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Das Helferinnen- und Helfersyndrom. Entstehung, Konsequenzen und Bekämpfung

Titel: Das Helferinnen- und Helfersyndrom. Entstehung, Konsequenzen und Bekämpfung

Seminararbeit , 2017 , 25 Seiten , Note: 1

Autor:in: Isabella Draxler (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Facetten des Helferinnen- und Helfersyndroms1 und dessen Ausprägungen, aber auch mit der Ätiologie der Erkrankung und der indizierten Prävention und Intervention. Obwohl ausgeführt werden wird, dass das Helferinnen- und Helfersyndrom in unterschiedlichen Berufsfeldern sowie auch im Privatleben auftreten kann, liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf mit der Sozialpädagogik assoziierten Berufsfeldern, die im Folgenden als „soziale Berufe“ zusammengefasst werden.

Die forschungsleitenden Fragen waren demgemäß:
• Worum handelt es sich beim Helferinnen- und Helfersyndrom? Wie entsteht ein solches?
• Was für Konsequenzen hat das Helferinnen- und Helfersyndrom für alle Beteiligten?
• Was kann zur Vorbeugung des Helferinnen- und Helfersyndroms getan werden? Wie kann Betroffenen geholfen werden?

Die Informationen zur Beantwortung der Fragen entspringen der Fachliteratur, wobei Datenbanksuchen durch manuelle Suchen ergänzt wurden. Gezielt wurden auch wissenschaftliche Journals als Quellen praxisnaher und aktueller Einblicke herangezogen. Die Auswertung der Informationen erfolgte themenanalytisch- hermeneutisch, unter quellenkritischem Einbezug des jeweiligen Kontextes.

Die Basis der vorliegenden Arbeit bildet die definitorische und konzeptuelle Darstellung des vielschichtigen Phänomens des Helferinnen- und Helfersyndroms: Das nachfolgende Kapitel 2 gibt Einblick in die Definition und die zentralen Merkmale des Begriffes, grenzt diesen aber auch gegenüber verwandten Termini und Phänomenen ab. Daraufhin wird in Kapitel 3 auf die Prävalenz des Syndroms eingegangen, wobei aucherörtert wird, ob bestimmte Personengruppen häufiger betroffen sind als andere und ob Veränderungen, z.B. Zu- oder Abnahmen der Prävalenz, im weiteren Zeitverlauf denkbar sind. Kapitel 4 stellt die wechselwirkenden Ursachen und Auslöser des Helferinnen- und Helfersyndroms auf einer individuellen ebenso wie auf einer sozialen Ebene dar, woraufhin die Folgen der Krankheit für die Betroffenen, mögliche Komorbiditäten und die Konsequenzen des Syndroms für die Schützlinge in Kapitel 5 diskutiert werden. Nicht zuletzt geht Kapitel 6 darauf ein, wie gegen das Helferinnen- und Helfersyndrom vorgegangen werden kann. Obwohl zielführende Interventionsmöglichkeiten bestehen, sollte dabei vor allem Wert auf die Prävention gelegt werden. Aufbauend auf den zusammengetragenen Erkenntnissen schließt die Arbeit mit einer kurzen Konklusion in Kapitel 7.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen des „Helferinnen- und Helfersyndroms“

2.1. Begriffsklärung und Konzeptualisierung

2.2. Begriffsabgrenzung

3. Vorkommen des Helferinnen- und Helfersyndroms

4. Ursachen und Entstehung eines Helferinnen- und Helfersyndroms

4.1. Individuelle Prädisposition

4.2. Frühkindliche Entwicklung

4.3. Die Rolle des Umfeldes

5. Folgen für Betroffene und deren Schützlinge

5.1. Folgen für Betroffene

5.1.1. Erschöpfung und Burnout

5.1.2. Andere Komorbiditäten des Helferinnen- und Helfersyndroms

5.2. Folgen für Klientinnen, Klienten, Patientinnen und Patienten

6. Hilfe für die pathologisch Helfenden

6.1. Prävention

6.2. Intervention

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Helferinnen- und Helfersyndroms, insbesondere dessen Ätiologie, die daraus resultierenden Folgen für die Betroffenen sowie die Möglichkeiten der Prävention und Intervention in sozialen Berufsfeldern.

  • Definition und konzeptuelle Abgrenzung des Helfersyndroms
  • Analyse individueller und umweltbedingter Entstehungsursachen
  • Untersuchung der psychischen und psychosozialen Auswirkungen
  • Diskussion von Präventionsstrategien im Rahmen der Ausbildung und Berufspraxis
  • Ansätze therapeutischer Intervention bei pathologischem Helfen

Auszug aus dem Buch

2.1.Begriffsklärung und Konzeptualisierung

Wolfgang Schmidbauer gilt als der Erfinder des Begriffs des „(Helferinnen- und) Helfersyndroms“: In seinem 1977 erstmals erschienen und 1992 vollständig überarbeiteten und erweiterten Werk Hilflose Helfer beschreibt er die Mechanismen, Persönlichkeitsstrukturen und Konsequenzen des Phänomens. Seither jedoch wurde der Ausdruck nicht nur im Alltags-, sondern auch im Fachdiskurs höchst uneinheitlich und zum Teil inflationär verwendet. Im nicht-fachlichen Diskurs wird dem Syndrom zum Teil gar die pathologische Qualität abgesprochen, um es in abwertender Weise auf einen Modebegriff zu reduzieren (vgl. Ecker, Harald, 2006, S.194).

Eine Definition, die dem Alltagsgebrauch des Wortes entspringt, aber auch die Pathologie in ihrer Essenz beschreibt, stammt von Isa Grüber (2009, S.151):

Als Helfersyndrom [sic] wird der innere Zwang bezeichnet, helfen zu müssen und sich für alles und jeden verantwortlich zu fühlen. […] Der Automatismus dabei ist, dass man, wenn man gebraucht wird, auch sofort zur Verfügung steht. Ob man Zeit oder Kraft hat, spielt keine Rolle.

Die Definition streicht die bedeutendsten Merkmale des Helferinnen- und Helfersyndroms heraus. Zunächst zeichnet sich dieses durch ein übermäßiges Verantwortungsgefühl für andere Personen aus (vgl. Elzer, Matthias & Gerlach, Alf, 2014, S.201f). Das Helfen steht im Mittelpunkt aller sozialen Beziehungen, wobei sich die Helfenden unentbehrlich und für alle Belange zuständig fühlen, auch wenn diese gar nicht in ihren Kompetenz- und Zuständigkeitsbereichen liegen (vgl. Pötz, Hermann, 2006, S.48). Die Personen erscheinen dabei unwillig oder unfähig, sich zu distanzieren oder zu delegieren (vgl. Grüber, 2009, S.148ff). „Nein“ zu sagen wird zu einer schwer bewältigbaren Herausforderung (vgl. Schuster, Werner, 2004, S.97).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung und den methodischen Rahmen der Arbeit zur Untersuchung des Helferinnen- und Helfersyndroms in sozialen Berufen vor.

2. Das Phänomen des „Helferinnen- und Helfersyndroms“: Hier werden die definitorischen Grundlagen, die Entstehung des Begriffs durch Wolfgang Schmidbauer und die zentralen Merkmale des pathologischen Helfens erörtert.

3. Vorkommen des Helferinnen- und Helfersyndroms: Dieses Kapitel thematisiert die Prävalenz des Syndroms, insbesondere in sozialen, pädagogischen und medizinischen Berufsfeldern sowie im privaten Kontext.

4. Ursachen und Entstehung eines Helferinnen- und Helfersyndroms: Das Kapitel analysiert das Zusammenspiel von individuellen Persönlichkeitsfaktoren, frühkindlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Umwelteinflüssen als Ursachenkomplex.

5. Folgen für Betroffene und deren Schützlinge: Hier werden die Auswirkungen wie Burnout und Komorbiditäten für die Helfer sowie die negativen Konsequenzen für die Hilfsbedürftigen infolge von Bevormundung diskutiert.

6. Hilfe für die pathologisch Helfenden: Dieses Kapitel beschreibt präventive Maßnahmen für die Ausbildung sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten zur Bewältigung des Syndroms.

7. Resümee: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit von Supervision und strukturellen Veränderungen in sozialen Berufen.

Schlüsselwörter

Helferinnen- und Helfersyndrom, Helfersyndrom, pathologisches Helfen, soziale Berufe, Burnout, soziale Arbeit, Altruismus, Selbstopferung, Verantwortungsgefühl, Prävention, Intervention, Supervison, psychische Erkrankung, Leistungsdruck, Co-Abhängigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Entstehung, den Ausprägungen und den schwerwiegenden Konsequenzen des Helferinnen- und Helfersyndroms bei Menschen, die in helfenden Berufen tätig sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Definition des Syndroms, der ätiologischen Analyse (Ursachenforschung), den psychosomatischen sowie beruflichen Folgen und den Möglichkeiten zur Prävention.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Helfen pathologische Ausmaße annehmen kann, wenn es nicht mehr aus echter Empathie, sondern zur Selbstwertstärkung und aus Zwang erfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Autorin nutzte eine themenanalytisch-hermeneutische Auswertung von Fachliteratur sowie ergänzende Datenbanksuchen, um den aktuellen Forschungsstand abzubilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Untersuchung der Verbreitung, die Ursachenanalyse, die Folgenbetrachtung für Helfer und Schützlinge sowie konkrete Hilfeansätze.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Helfersyndrom, soziale Berufe, Burnout, Verantwortung, Selbstwertgefühl, Prävention und Intervention definiert.

Warum fällt es Betroffenen so schwer, sich Hilfe zu suchen?

Aufgrund ihres niedrigen Selbstwertgefühls und der Angst, als schwach zu gelten oder nicht mehr „gebraucht“ zu werden, verleugnen Betroffene ihre eigene Hilfsbedürftigkeit und pathologisieren ihr Umfeld.

Welche Rolle spielt die Ausbildung für die Prävention?

Eine fundierte Ausbildung soll die Selbstreflexionsfähigkeit fördern, klare professionelle Grenzen ziehen und ein Verständnis für das Ziel der „Hilfe zur Selbsthilfe“ vermitteln.

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Details

Titel
Das Helferinnen- und Helfersyndrom. Entstehung, Konsequenzen und Bekämpfung
Note
1
Autor
Isabella Draxler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V489726
ISBN (eBook)
9783668970892
ISBN (Buch)
9783668970908
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Helfersyndrom
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabella Draxler (Autor:in), 2017, Das Helferinnen- und Helfersyndrom. Entstehung, Konsequenzen und Bekämpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489726
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Leseprobe aus  25  Seiten
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