des Leidens, die Bedeutung von Arbeit als Lebensbewältigung sowie das Spannungsfeld zwischen Optimismus und Pessimismus im 18. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Interpretationen des Schlusssatzes durch verschiedene Denker vergleichend darzustellen, um die tieferliegende Bedeutung des Rückzugs ins Private zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Rezeptionszeugnisse und fachwissenschaftliche Positionen zueinander in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung der Romanhandlung und eine strukturierte Diskussion der Deutungen von Schulz-Buschhaus, Stewart, Nietzsche/Flaubert und Freud.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Candide, Gartenmetapher, Aufklärung, Sinnsuche und Zivilisationsprozess charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Deutung von Schulz-Buschhaus von der von Nietzsche und Flaubert?

Schulz-Buschhaus interpretiert den Rückzug als Ausdruck von Resignation und Vereinzelung, während Nietzsche und Flaubert den „Garten“ als Ort der Disziplin, Konzentration und Zielstrebigkeit positiv deuten.

Was versteht Freud unter dem „Garten“?

Freud interpretiert die Gartenarbeit als notwendige Form der „Ablenkung“ vom unerträglichen Weltschmerz, die als Voraussetzung für ein geordnetes, zivilisiertes Leben dient.

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Details

Title
Deutung des "il faut cultiver notre jardin" in Voltaires "Candide"
College
Free University of Berlin  (Romanische Philologie)
Course
Literatur der französischen Aufklärung
Grade
2,0
Author
Sophia Guckenberger (Author)
Publication Year
2019
Pages
11
Catalog Number
V489393
ISBN (eBook)
9783668979499
ISBN (Book)
9783668979505
Language
German
Tags
Candide französische Aufklärung Jardin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophia Guckenberger (Author), 2019, Deutung des "il faut cultiver notre jardin" in Voltaires "Candide", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489393
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