Die folgende Arbeit befasst sich mit einem Vergleich der vierten und neunten Auflage des "Dictionnaire de l’Académie française", wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Zielen und dem Aufbau der jeweiligen Wörterbuchartikel liegt.
Als Materialbasis dienen sowohl Auszüge aus den Primärwerken des Dictionnaire de l’académie française von 1762 und 1986, als auch die Sekundärliteratur verschiedener Autoren, wobei hier das Werk von Elmar Schafroth die wichtigste Orientierung darstellt.
Zunächst wird die vierte Auflage des Dictionnaire de l’Académie française vorgestellt, indem der Fokus auf den Aufbau des Wörterbuchs sowie die Zielsetzung gelegt wird. Darauf folgend wird die neunte und aktuellste Version des Akademiewörterbuchs analysiert. Hier werden ebenso der Aufbau und die Ziele für das Verfassen des Werkes geschildert. Es gilt die beiden Auflagen miteinander zu vergleichen, inwiefern sich die Ansichten hinsichtlich der Ziele des Wörterbuchs im Laufe der Jahre verändert haben. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit der Lexikographie der französischen Sprache im Allgemeinen und dient als sprachwissenschaftliche Grundlage für die folgende Analyse der Wörterbuchartikel. Hierbei bildet der Aufbau der einzelnen Wörterbuchartikel im Hinblick auf die Mikro- und Makrostruktur den Schwerpunkt.
Inhaltsverzeichnis
1 ABSTRACT
2 EINLEITUNG
3 DIE ACADÉMIE FRANÇAISE – DAS DICTIONNAIRE DE L’ACADÉMIE FRANÇAISE
3.1 Aufbau und Ziele des Wörterbuchs von 1762
3.2 Aufbau und Ziele des Wörterbuchs von 1986
4 LEXIKOGRAPHIE
4.1 Die Lexikographie der französischen Sprache
4.2 Die Wörterbuchartikel im DAF (1762)
4.3 Die Wörterbuchartikel im DAF (1986)
5 FAZIT
6 LITERATURVERZEICHNIS
6.1 Primärliteratur
6.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die vierte (1762) und die neunte (1986) Auflage des Dictionnaire de l'Académie française vergleichend gegenüberzustellen, um die Entwicklung der Zielsetzungen und die strukturelle Gestaltung der Wörterbuchartikel zu analysieren.
- Historische Rolle und Aufgaben der Académie française
- Vergleich der Zielsetzungen der vierten und neunten Auflage
- Strukturanalyse der Wörterbuchartikel (Mikro- und Makrostruktur)
- Bedeutung der Lexikographie für die französische Sprachnormierung
- Auswertung von Vorworten und Begleittexten der Wörterbuchausgaben
Auszug aus dem Buch
4.3 Die Wörterbuchartikel im DAF (1986)
Zur Makrostruktur lässt sich zunächst sagen, dass das Wörterverzeichnis der neunten Auflage des DAF ebenfalls in drei Spalten aufgegliedert, wobei in der Kopfzeile jeweils die ersten drei Buchstaben der nachfolgenden Lemmata angeben, was der Inhalt der jeweiligen Seiten sein wird. Betrachtet man die Mikrostruktur, so ist ebenfalls wie in der vierten Auflage zuerst das Lemma in Majuskeln angegeben. Auch die angrenzende grammatische Information steht nach wie vor direkt nach dem Lemma. Anschließend lässt sich eine Neuerung erkennen, denn folgt nun nicht die Definition des Lemmas, sondern zunächst eine Angabe, aus welchem Jahrhundert das Wort stammt. Belegt wird der Wörterbuchartikel danach mit Hilfe von lateinischen und griechischen Äquivalenten. Dieses Ziel wurde erstmalig im Avertissement genannt, denn bis dato sollte das DAF keinesfalls ein etymologisches Wörterbuch sein. Nachdem die Wortherkunft erklärt wurde, sind auch in dieser Auflage Beispiele zu finden, die den Sinn des Wortes verdeutlichen und die die eventuelle Mehrdeutigkeit der Wörter belegen. Zur Verdeutlichung wurde das Beispiel ÉTYMOLOGIE genutzt, um die beiden Einträge optimal vergleichen zu können.
ÉTYMOLOGIE n. f. XIIe siècle. Emprunté, par l'intermédiaire du latin etymologia, du grec etumologia, de même sens, formé de etumos, « vrai, authentique », et -logia, « étude, recherche ».1. Science ayant pour objet l'étude de l'origine des mots, la connaissance de leurs formes anciennes et la découverte des lois et des accidents qui ont conditionné leur évolution. Pour les Anciens, l'étymologie était la recherche du sens authentique des mots. 2. Explication de l'origine et de l'évolution historique d'un mot particulier. Rechercher l'étymologie d'un mot français, reconstituer ses origines en remontant de façon continue à la forme latine, grecque, sanscrite, etc., la plus ancienne possible. Une étymologie certaine, incertaine, douteuse, obscure. Étymologie inconnue. Une orthographe conforme à l'étymologie du mot. Par ext. Étymologie populaire, rapprochement qui s'établit dans l'usage entre des mots qui se ressemblent à l'oreille mais ne sont pas apparentés. Par méton. Forme la plus ancienne, ou chacune des formes successives marquant l'évolution d'un mot (voir Étymon) (DAF 1986, ÉTYMOLOGIE).
Hierbei fällt direkt auf, dass der Eintrag bedeutend länger ist als der Artikel in der vierten Auflage.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ABSTRACT: Kurze Zusammenfassung der Zielsetzung, der verwendeten Quellen (insbesondere Vorworte) und der zentralen Erkenntnis über die Unterschiede zwischen den beiden Auflagen.
2 EINLEITUNG: Hinführung zur historischen Bedeutung der Académie française und Definition des methodischen Rahmens für den Vergleich der vierten und neunten Auflage.
3 DIE ACADÉMIE FRANÇAISE – DAS DICTIONNAIRE DE L’ACADÉMIE FRANÇAISE: Darstellung der historischen Entwicklung und der programmatischen Ziele der Wörterbuchausgaben von 1762 und 1986.
3.1 Aufbau und Ziele des Wörterbuchs von 1762: Analyse der vierten Auflage, ihrer Gliederung und des Anspruchs der Akademie, die französische Sprache zu normieren.
3.2 Aufbau und Ziele des Wörterbuchs von 1986: Untersuchung der neunten Auflage mit Fokus auf die Intentionen des Vorworts und die Anpassung an moderne sprachwissenschaftliche Standards.
4 LEXIKOGRAPHIE: Theoretische Grundlegung des Lexikographie-Begriffs und Einordnung der untersuchten Werke in den Kontext der einsprachigen Wörterbücher.
4.1 Die Lexikographie der französischen Sprache: Definition wissenschaftlicher Standards für die Wörterbucherstellung und Einordnung der französischen Tradition.
4.2 Die Wörterbuchartikel im DAF (1762): Analyse der Mikro- und Makrostruktur der vierten Auflage im Vergleich zu den proklamierten Zielen der Akademie.
4.3 Die Wörterbuchartikel im DAF (1986): Detailbetrachtung der verbesserten Strukturen und der neuen etymologischen Ansätze in der neunten Auflage.
5 FAZIT: Synthese der Ergebnisse, die eine höhere Systematik und Informativität der neunten gegenüber der vierten Auflage feststellt.
6 LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.
6.1 Primärliteratur: Auflistung der analysierten Wörterbuchausgaben.
6.2 Sekundärliteratur: Verzeichnis der herangezogenen fachwissenschaftlichen Literatur.
Schlüsselwörter
Académie française, Dictionnaire de l’Académie française, Lexikographie, Sprachnormierung, Wörterbuchartikel, Mikrostruktur, Makrostruktur, vierte Auflage 1762, neunte Auflage 1986, Sprachgeschichte, Etymologie, Wortschatz, Sprachwandel, Französisch, Wörterbuchforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die vierte (1762) und die neunte (1986) Auflage des offiziellen Wörterbuchs der Académie française hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ziele und der Struktur ihrer Wörterbuchartikel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Wörterbucharbeit, die lexikographische Praxis der Akademie sowie die vergleichende Analyse von Strukturmerkmalen wie Etymologie, Definitionen und Beispielgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist aufzuzeigen, wie sich die Zielsetzungen und die methodische Umsetzung der Wörterbuchartikel über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren verändert haben und inwieweit die Akademie ihre eigenen Ansprüche erfüllen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine strukturanalytische Untersuchung, die sowohl Primärtexte (Vorworte und ausgewählte Lemmata) als auch einschlägige fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur Lexikographie auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung beider Wörterbuchausgaben, eine theoretische Definition der Lexikographie sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Mikro- und Makrostrukturen beider Auflagen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lexikographie, Normierung, Sprachgeschichte, Makrostruktur, Mikrostruktur und die Editionsgeschichte des Dictionnaire de l’Académie française.
Warum spielt das Beispiel "ÉTYMOLOGIE" eine zentrale Rolle im Vergleich?
Das Lemma wurde gewählt, da es die gravierenden Unterschiede in der Bearbeitung – insbesondere die Einführung etymologischer Hinweise in der neunten Auflage – zwischen den beiden Jahrhunderten optimal illustriert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der neunten Auflage?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die neunte Auflage deutlich systematischer und informativer ist, da die Akademie aus den Defiziten der Vergangenheit gelernt hat und durch die neuen etymologischen Informationen einen breiteren Nutzwert schafft.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Cohut (Autor:in), 2018, Das Dictionnaire de l’Académie française, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489757