In der folgenden Arbeit befasse ich mich mit dem Vergleich von Beratung durch Professionelle und Beratung durch Laien in psychosozialen Arbeitsfeldern.
Die sozialen und psychischen Probleme in der Gesellschaft, in der wir leben – eine moderne Industriegesellschaft - sind zahlreich und verschieden gestaltet. Durch das ansteigende Aufbrechen von tradierten Familienstrukturen kommt das Prinzip des Individualismus immer mehr zum Tragen. Wenn Menschen ihre psychosozialen Probleme nicht mehr alleine bewältigen können und dabei Hilfe benötigen, können Helferberufe wie Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen Abhilfe schaffen. Dies kann beispielsweise durch Instrumente wie Psychotherapie, sozialpädagogisch geleitete Treffpunkte, Beratungsstellen oder psychiatrische Kliniken vonstattengehen. Es besteht ein hohes Beratungsbedürfnis und durch die Zunahme von Beratungsangeboten kann davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage nach Beratung steigt. Hilfebedürftige Menschen haben die Möglichkeit sich an unterschiedliche spezifische Beratungsstellen zu wenden (wie Sucht-, Familien- oder Schwangerschaftsberatung), in denen Menschen (in der Regel) von professionellem Fachpersonal beraten werden. Sie können allerdings auch von Laien beraten werden. Dies können in diesem Kontext Ehrenamtliche in der Sozialen Arbeit sein. Sie agieren beispielsweise zusätzlich zu professionellen Kräften, autonom oder in Form von Selbsthilfegruppen. Das Studium der Helferberufe, die sich mit dem professionellen Beraten in psychosozialen Belangen beschäftigen, ist von der Auseinandersetzung mit den sozialen Problemlagen, die durch die Gesellschaftsstruktur entstehen, geprägt; ebenso mit dem Studieren verschiedener Krankheitsbilder sowie dem Erlernen verschiedener Methoden und Prinzipien. Laienhelfer*innen, die ein solches Studium nicht absolviert haben, und die sich ebenso mit dem Beraten von Menschen mit psychosozialen Problemen beschäftigen, sind dabei laut Forschungslage nicht weniger effektiv. Es ist also zu klären inwieweit sich die Beratung durch Professionelle und die durch Laien unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Professionelle Beratung
2.1 Ziel
2.2 Prinzipien und Methoden (beispielhaft)
2.3 Kompetenzen
3. Hilfe durch Laien im psychosozialen Bereich
3.1 Forschungslage
3.2 Offene Settings
4. Vergleich von professioneller Beratung gegenüber Laienhilfe
5. Fazit
6. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht professionelle Beratung mit der Beratung durch Laienhelfer*innen in psychosozialen Arbeitsfeldern, um Unterschiede in der Wirksamkeit, Beziehungsgestaltung und den Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen.
- Professionelle Beratungsansätze, Methoden und Kompetenzprofile
- Wirksamkeit von Laienhilfe im psychosozialen Kontext
- Bedeutung von Beratungssettings (geschlossen vs. offen)
- Machtverhältnisse und Beziehungsgestaltung in der Beratung
- Kritische Gegenüberstellung von professioneller Distanz und Laiennähe
Auszug aus dem Buch
3.1 Forschungslage
Es herrscht die Auffassung, dass Menschen in Helferpositionen im psychosozialen Bereich nur dann wirksame Arbeit leisten können, wenn sie eine akademische Laufbahn hinter sich haben. Dies kann empirisch widerlegt werden. Die Autorin Hildegard Müller-Kohlenberg stellt in ihrem Buch Laienkompetenz im psychosozialen Bereich die sogenannte Äquieffektivitätsthese von Laien und Professionellen im psychosozialen Bereich vor. Sie besagt: ...zwischen unausgebildeten Helfer-Innen im psychosozialen Bereich und den Angehörigen entsprechender akademischer Berufsgruppen... besteht hinsichtlich ihrer Wirksamkeit ihrer Hilfeleistungen kein nennenswerter Unterschied. Eine akademische Ausbildung bewirkt nicht die Steigerung der Hilfequalität, die man erwartet. Ein abgeschlossenes Studium (für im psychosozialen Bereich tätige Berufsgruppen) verbessert nicht zwingend die Erfolgsquote von Hilfeleistungen. Im Vergleich zu den Hilfeleistungen der Laien fällt der Erfolg aber gleichermaßen beiden Gruppen zu. Die Ausbildung macht die Hilfeleistung nicht besser und nicht schlechter. Müller-Kohlenberg betont hier, dass dies an dem „Ertrag“ der Hilfeleistungen zu messen ist, der als das verbesserte Befinden der Klient*innen definiert ist. Diese Erkenntnis soll hier aber nicht die Wirkung der von ausgebildeten Helfer*innen geleisteten Hilfeleistungen aushebeln, die erwiesenermaßen besteht (Müller-Kohlenberg 1996, S. 11 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Beratung im psychosozialen Kontext ein und skizziert den geplanten Vergleich zwischen professionellen Kräften und Laienhelfer*innen.
2. Professionelle Beratung: Das Kapitel definiert den Begriff der professionellen Beratung, beleuchtet deren Ziele, Methoden sowie die notwendigen strukturellen und prozessorientierten Kompetenzen der Berater*innen.
3. Hilfe durch Laien im psychosozialen Bereich: Hier wird die Rolle von Laienhelfer*innen sowie die Forschungslage zur Äquieffektivität von Laien und Profis diskutiert und auf die Problematik offener Settings eingegangen.
4. Vergleich von professioneller Beratung gegenüber Laienhilfe: Dieser Abschnitt stellt die unterschiedlichen Wirkfaktoren und Motive beider Beratungsformen gegenüber und beleuchtet Aspekte wie Beziehungsaufbau, Machtverhältnisse und Professionalisierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Stärken und Schwächen beider Beratungsansätze zusammen und bewertet deren zielführende Anwendung in der psychosozialen Praxis.
6. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen für diese Hausarbeit.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Professionelle Beratung, Laienhilfe, Psychosoziale Beratung, Empowerment, Äquieffektivitätsthese, Beziehungsgestaltung, Beratungssetting, Machtverhältnisse, Kompetenzprofil, Helferkompetenz, Realbeziehung, Beratung zwischen Tür und Angel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Beratungsangebote durch professionelle Fachkräfte sowie durch Laienhelfer*innen im psychosozialen Bereich.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Kompetenzen von Beratern, der Gestaltung von Beratungsbeziehungen, der Bedeutung von Rahmenbedingungen (Settings) und der kritischen Analyse der Beratungsqualität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der vorhandenen Forschungslage aufzuzeigen, wie sich professionelle Beratung von Laienhilfe unterscheidet und ob einer der beiden Ansätze effektiver ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene theoretische Ansätze und Forschungsergebnisse zur Beratungsqualität und Helferkompetenz ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung professioneller Standards, die Erläuterung der Laienkompetenz inklusive der Äquieffektivitätsthese sowie einen detaillierten Vergleich der Wirkfaktoren beider Ansätze.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Empowerment, Äquieffektivitätsthese, Beratungssettings und Beziehungsgestaltung.
Was besagt die Äquieffektivitätsthese laut der Autorin?
Die These besagt, dass es in Bezug auf die Wirksamkeit der Hilfeleistungen keinen nennenswerten Unterschied zwischen unausgebildeten Laienhelfern und professionell ausgebildeten Fachkräften gibt.
Warum wird das "offene Setting" (Beratung zwischen Tür und Angel) kritisch gesehen?
Es wird kritisiert, weil das Fehlen eines festen, strukturierten Rahmens die professionelle Durchführung von Beratungsgesprächen erschwert und die Definition einer Situation als "Beratung" unklar macht.
Welche Rolle spielt das Honorar in der Wahrnehmung der Klienten?
Das Fehlen einer Honorierung bei Laienhelfern wird oft als Zeichen für "guten Willen" gewertet, was bei Klienten ein höheres Vertrauen in die Beziehung erzeugen kann, im Vergleich zur professionellen Bezahlung.
Wie bewertet die Arbeit das Machtgefälle in professionellen Settings?
Die Arbeit betont, dass in professionellen Beratungen durch das Expertenwissen ein Machtungleichgewicht besteht, welches jedoch durch zielführende Beratung als stabilisierend für den Klienten wahrgenommen werden kann.
- Arbeit zitieren
- Lea Breitenbach (Autor:in), 2019, Professionelle Beratung und Beratung durch Laienhelfer*innen in psychosozialen Arbeitsfeldern. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489781