Wie kam es zu den Veränderung in der Gesellschaft und zum derzeitigen Vormarsch der Share Economy? Welche Umweltbedingungen und welche Motive bewirken den Erfolg der neuen Konsumkultur und worin liegt dabei die Bedeutung für das Marketing? Mit der Beantwortung dieser Fragestellung befasst sich diese Arbeit.
Das Konsumverhalten und die Werteeinstellungen innerhalb der Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren verändert. Die eigene Lebensweise wird immer häufiger hinterfragt und Aspekte wie Nachhaltigkeit und Lebensqualität rücken in den Fokus der Menschen. In diesem Zusammenhang gewinnt die „Share Economy“ zunehmend an Bedeutung. Die Share Economy beruht auf dem Grundsatz zum gemeinschaftlichen Teilen, Tauschen und Leihen. Die Share Economy wird häufig als zusammengesetztes Wort „Shareconomy“ oder auch als „Sharing Economy“, „Collaborative Consumption“ oder „P2P Economy“ (Peer-to-Peer-Economy) bezeichnet. Sie geht ursprünglich auf Martin L. Weitzman mit dem Werk „The share economy: Conquering stagflation“ aus dem Jahr 1984 zurück.
Der amerikanische Ökonom sieht mit der Share Economy die Möglichkeit Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Stagflation aufzuhalten. Weltweit wurde im Dezember 2004 das erste Mal online bei Google nach dem Begriff Share Economy gesucht. Mittlerweile werden Autos, Wohnungen, Bücher, Kleidung, Schmuck und vieles mehr mithilfe von Online-Plattformen zur Verfügung gestellt, ausgeliehen und getauscht. Dies stellt Unternehmen und folglich auch das Marketing vor ungeahnte Herausforderungen, da weniger Produkte verkauft werden: Die Menschen wollen die Unternehmensmarke erleben, sich mit ihr verbunden fühlen und dies mit anderen teilen. Dafür müssen sie allerdings nicht mehr zwingend kaufen. Dies bewirkt einen Wandel in den Konsumgewohnheiten und fordert das Marketing zum Umdenken auf.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 SHARE ECONOMY
2.1 Der Weg zur Share Economy
2.2 Merkmale der Ökonomie des Teilens
3 DAS KONSUMVERHALTEN
3.1 Theoretische Grundlagen des Konsumverhaltens
3.1.1 Psychische Faktoren
3.1.2 Soziale Faktoren
3.1.3 Persönliche Faktoren
3.2 Das Konsumverhalten in der Share Economy
3.2.1 Psychische, soziale und persönliche Faktoren in der Share Economy
3.2.2 Sharing-Motive in den unterschiedlichen Share Economy Modellen
4 DIE HERAUSFORDERUNGEN FÜR DAS MARKETING
4.1 Herausforderungen durch die Umweltbedingungen
4.2 Herausforderungen durch das Konsumverhalten
5 STRATEGIEN FÜR DAS MARKETING IN DER SHARE ECONOMY
5.1 Branchenspezifische Strategien
5.2 Branchenübergreifende Strategien
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das veränderte Konsumverhalten durch die Share Economy und analysiert die daraus resultierenden Herausforderungen sowie notwendigen Strategien für ein zeitgemäßes Marketing. Im Fokus steht dabei die Frage, welche Motive die Konsumenten antreiben und wie Unternehmen ihre Ansätze anpassen müssen, um in diesem neuen Marktumfeld erfolgreich zu bestehen.
- Ursprünge und theoretische Einordnung der Share Economy
- Analyse psychischer, sozialer und persönlicher Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten
- Untersuchung von Sharing-Motiven in verschiedenen Branchen (z.B. Car-Sharing, Unterkunftsvermietung)
- Herausforderungen für Marketing-Strategien durch neue Umweltbedingungen und Konsumgewohnheiten
- Entwicklung branchenspezifischer und übergreifender Marketingstrategien
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Weg zur Share Economy
Bryan Walsh verdeutlichte 2011 im US-amerikanischen Nachrichtenmagazin TIME, dass die Share Economy weitreichende Veränderungen mit sich bringen wird: „Someday we’ll look back on the 20th century and wonder why we owned so much stuff.“ Dabei ist die Idee des wirtschaftlichen Teilens nicht neu. Es gibt bereits seit dem 18. Jahrhundert traditionsreiche genossenschaftliche Geschäftsmodelle. Zwischen Unternehmen gibt es schon lange Zusammenschlüsse wie beispielsweise der Maschinenring in der Landwirtschaft oder auch unterschiedliche Lesezirkel. Aber auch zwischen Privatpersonen ist das Teilen nichts Neues. Mitfahrzentralen, Wohngemeinschaften, Bibliotheken oder auch Videotheken gehören schon lange Zeit der Gesellschaft an. Dennoch konsumierten die Menschen in den letzten 50 Jahren im Vergleich zu heute sehr individuell. Heutzutage ist allerdings eine neue Tendenz zu beobachten: Die Share Economy dringt in das kulturelle, politische und wirtschaftliche System ein und die Konsumenten erleben, welchen Nutzen sie aus dem gemeinschaftlichen Teilen ziehen können. Zum einen findet in der Gesellschaft die Suche nach mehr Nachhaltigkeit statt. Viele Konsumenten legen mehr Wert darauf, nachhaltig zu konsumieren. Ressourcen sollen geschont werden und auch noch für spätere Generationen zur Verfügung stehen. Dies sind Faktoren, welche durch die Share Economy erfüllt werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung des Wandels vom Eigentum zum Zugang und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2 SHARE ECONOMY: Beleuchtet die historischen Wurzeln sowie die technischen und gesellschaftlichen Treiber der Share Economy und kategorisiert ihre verschiedenen Ausprägungsformen.
3 DAS KONSUMVERHALTEN: Analysiert die theoretischen Grundlagen des Kaufverhaltens sowie deren spezifische Anwendung und Verschiebung auf die Share Economy unter Berücksichtigung verschiedener Konsumentenmotive.
4 DIE HERAUSFORDERUNGEN FÜR DAS MARKETING: Identifiziert die durch die neue Konsumkultur entstehenden Probleme für Unternehmen, insbesondere hinsichtlich Strategieentwicklung, Controlling und Vertrauensaufbau.
5 STRATEGIEN FÜR DAS MARKETING IN DER SHARE ECONOMY: Leitet konkrete Maßnahmen für Marketingverantwortliche ab, die sowohl auf einzelne Branchen als auch auf allgemeine Aspekte wie Community-Management und Digital Branding fokussieren.
6 FAZIT: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch die Rolle des Konsumenten sowie das Potenzial für zukünftige Geschäftsmodelle.
Schlüsselwörter
Share Economy, Konsumverhalten, Sharing-Motive, Marketingstrategien, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Collaborative Consumption, Web 2.0, Nutzungsrechte, Vertrauensmechanismen, Kundenbindung, Product Service Systems, Redistribution Markets, Collaborative Lifestyles, Konsumgewohnheiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert den Wandel des Konsumverhaltens in der Gesellschaft hin zur Share Economy und untersucht die daraus resultierenden Konsequenzen für Unternehmen und deren Marketing.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Einordnung der Share Economy, die Analyse von Konsumentenmotiven, die Auswirkungen auf das Markenmanagement sowie die Entwicklung passender Marketingstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein Verständnis für das veränderte Konsumverhalten zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen auf die neuen Anforderungen der Share Economy reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Studien zu Konsumentenmotiven in der Share Economy.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Modelle des Konsumverhaltens auf die Share Economy übertragen, Motive in verschiedenen Branchen verglichen und spezifische Marketing-Herausforderungen sowie Strategien analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Share Economy, Konsumwandel, Nachhaltigkeit, Digital Branding, Nutzungsrechte und Kostenreduktion.
Welche Rolle spielt das Internet bei der Entwicklung der Share Economy?
Das Internet wird als essenzielle Voraussetzung identifiziert, da es durch Plattformen, Bewertungsmechanismen und das Web 2.0 erst die notwendige Transparenz und Vernetzung für kollaborativen Konsum ermöglicht.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Vertrauen?
Vertrauen wird als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben. Es muss durch transparente Prozesse, Reputationsmechanismen und einen zielgerichteten Internetauftritt aktiv aufgebaut werden, um die Barrieren beim Teilen persönlicher Güter zu überwinden.
Ist der Fokus auf Nachhaltigkeit wirklich das Hauptmotiv der Konsumenten?
Nein, die Ergebnisse zeigen, dass die Kostenreduktion das primäre, branchenübergreifende Motiv ist, während Aspekte wie Nachhaltigkeit zwar von Bedeutung sind, aber oft nicht das ausschlaggebende Kaufargument darstellen.
Wie verändert sich das Markenverständnis in der Share Economy?
Marken müssen sich wandeln: Statt reinem Produktverkauf steht die Vermittlung von Erlebnissen und die Identifikation mit einem Sharing-Unternehmen im Vordergrund, wobei die aktive Einbindung der Nutzer in einer Community entscheidend ist.
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- Anonym (Author), 2015, "Shareconomy". Konsumverhalten im Wandel und die Bedeutung für das Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489552