Seit einigen Jahren ist das Interesse an der demographischen Entwicklung in Deutschland um ein Vielfaches gestiegen.
Dabei werden Meldungen von der schrumpfenden Zahl der Bevölkerung mit unterschiedlichen Auffassungen kommentiert.
Auf der einen Seite herrscht die Meinung vor, dass sich mit dem Rückgang der Bevölkerungszahlen das Problem der Massenarbeitslosigkeit und der Umweltbelastungen verringern wird, auf der anderen Seite geht der Bevölkerungsrückgang aber auch mit einer Vergreisung einher, die dazu führt, dass der Anteil an alten Menschen in Deutschland immer weiter zunimmt und so dazu beiträgt, dass immer weniger Berufstätige dieser Masse an Alten gegenüberstehen.
Dieser Wandel in der Gesellschaft vollzieht sich sehr leise und schleichend. Auch ist der Grund dafür weder ein Krieg, noch eine Hungersnot oder eine Epidemie.
Mit dem Hintergrundwissen um die deutsche Geschichte mit ihren Gräueltaten während des Nationalsozialismus hatte man lange vielleicht auch nicht den Mut sich näher gehend mit der Demographie zu befassen, doch angesichts leerer Renten- und Pflegekassen kann sich Deutschland keine weitere Ignoranz erlauben in Bezug auf die demographische Entwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Demographische Entwicklung in Deutschland
2.1 Was ist Demographie
2.2 Methoden der Demographie
2.3 Zuverlässigkeit demographischer Prognosen
2.4 Bevölkerungsstruktur
2.5 Geburtenrate
2.5.1 Ursachen für den Rückgang der Geburtenrate
2.5.2 Folgen der konstant niedrigen Geburtenrate
2.6 Lebenserwartung
2.6.1 Ursachen für die steigende Lebenserwartung
2.6.2 Folgen der höheren Lebenserwartung
2.7 Migration
2.7.1 Ursachen für Migration
2.7.2 Folgen der Migration
2.8 Bevölkerung bis 2050
2.9 Vor- und Nachteile der Überalterung
2.9.1 Konsumverhalten der neuen Alten
2.9.2 Erfahrungspotenzial wichtig für nachfolgende Generationen
2.9.3 Ehrenamtliches Engagement der älteren Generation
2.9.4 Die neuen Alten sind gesünder und länger produktiv
2.9.5 Sinkende Renten
2.9.6 Steigende Sozialabgaben
2.9.7 Abwanderung der jungen Bevölkerung
2.9.8 Überfüllte Altenheime
2.9.9 Veränderte Infrastruktur
2.9.10 Steigende Kosten für das Gesundheitswesen
3. Konsequenzen für Politik, Handel und Medien, Arbeitsmarkt und Gesellschaft
3.1 Politik
3.2 Handel und Medien
3.3 Arbeitsmarkt
3.4 Gesellschaft
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die Ursachen und Auswirkungen des demographischen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Ziel, die komplexen Herausforderungen für das Sozialsystem, den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu beleuchten.
- Ursachen für den Geburtenrückgang und die steigende Lebenserwartung
- Demographische Prognosen und deren Auswirkungen bis 2050
- Chancen und Risiken einer alternden Gesellschaft
- Notwendige Anpassungen in Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen
- Die Rolle des Hospizgedankens im Kontext der alternden Bevölkerung
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Ursachen für den Geburtenrückgang
In Deutschland hat sich bei den Einstellungen der Menschen viel getan in Bezug auf Familie und Ehe. Auch die Rolle der Frau ist eine andere geworden. All das hat Einfluss auf den Kinderwunsch. (Vgl. Sinn 2004, S.67) Der Geburtenrückgang beginnt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. „In Deutschland spielte dabei die Einführung der modernen Sozialversicherung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle.“ (Birg 2005, S. 45) Seit 1883 gab es eine Krankenversicherung für Arbeiter, die Unfallversicherung folgte 1884 und 1889 kam eine Invaliditäts- und Altersversicherung hinzu. Das System wurde in den Jahren danach immer weiter spezifiziert und ausgedehnt.
Die Geburtenrate in Deutschland hatte unter diesem Umstand zu leiden. Denn die persönlichen Gefahren des alltäglichen Lebens wie Krankheit oder Tod des Ehepartners stellten nun nicht mehr eine so große Gefahr dar wie noch zuvor. Denn die finanziellen Einbußen, die zuvor die Familie ausgleichen musste wurden ab sofort durch die Gemeinschaft der Versicherten getragen. Somit war es nicht mehr notwendig, eine große Familie z. B. zur Absicherung im Alter im Hintergrund zu wissen.
Natürlich spielen auch noch andere Aspekte eine Rolle. So haben die beiden Weltkriege ebenso wie die Weltwirtschaftskrise zum Rückgang der Geburtenziffer beigetragen.
Ebenfalls muss die veränderte Rolle der Frau Beachtung finden. Denn seit dem Ende der 60er Jahre haben zunehmend mehr Frauen Orientierung im Berufsleben gesucht und somit hat sich oftmals die Geburt des ersten Kindes verzögert und dazu geführt, dass der Wunsch nach weiteren Kindern nicht realisiert wurde aufgrund des zunehmenden Alters der Frauen. Teilweise ist es in solchen Fällen zu ungewollter Kinderlosigkeit gekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse an der demographischen Entwicklung und die damit einhergehenden, ambivalenten gesellschaftlichen Debatten.
2. Demographische Entwicklung in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert statistische Daten zu Geburtenrate, Lebenserwartung und Migration, um die zukünftige Bevölkerungsstruktur bis 2050 zu skizzieren.
3. Konsequenzen für Politik, Handel und Medien, Arbeitsmarkt und Gesellschaft: Das Kapitel diskutiert konkrete Handlungsbedarfe in verschiedenen Sektoren, um auf den unaufhaltsamen demographischen Wandel zu reagieren.
4. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung plädiert für einen bewussten Umgang mit den Möglichkeiten der Medizin und fordert eine stärkere Verbreitung des Hospizgedankens für ein würdevolles Altern.
Schlüsselwörter
Demographie, Bevölkerungsentwicklung, Geburtenrate, Lebenserwartung, Migration, Altenquotient, Generation 50 plus, Sozialversicherung, Rentensystem, Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt, Familienpolitik, Hospiz, demographischer Wandel, Altersstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Darstellung der demographischen Entwicklung in Deutschland, insbesondere den Ursachen für den Bevölkerungsrückgang und die Überalterung der Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Geburtenrate, steigende Lebenserwartung, Migration, die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur bis 2050 sowie die Konsequenzen für Politik, Wirtschaft und soziale Sicherungssysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Auswirkungen des demographischen Wandels aufzuzeigen und Lösungsansätze für die daraus resultierenden gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die statistische Daten, Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes und fachwissenschaftliche Literatur zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der demographischen Faktoren (Geburten, Alter, Migration) und eine Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Demographischer Wandel, Überalterung, Rentensystem, Gesundheitswesen, Generation 50 plus und Hospizgedanke.
Wie beeinflusst die Sozialversicherung historisch das Geburtenverhalten?
Durch die Einführung staatlicher Absicherungssysteme (Rente, Krankenversicherung) verlor die große Familie ihre Funktion als notwendige Altersabsicherung, was den Kinderwunsch langfristig beeinflusste.
Warum wird der Hospizgedanke als Lösungsansatz angeführt?
Der Hospizgedanke wird als menschenwürdige Alternative zur rein kurativen Behandlung im Akutkrankenhaus vorgeschlagen, um Sterbenden ein Lebensende in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Generation 50 plus für den Handel?
Die Generation 50 plus stellt eine wachsende Gruppe mit hoher Kaufkraft dar, worauf sich Handel und Medien durch angepasste Produkte und Marketingstrategien einstellen müssen.
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- Heide Metz (Author), 2005, Das globalisierte Altern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48954