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Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds Theorie der concepts of humor and laughter

Title: Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds Theorie der concepts of humor and laughter

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Karoline Schulte-Frohlinde (Author)

Communications - Miscellaneous
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Anton C. Zijdervelds Überlegungen zum Lachen und zum Humor basieren auf den Unzulänglichkeiten und Auslassungen der drei bis dato markantesten Theorieansätze. Weder der antike Überlegenheitsansatz noch die Inkongruitätstheorie nach Kant und Schopenhauer oder die Entladungstheorie nach Freud bindet alle Aspekte des Themenfeldes Humor mit ein. Sie alle sind ungeeignet den Kontext insgesamt zu erfassen und eine schlüssige Zusammenhangsthese aufzustellen und zu verifizieren.

In der Antike versuchte sich bereits der griechische Philosoph Platon an einer Definition von Humor. Er diagnostiziert eine dem Humor grundsätzlich anhängige Schlechtigkeit und zeichnet in Ansätzen das paradoxe und ambivalente Wesen von Humor an sich auf. Platon bietet zudem den sogenannten Überlegenheitsansatz an, der besagt, dass Humor in Situationen entsteht, in denen eine oder mehrere teilnehmende Personen sich einer weiteren Person in irgendeinem Aspekt überlegen fühlen. Sowohl Platon als auch Aristoteles erkennen bereits die schmerzlose Komponente von Humor. Während Platon das „Problem Humor“ noch dramaturgisch inszenierte, wählt Aristoteles bereits eine theoretische und eher wissenschaftliche Textform. Platon, Aristoteles und Cicero sind die Wegbereiter für eine bestimmte Art und Weise der Wahrheitssuche. Ein Forschungsgegenstand wird in seine einzelnen Bestandteile zerpflückt, die dann definiert und beschrieben werden. Diese Art der Theoriebildung kann insofern problematisch werden, als dass eine universelle Erfassung des Gegenstandes, unter anderem aufgrund der ständigen Veränderung des Forschungsgegenstands zum Beispiel durch Einwirken von Kulturprogrammen, nicht möglich ist. Die Aufklärer Hobbes, Hutcheson und Harley firmen den Überlegenheitsansatz noch, wobei sie ihn um weitere Details und generelle Charakteristika ergänzen, die auch in der Gegenwart noch Bestandteil einer allgemeinen Humortheorie sind. Aus ebendiesen Vorschlägen beziehen Kant und Schopenhauer ihre Ideen zur Formulierung von Ansätzen, die auf Inkongruitäten beruhen, also erhellenden, schmerzlosen Erwartungsenttäuschungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Warum ältere Theorien auf ihre Gültigkeit überprüft werden müssen

2 Die Theorie der `concepts` - Ein Modell der Cultural Studies

3 The Concept of Humor – feste Charakteristika des Themenkomplexes Humor

3.1 The Humorous Play

3.2 Humor als eine Konstitutive der Gruppendynamik

4 The Concept of Laughter – Lachen als Sprache des Humors

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Humortheorie von Anton C. Zijderveld kritisch vor dem Hintergrund klassischer Theorieansätze und untersucht, inwieweit ein konstruktivistischer Ansatz der Cultural Studies eine universellere Erfassung des Phänomens Humor ermöglicht.

  • Kritische Auseinandersetzung mit klassischen Humortheorien (Überlegenheits-, Inkongruitäts- und Entladungstheorie)
  • Anwendung des `concept`-Ansatzes nach Stuart Hall auf den Themenkomplex Humor
  • Soziologische Betrachtung von Humor als Methode der Kontingenzbewältigung
  • Analyse des Zusammenhangs von Humor, sozialer Gruppendynamik und Identitätsbildung
  • Lachen als sprachliches Phänomen und konstitutive Komponente des Humors

Auszug aus dem Buch

3. The Concept of Humor – feste Charakteristika des Themenkomplexes Humor

Das Konzept Humor beinhaltet alle Umschreibungen, die sich mit Komik und Witz beschäftigen – Humor ist hier in erster Linie ein Oberbegriff, um zunächst das Thema selbst zu benennen und einen großzügigen Handlungsrahmen abzustecken. Zijderveld geht also eigentlich in der Theorieentwicklung einen Schritt zurück und hebt die Trennung von Humor, Witz und Komik in beschreibbare, unterschiedliche Mechanismen auf. Der gesamte Referenzbereich des Themengebietes Humor ist durch die Aufhebung dieser Begriffsdifferenzierungen erschließbar.

Zijderveld identifiziert Humor als die Belebung des Mechanischen im Leben und macht so Anleihen bei Bergson. Humor bringt die soziologische Ordnung, also Habitualisiertes, Routinisiertes und die zu achtende Rollenkonformität im Alltag für kurze Zeit durcheinander. Die in der Sozialisation erworbenen `concepts`, die ja traditionalisiert und institutionalisiert sind, erfahren so eine Erschütterung in den Grundfesten, jedoch im ungefährlichen und vor allem schmerzlosen Rahmen des `humorous play`. Die in Humorsituationen durchgespielten Handlungsalternativen sind wirklich nicht weit von der Realität entfernt: Die eingesetzten `concepts` differieren leicht von den real benutzten und thematisieren so alltägliche Unsicherheiten, wenn nicht sogar zukünftige `concepts`, die aktuell in einem soziokulturellen Prozess eine Differenzierung durchlaufen. In Zukunft gültige `concepts` werden dadurch als Handlungsabläufe eingeübt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Warum ältere Theorien auf ihre Gültigkeit überprüft werden müssen: Das Kapitel legt dar, warum klassische Ansätze wie der Überlegenheitsansatz oder die Entladungstheorie den komplexen Gegenstand Humor nicht vollständig erfassen können.

2 Die Theorie der `concepts` - Ein Modell der Cultural Studies: Hier wird Zijdervelds Ansatz eingeführt, der auf Stuart Halls Repräsentationssystem basiert, um Humor als kulturell geprägtes Konstrukt zu definieren.

3 The Concept of Humor – feste Charakteristika des Themenkomplexes Humor: Das Kapitel untersucht Humor als soziologischen Mechanismus zur Kontingenzbewältigung, der alltägliche Routinen spielerisch in Frage stellt.

3.1 The Humorous Play: Es wird analysiert, wie individuelles Handeln innerhalb eines geschützten Rahmens als „humorvolles Spiel“ zur Dekonstruktion von Alltagswidersprüchen genutzt wird.

3.2 Humor als eine Konstitutive der Gruppendynamik: Das Kapitel verdeutlicht, dass Humor ein sozialer Prozess ist, der Gruppenidentität stiftet, indem er Inklusion und Exklusion reguliert.

4 The Concept of Laughter – Lachen als Sprache des Humors: Lachen wird hier als notwendiges, sprachähnliches Reaktionsmuster auf humoristische Reize innerhalb eines Stimulus-Response-Modells analysiert.

5 Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Zijdervelds interdisziplinärer Ansatz eine wertvolle, zeitgemäße Grundlage für die sozialwissenschaftliche Humorforschung bildet.

Schlüsselwörter

Humortheorie, Anton C. Zijderveld, Cultural Studies, Concepts, Lachen, Soziologie, Kontingenzbewältigung, Humorous Play, Gruppendynamik, Stuart Hall, Repräsentation, Konstruktivismus, Sozialisation, Identität, Interdisziplinarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Humortheorie von Anton C. Zijderveld und untersucht, wie dieser soziologische Ansatz das Verständnis von Humor und Lachen als kulturelle Phänomene neu definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Kritik klassischer Humortheorien, die Übertragung konstruktivistischer Konzepte der Cultural Studies auf das Thema Humor sowie die Analyse von Humor als soziales, gruppendynamisches Ereignis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Zijdervelds Ansatz durch die Integration von Kulturbegriffen eine universelle und interdisziplinär anschlussfähige Theorie bietet, die bisherige, in sich abgeschlossene Theorieansätze überwindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf soziologischen und kulturwissenschaftlichen Modellen (insbesondere von Zijderveld, Stuart Hall und Henri Bergson) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung durch den Begriff der `concepts`, die soziologische Analyse von humoristischem Spiel, die gruppendynamische Funktion von Humor und das Lachen als sprachliches Interaktionsmedium.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Humortheorie, Cultural Studies, soziale Kontingenzbewältigung, Gruppendynamik und symbolische Repräsentation bestimmt.

Inwiefern unterscheidet sich Zijdervelds Sichtweise von Freuds Entladungstheorie?

Während Freud Humor als psychologische Entlastung und Durchsetzung des Lustprinzips betrachtet, interpretiert Zijderveld Humor als einen sozialen Mechanismus, der kulturelle Konventionen durch „humorvolles Spiel“ (humorous play) reflektiert und bewältigt.

Warum ist laut Autor die soziale Gruppe für Humor essenziell?

Humor ist kein rein individueller psychischer Akt, sondern erfordert ein „gekoppeltes Beobachtungssetting“. Erst durch die geteilte Einstufung einer Situation als komisch innerhalb einer Gruppe wird Humor zu einem verbindenden oder ausgrenzenden Identitätsmerkmal.

Welche Rolle spielt das „Lachen“ nach Zijderveld?

Lachen fungiert nicht bloß als emotionale Reaktion, sondern als „Sprache des Humors“. Es ist ein notwendiges, physiologisches Signal, das eine humoristische Interaktion gemäß dem Stimulus-Response-Modell abschließt oder markiert.

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Details

Title
Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds Theorie der concepts of humor and laughter
College
University of Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Humor in den Medien
Grade
2.3
Author
Karoline Schulte-Frohlinde (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V48969
ISBN (eBook)
9783638455305
ISBN (Book)
9783656560975
Language
German
Tags
Humortheorien Gegenwart Anton Zijdervelds Theorie Humor Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Schulte-Frohlinde (Author), 2005, Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds Theorie der concepts of humor and laughter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48969
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