Entwicklung der Hewlett-Packard Company zu einem weltumspannenden Unternehmen


Wissenschaftliche Studie, 2018
58 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 HP im Überblick
1.1 Niederlassung
1.2 Das neue Unternehmen HP
1.3 HP Deutschland
1.4 Die Unternehmensgliederung von HP

2 Die Geburt der Hewlett-Packard Company
2.1 Von Pueblo nach Stanford
2.2 Von Ann Arbor nach Stanford
2.3 Der harte Kern entsteht
2.4 Die Erfahrungen bei General Electric
2.5 Das Haus in der Addison Avenue
2.6 Das erste Produkt der Hewlett-Packard Company
2.7 Der Auftrag von Disney
2.8 Der Rest ist Geschichte

3 Timeline Hewlett-Packard

4 Timeline Hewlett-Packard in Deutschland

5 Biographie David Packard

6 Biographie William R. Hewlett

7 Der Geburtsort von Silicon Valley

8 Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Die historische HP Garage

Abbildung 2 David Packard und William R. Hewlett

Abbildung 3 Der Prototyp des Audio Oszillator von 1938

Abbildung 4 Das erste Produkt, das Modell 200A

Abbildung 5 Disneys Tongenerator, das Modell 200B

Abbildung 6 David Packard

Abbildung 7 William R. Hewelett

Abbildung 8 Die Addison Avenue in Palo Alto

Abbildung 9 Das Haus in der Addison Avenue

Abbildung 10 Die legendäre HP Garage

Abbildung 11 Die Gedenktafel des Geburtsort des Silicon Valley

1 HP im Überblick

HP (Hewlett-Packard) ist heute ein weltweit führender Anbieter von Produkten, Technologien, Lösungen und Dienstleistungen für Endanwender und Unternehmen. Das Angebot umfasst Lösungen für die Bereiche IT-Infrastruktur, Personal Computing, Drucken & Bildbearbeitung sowie Zugangsgeräte zum Internet und IT-Dienstleistungen. Die erste Auslandstochter, die HP GmbH in Böblingen, trägt innerhalb des Konzerns, beispielsweise für Netzwerk- und Systemmanagement-Software, die weltweite Verantwortung für Forschung und Entwicklung, Fertigung und Marketing. Außerdem erbringt Hewlett-Packard in Deutschland zunehmend mehr Dienstleistungen für die gesamte europäische Organisation des Unternehmens.

1.1 Niederlassung

Rund um den Globus sind über 600 HP Geschäftsstellen, sowie autorisierte Vertriebspartner für Verkauf und Kundendienst in über 120 Ländern tätig. Mehr als 140 Geschäftsstellen in 27 Ländern, davon 11 Standorte in Deutschland, umfassen das europäische Vertriebsnetz.

Allein im Jahr 2002 hat HP über 4 Milliarden US Dollar in die Forschung und Entwicklung investiert, so dass ständig neue Produkte, Lösungen und Technologien auf den Markt kommen.

1.2 Das neue Unternehmen HP

Der Zusammenschluss von HP und der Compaq Computer Corporation erfolgte am 3. Mai 2002. Es ist die größte Fusion der IT Geschichte und bringt die neue HP auf Platz neun der „Fortune 500“. Das fusionierte Unternehmen, erzielte im Geschäftsjahr 2002 einen gemeinsamen Umsatz von etwa 72 Milliarden US- Dollar, bei dem HP Anteil 64% und der von Compaq 36% beträgt.

Rund um den Globus sind bei HP 141.000 Mitarbeiter in 178 Ländern beschäftigt, die in 43 Währungen und 15 Sprachen die Kundenwünsche erfüllen.

Chairman und CEO Carleton S. (Carly) Fiorina führt das Unternehmen mit Hauptsitz in Palo Alto, Kalifornien.

1.3 HP Deutschland

In Deutschland wurde die Fusion am 1. November 2002 rechtlich vollzogen. Der Umsatz von HP Deutschland betrug im Geschäftsjahr 2002 (1.11.01 - 31.10.02) 4,1 Milliarden Euro. (Einschließlich der Umsätze der vormaligen Compaq Computer GmbH für den Zeitraum 1.1.02 bis 31.10.02 betrug der Umsatz 5,1 Milliarden Euro). HP Deutschland beschäftigte 7.800 Mitarbeiter aus rund 40 Nationen zum 1. November 2002. In Deutschland ist HP an 11 Standorten vertreten. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von HP Deutschland ist Jörg Menno Harms.

HP in Deutschland

1959 wurde in Deutschland die erste HP-Produktionsstätte außerhalb der USA eröffnet. Laut einer Anekdote sollen Bill Hewlett anlässlich eines Deutschlandbesuchs die „arbeitsamen Schwaben“ besonders aufgefallen sein. So begannen im Hinterhaus einer Böblinger Strickwarenfabrik 18 Mitarbeiter mit der Produktion nach Plänen der amerikanischen Muttergesellschaft.

1961 ziehen bereits mehr als 150 Mitarbeiter in das neue Böblinger Werk um. Heute beschäftigt HP in Deutschland rund 8.500 Mitarbeiter. 1965 werden die ersten fünf Lehrlinge zum Elektromechaniker ausgebildet. Seither wurden rund 2.000 junge Menschen bei HP Deutschland ausgebildet.

1966 erscheint die erste Ausgabe der deutschen HP-Mitarbeiterzeitung „puls“ - angelehnt an das erfolgreiche Entwicklungsprogramm für Pulsgeneratoren. Ab 2000 heißt die Mitarbeiterzeitung e@hp und steht in ihrem Intranet zur Verfügung.

Als internationaler Vorreiter führt HP 1967 flexible Arbeitszeiten ein. Keine Stechuhren, auch nicht in der Produktion: Das galt damals als revolutionär. 1968 kam der Kardiotokograf zur elektronischen Überwachung von Geburten auf den Markt und wurde auf Anhieb zum Erfolg. Der Prototyp der Böblinger Medizindivision wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Konrad Hammacher in Düsseldorf entwickelt.

1970 wird die Tischrechnerfertigung 9100 von Loveland nach Böblingen transferiert. 1972 erwirbt HP ein Unternehmen am Standort Waldbronn, welches danach weltweit für die Flüssigkeit- Chromatografie bei HP verantwortlich ist. 1984 feiert die Hewlett-Packard GmbH ihr 25jähriges Bestehen. Der HP-Zusatzversorgungsplan und das HP-Arbeitszeitmodell (Zeitkonten) wurden eingeführt.

1984 startet Compaq seine Internationalisierung mit der Europazentrale in München. Diese ist zugleich Sitz der deutschen Hauptverwaltung. 1985 wird das HP Support-Zentrum in Ratingen eröffnet und 1986 kündigt Compaq die erste europäische Produktionsstätte in Erskine, Schottland an.

1989 wird die System Management Division in Böblingen gegründet, die einen wichtigen Grundstein für das heutige Software Business bei HP darstellt. Nach wie vor liegt die weltweite Verantwortung für Systemmanagementprodukte bei HP in Böblingen. HP unterstützt zur Betreuung von Mitarbeiterkindern eine Kindertagesstätte in Böblingen, seit 2008 besteht zudem eine Kooperation mit einer Einrichtung in Bad Homburg.

1991 verlegt man die Hauptverwaltung für den Vertrieb von Bad Homburg nach Böblingen. 1995 beginnt die deutsche HP-Organisation, Fertigungs- und Logistikbereiche an Partner auszulagern. 1996 erhalten die CAD-Lösungen der HP GmbH mit Entwicklungszentren in Sindelfingen und Fort Collins einen neuen rahmen: Die COCreate GmbH wird gegründet. Außerdem führt man 1996 Mobile-Office-Konzepte in Deutschland ein: Desk Sharing zuerst in Ratingen, später an weiteren Standorten.

1998 eröffnet HP in Herrenberg-Gültstein das europäische Distributions- und Fertigungszentrum für Server und Workstations, das kurze Zeit später zur „HP Solutions Factory“ wird. Sie setzt neue Maßstäbe im Supply Chain Management und für kundenspezifische Lösungen. Als erfolgreiches Geschäftsmodell kommt noch der Partnerpark hinzu, um den Service vor Ort zu optimieren. 1999 erfolgt im Zuge der weltweiten Unternehmensteilung die Abspaltung der Bereiche Messtechnik, Medizin und Analytik mit 2500 Mitarbeitern in Deutschland in die Agilent Technologies GmbH.

Am 4. September 2001 wird der Merger von HP und Compaq angekündigt. 2002 geht das neue Unternehmen HP am 3. Mai, nach dem Abschluss der Akquisition von Compaq, an den Start. 2003 werden Zentralbereiche und Geschäftsstellen im Rahmen der Eingliederung von Compaq in Deutschland konsolidiert.

Am 1. April 2004 wird die Akquisition des IT-Dienstleisters Triaton GmbH, einer vormaligen Tochtergesellschaft von ThyssenKrupp, abgeschlossen. 2005 feiert HP 40 Jahre Ausbildung in Deutschland. 2009 werden hier 355 Auszubildende und BA-Studierende ausgebildet. Ebenfalls 2005 erweitert HP sein Softwareportfolio für das Management von Rechenzentren, u. a. durch die Übernahme von Peregrine Systems, Opsware Inc. und Mercury Interactive Corp. mithilfe eines Drei-Jahres-Planes.

2006 wird das erste Halo Collaboration Studio in Deutschland in Böblingen eingerichtet. Diese Telepresence-Lösung ermöglicht Meetings mit Live-Character und trägt zu einer erheblichen Reduzierung des Reiseaufwands für interne Besprechungen bei. 2008 baut HP diese Infrastruktur deutlich aus. In Deutschland gibt es inzwischen sechs Halo Studios an den Standorten Bad Homburg, Böblingen, München und Ratingen. Am 13. Mai 2008 kündigt HP die Akquisition von EDS (Electronic Data Systems Corporation) an. Auf Konzernebene wird die EDS-Übernahme am 26. August abgeschlossen.

Einige Entwicklungen und weitere historische Fakten von Hewlett- Packard

1964 entwickelte HP eine transportable Atomuhr auf Cäsium-Basis.

1972 brachte HP mit dem Modell HP-35 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner auf den Markt.

Am 5. Januar 1980 gab Hewlett-Packard den Bau seines ersten Personal Computers bekannt.

1984 wurde ein Tintenstrahldrucker für Privatkunden, der HP Thinkjet, eingeführt. Der Drucker basierte auf der thermischen Tintenstrahltechnik und löste Punktmatrixdrucker ab.

1987 brachte der HP Paintjet Farbe ins Büro.

1990 wurde der HP Deskjet 500 als Arbeitsplatz- und Massendrucker mit einer Druckgeschwindigkeit von bis zu 3 Seiten/min und einer Grafikauflösung von 300 Punkte/Zoll auf den Markt gebracht.

1995 übernahm HP den US-amerikanischen Hersteller von Vector-Minisupercomputern Convex Computer.

Am 17. März 1997 erfolgte die Übernahme von HP in Dow Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange.

1999 erfolgte die Teilung von HP in zwei unabhängige Unternehmen: Die Bereiche Computer, Imaging und Drucker verlieben bei HP, für die Bereiche Test- und Messtechnik, chemische Analysetechnik, Medizinelektronik und elektronische Bauelemente wurde Agilent Technologies gegründet.

2002 fusionierte die Firma mit dem Computerhersteller Compaq, der zuvor DEC und Tandem übernommen hatte, und weitete ihre Bedeutung auf dem Computermarkt deutlich aus. Die Fusion war sehr umstritten und wurde unter anderem vom Sohn des Firmengründers hartnäckig, aber letztlich erfolglos, bekämpft.

2004 erwarb HP Deutschland die Triaton-Gruppe von der ThyssenKrupp AG für 340 Mio. Euro. Traton war bis zu dem Zeitpunkt eines der größten herstellerunabhängigen IT-Systemhäusern in Deutschland und hatte im Vorjahr mit etwa 2200 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 370 Mio. Euro erzielt. Damit baute HP die Marktstellung bei IT-Services weiter aus. Der Übernahme folgten nicht nur Stellenstreichungen bei Triaton selbst, sondern sie war Begründung für weitere Standortschließungen und Stellenstreichungen in Deutschland.

2004 erwarb HP den britischen IT-Dienstleister Synstar für 193.3 Mio. Euro. Synstar hat mehr als 1500 Kunden und ist in Europa aktiv. Das Unternehmen bietet Kunden-IT-Dienstleistungen zum Management der IT-Infrastruktur an und betreibt Niederlassungen in Großbritannien, Deutschland, Belgien, Spanien, Luxemburg, Irland und den Niederlanden. Heute heißt das Unternehmen Hewell- Packard CDS und ist auch für den HP-Hardware-Service im sogenannten Fieldservice und On-Site- Service zuständig.

Im Januar 2005 wurde die umstrittene CEO Carly Fiorina mit einer Abfindung in Höhe von 21 Mio. US-Dollar entlassen und durch Mark Hurd ersetzt. Am 5 September 2005 veröffentlichte Newsweek Informationen, denen zufolge die damalige Chairwoman Patricia C. Dunn eine Gruppe von Experten angeheuert hatte, um eigene Mitarbeiter und Journalisten zu bespitzeln (sie wird ein Jahr später entlassen).

2006 verlagerte HP im Rahmen des Nearshoring seine Dienstleistungsaktivitäten ungeachtet sprachlicher und interkultureller Herausforderungen in sogenannte Billiglohnländer (zum Beispiel das deutschsprachige Kundendienstzentrum nach Sofia) weltweit verloren im Rahmen weiterer Umstrukturierungsmaßnahmen fast 15.000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

2008 erwarb HP die Firma EDS für 13,9 Milliarden Dollar. Zusammengenommen hatte die Dienstleistungssparte beider Unternehmen zum Zeitpunkt des Kaufs weltweit 210.000 Mitarbeiter.

2010 erwarb HP den Netzwerkspezialisten 3Com für 2,7 Milliarden US-Dollar. Am 12. April 2010 schloss HP die 3Com-Übernahme ab. Am 29. April 2010 erwarb HP den Smartphonehersteller Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar. HP kündigte an, zukünftig Smartphones, Tablets und Drucker mit webOS entwickeln zu wollen. Im August 2010 muss CEO Hurd wegen eines Skandals um Belästigung und Spesenabrechnung das Unternehmen verlassen und wird durch Leo Apotheker ersetzt.

Im Februar 2011 kündigte HP die Akquisition des Business-Intelligence-Software-Herstellers Vertica für eine nicht genannte Summe an, mit dem Ziel, im Markt der analytischen Informationssysteme Fuß zu fassen.

Im August 2011 verkündete Hewlett-Packard einen radikalen Strategiewechsel: Die Tablet-PCs sollten eingestellt und das PC-Geschäft verkauft werden. Analog der Strategie von IBM wollte sich der Konzern zukünftig auf Software, Dienstleistungen und Server konzentrieren. Am 22. September 2011 trennten sich HP und CEO Leo Apotheker mit sofortiger Wirkung. Meg Whitman wurde als Nachfolgerin als CEO und Präsidentin ernannt. Sie nahm die Entscheidung, das PC-Geschäft aufzugeben, zurück Zum 23. September 2013 scheidet HP aus dem Dow-Jones-Aktienindex an der New York Stock Exchange aus.

Im Hier und jetzt ist die Hewlett-Packard Company eine der größten US-amerikanischen Technologiefirmen, registriert in Wilmington, Delaware und mit Firmenzentrale in Palo Alto, Kalifornien. HP ist eines der umsatzstärksten IT-Unternehmen der Welt (120,4 Mrd. US-Dollar 2012) und beschäftigt derzeit rund 331,800 Mitarbeiter. Zu Hewlett-Packard gehören der Computerhersteller Compaq und Palm, ein Hersteller von PDAs und Smartphones. Die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen, die schweizerische in Dübendorf und die österreichische in Wien.

1.4 Die Unternehmensgliederung von HP

Enterprise Systems Group (ESG)

- Server
- Speichersysteme
- Netzwerklösungen
- Software
- Lösungen

Dieser Geschäftsbereich konzentriert sich auf die Bereitstellung der wichtigsten Technologielösungen für die Enterprise-IT-Infrastruktur zur Verbesserung der Flexibilität und Kosteneffizienz von Unternehmen. Hierzu zählen Lösungen rund um Enterprise Speicher, Server, Managementsoftware. Executive Vice President der ESG ist Peter Blackmore. Geschäftsführer in Deutschland ist Rainer Kaczmarczyk.

Imaging and Printing Group (IPG)

- Consumer / Business Printing
- Digital Imaging
- Digital Publishing

HP ist der führende Anbieter von Lösungen im Bereich Drucken- und Bildbearbeitung für Privatkunden und Unternehmen. Das IPG Angebot umfasst Druckerhardware, All-In-One-Geräte, Lösungen für die Digitale Bildbearbeitung wie Kameras, Scanner die dazugehörigen Verbrauchsmaterialien und Zubehörteile. Darüber hinaus expandiert dieser Geschäftsbereich auch in den Markt des kommerziellen Drucks. Executive Vice President von IPG ist Vyomesh (VJ) Joshi. Geschäftsführerin der IPG in Deutschland ist Regine Stachelhaus.

HP Services (HPS)

- Kundensupport
- Managed Services (Outsourcing)
- Consulting und Integration
- Domain Expertise

Das HP Services Team unterstützt Unternehmen dabei, aus ihren IT- Investitionen messbare Werte zu schaffen. Durch die Verknüpfung von IT- Lösungen mit den Geschäftszielen hilft HP Services Unternehmen dabei, ihre IT-Investitionen kosteneffizient zu nutzen. Executive Vice President von HP Services ist Ann M. Livermore. Geschäftsführer von HP Services in Deutschland ist Wolfram Fischer.

Personal Systems Group (PSG)

- Desktop
- Workstations
- Notebooks
- Emerging Technologies

Dieser Geschäftsbereich konzentriert sich auf die Bereitstellung einfacher, zuverlässiger sowie kostengünstiger PC-Lösungen und Geräte für den privaten und geschäftlichen Einsatz. Hierzu zählen Desktop PCs, Notebooks, Workstations, Thin Clients und intelligente PDAs. Executive Vice President der PSG ist Duane E. Zitzner. Geschäftsführerin der PSG in Deutschland ist Bärbel Schmidt.

2 Die Geburt der Hewlett-Packard Company

2.1 Von Pueblo nach Stanford

David Packard wurde 1912 in Pueblo, Colorado, geboren. Schon als Kind hatte er eine starke Neigung zu den Naturwissenschaften und er Mathematik. So verbrachte er viel Zeit damit die Technik von Brücken, Motoren, Generatoren und ähnliche Geräte, mit Hilfe von kleinen selbstgebauten Modellen, zu entdecken. Auch an Sprengstoff war Packard interessiert. Diese Experimente mit dem gefährlichen Stoff waren aber abrupt beendend, als eine unkontrollierte Explosion seine linke Hand verletzte und dabei in Folge der linke Daume verkrüppelt blieb.

Eine weitere Leidenschaft für ihn war die Radiotechnik. Schon im alter von zwölf Jahren brachte er einen relativ komplizierten Röhrenempfänger zusammen. In der High School war er bereits Amateurfunker.

Im dritten Jahr der High School, befasste sich Packard intensive mit Sport. In den Meisterschaftsteams für Football, Basketball und Leichtathletik lernte er die Wichte Bedeutung des Teamworks kennen. Die Aussage eines Sportlehrers, das Finalisten einer Meisterschaft oft über die gleich guten Spieler verfügen und es deshalb auf das Zusammenspiel ankommt, bzw. wenn das Zusammenspiel ebenfalls gleichwertig ist, es auf den stärkeren Siegeswillen ankommt, wurden zu einem Leitprinzip für die Entwicklung und Führung von HP: Finde die besten Mitarbeiter, betone die Bedeutung von Teamwork und motiviere sie dazu das Spiel zu gewinnen.

Im Sommer 1929 hinterließ der Besuch der Stanford University einen nachhaltigen Eindruck bei David Packard. Zudem er erfuhr dort, das Stanford über eine sehr gute Fakultät für Elektrotechnik verfügt.

Obwohl sein Vater ihn lieber eine juristische Laufbahn einschlagen gesehen hätte, stand für David der Entschluss fest Ingenieur zu werden fest. Aufgrund seines Interesses an Rundfunk und Elektrotechnik kam nur dieses Entsprechende Studium in Frage. Somit war die Bewerbung um einen Studienplatz an der Stanford University, im Frühjahr 1930, beschlossen Sache.

Zu Packard Überraschung wurde er dann dort auch angenommen. Die 114 US Dollar Studiengebühren pro Vierteljahr finanzierte ihm zu einem Teil sein Vater, den andern Teil verdiente er sich selber dazu. Obwohl sein Vater zwar nicht darauf bestand, dass sich er sich an Kosten für das Studium beteiligt, fühlte er sich dennoch dazu verpflichtet. So kehrte er während seiner Studienzeit jeden Sommer nach Pueblo zurück um dort in verschiedenen Jobs zu arbeiten.

Über den Amateurfunk und die Zeit beim Amateurfunksender der Universität, der gleich neben dem Fachbereich Technik untergebracht war, lernte er Fred Terman kennen. Das Labor des damals neuen jungen Professors lag ganz in der Nähe des Gebäudes in der Sender untergebracht war. Nach sporadischen Kontakten, lud Terman, Packard schließlich im Frühjahr 1933 in sein Labor ein. Dort schlug er dem jungen David vor im kommenden Jahr an Termans Graduiertenkurs in Rundfunktechnik teilzunehmen. Dieses Ereignis beschreit David Packard als das erste einer Reihe von Ereignissen, die letztlich zur Gründung der Hewlett-Packard Company führten.

Die Teilnahme an dem schwierigen Kurs war für Packard, der als erster Studenten ohne Abschluss daran teilnahm, eine besondere Ehre. Aber durch die gleichzeitige Teilnahme als aktiver Spieler des Football Teams der Universität und an anderweitigen Verpflichtungen als Stundet, war es ein sehr anstrengendes Jahr. Zudem musste er noch als Kellner arbeiten.

Bei seinen zahlreichen verschiedenen Aktivitäten lernte er viele Freunde kennen, einer davon war Bill Hewlett.

2.2 Von Ann Arbor nach Stanford

William R. Hewlett (Spitznahme Bill) wurde 1913 in Ann Arbor, Michigan, geboren. Schon in seiner Kindheit hatte Hewlett eine unstillbare Neugier, er wollte immer wissen wie die Dinge funktionieren und warum sie ausgerecht so funktionieren. Wie David machte auch Bill oft eigene Experimente, auch mit Sprengstoff. Ebenso fasziniert war er von unbekannten Land und unerschlossenen Gebieten in San Francisco. Seine Naturverbundenheit entdeckte er in der Sierra Nevada während den jährlichen Familienferien.

Nach dem Tod seines Vaters verbrachte er fünfzehn Monate in Europa. Die Familie reiste sehr viel und Bill sammelte dabei viele gute Erfahrungen. So beschrieb er seine Kindheit als „bewegt und glücklich“.

Nach seiner Rückkehr aus Europa besuchte Bill die High School, er war außerordentlich gut in naturwissenschaftlichen Fächern, in den anderen jedoch eher Durchschnittlich. Bill hatte Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Er war Legastheniker, eine Schwäche, die damals noch nicht bekannt war.

Kurz vor dem Abschluss der High School bat er seinen Schuldirektor um eine Empfehlung für Universität Stanford. Der Direktor aber hatte bedenken und fragte deshalb seine Mutter warum er ausgerecht nach Stanford gehen möchte. Sie erklärte ihm, dass seine Vater seinerzeit in Stanford studiert hatte. Der Direktor erinnerte sich an den Vater von Bill Hewlett und schwärmte immer noch von ihm als der Begabteste Schüler den er je hatte. So klappte es doch noch mit Bills Empfehlung für die Universität Stanford. Bill hat oft gesagt, dass er sich vielleicht für eine medizinische Laufbahn entschieden hätte, wenn sein Vater nicht gestorben wäre. Im Scherz sagte er, dass er sich nur wegen seiner Freunde an der elektrischen Eisenbahn für die Elektrotechnik entschieden habe.

Bill und David begegneten sich zum ersten Mal im Herbst 1930, als sich in Stanford einschrieben. David hatte sich bereits entschieden Elektronikingenieur zu werden. Sie besuchten zwar in den ersten beiden Jahren viele Mathematik- und Naturwissenschaftsvorlesungen gemeinsam, lernten sich erst im letzten Jahr besser kennen. Zum Ende des Studiums hatten sie eine enge Freundschaft geschlossen.

2.3 Der harte Kern entsteht

Durch Bill lernte David Ed Porter kennen, Bills bester Freund aus der Kindheit. Porter der mit Bill nach Stanford kam, war schon früh ein fanatischer, engagierter Amateurfunker. Er wusste soviel über Radios, dass er einen Teil seines Lebensunterhalts in Stanford durch Radioreparaturen bestreiten konnte. Die dynamische Persönlichkeit sollte die nächsten vierzig Jahre eine bedeutende Rolle in Bill Hewlett und David Packard spielen.

In Professor Termans Graduiertenklasse saß auch ein junger Mann namens Barney Oliver. Er war in seinem zweiten Jahr vom Califorinia Institute of Technology nach Stanford gewechselt und hatte die meisten der erforderlichen Vorlesungen gehört. Terman nahm Barney unter der Voraussetzung in seine Klasse auf, dass er wieder ausscheiden müsste, wenn er nicht die erste Prüfung zur Mitte des Semesters nicht bestehen würde. Doch er dann bekam er nicht nur bei dieser, sondern auch bei allen anderen Prüfungen des Jahres die besten Noten.

So wurden die vier David Packard, Bill Hewlett, Ed Porter und Barney Oliver, wegen der Kurse Termans, enge Freunde. Es war also kein Zufall, dass diese Gruppe einige Jahre später das Managementteam von Hewlett-Packard bildeten. Der 1976 verstorbene Porter war dreißig Jahre lang oberster Produktionsleiter des Unternehmens. Oliver, einer der größten Wissenschaftler des Jahrhunderts, war vor seinem Eintritt in den Ruhestand Leiter der HP- Laboratorien und befasste sich jetzt mit Projekten wie SETI (die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz).

Bill und Davids gemeinsames Interesse an der freien Natur zeigte sich zum ersten Mal im zweiten Studienjahr, bei einer Exkursion in die Sierra Nevada. Dies war nur der Auftakt zu vielen ihrer Bergwanderungen bis hin zu ihrer gemeinsamen Rucksacktour in Colorado nach Studienabschluss 1934. Diese gemeinsame Naturverbundenheit war zweifellos die Basis ihrer Freundschaft, die zu dem beiderseitigen Verständnis und der Achtung geführt hat mit der sie ihre erfolgreiche und mehr als ein halbes Jahrhundert bestehende Geschäftsbeziehung geführt haben.

Von Fred Terman inspiriert und unterstützt schmiedeten Bill Hewlett, David Packard, Ed Porter und Barney Oliver erste vorsichtige Pläne, nach dem Studium etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.

Doch diese Pläne sollten noch einmal auf Eis gelegt werden, dar David Packard im Frühjahr 1934 ein Stellenangebot von General Electric erhielt. Arbeitsplätze waren rar und Terman ermutigte Packard das Angebot anzunehmen. Er könne ja bei General Electric viel Nützliches für das zukünftige Unternehmen lernen.

Bill hingegen empfahl er seine Studien weiterzuverfolgen. So wurde die Firmengründung verschoben. Sie waren aber dennoch entschlossen ihre Idee zu realisieren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Entwicklung der Hewlett-Packard Company zu einem weltumspannenden Unternehmen
Autor
Jahr
2018
Seiten
58
Katalognummer
V489829
ISBN (eBook)
9783668978980
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieses Skript war Teil meiner Vorlesungen zur Geschichte des Computers
Schlagworte
Computergeschichte
Arbeit zitieren
Michael Ziegenbalg (Autor), 2018, Entwicklung der Hewlett-Packard Company zu einem weltumspannenden Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489829

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