Kennenlernen, Verstehen und Anwenden von Regelvariationen bei bekannten Spielen im Sport in einer Grundschule


Praktikumsbericht / -arbeit, 2018
31 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Voraussetzungs- und Bedingungsanalyse
1.1 Positionierung des Unterrichtsversuchs
1.2 Lernvoraussetzungen der Schüler
1.2.1 Lernstand
1.2.2 Lernverhalten
1.2.3 Interessen, Motivation
1.2.4 Zusammensetzung der Schülerschaft, Sozialverhalten und soziale Situation in der Schulklasse
1.2.5 Lernumgebung
1.3 Voraussetzungen des Praktikanten

2 Richtziele und Intentionen
2.1 Fachgebundene Richtziele
2.2 Fachübergreifende Intentionen
2.3 Ziele und Teillernziele für den Unterrichtsversuch

3 Inhaltliche und thematische Analysen und Entscheidungen
3.1 Sachanalyse
3.2 Begründung der Themenwahl

4 Methoden- und Medienentscheidungen

5 Differenzierung/Adaptiver Unterricht
5.1 Binnendifferenzierung
5.2 Spezifische Ziele und Aufgaben für einzelne Schüler

6. Geplanter Unterrichtsverlauf
6.1 Schematische Gleiderung des geplanten Stundenverlaufs
6.2 Geplante Erfassung der Lernzielerreichung

7 Analyse der durchgeführten Unterrichtssequenz
7.1 Beschreibung und Analyse der durchgeführten Unterrichtssequenz unter Berücksichtigung 16 ausgewählter Merkmale der Unterrichtsplanung (Bereich A)
7.2 Beschreibung und Analyse der ausgewählten Merkmale unterrichtlicher Handlungsfähigkeit (Bereich B)

8. Selbstreflexion

Literaturverzeichnis

Anhang 1

Anhang 2

Anhang 3
Anhang 3.1

1. Voraussetzungs- und Bedingungsanalyse

1.1 Positionierung des Unterrichtsversuchs

In der Grundschule M.gibt es 97 Schülerinnen und Schüler in sechs verschiedenen Klassen. Dabei ist die erste und dritte Klasse zwei- und die Anderen einzügig.

Mein Unterrichtsversuch soll in der zweiten Klasse der Hannoverschen Grundschule stattfinden.

In dieser Klasse sind 20 Schülerinnen und Schüler, wobei zwölf weiblich und acht männlich sind. Der Unterrichtsversuch findet kurz nach den Sommerferien statt, weshalb die Zweitklässler erst wieder an die Schul- und Sportsituation gewöhnt werden müssen. Das Thema der Unterrichtsstunde ist das Kennenlernen und Verstehen von Regelvariationen bei bekannten Spielen. Diese ist die vierte und vorletzte Stunde zur Unterrichtseinheit der Inhalts- und Regelwiederholungen der ersten Klasse.

Die Regeln für den Sportunterricht müssen nochmal verdeutlicht werden und auch von anderen Fächern klar differenziert werden. Der Unterrichtsversuch kann dem Erfahrungs- und Lernfeld Spielen aus dem Kerncurriculum zugeordnet werden. Dabei werden Spielregeln festgelegt, die von allen SuS eingehalten werden müssen. Es werden langsam neue Regeln und Variationen bei bekannten Spielen eingeführt (Feuer, Wasser, Blitz, Sturm).

Miteinander fair spielen und Ehrlichkeit sollen gefordert und gefördert werden (Ticken, Schwänzchen ziehen, Treffer eines Balls).

Im Erfahrungs - und Lernfeld gymnastische, rhythmische und tänzerische Bewegungsgestaltung soll die Gesamtkörperkoordination am Beispiel des Seilspringens weitergeführt werden, denn dort haben einige SuS noch Probleme. Die grundlegende koordinativen Fähigkeiten sollen durch den Hopserlauf weiter trainiert werden.

1.2 Lernvoraussetzungen der Schüler

Eigene Beobachtungen:

Bei allen SuS entsteht beim Eintritt in die Turnhalle Bewegungsdrang und Bewegungsfreude. Es gibt niemanden, der einfach rumsteht. Die SuS teilen sich sehr oft nach Geschlecht auf, also Jungs wählen Jungs und Mädchen nehmen Mädchen. Dies bezieht sich sowohl auf das Wählen eines Partners, einer Gruppe als auch auf Meldeketten im Unterricht. Größere Streitigkeiten sind im Unterricht nicht zu beobachten und die Klassengemeinschaft scheint ingsesamt stabil. Jedoch sind kleinere Konflikte sehr häufig zu finden und finden sich innerhalb und außerhalb der Unterrichtszeit.

Laut Klassenlehrerin gab es einige Schwierigkeiten, weshalb sogar eine Klassenfahrt durchgeführt werden soll, um zukünftige soziale Probleme innerhalb der Klasse zu vermeiden.

Die individuelle Einschätzung erfolgt nach eigenen Beobachtungen mit Absprache der Klassenlehrerin und Sportlehrerin.

-M.: bewegungsfreudig, Motorik und Sozialkompetenz weit entwickelt, sehr aktiv im Klassen- und Pausengespräch

-No.: außerhalb des Sportunterrichts sehr auffällig, da er sehr hektisch ist und kaum still sein kann, während des Sports gleicht sich das etwas aus -> mögliche kurzzeitge Auslastung

-Lu.: sehr selbstbewusst

-Le.: älter als die anderen, dies fällt jedoch kaum auf, ist sportlich und von der sozialkompetenz durchschnittlich. ADHS fällt vor allem in Bewegungspausen und Besprechungen auf. Beispiel: meldet sich manchmal ohne die Antwort zu kennen.

-Mi.: ruhig und träumerisch

1.2.1 Lernstand

Den SuS sind die Regeln einiger grundlegenden Fang- und Ballspiele bekannt. Während im Lernfeld Spiele die motorischen Unterschiede, außer bei der Laufgeschwindigkeit, relativ klein sind, gibt es bei der gymnastisch-rythmische und tänzerische Bewegungsgestaltung große Unterschiede zwischen den SuS.

Der Sportunterricht findet zweimal die Woche für 45 Minuten statt, dazu gibt es eine Sportförderung für SuS mit Bedarf.

Treffpunkt ist ein Sitzkreis in der Mitte der Turnhalle, zusammen mit der Begrüßung und dem anfängliche Freispielen wird ein ritualisierter Ablauf gebildet, den alle Kinder bereits kennengelernt haben.

Das Verhalten in der Umkleide ist teilweise noch problematisch und muss kontrolliert werden, damit die Streitigkeiten nicht ohne Aufsicht statt finden. Dabei kann es sogar zu Aggressionen kommen, die sich vor allem bei den Jungs äußern. Die Mädchen sind bei vielen Spielen eher zurückhaltend und sehr passiv, obwohl einige genauso leistungsstark sind wie die Jungs. Insgesamt wissen alle wie man sich in der Turnhalle zu verhalten hat und können neue Spiele oft schnell adaptieren. Der Großteil der bekannten Spiele setzt sich jedoch aus Fangspielen mit verschiedenen Variationen und Regeln zusammen und einigen leichteren Ballspielen.

1.2.2 Lernverhalten

Die SuS ziehen sich schnell ihre Sportsachen an, was die mögliche Lernzeit im Unterricht erhöht. Die SuS wollen sich bewegen und Spiele spielen, sie fordern von sich aus innerhalb der Klasse immer wieder Ruhe und Aufmerksamkeit.

Die Spielregeln werden unterschiedlich schnell erlernt, manche SuS scheinen nur „Trittbrettfahrer“ zu sein, dies bedeutet sie gucken bei Spielen wie Feuer, Wasser, Sturm was die Gruppe macht und machen diese Aktion erst nach, anstatt selber zu überlegen welche Bewegung gefordert wird. Die leistungsstarken SuS bestimmen oft großen Teil des Unterrichts und haben bei vielen Spielen den größten Spielanteil. Doch dieses Problem und die geschlechterspezifische Unterschiede sind manchmal nur schwer auszugleichen.

Beispiel: Jungs dürfen nur mit schwachem Arm werfen. So werden die Mädchen zwar besser in das Spiel genommen, jedoch scheint diese Maßnahme pädagogisch eher unwertvoll.

In Spielen wo jeder gegen jeden spielt (Zombieball), spielen oft immer dieselben drei bis fünf SuS mit, während die restlichen SuS eher beobachten und sich auf das „nicht getroffen werden“ konzentrieren, statt selber mal mit dem Ball zu werfen.

Wirkliche Konzentrationsphasen im Sportunterricht einzuführen ist durch den starken Bewegungsdrang schwierig. Es dauert sehr lange bis die SuS zur Ruhe kommen und sich wirklich auf Inhaltliches konzentrieren. Diese Probleme sind in dieser Altersklasse jedoch die Normalität und müssen in den weiteren Klassenstufen behoben werden. Durch einen Sitzkreis und genügend Geduld, kann jedoch auch Theoretisches im Sport Anwendung finden und so auch einen Platz im Unterricht bekommen.

1.2.3 Interessen, Motivation

Sport scheint ein großes Interesse bei den SuS zu sein, alle bewegen sich sofort mit verschiedenen Material. Bei den Jungs ist es oft Fußball oder andere Ballsportarten, bei den Mädchen eher gymnastische Dinge, wie Seil springen. Viele SuS nehmen sportliche Freizeitangebote wie Fußball und Tischtennis in Anspruch. Die große Motivation zeigt sich auch bei fast allen Spielen und Übungen. Dabei wollen die Kinder den Anteil der Bewegung im Unterricht möglichst groß halten.

1.2.4 Zusammensetzung der Schülerschaft, Sozialverhalten und soziale Situation in der Schulklasse

Die Klasse besteht aus zwölf Mädchen und acht Jungs, sowie 17 deutschen und drei nichtdeutschen Kindern. Obwohl die Schule keine religiöse ist, werden die Konfessionen der Kinder aufgenommen. Dabei sind zwei evangelische, sechs katholische, 5 islamische und sieben Kinder ohne Religion oder ohne Angabe.

Im Unterricht gibt es zwischen den Schülern keine sozialen Probleme, lediglich N. kommt etwas schlechter mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern zurecht. Er ist aber weder isoliert, noch wird er stark ausgegrenzt.

Die Schülerin Z. ist sehr bestimmerisch und sagt was einige andere Mädchen machen müssen. Trotzdem ist das Sozialklima insgesamt angenehm und sorgt für keine Störungen. In den Pausenzeiten teilt sich die Klasse oft in unterschiedlich großen Gruppen auf. Viele Jungs spielen Fußball mit älteren Mitschülern. Der Schüler N. zieht sich oft in einer eigenen Umkleide um, da es Streitigkeiten zwischen ihm und anderen Jungs gab. Dazu steigert es seine Umziehgeschwindigkeit enorm und N. ist oft der Erste in der Turnhalle.

1.2.5 Lernumgebung

Der Sportunterricht findet in einer Turnhalle statt. Die Halle ist ausreichend groß für Grundschüler dieser Klassengröße. Es stehen sehr viele Materialien zu Verfügung, jedoch einige nicht in ausreichender Zahl (große Bälle). Das Besondere am Sportunterricht in der Turnhalle ist die Lautstärke. Der Unterricht wird schnell laut und chaotisch, deshalb ist Konzentration und Ruhe bei den Kindern sehr wichtig.

Zudem ist die Verletzungsgefahr beim Sport größer als in anderen Fächern, jedoch sollte diese durch bestimmte Regeln so klein gehalten werden wie möglich. Ein unbeaufsichtigter Zutritt auf Geräte oder in den Geräteraum ist verboten und das sportliche Miteinander und Fair-Play soll möglichst früh trainiert werden. Dazu ist ein Erste Hilfe Kasten immer in der Nähe.

1.3 Voraussetzungen des Praktikanten

Ich trainiere seit Jahren eine Fußballmannschaft im Jugendbereich. Vor dem Studium habe ich einen Freiwilligendienst mit viel eigenem Unterricht (vorwiegend Sport) an einer Oberschule durchgeführt. Dort konnte ich sehr viel pädagogische Erfahrung lernen. Jedoch sehe ich dort auch einen möglicher Lernbedarf, bei der Umstellung von SuS der Oberschule auf SuS der Grundschule. Mit Kindern diesen Alters habe ich durch ein Lauftreff, angeboten an einer Grundschule, ebenfalls etwas Erfahrung gesammelt. Während meines Studiums habe ich durch die Schulpraktischen Studien auch schon einige Vorbereitungen auf das Unterrichten bei Grundschulkindern erhalten. Dies betrifft vor allem die reale Praxis eines Lehrers und die Organisation und Vorbereitung hinter jeder Unterrichtsstunde. Im Sportunterricht fehlte mir diese Erfahrung bisher weitgehend. Einige Spiele konnte ich zwar schon mit älteren SuS oder meiner Fußballmannschaft testen, die Durchführbarkeit im Unterricht konnte ich jedoch nur theoretisch betrachten.

Sport insgesamt ist eine absolute Leidenschaft in der Freizeit wie im Beruf. Durch meine bisherigen praktischen Erfahrungen habe ich versucht mir einen aufmerksamen und strengeren Führungsstil anzueignen, um ein disziplinierteres Klima im Sport erreichen zu können. Dies möchte ich durch die Skala der Merkmalsgruppe Unterrichtsstil überprüfen.

2 Richtziele und Intentionen

2.1 Fachgebundene Richtziele

Die SuS sollen eine Spielidee erfassen, erklären und umsetzen. (Grundlage für die Teilhabe am Sport)1 (Nds. Kerncurriculum für die Grundschule Jahrgänge 1-4, 2006, S.12)

Die SuS sollen Spielregeln vereinbaren und einhalten. (Regeln als soziale Vereinbarungen) (Nds. Kerncurriculum für die Grundschule Jahrgänge 1-4, 2006, S.12)

Die SuS sollen miteinander und gegeneinander fair spielen (Konflikte bewältigen) (Nds. Kerncurriculum für die Grundschule Jahrgänge 1-4, 2006, S.12)

Die SuS sollen im langsamen und schnellen Hopserlauf unterschiedliche Raumwege zurücklegen (gundlegende koordinative Fähigkeiten) (Nds. Kerncurriculum für die Grundschule Jahrgänge 1-4, 2006, S.15).

Die SuS sollen einfache Formen des Seilspringens vorführen (Gesamtkörperkoordination) (Nds. Kerncurriculum für die Grundschule Jahrgänge 1-4, 2006, S.15).

2.2 Fachübergreifende Intentionen

Bewegungen im Sportunterricht fördert eine gesunde körperliche Entwicklung (S.7). Sportliche Betätigung als Form der Auseinandersetzung mit der materialen und sozialen Welt, aus der sich Anreize für weitere kognitive und soziale Entwicklung ergeben (S.7).

Spiel und Sport als Möglichkeit Werte und Normen handelnd zu erfahren (S.7). Sportunterricht fördert den Abbau von motorischen und soziale Berührungsängsten. Die Sozialkompetenz der SuS durch Sportunterricht fordern und fördern. Gewinnen und Verlieren als gemeinsames Team oder als gemeinsame Klasse sind wichtige Voraussetzungen für das spätere Leben und können im Sportunterricht erfahren werden. (S.19)

Sportunterricht soll die Klassengemeinschaft stärken, indem Schülerinnen und Schüler gemeinsam arbeiten (S.19).

2.3 Ziele und Teillernziele für den Unterrichtsversuch

Ziele:

Die SuS beschäftigen sich sportlich selbstständig mit und ohne Material.

Die SuS lernen neue Spielvariationen kennen und verbinden neue Regeländerungen mit bekannten Spielen.

Die SuS können beide Spiele erklären und ihre vollständigen Regeln wiedergeben und spielen.

Die SuS festigen und erweitern ihre koordinativen Fähigkeiten.

Das Ziel der Selbstbeschäftigung und die Erweiterung der koordinativen Fähigkeiten sollen durch eigene Beobachtungen im Sportunterricht kontrolliert werden. Das Kennenlernen von neuen Regeln und die Erklärung ganzer Spiele soll in mündlicher Form abgefragt werden. Dabei können die SuS sich gegenseitig helfen, um gemeinsam alle wichtigen Regeln und Vorgaben aufzustellen.

Teillernziele:

Die SuS erkennen, dass man bekannte Spiele verändern kann und sich neue und eigene Spielideen erschaffen kann.

Die SuS können einfache Formen des Springseilspringens vorführen.

Die SuS reflektieren die eigenen Erfahrungen, bewerten diese und können diese in einer Reflexion mitteilen.

Das Teillernziel „Springseil vorführen“ kann ebenfalls durch einfache individuelle Schülerbeobachtung kontrolliert werden. Die anderen beiden Ziele sind dagegen eher auf längere Sicht und auch in anderen Fächern wirklich zu überprüfen. Hierbei können zu den eigenen Beobachtungen auch Gespräche mit anderen Lehrern der Klasse helfen, um eine Zielerreichung zu kontrollieren.

[...]


1 In Klammern stehen die Begründungen für die Kompetenzen

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Kennenlernen, Verstehen und Anwenden von Regelvariationen bei bekannten Spielen im Sport in einer Grundschule
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Erziehungswissenschaft)
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
31
Katalognummer
V489473
ISBN (eBook)
9783668990074
ISBN (Buch)
9783668990081
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule, Sport, Sportspiele, Sportunterricht, Praktikum, Bericht
Arbeit zitieren
Jona Wilke (Autor), 2018, Kennenlernen, Verstehen und Anwenden von Regelvariationen bei bekannten Spielen im Sport in einer Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489473

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