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Praxistheoretische Perspektiven für die Medienwissenschaft am Beispiel des Textes "Theorizing Media as Practice" von Nick Couldry

Titel: Praxistheoretische Perspektiven für die Medienwissenschaft am Beispiel des Textes "Theorizing Media as Practice" von Nick Couldry

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Milan Viktorias (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die sogenannten „Praxistheorien“ haben in den letzten Jahren eine enorme Bedeutung in den Sozial- und Kulturwissenschaften erlangt. Als einen zentralen Grund ist der Vorwurf gegenüber den Sozial- und Kulturwissenschaften zu nennen, die Beziehung zu ihren Gegenständen nur unzureichend zu reflektieren. Praxistheorie ist allerdings nicht als eine einheitliche Theorie aufzufassen, sondern vielmehr als ein heterogenes Feld ähnlicher Ansätze, die sich aus verschiedenen Disziplinen zusammensetzen. Auch sind die Grenzen der Praxistheorie noch relativ unscharf formuliert, weshalb im Rahmen dieser Arbeit nicht von der Praxistheorie im Singular, sondern von „praxistheoretischen Ansätzen“ gesprochen werden wird. Diese Ansätze werden beeinflusst von der Sozialphilosophie, der Soziologie, der Sozialanthropologie und den Medien-, Kommunikations- und Geschichtswissenschaften. Ein zentrales Ziel praxistheoretischer Ansätze ist die Neukonzeptualisierung des Verhältnisses von Theorie und Empirie innerhalb der Geisteswissenschaften. Unter dem Begriff Praxistheorie werden auch Synonyme wie zum Beispiel Praxeologie und Praxissoziologie gefasst. Betrachtet man jedoch den Begriff Praxistheorie so fällt auf, dass sich dieser einerseits aus Praxis und andererseits aus Theorie zusammensetzt: Eine Begriffszusammensetzung die gegensätzlicher nicht sein könnte. Bei dieser scheinbaren Gegensätzlichkeit liegt der Eindruck zugrunde, dass das, was in der Theorie meist logisch erscheint, sich in der Praxis oftmals als nicht realisierbar erweisen kann. Jedoch ist die Begriffszusammensetzung vielmehr der Geschichte der soziologischen Forschung geschuldet. Ein zentraler Aspekt soziologischer Forschung ist die Frage nach einer Theorie der Sozialität, die die Lebenswirklichkeit des Menschen methodisch genau einfängt. So liegt der Schwerpunkt praxistheoretischer Zugänge in der Analyse der Dimensionen der Körperlichkeit des Sozialen. Demnach sind praxistheoretische Ansätze darum bemüht, soziale Ordnungen zu analysieren und zu entschlüsseln. Dabei sollen jedoch weniger die Werte, Normen und Zeichen- und Symbolsysteme analysiert werden. Vielmehr sollen die sozialen Praktiken in ihrer prozessualen Vollzugswirklichkeit analysiert und die Abhängigkeit zu praktischem und impliziten kulturellen Wissen dargestellt und in den Mittelpunkt der Analyse gerückt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Der Begriff der Praxistheorie

2. Die Entstehung der Praxistheorien

3. Die Cultural Studies als Ausgangspunkt für Couldry

4. Nick Couldry Theorizing Media As Practice

4.1 Medien als Soziale Praxis

4.2 Varianten der Medienpraktiken

4.3 Medienrituale

4.4 Medien als Institutionen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht praxistheoretische Perspektiven innerhalb der Medienwissenschaft, wobei der Fokus primär auf Nick Couldrys Werk Theorizing Media as Practice liegt. Ziel ist es, ein Verständnis für Medien als soziale Praxis zu entwickeln und die theoretische Fundierung durch die Cultural Studies sowie soziologische Praxistheorien kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen und Entstehungsgeschichte praxistheoretischer Ansätze
  • Die theoretische Verankerung in den Cultural Studies
  • Analyse des neuen Paradigmas von Nick Couldry
  • Konzepte der Medienpraktiken, Medienrituale und Medien als Institutionen
  • Kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen einer praxistheoretischen Medienforschung

Auszug aus dem Buch

4. Nick Couldry Theorizing Media As Practice

In dem Text Theorizing Media as Practice aus dem Jahr 2010 betrachtet Couldry die Medientheorie und Medienforschung aus einer praxistheoretischen Perspektive und präsentiert dabei einen Vorschlag zu einem neuen Paradigma. Um seinen Vorschlag eines neuen Paradigma zu etablieren, beginnt Couldry mit der historischen Aufzählung und Darstellung aktueller Forschungstraditionen innerhalb der Medientheorie und Medienforschung. Diese historische Vorgehensweise nutzt er dazu, um speziell die Schwächen der Forschungstraditionen aufzuzeigen und somit die Grundlage für den Vorschlag eines neuen Paradigma für die Medientheorie zu schaffen. Hierbei nennt Couldry die amerikanische Massenmedienforschung, die semiotischen Theoriehintergründe, die Publikumsforschung, die anthropologischen Forschungen sowie marxistisch orientierte Ansätze. In diesem Zusammenhang stellt Couldry fest, dass die aktuellen Forschungstraditionen der Medientheorie und Medienforschung sehr stark von ihrer historischen Entstehungsgeschichte geprägt sind. Couldry merkt an, dass die Medientheorie aktuell noch sehr stark auf die Analyse der Rezeption und Produktion von Medieninhalten und die Analyse der ökonomischen Faktoren der Medienproduktion konzentriert ist. Zu seinem Vorschlag, Medien als eine Praxis zu verstehen und die Medienforschung und -Theorie aus einer praxistheoretischen Sicht neu zu formulieren, schreibt Couldry:

"The proposed new paradigm is disarmingly simple: It treats media as the open set of practices relating to, or oriented around media.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Begriff der Praxistheorie: Dieses Kapitel definiert Praxistheorien als heterogenes Feld, das Soziologie, Philosophie und Sozialanthropologie vereint, um soziale Ordnungen über prozessuale Praktiken statt über starre Symbolsysteme zu entschlüsseln.

2. Die Entstehung der Praxistheorien: Hier werden die philosophischen Wurzeln von Aristoteles über Marx bis hin zu Wittgenstein und Bourdieu nachgezeichnet, die den sogenannten "Practice Turn" in der zeitgenössischen Theorie einleiteten.

3. Die Cultural Studies als Ausgangspunkt für Couldry: Es wird die Geschichte und das interdisziplinäre Prinzip der Cultural Studies erläutert, wobei insbesondere Raymond Williams' Kulturbegriff als soziale Praxis der Kommunikation hervorgehoben wird.

4. Nick Couldry Theorizing Media As Practice: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert Couldrys Vorschlag, Medien als offenes Set von Praktiken zu begreifen, unterteilt in die Unteraspekte soziale Praxis, Medienpraktiken, Medienrituale und Medien als Institutionen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Couldrys Ansatz zwar begriffliche Schwächen aufweist, jedoch einen wichtigen methodischen Perspektivwechsel von der reinen Medieneffekt-Forschung hin zur Erforschung alltäglicher Medienpraktiken bietet.

Schlüsselwörter

Praxistheorie, Medienwissenschaft, Nick Couldry, Cultural Studies, Medienpraktiken, Medienrituale, Medien als Institutionen, Soziale Praxis, Practice Turn, Medientheorie, Medienforschung, Interdisziplinarität, Alltagskultur, Symbolische Macht, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung praxistheoretischer Ansätze auf medienwissenschaftliche Fragestellungen, insbesondere basierend auf Nick Couldrys Konzeptualisierung von Medien als soziale Praxis.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Praxistheorie, die Verbindung zu den Cultural Studies, die Dekonstruktion traditioneller medienwissenschaftlicher Ansätze und die Etablierung eines neuen, auf Praktiken basierenden Paradigmas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Medien durch eine praxistheoretische Brille betrachtet werden können, um den Fokus von rein ökonomischen oder textanalytischen Aspekten weg hin zu den alltäglichen, menschlichen Praktiken im Umgang mit Medien zu verschieben.

Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende wissenschaftliche Diskurse, insbesondere die Literatur von Nick Couldry, synthetisiert und kritisch bewertet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Medien als soziale Praxis, die Kategorisierung von Medienpraktiken, die Rolle von Medienritualen und die Bedeutung von Medien als Institutionen innerhalb der Gesellschaft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Praxistheorie, Medienrituale, radikale Kontextualität, soziale Praxis und das neue Paradigma nach Couldry charakterisiert.

Warum lehnt Couldry den Funktionalismus ab?

Couldry kritisiert den Funktionalismus, weil dieser Gesellschaften als geschlossene, autarke Systeme betrachtet und davon ausgeht, dass alles eine spezifische soziale Funktion erfüllt, was der Offenheit und Komplexität menschlicher Praktiken widerspricht.

Was versteht man unter dem Merkmal der "digitalen Narrativität"?

Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit digitaler Medien, verschiedene Ausdrucksformen wie Technik, Ton, Text sowie Stand- und Bewegtbilder miteinander zu kombinieren, wodurch neue Artikulationsformen für Nutzer entstehen.

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Details

Titel
Praxistheoretische Perspektiven für die Medienwissenschaft am Beispiel des Textes "Theorizing Media as Practice" von Nick Couldry
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Von den Medienpraktiken zu einer Praxistheorie der Medien. Praxistheoretische Perspektiven für die Medienwissenschaft
Note
1,3
Autor
Milan Viktorias (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V490184
ISBN (eBook)
9783668958678
ISBN (Buch)
9783668958685
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praxistheorie Medienwissenschaft Theorizing Media as Pracitce Nick Couldry Science and Technology Studies Media Studies 3 cultural studies soziale praxis medienpraxis medienpraktiken medienrituale
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Milan Viktorias (Autor:in), 2017, Praxistheoretische Perspektiven für die Medienwissenschaft am Beispiel des Textes "Theorizing Media as Practice" von Nick Couldry, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/490184
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Leseprobe aus  16  Seiten
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