Die USA im Weltwirtschaftssystem


Hausarbeit, 1999

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Volkswirtschaft der USA
2.1 Vergleich USA-G-7
2.2 Der Außenhandel der USA
2.3 Exkurs: Das Handelsbilanzdefizit

3 Struktur und Entwicklung des Weltwirtschaftssystems
3.1 Währungssysteme
3.1.1 Das Bretton-Woods-System
3.1.2 Ursachen und Folgen des Scheiterns von Bretton Woods
3.1.3 Die Finanzmärkte
3.2 Der internationale Handel
3.2.1 Das GATT
3.2.2 Die WTO

4 Die amerikanische Außenwirtschaftspolitik im 20. Jahrhundert

5 Schlußfolgerungen

6 Literatur

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit wird dargestellt, wie die Vereinigten Staaten von Amerika sich in das Weltwirt- schaftssystem eingliedern, das von ihnen zum größten Teil selbst nach dem Zweiten Weltkrieg ge- schaffen wurde.

Hierzu werden zunächst die volkswirtschaftlichen Eckdaten dargestellt und mit denen der größten Industrienationen verglichen. Auch soll anhand geeigneter Zahlen die Bedeutung der USA für den Welthandel verständlich gemacht werden. Am Beispiel des Außenhandelsdefizit sollen vereinfachend die internationalen Wechselwirkungen zwischen Güter- und Finanzmärkten wiedergegeben werden. Darauf folgend werden das Weltwirtschaftssystem und dessen Institutionen nach dem 2. Weltkrieg in seinen Grundzügen dargestellt. Auch wenn nicht immer wieder darauf verwiesen wird, ist der Einfluß der USA auf die Bildung dieser Institutionen und ihre Politik nicht zu übersehen.

Abschließend wird in einem geschichtlichen Abriß die amerikanische Wirtschafts- und Außenhandelspolitik im 20 Jahrhundert wiedergegeben. Der Schwerpunkt liegt auch hier wieder in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, da hier die Leitlinien der amerikanischen Politik am stärksten sichtbar werden. Dabei wird auch auf die Auswirkungen der Globalisierung eingegangen. Auch wenn in dieser Abhandlung vor allem der US-amerikanische Staat als Handelnder auftritt, soll nicht unerwähnt bleiben, daß auch amerikanische Konzerne und Unternehmen großen Einfluß auf die Politik nicht nur ihrer eigenen, sondern auch fremder Regierungen haben.

Ziel der Hausarbeit ist eine beschreibende Darstellung der USA im Weltwirtschaftssystem, ohne eine wertende Haltung einzunehmen.

2 Die Volkswirtschaft der USA

Die Bedeutung der USA für die Weltwirtschaft ist auch eine Folge ihrer Größe. Mit 9,3 Mio. km2 sind sie der flächenmäßig viertgrößte und mit 254,1 Mio. Einwohnern der drittgrößte Staat der Welt. Das BSP im Jahre 1997 betrug 8,3 Bio. US-$1, im Vergleich zu einem BSP für die BRD von 2,3 Bio. US-$2.

2.1 Vergleich USA-G-7

Wie aus Tab. 1 zu erkennen, erwirtschaften die USA das höchste Pro-Kopf-BIP unter den G-7- Staaten. Dabei sind sie ungefähr so schnell wie die anderen Länder gewachsen, wenn man von den Ausreißern Japan und Frankreich absieht. Sie haben nach Japan die geringste Arbeitslosenquote, aber nur ein durchschnittliches Produktivitätswachstum.

Tabelle 2-1: Makroökonomische Daten für die G-7-Staaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

nach: von Hagen, et. al. S. 327

Für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die Investitions- und Sparquote wichtig und interessant. Wie man aus Tab. 2 sehen kann, ist die Sparquote in den USA im langfristigen Mittel deutlich niedriger als die der anderen Nationen. Im gleichen Zeitraum war die Kapitalbildung ungefähr auf dem Niveau der anderen Länder. Dies war nur aufgrund hoher ausländischer Investitionen in den USA möglich. Unter anderem sind in den 80er Jahren die Direktinvestitionen in den USA, also Kapitalbeteiligungen von mindestens 10 v. H. des Eigenkapitals, um durchschnittlich 18 v. H. p. a. gestiegen. Hauptinvestor war Japan. Es konnte von 1979 bis 1990 seine jährlichen Direktinvestitionen von 0,3 Mrd. US-$ auf 14,7 Mrd. US-$ steigern.

Tabelle 2-2: Ersparnis und Investition der G-7-Staaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

nach: von Hagen, et. al. S. 328

2.2 Der Außenhandel der USA

Laut WTO3 betrug der Welthandel 1997 11,09 Bio. US-$. Daran hatten die USA einen Anteil von 14,3 v. H. Sie sind mit einem Anteil von 12,6 v. H. respektive 16 v. H. sowohl die weltgrößten Ex- porteure als auch Importeure. Das Handelsdefizit beträgt 186,3 Mrd. US-$. Auf das Problem dieses Defizits wird weiter unten eingegangen. Auch wenn dies absolut eine hohe Summe ist, so hat der Außenhandel für die USA eine relativ geringe volkswirtschaftliche Bedeutung. Im langfristigen Mittel beträgt z. B. der Import nur 9,3 v. H. am BSP, was niedriger ist als der Importanteil von 12,7 v. H. für die japanische Volkswirtschaft, die im Gegensatz zu den USA allgemein als für Importe schwer zugänglich gilt.4

Tabelle 2-1: Haupthandelspartner der USA 19975

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

nach: Bureau of the Census, Exhibit 13

Wie aus Tab. 3 ersichtlich, sind die wertmäßig größten Handelspartner der USA die großen Indust- rienationen Europas, Asiens und Nord- und Mittelamerikas. Gegenüber den meisten dieser Länder hat die USA ein Handelsbilanzdefizit. Einen Überschuß haben sie gegenüber den Niederlanden (12,5 Mrd. US-US-$), Großbritannien und Südkorea. Tab. 4 zeigt, daß die USA vor allem hochwertige Industriegüter exportieren kann, während sie vor allem einfache Konsumgüter und Rohöl importiert.

Tabelle 2-2: Die wichtigsten Handelsgüter

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

nach: Bureau of the Census, Exhibit 14

2.3 Exkurs: Das Handelsbilanzdefizit

Das Problem des Handelsbilanzdefizits hat weitreichende Folgen für die USA und die Weltwirtschaft. Aufgrund dieses Defizits sind die USA seit ca. 1980 gezwungen, sich jährlich mit um etwa 100 Mrd. US-$ im Ausland neu zu verschulden.

Sollten die Gläubigerländer, aus welchen Gründen auch immer, ihre amerikanischen Anleihen ver- kaufen, würde der Dollar stark sinken, was aufgrund des Zwangs zur Schuldenaufnahme im Ausland zur Deckung des Zahlungsbilanzdefizits zu steigenden amerikanischen Zinsen führen würde. Aufgrund der weltweiten Verflechtung der Finanzmärkte würden somit auch im Ausland die Zinsen steigen, so daß das Wirtschaftswachstum weltweit tendenziell zurückgehen würde. Um eine solche Situation zu vermeiden, müssen die USA den Dollarkurs ständig höher halten, als dies ohne Defizit notwendig wäre.

Dieser höhere Wechselkurs führt dazu, daß die USA einen Wettbewerbsnachteil haben, und daß das internationale Zinsniveau eher zu hoch ist, mit negativen Wirkungen auf andere Länder mit ständigem Zahlungsbilanzdefizit, vor allem die Entwicklungsländer.6

3 Struktur und Entwicklung des Weltwirtschaftssystems

Das heutige Weltwirtschaftssystem ist in der Hauptsache eine Folge des 2. Weltkrieges. Das alte System wurde durch den Abbruch der Handelsbeziehungen im Krieg zerstört, und wurde dann unter der Regie der stärksten Siegermacht, der USA, restrukturiert. Dabei wurde vor allem versucht, die Fehler des alten Systems zu vermeiden, die in den 30er Jahren den Welthandel fast zum Erliegen gebracht haben.

In der Folge der Weltwirtschaftskrise, die 1929 mit dem Schwarzen Freitag begann, kam es vermehrt zu Handelskriegen, zu dem Einsatz von „Beggar-Thy-Neighbor-Politik“, wie beispielsweise Abwertungswettläufen, bilateralen Handelsvereinbarungen zum Schaden Dritter und erhöhten Zöllen, einem starken Rückgang im Welthandel und, was am schwersten wog, einen deutlichen Rückgang im Volkseinkommen aller Nationen.7 Vollends zerstört wurden die Handelsströme durch den Zweiten Weltkrieg, der die Beziehungen zwischen den kriegführenden Nationen unterbrach.

3.1 Währungssysteme

3.1.1 Das Bretton-Woods-System

Nicht nur der Welthandel, sondern auch die Währungen der kriegführenden Nationen wurden durch den 2. Weltkrieg beschädigt. Infolge der Kriegswirtschaft kam es in allen beteiligten Ländern zu hohen Inflationsraten, mit zum Teil vollständiger Entwertung der Währungen, beispielsweise bei der Reichsmark. Da eine Wiederherstellung der Währungen Vorbedingung für einen Wiederaufbau des Welthandels war, wurde bereits 1944 in Bretton Woods ein neues Währungssystem vereinbart. Dabei konnten die USA ihre Vorstellungen fast vollständig durchsetzen.

Es wurde ein System fester Wechselkurse auf der Basis eines Gold-Devisenstandards eingeführt. Dieser Standard legte den Wert einer Währung in Relation zur Leitwährung US-Dollar fest (Währungsparität). Der US-Dollar seinerseits hatte einen festen Gegenwert gegenüber dem Gold. Zu Anfang war eine Feinunze Gold 35 US-Dollar wert. Zu diesem Kurs war die US-Notenbank verpflichtet, Dollar gegen Gold zu tauschen.8 Das Bretton-Woods-System wurde mit der Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe institutionalisiert.

[...]


1 Bureau of Economic Analysis, www.bea.doc.gov/bea/dn/niptbl-d.htm, 27.11.98, Tabelle 3

2 Statistisches Bundesamt, www.statistik-bund.de/basis/d/vgrtxt.htm, 27.11.98 (1US-$=1,60DM)

3 WTO, World Trade Growth Accelerated in 1997, ..., App., Table 1, www.wto.org/wto/intltrad/internat.htm, 27.11.98

4 Zahlen nach: von Hagen, et. al., S. 326ff

5 Für Importe und Exporte die 10 größten Handelspartner, Saldo für die größten Importeure ausgewiesen

6 nach Koch, S.22ff

7 Otte, S. 13

8 Koch, S. 61ff

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die USA im Weltwirtschaftssystem
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Einführung in die politische Wissenschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V48995
ISBN (eBook)
9783638455527
ISBN (Buch)
9783638782296
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der Hausarbeit werden die Entwicklung der US-amerikanischen Wirtschaft und ihr Einfluß auf das Weltwirtschaftssystem im 20. Jahrhundert dargestellt.
Schlagworte
Weltwirtschaftssystem, Einführung, Wissenschaft
Arbeit zitieren
Owe Jessen (Autor), 1999, Die USA im Weltwirtschaftssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48995

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