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Verhaltenstheoretische Soziologie - George Caspar Homans

Titel: Verhaltenstheoretische Soziologie - George Caspar Homans

Seminararbeit , 2005 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Torsten Kopf (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Entstanden vor dem Hintergrund der „behavioral sciences“ und der Verhaltenspsychologie entwickelte sich die behavioristische Soziologie zu einer auf individualistischer und kausalwissenschaftlicher Basis gebildeten Mikrotheorie der sozialen Interaktion. Sie steht somit im Gegensatz zum Funktionalismus als einer typisch makrosoziologischen Theorie. George Caspar Homans Arbeiten im dem Bereich der verhaltenstheoretischen Soziologie gelten als Meilensteine und können als paradigmatisch für diese gesamte theoretische Richtung angesehen werden.
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem im Jahre 1989 verstorbenen amerikanischen Soziologen und seinen Theorien. Den Einstieg zu dieser Betrachtung bildet seine Biographie, die einen Einblick in George Caspar Homans Leben und Wirken gewähren soll. Anschließend wird das Hauptaugenmerk des Lesers weg von der Person, hin zu den von ihm formulierten Grundsätzen der verhaltenstheoretischen Soziologie gelenkt. Hierbei soll anfangs die Aufmerksamkeit der allgemeinen Problemlage - wie sie sich für Homans darstellte - und dem Erkenntnisinteresse gewidmet werden, um nachfolgend Homans Argumentationsstrang, der die psychologische Erklärung als einzig probates Mittel auf dem Wege zur Befriedigung des Erkenntnisinteresses postulierte, nachzuvollziehen. Laut Homans bedarf es, um das soziale Verhalten der Menschen zu erklären eines Mindestsatzes von fünf Hypothesen. Diese werden im weiteren Verlauf der Arbeit dargestellt und erläutert. Abschließend soll anhand der Kritik, die Homans für seine Theorie erfuhr, gezeigt werden, dass diese nicht unwidersprochen blieb. Im Rahmen der Zusammenfassung rundet ein kurzes Fazit die Betrachtung der verhaltenstheoretischen Soziologie ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie George Caspar Homans

3. Die verhaltenstheoretische Soziologie

3.1 Allgemeine Problemlage und Erkenntnisinteresse

3.2 Die psychologische Erklärung

3.3 Die Hypothesen der verhaltenstheoretischen Soziologie

3.4 Kritik an Homans Theorie

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die verhaltenstheoretische Soziologie von George Caspar Homans vorzustellen, ihre theoretische Fundierung sowie die zentralen psychologischen Hypothesen zu erläutern und diese kritisch im soziologischen Kontext zu reflektieren.

  • Biographische Einordnung von George Caspar Homans
  • Die psychologische Erklärung als zentrales Paradigma
  • Darstellung der fünf Grundhypothesen der behavioristischen Soziologie
  • Analyse des sozialen Verhaltens als Austauschprozess
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem methodologischen Individualismus

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Hypothesen der verhaltenstheoretischen Soziologie

Das Hauptinteresse des Menschen sieht George Caspar Homans darin, seinen persönlichen Nutzen zu vermehren und den eigenen Gewinn zu maximieren. Um dieses zu erreichen tritt der Mensch in Interaktionen mit seinen Mitmenschen, wobei hier die Interaktion als ein Austausch sowohl materiellen als auch immateriellen Belohnungen und Bestrafungen interpretiert werden kann. Dahingehend folgt das Verhalten des Menschen in der Regel dem Grundsatz, das zu erwartende Ausmaß an Belohnungen zu maximieren und das Ausmaß an Bestrafungen zu minimieren. Hierbei muss darauf hingewiesen werden, dass das Entgehen einer zu erwartenden Bestrafung gleichwohl eine Belohnung darstellt. Um das menschliche Verhalten in diesen Zusammenhängen nachzuvollziehen, stellt Homans folgende fünf Hypothesen der behavioristischen Lerntheorie in das Zentrum seiner Soziologie:

Die Erfolgshypothese besagt, dass je öfter die Aktivität einer Person belohnt wird, desto öfter wird jene diese Aktivität ausführen. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die Häufigkeit einer Belohnung an, sondern auch auf deren Regelmäßigkeit. Stehen einer Person mehrere Handlungsalternativen zur Auswahl, wird sie, gemäß dieser Hypothese, jene mit hoher Wahrscheinlichkeit ausführen, bei welcher in der Vergangenheit die relative Häufigkeit der Belohnung am größten war.

Die Werthypothese führt an, dass je wertvoller die Belohnung einer ausgeführten Aktivität für eine Person ist, desto eher wird sie diese Aktivität ausführen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die „Kosten“ einer Aktivität mit dem Wert der Belohnung aufgerechnet werden und dadurch ein Nettowert einer Aktivität gebildet wird. Hier muss natürlich berücksichtigt werden, dass eine bereits begonnene Aktivität die Kosten einer anderen, neu zu beginnenden erhöht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die verhaltenstheoretische Soziologie ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, von der Biographie Homans' bis hin zur kritischen Reflexion seiner Theorien.

2. Biographie George Caspar Homans: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die akademische Laufbahn von George Caspar Homans nach, der als Begründer der soziologischen Verhaltenstheorie gilt.

3. Die verhaltenstheoretische Soziologie: Dieser Hauptteil widmet sich der Problemlage, dem Erkenntnisinteresse sowie der psychologischen Erklärung als zentraler Methode von Homans.

3.1 Allgemeine Problemlage und Erkenntnisinteresse: Hier wird Homans' Abgrenzung zum Strukturfunktionalismus und seine Forderung nach kausalen Erklärungen in der Soziologie erläutert.

3.2 Die psychologische Erklärung: Dieses Kapitel begründet, warum Homans die psychologische Erklärung als das einzig probates Mittel zur soziologischen Analyse ansieht und vergleicht diese mit anderen Erklärungsweisen.

3.3 Die Hypothesen der verhaltenstheoretischen Soziologie: Dies ist der Kernteil, in dem die fünf zentralen Hypothesen (Erfolg, Wert, Reiz, Entbehrung-Sättigung, Frustration-Aggression) detailliert vorgestellt werden.

3.4 Kritik an Homans Theorie: Dieser Abschnitt beleuchtet die fachwissenschaftliche Kritik an Homans' Ansatz, insbesondere den Vorwurf des Reduktionismus und das Fehlen einer Erklärung für Makrostrukturen.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Kerngedanken zusammen und bewertet kritisch, inwieweit Homans' Ansatz der Komplexität menschlichen Handelns gerecht wird.

Schlüsselwörter

Verhaltenstheoretische Soziologie, George Caspar Homans, psychologische Erklärung, methodologischer Individualismus, Austauschtheorie, Erfolgshypothese, Werthypothese, Reizhypothese, Entbehrungs-Sättigungs-Hypothese, Frustrations-Aggressionshypothese, Sozialverhalten, Behaviorismus, Nutzenmaximierung, Soziologische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verhaltenstheoretischen Soziologie von George Caspar Homans und untersucht, wie soziales Verhalten aus individuellen psychologischen Gesetzmäßigkeiten abgeleitet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Biographie von Homans, seine theoretische Abgrenzung vom Funktionalismus, das Konzept der psychologischen Erklärung sowie die fünf fundamentalen behavioristischen Hypothesen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, Homans' Argumentationsstrang nachzuvollziehen, der das Ziel verfolgt, soziale Phänomene durch Rückführung auf individuelle, psychologische Grundsätze kausal zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor verwendet eine Literaturanalyse und systematische Darstellung der soziologischen Theorieentwürfe von George Caspar Homans, um dessen Beitrag zur Soziologie kritisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodologische Begründung der psychologischen Erklärung bei Homans und die detaillierte Vorstellung seiner fünf Hypothesen zur Interaktionsanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind verhaltenstheoretische Soziologie, methodologischer Individualismus, Nutzenmaximierung, Austauschprozesse und die fünf zentralen Hypothesen des Verhaltens.

Wie begründet Homans die Ablehnung des Strukturfunktionalismus?

Homans kritisiert, dass der Strukturfunktionalismus lediglich eine beschreibende Sprache liefere, aber keine echten kausalen Gesetze, um die Entstehung sozialer Phänomene zu erklären.

Warum gilt die psychologische Erklärung laut Homans als alternativlos?

Er sieht sie als einzig brauchbar an, da sie das Verhalten des Menschen direkt auf behavioristische Sätze zurückführt, was seiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit bietet, soziologische Makrophänomene als Summe individueller Handlungen zu begreifen.

Welche Rolle spielt die Rationalitätshypothese in diesem Modell?

Sie bildet die theoretische Grundlage für die Annahme, dass Menschen ihr Handeln nach einem Kalkül des eigenen Nutzens ausrichten, um Belohnungen zu maximieren und Bestrafungen zu vermeiden.

Was ist der Kernpunkt der Kritik an Homans Theorie?

Kritiker werfen ihm vor, soziale Strukturen nicht erklären zu können und durch die Reduktion auf psychologische Variablen die soziologische Eigenständigkeit und komplexes Phänomene wie Herrschaft zu vernachlässigen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verhaltenstheoretische Soziologie - George Caspar Homans
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Veranstaltung
Soziologische Theorien im Überblick
Note
1,7
Autor
Torsten Kopf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V48981
ISBN (eBook)
9783638455404
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhaltenstheoretische Soziologie George Caspar Homans Soziologische Theorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Torsten Kopf (Autor:in), 2005, Verhaltenstheoretische Soziologie - George Caspar Homans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48981
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Leseprobe aus  17  Seiten
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